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Erfahrung mit den verschiedenen Retrieverrassen

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    Hallo,
    ich hole im Auftrag einer Freundin - die nicht sehr computeraffin ist - mal ein paar Erkundigungen ein.
    Meine Freundin möchte sich im Laufe des kommenden Jahres gerne einen Hund anschaffen.
    Sie und ihr Mann sind um die 40, in der Familie leben zwei Kinder (6 und 10), sie leben in einer großen Wohnung allerdings ohne Garten.
    Sie leben in der Stadt, allerdings sind Grünanlagen fußläufig gut zu erreichen. Ihr Mann arbeitet von zu Hause aus und sie arbeitet nur halbtags, die Kinder sind bis zum Nachmittag in der Schule, der Hund wäre höchsten mal stundenweise alleine. Sie möchten gerne einen Welpen.


    Sie liebäugelt mit einer Retrieverrasse, möchte mit dem Hund gerne Dummyarbeit machen und wird sicherlich viel mit dem Hund draußen sein, die ganze Familie ist sehr aktiv.
    Sie wüsste gerne, wo die wesentlichen Unterschiede zwischen dem Labrador und dem Flat Coated Retriever sind. Einen Goldie möchte sie lieber nicht, weil sie zwei kennt, die unglaublich stark müffeln.
    Wie ist das beim Flat bzw. Labbi mit dem Jagdtrieb? Ähnlich oder unterschiedlich stark?
    Wie sieht es mit dem Will-to-please aus?
    Fellpflege und Haaren beide Hunde ähnlich stark? Ich glaube, der Flat hat keine Unterwolle. Müffelt eine der Rassen ähnlich wie der Goldie?
    Brauchen beide ähnlich viel Beschäftigung und Auslauf?
    Wie sieht es mit der Wachsamkeit aus?
    Unsere Nelly benimmt sie momentan wie eine überempfindlich eingestellte Sirene und sobald im (oder vor dem) Haus ein unbekanntes oder unerwartetes Geräusch ist, beginnt sie zu bellen. Das möchte meine Freundin definitiv nicht. Klar bellen Hund auch mal, aber es sollte kein Kläffer sein, der immer und jederzeit seinen Senf dazu gibt.
    Da sie bislang keine Hundeerfahrung hat, aber in die Hundeschule gehen will, wüsste sie auch gerne, ob der eine vielleicht anfängertauglicher ist als der andere.
    Den Chesapeake hat sie eigentlich auch schon ausgeschlossen, weil der von den Retrievern wohl der anspruchsvollste ist.
    Ist noch etwas bei Retrievern zu bedenken?


    Es wäre nett, wenn ich hier ein paar Antworten für sie bekommen würde. Ich treffe beim Spazieren zwar auch mal einen Labbi oder Goldie, kenne mich mit den Rassen aber nicht aus.


    Viele Grüße
    Annette

    Nelly - Papillon *25.05.2014

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  • Ganz ehrlich? Ich würde mich da nicht über ein Forum informieren, sondern nach Züchtern dieser beiden Rassen gucken und dort mit der ganzen Familie vorbeischauen. Habe ich gerade auch selber für mich festgestellt. :)
    Züchter können Fragen besser beantworten, eine Einschätzung abgeben ob der Hund zur Familie passt und deine Freundin kann sich ein viel besseres Bild machen, wenn sie die Hunde live erlebt und Unterschiede werden im direkten Vergleich doch viel deutlicher.
    Foren in allen Ehren (persönliche Erfahrungen sind zwar wichtig, prägen aber auch sehr), aber die Meinungen gehen manchmal doch sehr weit zwischen Liebhaber und Kritikern dieser Rassen auseinander und wenn man sich “nur“ zwischen zwei Rassen entscheiden möchte, ist der Züchter die genauere Adresse. Man hat so ein Tier ja eine sehr lange Zeit und da finde ich es sinnvoller sich unvoreingenommen ein Urteil zu bilden.
    Ob ein Hund müffelt liegt weniger am Hund sondern am Halter. Das fängt beim Futter an und hört bei der Pflege auf. Sollte also kein Kriterium sein.

  • Ob ein Hund müffelt liegt weniger am Hund sondern am Halter. Das fängt beim Futter an und hört bei der Pflege auf. Sollte also kein Kriterium sein.


    Wohl wahr!


    Ansonsten würde ich deiner Freundin raten, sich auch einmal grundlegend Gedanken darüber zu machen, ob sie überhaupt einen Hund aus Arbeits- oder als Showlinien haben will (Labrador und ggf. Golden), die unterscheiden sich nämlich doch deutlich im Gebäude, dem Jagdtrieb, der Arbeitsfreude etc. Die Flats, die ich kenne, sind im Vergleich zum Labrador zudem wesentlich verspielter, quierliger, schmeißen sich auch gerne mal in jede greifbare Schlammpfütze, etc.


    Wenn deine Freundin ins Dummytraining einsteigen will - vom DRC (Deutscher Retriever Club) gibt es Bezirksgruppen, die häufig auch gemeinsame Treffen und Trainings veranstalten, da würde ich mal nett anfragen, ob man nicht mal zugucken kann (habe ich auch gemacht). Da hat man dann in der Regel gleich mehrere Retriever-Rassen, kann die auch bei der Arbeit sehen und die Besitzer ausquetschen. :smile:

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  • Es gibt - wie ich finde - treffende Sprüche zu diesen drei Rassen:


    In der Zeit, in der du 1 Flat ausbildest, bildest du 2 Golden oder 3 Labradore aus.



    Ein Labrador sagt: Zeig mir, was du willst, warum brauche ich nicht zu wissen, denn ich mache es doch auf meine Weise.
    Ein Golden sagt: Zeig mir, was du willst und erkläre mir warum, dann werde ich es tun.
    Ein Flat sagt: Ich weiß schon, was du willst und auch warum du es willst, wenn du mir jetzt Platz machst, werde ich dir zeigen, wie man es besser machen kann.


    Es gibt dazu auch ein Buch:"Die drei Charaktere" von Anke Bogaerts




    Allen drei gemeinsam ist die Herkunft als Jagdhund. Ihre Führigkeit. Ihr dem Menschen gegenüber aufgeschlossenes Wesen. Ihre Fröhlichkeit. Ihr Faible für schlechtes Wetter, Sumpf und Wasser. Ihre Vorliebe, Dinge zu apportieren. Ihr umgängliches Wesen auch mit anderen Hunden. Ihre Unerordnungsbereitschaft.
    Unterwolle haben alle am Wasser arbeitenden Jagdhunde! Sie alle miefen wenn sie nass sind. Aber wenn sie trocken sind sollten die Hunde nicht miefen - dann läuft was falsch mit der Fütterung oder der Gesundheit.


    Unterscheiden tun sie sich nicht nur im Aussehen. Der Labrador z.B. neigt eher als die anderen zwei zum überdrehen wenn er nicht konsequent geführt wird, dafür ist er in der Arbeit etwas einfacher zu führen. Der Golden ist etwas sturköpfiger als die anderen beiden Rassen und fragt eher nach, benötigt etwas mehr Geduld. Der Flat hat eher seine eigene Vorstellung wie die Arbeit umgesetzt werden soll. Auch ist er eher ein Spätzünder in Sachen Erwachsen werden und braucht noch viel mehr Geduld. Er ist eher der Anspruchsvollere der drei Rassen.


    Wichtig ist auch immer der Charakter. Sowohl untereinander als auch innerhalb der Rasse kann man sehr unterschiedliche Hunde haben. Dann können sich Lab und Golden ähneln, aber auch Lab und Lab sehr unterschiedlich sein.


    Arbeitslinie ist nicht gleich Arbeitslinie. Jagdliche und spez. jagdl. Leistungszucht werden anders selektiert als die Standardzucht, auch Showlinie genannt. Dabei unterscheiden sich aber die Züchter stark voneinander. Es gibt welche, die NUR auf Gesundheit und Aussehen züchten. Dann gibt es aber auch die, die ihre Hunde auch auf Arbeitsfähigkeiten testen. Hunde, die aus Standardzuchten stammen, die aber nicht nur hübsch aussehen, sondern auch sehr gut apportieren, sich als Therapie- oder Rettungshunde eignen etc.
    Und es gibt Züchter, die jagdlich selektieren aber nicht so leichte "Windhunde" züchten. Es gibt alles :-)


    Was welcher Züchter genau züchtet, findet man auf dessen Webseiten heraus. Mittlerweile beschreiben die Züchter sehr gut, was ihre Vorstellungen vom Hund sind den sie züchten.
    Auf der Seite vom DRC findet man alle nötigen Informationen. Wer was wann wo etc.



    Man sollte sich die Hunde der unterschiedlichen Linien sehr genau anschauen. Nicht nur optisch variieren sie manchmal sehr stark.


    Ob man einen Hund aus Leistungszucht oder Standardzucht möchte sollte man an seinem Alltag festmachen. Kann ich mit einem sehr sensiblen, sehr schnellen Hund umgehen? Oder ist ein etwas "langsamerer", weniger sensibler Hund glücklicher in meiner Familie? Arbeite ich täglich mit ihm oder ist es eher ein "Hobby", 1x pro Woche?


    Klar unterscheiden sich die Hund vom Charakter her auch in einem Wurf. Aber ein guter Züchter kann dir sagen, wofür seine Hunde am ehesten geeignet sind. Oder eher: wer mit seinen Hunden glücklich wird.

    liebe Grüsse Kathrin und die Golden-Bande


    Caron - Golden Retriever - 28.06.2007
    Mojito - Golden Retriever - 05.04.2014
    Nevis - Golden Retriever - 25.03.2019

  • Liebe Katie und liebe Kathrin,


    vielen Dank für eure Antworten!
    Das Buch werde ich meiner Freundin empfehlen und sie an den DRC verweisen.
    Eine grundlegende Richtung geht aus euren Beiträgen ja schonmal hervor.
    Wenn bei ihr feststeht, wann genau ein Hund einziehen soll, wird sie sicherlich auch Züchter besuchen und sich dort schlau machen.
    Vorab ging es ihr - denke ich - erstmal um eine grobe Richtung, worin die einzelnen Retriever sich unterscheiden. Da kann ihr sicherlich vor allem das genannte Buch einen Eindruck vermitteln.


    Liebe Grüße
    Annette


    Ich wollte jetzt auch nicht behaupten, alle Goldies würden müffeln und es wäre ihre "Schuld", aber hier in der Gegend wohnen zwei Goldies, die man auch zehn Minuten, nachdem sie vorbei gegangen sind, noch riechen kann. Woran auch immer das liegen mag. Aus meiner Kindheit erinnere ich mich noch an einen anderen Goldie der total lieb war aber auch ganz schlimm gerochen hat. Diesen extremen Geruch kannte ich bislang hauptsächlich von Goldies, wobei wir im Sommerurlaub einen Leonberger getroffen haben, der genauso gestunken hat. Vielleicht hat es etwas mit der vielen Unterwolle und der Liebe fürs Wasser zu tun... Vielleicht ist es aber auch wirklich nur schlechtes Futter. :ka:

    Nelly - Papillon *25.05.2014

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Einfach den Futtercheck ausprobieren - ich bin sehr glücklich, auf diesem Weg nun das richtige Futter gefunden zu haben.


    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Hallo,


    ich habe einen derzeit neun Monate alten Labrador Retriever. Er heißt Newton. Zum Flat Coated Retriever kann ich dir leider keine Auskunft geben.


    Newton ist aus einer Standardzucht (auch oft als "Showlinie" bezeichnet), d.h. er ist nicht aus einer jagdlich geführten Zucht. Auch wenn deine Bekannte Dummy-Arbeit machen möchte, würden ich wenn keinen Labbi aus der Arbeitslinie nehmen. Die gehören wirklich in die Hände von Jägern oder Besitzern, die sie dahingehend entsprechend auslasten können. Sonst kann es schnell zu Verhaltensauffälligkeiten kommen. Das ist meiner Meinung nach nichts für eine Familie.


    Ich gehe nun mal deine Fragen durch. Also zum Jagdtrieb kann ich sagen, dass Newton im Moment (noch) einen Jagdtrieb wie ein Regenwurm hat. Er ist allerdings noch nicht ausgewachsen. Andere Labbis, die ich kenne haben sehr wohl Jagdtrieb, wenn sie gut im Training stehen, ist dieser aber händelbar. WTP haben Labbis eine große Portion von. Ausnahmslos alle die ich kenne.


    Die Fellpflege ist beim Labbi sehr einfach. Ich gehe zweimal wöchentlich mit dem Furminator durch's Fell und das war's. Allerdings soll man Labbis aufgrund der besonderen Fellbeschaffenheit nicht mit Shampoo oder sonstigen Pflegemitteln "baden". Wenn Newton sich dreckig gemacht hat, was recht häufig vorkommt, wird er einfach mit klarem Wasser abgespühlt. Solange, bis aller Dreck raus ist. Obwohl ich ihn regelmäßig abdusche und bürste, riecht er... Nicht unbedingt unangenehm, aber eben schon nach Hund. Ich rieche das mittlerweile schon gar nicht mehr. Aber ehrlich gesagt, wenn deine Bekannte einen Hund möchte, der nicht riecht, würde ich von Retrievern generell Abstand nehmen.
    Das Haaren hält sich bei Newton eigentlich in Grenzen. Ich sauge nur jeden zweiten Tag und dann sind eigentlich keine Haare auf dem Boden.


    Wach- und Schutztrieb sucht man beim Labbi vergebens. Das hat Vor- und Nachteile. Newton bellt nur ganz selten, aber würde einen Einbrecher wohl freundlich begrüßen... Wenn man einen Wachhund sucht, muss man sich anderweitig umschauen.


    Nun zur Beschäftigung: Für reines Gassi gehen braucht man am Tag nicht mehr als 1,5 Std. einplanen. Im ersten Jahr wird vom DRC empfohlen maximal drei 20-minütige Spaziergänge zu machen. Erst danach sollte man, falls nötig, erhöhen. Allerdings sollte man einen Labbi noch anderweitig fordern. Dummyarbeit zum Beispiel.


    Was man bei Labbis noch bedenken sollte, ist, dass sie extrem verfressen sind und, dass sie, wenn man sie nicht ordentlich erzieht, extrem distanzlos sein können, sowohl gegenüber Menschen als auch gegenüber anderen Hunden. Das kommt bei anderen Hunden und deren Haltern gemeinhin weniger gut an. Das sollte man unbedingt versuchen einzudämmen. Das ist aber machbar.


    Ansonsten kann ich den Labbi als Einsteigerhund gut empfehlen. Er arbeitet bereitwillig mit und ist sehr unkompliziert.


    Liebe Grüße,
    Rafaela

  • Zum Thema Bellen kann ich vielleicht etwas beitragen. Bei meinem ersten Hund kannte ich die Eltern nicht, aber er war ein ausgesprochener Kläffer. Als ich meinen zweiten Hund abholte fiel mir erst nur am Rande auf das beide Elterntiere nicht angeschlagen haben. Weder als ich kam noch als zufällig ein Freund der Familie kam. Erst später fiel mir das so richtig auf und auch Ted (8Mon) bellt in der Regel nur wenn er zum Spielen auffordern will und selbst da auch nicht immer. Wenn ihm im dunkeln was komisch vorkommt und er anschlägt, ist es eher ein verhaltenes Wuffen mit Knurren. Ted ist auf den Hundeplatz oft mit Kläffern zusammen. Bellen tut er deswegen trotzdem nicht häufiger.
    Darauf sollte deine Freundin vielleicht achten wenn sie Züchter besucht. Also ob die erwachsenen Hunde zum Bellen neigen oder nicht.

  • Ich kann dir Auskunft zum Flat Coated Retriever geben, da ich 8 Jahre lang mit einer Flat-Hündin zusammen gelebt habe und noch drei weitere Flats kenne. :)


    Also erst mal ein Merkmal, das wohl alle Retrieverrassen haben und auf das sich deine Freundin unbedingt einstellen sollte - Retriever können richtige Staubsauger sein, sie essen alles und sind nicht mäkelig. Das ist einerseits ja gut, andererseits schlecht, weil sie auch von der Straße alles mögliche fressen wollen. Unsere frühere Flat-Hündin liebte vor allem Katzenkot (pfui pfui). Jetzt habe ich einen Retrievermix (Avatar) und die ist da genauso. Ausnahmen gibt es wohl auch.


    Wenn deine Freundin jemand ist, die den Hund gern und viel mit Leckerlis verwöhnt, ist ein Retriever meiner Meinung nach eher nichts für sie, denn besonders wenn sie kastriert sind, neigen sie zum Übergewicht. Wenn man beim Futter allerdings ein bisschen Acht gibt, dann passt das schon.


    Wie ist das beim Flat mit dem Jagdtrieb? Ähnlich oder unterschiedlich stark?
    Bei den Flats gibts da solche und solche. Unsere Hündin lies sich super zurückrufen. Ein "Nein" und sie blieb sofort stehen. Aber sie wusste auch, dass sie so einem Hasen oder Reh ohnehin nicht nachkommen würde.


    Wie sieht es mit dem Will-to-please aus?
    Ist bei den Flats, die ich kenne und gekannt habe, schon vorhanden, allerdings benötigen sie schon Konsequenz. Sie sind sehr schlau und merken sich, wenn ihr Mensch es nicht so genau nimmt.


    Fellpflege und Haaren beide Hunde ähnlich stark? Ich glaube, der Flat hat keine Unterwolle.
    Doch, der Flat hat Unterwolle. Ich nehme an, dass das Fell eines Flats mehr gepflegt werden muss, weils einfach länger ist. Wenn ein Flat sich im Gebüsch rumtreibt und dann die Kletten in den langen Haaren hängen bleiben, muss man sie gleich entfernen oder später ganze Haarbüschel herausschneiden.


    Müffelt eine der Rassen ähnlich wie der Goldie?
    Also unsere Flatmaus hat gar nicht gemüffelt. Außer wenn sie etwas grausiges gegessen oder sich in etwas grausigem gewälzt hat oder schwimmen war. Es kommt aber total aufs Futter an, wie gepflegt der Hund ist und wie/wo er gehalten wird. Meine jetzige Hündin stinkt auch gar nicht, nicht mal aus dem Maul, aber ich achte auch auf sehr gutes Futter. Allerdings sind Flats und Labis große Hunde und große Hunde riechen nun mal mehr als kleine. Daran, dass ein Retriever manchmal müffelt (schwimmen, wälzen, grausiges fressen) muss man sich aber wohl gewöhnen, wenn man einen möchte.


    Brauchen beide ähnlich viel Beschäftigung und Auslauf?
    Da kommts auch drauf an, ob deine Freundin einen Hund aus einer Showlinie oder aus einer Arbeitslinie will. Unsere Flathündin hat lange Spaziergänge geliebt, allerdings war ihr im Sommer oft sehr heiß (-> kürzere Spaziergänge). Flats lieben es zu schwimmen und ich finde, wenn man sich schon einen Flat nimmt, sollte man mit ihm auch schwimmen gehen. Apportieren finden die meisten auch ganz toll.


    Wie sieht es mit der Wachsamkeit aus?
    Naja. Unsere Flathündin war jedenfalls kein Wachhund. Aber ich glaube, das sind die Retriever alle miteinander nicht? Flats jedenfalls sind superfreundliche Hunde, die alle Menschen lieben und Einbrecher wohl eher schwanzwedelnd begrüßen würden, als sie zu verbellen. Unsere Flathündin hat schon mal kurz gebellt, wenn jemand am Gartenzaun vorbei ging, aber eher nur kurz 1-2x. Also bezüglich Bellen hat man mit einem Retriever besimmt einen der Hunde, die verhältnismäßig wenig bellen.


    Ist noch etwas bei Retrievern zu bedenken?
    Von den vier Flats, die ich kenne, ist ein Hund mit 7 und einer mit 8 Jahren gestorben. Beide waren von derselben Züchterin, haben aber in unterschiedlichen Familien gelebt. Ich würde an eurer Stelle gut aufpassen und zu einem guten Züchter gehen, die wirklich gut darauf achten, dass die Hunde gesund sind. Die anderen beiden leben noch, sind aber auch noch recht jung.
    Retriever sind groß und schwer, das gilt es evtl. auch noch zu beachten. Der Flat ist etwas zierlicher als der Labrador. Trotzdem kann man den Hund nicht wirklich alleine tragen. Ich merke den Unterschied zwischen meiner jetzigen Hündin und unserer Flathündin von davor. Immer wenn die Flathündin krank war oder ähnliches konnte man die nicht einfach so tragen. Mit meinem jetzigen 17kg-Fliegengewicht funktioniert das tadellos. Die trage ich alleine ohne Probleme in den dritten Stock.
    Mit der Größe kommt auch die Kraft, das ist wahrscheinlich bei den Kindern zu bedenken, wenn sie mit dem Hund spazieren gehen.
    Da Retriever so fröhlich sind, wollen sich meistens alle Menschen überschwänglich begrüßen. Retriever hüpfen einem auch gern mal rauf, wenn man ihnen das nicht konsequent abgewöhnt.


    Aber alles in allem, würde ich einen Retriever einer Familie mit Kindern empfehlen. Sind fröhliche, glückliche und sehr kinderfreundliche Hund. Aber ganz ehrlich, am Besten wäre es tatsächlich, wenn deine Freundin einfach mal zu Züchtern fährt.


    Aber falls du noch Fragen hast, kannst du dich gerne melden.

  • Kathrin hat eine sehr tolle Beschreibung der drei Retrieverrassen hier abgegeben :bindafür: , dem gibt es nichts hinzuzufügen
    Lediglich vielleicht die eine oder andere persönliche Erfahrung.


    Da möchte ich mich gerne einbringen, als Flat-Fan sozusagen, und das kann ich so behaupten, da seid 21 Jahren konstant ein Flat mein Begleiter ist!


    Im Grunde genommen sind es nur zwei Flats in diesen Jahren, aktuell wird mein Flat jetzt 12 Jahre alt!
    Er stammt vom DRC aus einer jagdlichen Leistungszucht, was ich aber definitiv nur empfehlen würde, wenn auch diesbezüglich den Neigungen entsprechend gefördert werden kann.


    Ansonsten wäre die Standardzucht die optimale Wahl.
    Flats sind sensibel, sehr schlau, eigenständig und oft ziemlich hibbelig. Daher brauchen sie einen ruhenden Gegenpol, der sanft, souverän und konsequent zugleich agieren kann.
    Ich habe in der Vergangenheit ziemlich verkorkste Flats erlebt, was nicht zuletzt auf Fehler der Besitzer zurüchzuführen war.


    Mein Flat ist ein Arbeitstierchen, aber er hat von Anfang an lernen müssen ( und verstanden) , dass das Leben auch aus Ruhephasen besteht, und das ist beim Flat wirklich lebensnotwendig!!!!


    Runterfahren, entspannen und erholen ist Hauptprogramm neben der Arbeit, und nur dann ist der Flat auch ein absolut genialer Partner bei der Arbeit.
    Viele machen den Fehler, immer wieder das volle Beschäftigungsprogramm anzubieten, das der unermüdliche Flat liebend gerne annimmt.


    Leider ist das sehr kontraproduktiv, und auch hier bewahrheitet sich das Sprichwort " Weniger ist mehr " !


    Wenn man diese paar wenigen Regeln verinnerlicht, dann hat man mit einem Flat unglaublich viel Freude :smile:


    Als wichtigen Nachtrag muss ich noch anmerken, dass du unbedingt, egal für welche Retrieverrasse du dich enscheidest, dem DRC unbedingt den Vorzug geben solltest.
    Nimm' dir die Zeit, lese dich "schlau" und kontaktiere Züchter deiner Wahl.



    LG Britta

    Liebe Grüße
    Britta

    Flat Coated Dino 1994-2003 und Flat Coated Sir- Bonny 2003-2016 für immer in meinem Herzen



    **Ein Hund hat in seinem Leben nur ein Ziel -sein Herz zu verschenken.**


    -J.R.Ackerley-

  • Nur mal zwischendurch ^^ (ist jetzt auch nicht gerade passend zum Thema)
    Leonberger sowie Goldis stinken normalerweise nicht. Ich selbst habe einen Leo und meine Nachbarn einen Goldi, beide stinken nicht :) auch die anderen Leonberger die wir bisher immer treffen stinken bzw. Riechen nicht komisch :)

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