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Verängstigter Junghund, wie soll ich damit umgehen?

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    Guten Tag,
    als erstes möchte ich nur anmerken, dass mich weder Vorwürfe noch sonst irgendwelch negativ belasteten Kommentare weiterbringen und ich hier reinschreibe weil ich Hilfe brauche und nichts anderes.


    Also nun zu meiner Frage.


    Meine Freundin möchte seit Monaten einen eigenen Hund. Ich habe bereits einen Hund der wahrhaftig nicht sehr einfach gewesen ist, da er als ich ihn von seinem Vorbereiter mitgenommen hat, alles und jeden gebissen hat. Nun sind 2 Jahre vergangen und er hat sich wahrlich super entwickelt. Ein paar einzelne kleine Macken, aber ansonsten hat er sich nach ganz viel Geduld und Training wirklich wahnsinnig gewandelt.


    Wie gesagt wollte sie nun einen Zweithund. Nach reichlicher Überlegung über Zeit / Kosten etc. habe auch ich mein Okay gegeben. Ihre Freundin hat Kontakte zu einer Organisation (Ich habe diese vorher natürlich sehr kritisch kontrolliert) welche Hund aus dem Ausland vermittelt. Meine Freundin wollte am liebsten alle retten, hat sich dann aber letztlich für eine kleine Hündin, c.a 6 Monate alt entschieden.
    Gestern war es dann soweit und wir haben sie abgeholt. Sie war ängstlich, was nach einer so langen fährt von Rumänien nach Deutschland natürlich nicht ausbleibt. Wir haben sie dann zu meiner Freundin nach hause gebracht. Mein Hund blieb vorerst bei mir, weil ich die Zusammenführung mit einem schönen Spaziergang im freien verbinden wollte.


    Ich habe die kleine auf den Boden gesetzt und sie ist sofort in die nächste Ecke gerannt und hat sich unter einem Tisch in die Ecke gesetzt und uns ängstlich angeschaut. Wir geben ihr alle Zeit die sie benötigt und haben sie ersteinmal in Ruhe gelassen. Irgendwann haben wir ihr eine Leine dran gemacht und da begann Problem Nummer 2: Extreme Panik vor der Leine. Sie schüttelt sich, versucht ich loszureißen und schnappt vor Panik nach allem was ihr vor die Schnauze kommt. Sie hat es sogar geschafft sich aus dem Geschirr zu befreien. Also haben wir die Leine wieder abgemacht. Nun liegt sie im Schlafzimmer auf ihrer Decke in der ecke und dort liegt sie wirklich seit gestern abend. Lediglich zum fressen und zum pinkeln steht sie auf.


    Ich saß heute c.a 3 Stunden mit dem Rücken zu ihr gewendet und habe Leckerlis ausgelegt. Sie hat alle die genommen, die nicht ganz so in meiner Nähe waren und ist direkt wieder auf ihre Decke. Aus der Hand hat sie auch schon Fleischwurst von mir gefressen.


    Nun meine Frage:
    Wie verhalte ich mich richtig? Wie baue ich am besten Vertrauen zu ihr auf? Ich habe einfach Angst etwas falsch zu machen. Bevor sie uns nicht vertraut, kann ich mit ihr auch nicht an der Leine laufen üben. Hat jemand Erfahrungen mit ängstlichen Hunden?


    Ich bedanke mich schonmal im Vorraum rechtherzlich.

    ,,Die Freiheit der Sklaven misst man an der Länge seiner Kette!''

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  • Du machst es doch schon mal richtig; lässt ihr Zeit und überforderst sie nicht. Druck würde derzeit alles verderben.

    Wege zu gehen, die steinig sind. Berge zu ersteigen, die niemals enden wollen.
    Erfahrungen zu machen, die Wunden hinterlassen und trotzdem aufstehen und lachen.
    Ich bin ich, werde nie ein anderer sein.
    Dies ist meine Zeit, dies ist mein Leben!

  • Sowas hatten wir gerade im Bekanntenkreis.. Auch Tierschutzhund aus Rumänien, auch die Leinenproblematik! Am besten wird es sein, ihr ein paar Tage Zeit zu geben um erst einmal anzukommen und sich in der Zeit einen kompetenten Trainer zu suchen, der zu euch nach Hause kommt.


    Ich finde es in diesen Fälle unglaublich schwierig, von außen Tipps zu geben, weil die Probleme/Traumata dieser HUnde meist zu vielschichtig sind, als dass man mit Standarttipps weiter käme.


    Viel geduld und Zeit werdet ihr auf jeden Fall brauchen. Vielleicht kann euch ja hier jemand einen guten Trainer empfehlen, wenn ihr verratet, aus welcher Gegend ihr kommt, solltet ihr Interesse daran haben!

    Lieben Gruß, Kieselchen


    mit
    Alf, unserem Terror-Streber (*23.2.2013), Deutsch Drahthaar,
    Chilli (*20.06.2013), X-Malinois und
    Charly im Hundehimmel (*28.8.2000 +20.11.2013), Deutsch Drahthaar/Epagneul Breton


    ALF - Null Problemo!! Schaut mal rein

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  • Kommen aus dem Kreis Unna.


    In erster Linie geht es halt nur darum, die Situation ich schlimmer zu machen als sie schon ist. Alle Hundetrainer die auch hier einen sehr guten Ruf hatten, die ich bei meinem Hund mit der Bissproblematik zuhause hatte, habe ich wieder rausgebeten, da sie mir Stromhalsbänder, Bestrafung durch Wasser und lauten Geräuschen etc. ans Herz eben wollten. Habe das Problem dann letztendlich Selber mit viel Zeit und guten Freunden gelöst. Also wie gesagt, die möchte ich nicht nochmal in meiner Wohnung haben :D Also uns gegenüber reagiert sie ängstlich, aber definitiv nicht panisch. Wir zwingen sie zu nichts. Es ist nur unheimlich schwer, hier zu sitzen ne nichts tun zu können.

    ,,Die Freiheit der Sklaven misst man an der Länge seiner Kette!''

  • Diese Art von Verstörtheit ist bei Auslandshunden leider ziemlich häufig. Die Tiere haben oft schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht, da sie in ihren Herkunftsländern als Streuner unerwünscht sind und dementsprechend häufig (durchaus auch unter Gewaltanwendung) vertrieben werden, wenn sie z.B. in der Nähe von menschlichen Behausungen nach Futter oder Unterschlupf suchen.
    Diese Hunde kennen Halsband und Leine oft nicht, oder haben auch damit schlechte Erfahrungen gemacht, weil sie z.B. beim Einfangen (sei es durch die Orgas oder durch Hundefänger) auch nicht gerade zimperlich angefasst werden.
    Dazu kommt noch, dass diese Hunde aus ihrem bekannten Umfeld gerissen werden, wenn sie nach Deutschland kommen. Der oftmals erzwungene Körperkontakt bei den tierärztlichen Untersuchungen vor Ort, die oft Massenabfertigungen gleich kommen, der Transport per Auto oder Flugzeug, in der ungewohnten Enge der Transportboxen und unter dem Eindruck völlig fremder Geräusche - das kann bei einem Hund ein ziemliches Trauma hinterlassen.
    Nun sitzt die Lütte in eurer Wohnung, hat evtl. (was wisst ihr über ihre Vorgeschichte?) noch nie einen geschlossenen Raum von innen gesehen, kennt diese glatten Böden, die Gerüche, und vor allem die Nähe zu Menschen nicht... Sie kann ja nicht wissen, dass ihr es gut mit ihr meint. Wenn man es so betrachtet, ist ihr Verhalten völlig logisch und folgt ihrem Sicherheitsbedürfnis.


    Mit eurer neuen Hündin "normal" spazieren zu gehen, wie ihr es vermutlich mit eurem ersten Hund macht, solltet ihr erstmal auf die lange Bank schieben. Zieht ihr auf keinen Fall einfach ein Halsband oder ein Geschirr an und versucht, mit ihr loszumarschieren! Du hast ja beschrieben, dass sie vor lauter Panik sogar aus dem Geschirr entkommen konnte.
    Besorgt euch auf jeden Fall ein ausbruchssicheres Geschirr für die Kleine, z.B. wie dieses hier *klick* (das ist ein ziemlich teures Teil, die gibts bestimmt auch für weniger Geld. Das war das erste Geschirr, was ich bei Google gefunden habe und es zeigt, was wichtig ist: nämlich der Bauchgurt, der das Rauswinden aus dem Geschirr verhindert). Es gibt hier im Forum immer wieder fürchterliche Geschichten von ängstlichen Auslandshunden, die sich bei dem Versuch, Gassi zu gehen, so sehr erschrocken haben, dass sie sich aus ihren Geschirren oder Halsbändern befreit haben und dann nie wieder eingefangen werden konnten.
    Habt ihr einen Garten oder einen Balkon, wo sie die Möglichkeit bekommen kann, sich in abgesicherter Umgebung zu lösen? Ansonsten wird das Thema Stubenreinheit für euch schwierig werden, denn wie gesagt: rausgehen würde ich mir ihr ohne Sicherheitsgeschirr auf gar keinen Fall.


    Ansonsten denke ich, dass du ein ganz gutes Bauchgefühl hast. Lasst der Kleinen die Zeit, die sie braucht. Wenn sie in deiner Gegenwart frisst, ist das ein gutes Zeichen. Den Abstand hält sie, weil sie sich deiner Person nicht sicher ist, aber sie hat immerhin nicht so viel Stress, dass sie das Futter ignoriert. Versucht am Besten, eine ganz stupide Alltagsroutine einzuführen (also regelmäßige Futterzeiten, viel Ruhe). Dann weiß eure Hündin, was als nächstes passieren wird und kann Vertrauen zu euch entwickeln.


    Wenn euer Ersthund in der Zusammenführung Probleme machen könnte, würde ich das ebenfalls aufschieben. Ein freundlicher Hund, bei dem sie sich einiges abgucken könnte, wäre für die Kleine sicher hilfreich. Aber wenn euer Ersthund ihr gegenüber Aggressionen zeigen könnte, würde ich das Ganze so lange sein lassen, bis sie stressfrei an der Leine laufen kann. Und das kann unter Umständen Monate dauern.


    Ein so ängstlicher Hund erfordert sehr viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Ich habe selber eine Hündin aus dem Ausland und weiß daher, dass sich die ganze Mühe lohnt.

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Ich bedanke ich für deine sehr hilfreiche Antwort. Zur Vorgeschichte wusste auch die Orga. nicht sonderlich viel. Ich weiß nur, dass sie im Müll mit ihren Geschwistern gefunden wurde.


    Ja wir fahren Morgen erstmal los und kaufen ein sicheres Geschirr. Das mit der Stubenreinheit trainieren wir erst dann, wenn sie uns komplett vertraut und wir sie in der Wohnung die Leine gezeigt haben. Zu unserem Glück, hat sie bis jetzt immer die selbe Stelle zum Geschäft verrichten benutzt, was uns das sauber halten der Wohnung recht einfach macht. Das ist auch erstmal nicht das größte Problem. Wir aber leider keinen Garten, nur einen Balkon aber da wir im 3 Stock wohnen und sie noch nicht einschätzen können, haben wir sie noch nicht drauf gelassen.


    Der Ersthund wird sich ersteinmal umgucken müssen wenn er mit einer neuen bald hoffentlich ,,Freundin" zusammen leben soll. Er ist draußen aber ein wirklich sehr sehr souveräner Hund der gut hört und kaum auf äußere Einflüsse reagiert. Ich denke dabei kann er ihr helfen. Ich weiß nur nicht, ob ich mich ihr nähern soll oder ich sie wirklich einfach in Ruhe lassen soll.

    ,,Die Freiheit der Sklaven misst man an der Länge seiner Kette!''

  • Ich habe hier seit einer Woche eine Pflegehündin, seither wohnt sie unterm Tisch. Heute kam sie zum ersten Mal von alleine raus und wir waren auch spazieren. Mit Geduld und Spucke wird das. Zum lösen muss sie natürlich raus, dafür empfehle ich eine Hausleine. Besorgt Euch unbedingt ein gut sitzendes Sicherheitsgeschirr, das bekommt ihr in der Regel nicht im Laden, sondern müsst es massgesschneidert bestellen.


    Alles andere kommt, sie ist ja erst 6 Monate und hat bisher noch nichts kennengelernt, das geht stepp by stepp. Sie kann sich noch viel nachholen und ein ganz normaler Hund werden.

    Liebe Grüße Jana und Wuffel

  • Vielen Dank für eure Aufmunterung und das Vertrauen. Ist halt super wichtig nicht aufzugeben bzw. an der eigenen Entscheidung zu zweifeln. Wir geben ihr alle Zeit Sie sie braucht. Und wenn es einen Monat dauert, dann dauert es halt einen Monat. Hauptsache sie kommt irgendwann ohne Angst aus ihrer bisher anscheinend sicheren Ecke heraus.
    Zu allem Überfluss hat hier gerade angefangen zu Gewittern, wollen wir mal gucken wie sie reagiert. Was genau meinst du mit ,,zum lösen .....Hausleine"?


    Ich halte euch auf dem laufenden :)


    Entschuldigung für meine Tippfehler. Ich schreibe mit meinem Handy ohne Datenvolumen, da die steinzeitlichen Wohnung meiner Freundin leider nicht über dieses ,,Internet" verfügt :ugly:

    ,,Die Freiheit der Sklaven misst man an der Länge seiner Kette!''

  • Ja habe überlesen das ihr keinen Garten habt, das ist natürlich blöde - aber ok wenn ihr euch so arrangiert. Bei mir tragen alle Pflegehunde in der ersten Zeit eine Hausleine, damit ich sie nicht anfassen muss - aber das ist bei Euch nicht nötig.
    Ihr macht das prima, weiter so !

    Liebe Grüße Jana und Wuffel

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