Hund "ignoriert" mich, was tun?
-
-
ZitatAlles anzeigen
Moin,
die Sache geht mir seit heute Morgen nicht mehr aus dem Kopf, da dreht sich ein Hund auf den Rücken, wirft sich zu Boden - nach allem wsa ich weiß, ist das in den allermeisten Fällen eine absolute Unterwerfung "bitte bitte tu mir nichts" selten ist es Verweigerung..... so wie wir Verweigerung verstehen.
Der Hund nutzt nicht irgendeine Chance nichts tun zu müssen, er weiß überhaupt nicht was er tun soll oder was man von ihm will?!
Stell Dir vor, man würde Dich zu den Buschmännern nach Afrika setzen, mitten in die Khalahri, Du verstehst nichts, weder Sprache noch Kultur noch Miteinander, alles ist fremd..... und Du sollst Dinge tun, von denen Du nicht weißt, warum, wieso und überhaupt - verstehst Du nicht mal, was man von Dir will. Das ängstigt...... der Hund wirft sich hin, er kommt nicht wieder, egal wie Du ihn lockst - warum sollte er auch? Würdest Du zu jemandem gehen, der Dich zwangsweise umsetzt oder irgendwo hin schleppt? Die Natur ist anders, die Geräusche sind anders, die Landschaft ist weiter (hier für den Hund enger) - Leine laufen (muss sein, aber das ist voller Konzentration) - Du brauchst keine Beschäfdtigung oder Auslastung, Du fällt Abends totmüde um, voll von Eindrücken und Geräuschen - genauso geht es grad Deinem Hund.
Ich hab schon so einige Hunde aus dem Ausland erlebt, alle - die ich hier hatte oder denen ich nahe war, waren soooo unglaublich bemüht.... sie waren so vorsichtig und ich hab den Eindrucl gehabt, sie wollten so gern mit mir / ihrem Menschen etwas tun. Leckerchen und dafür ging so vieles.... von ganz allein. Ich hab sie ankommen lassen, nur das, was verboten war und verboten bleiben sollte, durften sie von Anfang an nicht.l
Aber da hat körperliche Präzens gereicht, aufrichten auf sie zugehen, da musste ich kein Wort reden und sobald der Hund, etwa aus der Küche wieder raus war, gab eine Belohnung und ein liebes Wort. Diego kannte Sprache nicht, als er hier ankam, da konnte man noch so freundlich reden, er hat einen angeschaut, als könne man nicht bis drei zählen - das kam erst später.... er reagierte aber supergut auf Sichtzeichen. Lucas kannte Sprache, aber natürlich nur spanisch.... er lernte schnell um, brauchte aber auch seine Zeit.
Die erste Woche lasse ich alle Hunde hier einfach nur laufen, bin froh, wenn sie sich anleinen lassen, zum raus gehen. Ich beobachte sie, machen sie etwas, was ich gern hab (etwa in den Korb gehen) gibts eine Bestätigung. Laufen sie mir nach auf Schritt und Tritt - okay.... sie müssen mich ja erst mal kennen lernen. Lou etwa, er kam Ende Oktober, im Dezember, als ich beim Kekse backen war, ist er das erste Mal von ganz allein woanders hingegangen, weg von mir - auf seinen Platz im Schlafzimmer - da wusste ich, so langsam kommt er an.
Lou ist übrigens auch so einer, der keinen blinden Kadavergehorsam hat. Einmal "Sitz" klappt super, zweimal "Sitz" wird noch gemacht, beim dritten mal setzt er sich, wenn er einen guten Tag hat oder die Leckerlies überdurchschnittlich sind, beim vierten Mal wird er blind (wegen der Sichtzeichen) und taub - null Reaktion..... aber - und darauf kommt es mir an, ich Situationen unterwegs - gehorcht er super. Da ist sitz Sitz und wird nicht hinterfragt. Dies Verhalten ist nicht aufsässig oder garstig oder ungezogen, sondern entspricht einfach seiner Art und Rasse - die sind so..... ich hab gelernt mich auf ihn einzustellen, nicht umgekehrt. Jede Härte hätte sein Vertrauen zu mir gemindert bis zerstört.
Sei geduldiger und bau das Vertrauen, das Du grade massiv verlierst wieder auf. Sei verlässlich, bemüh Dich, den Hund zu verstehen und gib ihm einfach Zeit.... wie gesagt, gutes halbes Jahr kann das dauern, bis so einer seine Überraschungen ausgepackt hat. Würde sich Lou vor mir zu Boden schmeißen, ich wäre ernsthaft erschrocken, denn das gehört nicht zu einem Vertrauensverhältnis. Niemand muss vor mir auf dem Bauch kriechen....
Ich bin mal bei Diego zu massiv gewesen, in meiner ersten Reaktion, es hat zwei Tage gedauert, bis er sich mir wieder näherte, von allein.... beoachte Deinen Hund, daraus lernst Du am meisten über ihn.
Und "funktionieren" gehört in so eine sensible Phase einfach gar nicht rein, weder gedacht noch durchgesetzt.
Sundri
Ich kann nur sagen, besser und ausführlicher hätte ich es nicht schreiben können
Izzy, nimm dir das zu Herzen und entspann dich. Deine Hündin ist erst 2 Wochen da, lass sie ankommen.Janosch kam mit 6 Monaten von Griechenland nach Deutschland, es war kurz vor Weihnachten und ich hatte 3 Wochen Urlaub. Ich wusste nicht, was für Erfahrungen er gemacht hatte, ob er ängstlich ist, etc.. Ich habe die 3 Wochen geschaut, dass er mit mir rausgeht, dass er nicht in die Küche und aufs Sofa geht und war überrascht, wie offen und liebevoll er zu jedem Menschen war. Wir haben aufgepasst, dass er nicht in die Wohnung macht und da er unglaublich viel Vertrauen hatte, haben wir langsam Kommandos einfließen lassen. Alles, was er selbst anbot, wurde gelobt und wir haben uns zusammen gefreut. Sprache war ihm zwar nicht fremd, aber es hat lange gedauert, bis er ein Lob als Lob erkannt hat, die Körpersprache ist bei ihm viel wichtiger.
Was wir ihm auch früh gelernt haben war, zur Ruhe kommen. Und so haben wir den Alltag gemeistert und uns über alles gefreut, was er toll gemacht hat. Wir haben lieber alles super langsam gemacht und die Anforderungen minimal gesteigert, damit wir das Vertrauen, was er uns, ohne dass wir überhaupt etwas gemacht haben, entgegengebracht hat, nicht zu zerstören. Genieße, dass sie da ist, beobachte sie, schau, was sie mag und lass sie dich bzw. euch kennen lernen. Kommandos und Apportieren kannst du irgendwann ganz langsam einbauen, wenn es ihr Spaß macht aber wichtig ist das zur Zeit nicht.Ganz viel Freude mit dem Neuankömmling!

- Vor einem Moment
- Neu
Hallo,
hast du hier Hund "ignoriert" mich, was tun? schon mal geschaut ?*
Dort wird jeder fündig!-
-
Ich schließe mich den Vorschreibern an. Lass dem Hund einfach Zeit!
Zeit um im deutschen Menschenalltag anzukommen, Zeit um dir zu Vertrauen, Zeit sich an dich zu binden, Zeit "unsere" Sprache kennen zu lernen usw.. Zeit, Geduld und Verständnis gepaart mit dem langsamen ranführen an Familienregeln.
Seit 3 Wochen lebt hier meine Pflegehündin aus Spanien. Sie hat in den 3 Wochen gelernt, das unsere Küche kein Selbstbedienungs-Lokal ist, das unsere Wohnung kein große Hundetoilette ist, das man den Mensch am anderen Ende der Leine begleitet und nicht wild durch die Pampa zerrt, das man beim Autofahren prima schlafen kann, das es ewig dauert bis man vor die Tür kommt, wenn man beim Geschirr anziehen rumhüpft wie ein Flummi, das man " fragt " bevor man die Couch belagert, das man Nachts auf seinem Platz vorm Bett schläft, das man sich brav neben Frauchen setzt wenn ein Traktor/Auto/Fahrrad an einem vorbei will, das man einen Namen hat und sich die nette Tante wie Bolle freut wenn man angeflitzt kommt.
Das Wichtigste jedoch war, das sie lernt zu Ruhen. Sie war so überdreht von all den Eindrücken, das wir alles in homöopathischen Dosen gemacht haben.
Das ganze haben wir mit Leckerchen, fast alles über Körpersprache, viel Geduld und vor allem ohne großen Druck gelernt.
Mach dir nach dem Gassigang einen Kaffee, lümmel dich auf die Couch, stell ihren Korb/Decke in deine Nähe und schau was passiert
. Meine lag am dritten Tag entspannt auf der Decke und pennte tief und fest. -
Irgendwie haben einige mein Anliegen genau gar nicht verstanden und finde es schon teilweise richtig unverschämt, dass hier von einem "armen Hund" oder von "aus dem Weg haben wollen" die Rede ist. Solche Kommentare könnt ihr getrost für euch behalten, wenn ihr nicht in der Lage seid zu verstehen worum es geht.
Wenn ich den Hund nicht fordere, zerstört sie mutwillig unsere Inneneinrichtung und klaut alle möglichen Sachen, die sie erreichen kann. Bedeutet, nicht genug Auslastung/Beschäftigung = Langeweile. Dachte auch, ich mach vllt zu viel mit ihr, aber wenn ich sie in Ruhe lasse, rennt sie nur wie ein aufgescheuchtes Huhn durchs Haus, weiß sich nicht zu lassen, klaut irgendwelche Sachen oder macht etwas kaputt und kommt logischerweise auch nicht zur Ruhe. Habe ich aber etwas mit ihr gearbeitet, gönnt sie sich Ruhepausen.
Das Apportieren muss sein, da sie einen ausgeprägten Jagdtrieb hat und ich sie somit von Anfang an darauf vorbereite, dass der Futterbeutel vor den Kaninchen kommt in der Prioritätenliste.
Abgesehen davon versteht sie ganz genau was man von ihr will. Hunde sprechen kein Englisch, Spanisch oder Deutsch... Es kommt einfach nur auf Tonlagen, Handzeichen etc. an. Sie macht ja auch Sitz und Platz... aber eben nur dann wenn sie Lust dazu hat. Wenn nicht, schmeißt sie sich hin.
Vertrauensverhältnis ist nach den 2 Wochen übrigens teilweise vorhanden. Sie kommt dauernd zu mir und will gestreichelt werden. Lässt mich im Freilaufgelände nicht aus den Augen und kommt immer zu mir gelaufen, ohne dass ich sie rufen muss. Dort sind zum Glück keine Kaninchen, sonst wäre das nicht drin.
Meiner Meinung nach ist 3x am Tag 5-10 Minuten Übung nicht zu viel. Das hat auch genau gar nichts mit Druck zu tun. Sie wird gelobt und belohnt wenn sie etwas toll macht. Ich versuch ihr nicht beizubringen mit einem Salto durch einen brennenden Reifen zu springen, wie das hier einige anscheinend denken, sondern einfach nur Sitz, Platz und "Hol".
So und jetzt nochmal zu meinem Anliegen in der Hoffnung, dass es jemand begreift: Wie verhalte ich mich richtig, wenn sie sich vor mir, meiner Mutter, meinem Freund, fremden Menschen, wem auch immer auf den Boden wirft und partout nicht mehr aufstehen will?! Druck und lauter werden ist genau der falsche Weg, deswegen habe ich auf Ratschläge gehofft. Ich verzweifel auch nicht nach 2 Wochen, ich wollte mir einfach nur eure Meinungen durch lesen, in der Hoffnung, dass mir jemand helfen kann und mir sagt wie ich mich richtig verhalten soll. Aber die Meisten sind hier anscheinend nur daran interessiert mit dem Fingen auf einen zu zeigen und "BÖSE!" zu rufen. Echt Schade.
-
stell ihr mal ein paar wochen lang ihren Futternapf ins Körbchen. Und dann - nach frühestens einer Woche, besser noch später - fängst du erst an, sie dahin zu schicken.
schon mal geschaut, ob sie das Körbchen mag? Wenn ihr der Standort nicht taugt, oder der Korb, dann nimmt sie ihn halt nicht an.
-
Ach so, und wenn sie sich hinschmeisst, würd ich mich daneben hocken und einfach gar nix machen. Nicht mal anschauen oder sprechen. Wenn sie dann wieder aufsteht, freundlich und leise loben, NICHT anfassen, und weitermachen.
Einfach mal den Stress rausnehmen (aus dir v.a.) und ruhig werden. Erst Vertrauen, dann Gehorsam.
-
-
Wenn sie sich hinschmeisst, dann würde ich gar nichts machen, sondern warten, bis sie von sich aus aufsteht.
-
Hallo Izzy,
Ich verstehe Deinen Ärger und finde manche Kommentare auch unangemessen.
Zitat
Wenn ich den Hund nicht fordere, zerstört sie mutwillig unsere Inneneinrichtung und klaut alle möglichen Sachen, die sie erreichen kann. Bedeutet, nicht genug Auslastung/Beschäftigung = Langeweile. Dachte auch, ich mach vllt zu viel mit ihr, aber wenn ich sie in Ruhe lasse, rennt sie nur wie ein aufgescheuchtes Huhn durchs Haus, weiß sich nicht zu lassen, klaut irgendwelche Sachen oder macht etwas kaputt und kommt logischerweise auch nicht zur Ruhe. Habe ich aber etwas mit ihr gearbeitet, gönnt sie sich Ruhepausen.Wir kennen den Hund nicht und können nicht abschätzen wie er reagiert. Ich bin einig mit Dir, dass er Beschäftigung braucht - wieviel, kannst nur Du abschätzen. Ich habe gerade bei überdrehten Tierschutzhunden gute Erfahrungen damit gemacht zu beobachten, was das Minimum an Auslastung ist, das sie noch akzeptieren. Das lege ich fest und beginne es dann stetig herunterzuschrauben, ganz einfach, weil ich nicht jeden Tag volles Programm garantieren will und kann. Das bedeutet nun nicht, dass bei mir nichts läuft, im Gegenteil, aber ich möchte selber bestimmen wann und wieviel ich mit meinen Hunden arbeite ohne dabei Angst haben zu müssen dass wenn einmal nichts läuft, sie mir die Bude auseinander nehmen.
Ein Effekt den ich häufig bei neuen Pflegehunden beobachte ist eine ungeheure Aktivität am Anfang. Das hat mit der Aufregung um die neue Umgebung und den neuen Regeln zu tun. Vielleicht kennst Du das von Dir selber: man geht in den Urlaub und kann sich erst nach zwei oder drei Tagen erst so richtig entspannen weil man erst dann weiss, welche Regeln hier gelten und wie der Tag sich gestaltet. Befindet sich der Hund aber immer auf diesem Aktivitätslevel, ist er im Grunde genommen dauernd gestresst - auch wenn er ja selber der Auslöser für die dauernde Aktivität ist. 'Aufgescheuchtes Huhn' trifft es sehr gut. Solche Hunde muss man regelrecht zur Ruhe zwingen, ihnen Entspannung beibringen und zeigen, dass sich diese lohnt.
Hunde, das weisst Du sicher selbst, sind Opportunisten - sie tun das, was sich für sie lohnt. Genau nach diesem Prinzip arbeitest Du ja schon selber:
ZitatDas Apportieren muss sein, da sie einen ausgeprägten Jagdtrieb hat und ich sie somit von Anfang an darauf vorbereite, dass der Futterbeutel vor den Kaninchen kommt in der Prioritätenliste.
Den Futterbeutel halte ich für einen sehr guten Ansatz.
ZitatSie macht ja auch Sitz und Platz... aber eben nur dann wenn sie Lust dazu hat. Wenn nicht, schmeißt sie sich hin.
Wann hat sie denn Lust?
ZitatVertrauensverhältnis ist nach den 2 Wochen übrigens teilweise vorhanden. Sie kommt dauernd zu mir und will gestreichelt werden. Lässt mich im Freilaufgelände nicht aus den Augen und kommt immer zu mir gelaufen, ohne dass ich sie rufen muss. Dort sind zum Glück keine Kaninchen, sonst wäre das nicht drin.
Das hat mit Vertrauen noch nicht allzu viel zu tun. Dass sie dauernd zu Dir kommt und sich nach Dir orientiert, zeigt eher, dass sie Sicherheit sucht.
ZitatMeiner Meinung nach ist 3x am Tag 5-10 Minuten Übung nicht zu viel. Das hat auch genau gar nichts mit Druck zu tun. Sie wird gelobt und belohnt wenn sie etwas toll macht. Ich versuch ihr nicht beizubringen mit einem Salto durch einen brennenden Reifen zu springen, wie das hier einige anscheinend denken, sondern einfach nur Sitz, Platz und "Hol".
Das finde ich ok.
Zitat
So und jetzt nochmal zu meinem Anliegen in der Hoffnung, dass es jemand begreift: Wie verhalte ich mich richtig, wenn sie sich vor mir, meiner Mutter, meinem Freund, fremden Menschen, wem auch immer auf den Boden wirft und partout nicht mehr aufstehen will?! Druck und lauter werden ist genau der falsche Weg, deswegen habe ich auf Ratschläge gehofft. Ich verzweifel auch nicht nach 2 Wochen, ich wollte mir einfach nur eure Meinungen durch lesen, in der Hoffnung, dass mir jemand helfen kann und mir sagt wie ich mich richtig verhalten soll.Du bist der Meinung, dass sie Dich 'ignoriert' - das jedenfalls zeigt der Titel. Aus der Distanz ist es unmöglich zu sagen weshalb sie sich hinwirft, aber ich halte zwei Varianten für möglich. Die erste ist tatsächlich die, dass sie sich fürchtet und sich aus Unsicherheit oder weil Du zu viel Druck aufsetzt hinlegt. Die zweite ist, dass sie sich entzieht - möglicherweise aus Überforderung, weil sie nicht weiss, was Du von ihr willst oder weil sie das als eine Strategie entdeckt hat, die funktioniert. In allen Fällen hätte ein Hinwerfen bei mir eines zur Folge: nämlich dass ich mich umdrehe, weggehe und den Hund erst einmal sich selbst überlasse. Nicht vehement, nicht wütend, nicht zackig - einfach nur wortlos aber freundlich und neutral. Und das jedes Mal wenn sie das tut. Andere Leute sollten sich genauso verhalten. Ihre Reaktion darauf wird Dir einiges über ihre Motivation aussagen: springt sie innerhalb nützlicher Frist fröhlich auf und rennt Dir aufmerksamkeitsheischend nach, kannst Du davon ausgehen, dass es tatsächlich eine Strategie ist, sich zu entziehen und Dich stattdessen aufzufordern ihren Bauch zu kraulen. Lässt sie Dich allerdings in Ruhe ziehen ohne Dir nachzukommen oder kommt sie eher spät und zögernd hinterher, war sie froh um die Pause und das Hinwerfen tatsächlich eine Geste der Unterwerfung. Davon hängt dann auch das weitere Vorgehen ab.
Es muss sich mehr lohnen für sie, das zu tun, was Du möchtest als sich auf den Boden zu werfen - das kann es aber nur, wenn sie überhaupt weiss, was sie tun soll. Handelt sie aus Unsicherheit, würde ich beginnen darauf zu achten so viel Druck wie möglich aus Eurem Kontakt zu nehmen - egal ob Du die Situation als druckbeladen empfindest oder nicht. Achte auf Deine Körpersprache - beuge Dich eher nach hinten als nach vorne, gehe vom Hund weg als auf ihn zu, positioniere Dich in einem 45° Winkel zu ihr, schaue sie nicht direkt an, und lasse sie zu Dir kommen und nicht umgekehrt. Geht es ihr hingegen darum, gekrault zu werden, nutzt Du dies in Zukunft als eine Form der Bestätigung. Macht sie Sitz, kriegt sie eine Bauchmasse, aber erst dann.
Ich hoffe, das hilft Dir und würde mich über eine Rückmeldung freuen.
-
Hallo AnnetteV,
danke für deinen Kommentar, damit kann man arbeiten!
ZitatSie macht ja auch Sitz und Platz... aber eben nur dann wenn sie Lust dazu hat. Wenn nicht, schmeißt sie sich hin.
ZitatWann hat sie denn Lust?
-> Das ist immer unterschiedlich. Es gibt keine Tageszeit oder besondere Situation, in der sie ... ich nenne es mal "motivierter", ist. Manchmal komme ich zu ihr und sie setzt/legt sich artig hin, steht ohne Problem auf, sodass man weiter arbeiten kann und manchmal stellt sie auf Durchzug, schmeißt sich auf den Boden und will gekrault werden & ignoriert dann alle weiteren Versuche. Leckerchen sind dann zwar immer noch interessant, aber nur, wenn sie in dem Moment nichts dafür tun muss.
-----------------------
ZitatIn allen Fällen hätte ein Hinwerfen bei mir eines zur Folge: nämlich dass ich mich umdrehe, weggehe und den Hund erst einmal sich selbst überlasse. Nicht vehement, nicht wütend, nicht zackig - einfach nur wortlos aber freundlich und neutral. Und das jedes Mal wenn sie das tut. Andere Leute sollten sich genauso verhalten.
-> Genau das werde ich versuchen. Schön, dass du auch Erfahrung mit Tierschutzhunden hast, ich vertrau mal auf deine Ratschläge :)
----------------------
ZitatIhre Reaktion darauf wird Dir einiges über ihre Motivation aussagen: springt sie innerhalb nützlicher Frist fröhlich auf und rennt Dir aufmerksamkeitsheischend nach, kannst Du davon ausgehen, dass es tatsächlich eine Strategie ist, sich zu entziehen und Dich stattdessen aufzufordern ihren Bauch zu kraulen.
-> Das trifft ihr Verhalten eigentlich schon ziemlich gut. Sie ist quasi süchtig nach Streicheleinheiten (klar, sie hat ja einiges nachzuholen). Das macht sie andauernd. Wirft sich hin, rollt sich auf den Rücken und wenn man dann an ihr vorbei geht weil man z.B. gerade etwas zu essen machen möchte, kommt sie hinterher, schleckt an der Hand und fordert auf sie zu streicheln.
-
Mit Sprache meinte ich nicht Deutsch, Englisch oder Spanisch sondern unsere menschliche Weise mit Hunden zu kommunizieren!
Ein Hund der auf der Straße oder im TH aufgewachsen ist, versteht auch Handzeichen nicht sofort und selbst an menschliche Körpersprache muss er sich gewöhnen. -
Moin,
ZitatWenn ich den Hund nicht fordere, zerstört sie mutwillig unsere Inneneinrichtung und klaut alle möglichen Sachen, die sie erreichen kann. Bedeutet, nicht genug Auslastung/Beschäftigung = Langeweile. Dachte auch, ich mach vllt zu viel mit ihr, aber wenn ich sie in Ruhe lasse, rennt sie nur wie ein aufgescheuchtes Huhn durchs Haus, weiß sich nicht zu lassen, klaut irgendwelche Sachen oder macht etwas kaputt und kommt logischerweise auch nicht zur Ruhe. Habe ich aber etwas mit ihr gearbeitet, gönnt sie sich Ruhepausen.
Das ist Stressabbau, keine Unterforderung..... Das ist auch etwas, das sie vermutlich nicht kennt, Wohnungen, Dinge, die Menschen gehören - für sie ist alles neu, beängstigend. Es gibt Hunde, die legen sich in ihren Korb und kommen drei Tage lang nicht mehr raus und andere rennen pausenlos umher - zwei Verhaltensweisen für ein Problem, Stress und Überforderung.
ZitatAbgesehen davon versteht sie ganz genau was man von ihr will. Hunde sprechen kein Englisch, Spanisch oder Deutsch... Es kommt einfach nur auf Tonlagen, Handzeichen etc. an. Sie macht ja auch Sitz und Platz... aber eben nur dann wenn sie Lust dazu hat. Wenn nicht, schmeißt sie sich hin.
Nein, Hunde sprechen keine Sprachen, aber sie lernen Komandos - in der jeweiligen Sprache. Tonlage und Sichtzeichen spielen eine Rolle, Körperhaltung auch - trotzdem, wenn Dein Hund sich auf den Boden schmeißt, hast Du zuviel verlangt und es für seine Wahrnehmung übertrieben. Von daher muss er erst lernen, was Du willst, ein Hund lernt ja nicht aus dem "sagen" eines Wortes heraus, was er soll, sondern durch Verknüfpungen zwischen Wort, seiner Handlung und der Belohnung.
Kaninchen - viele spanische Hunde haben genau Kaninchen im Beuteschema, es gitb dort viele, sie haben sie gejagt und möglicherweise auch erwischt und gefressen - das kann verdammt schwer werden, denn für sie war das existenziell - viel Erfolg. Mit viel Arbeit kann man das schaffen, aber es ist schwer. Diego ist noch nach Jahren völlig ausgetickt, als er unverhofft ein Kaninchen gesehen hat, von null auf hundertachtzig - hätte ich nicht für möglich gehalten.
ZitatSo und jetzt nochmal zu meinem Anliegen in der Hoffnung, dass es jemand begreift: Wie verhalte ich mich richtig, wenn sie sich vor mir, meiner Mutter, meinem Freund, fremden Menschen, wem auch immer auf den Boden wirft und partout nicht mehr aufstehen will?! Druck und lauter werden ist genau der falsche Weg, deswegen habe ich auf Ratschläge gehofft. Ich verzweifel auch nicht nach 2 Wochen, ich wollte mir einfach nur eure Meinungen durch lesen, in der Hoffnung, dass mir jemand helfen kann und mir sagt wie ich mich richtig verhalten soll. Aber die Meisten sind hier anscheinend nur daran interessiert mit dem Fingen auf einen zu zeigen und "BÖSE!" zu rufen. Echt Schade.
Sie wirft sich ja aus unterschiedlichen Motivationen hin, einmal, weil sie nicht weiß, was sie tun soll - wenn Du etwas verlangst und damit sagt sie eben deutlich in ihrer Sprache das sie nicht weiß, was sie tun soll - und bei fremden Personen, da ist es sicher völliger Unterwerfung, "ich bin klein, tu mir nix" angestbehaftet - achte mal auf die Rutenstellung von ihr. Ignorieren ist da das Beste, einfach nicht beachten und ihr Zeit lassen, warten bis sie kommt. Oder solche Situationen schlciht vermeiden, beschütze sie - warum kommen ihr Fremde so nah? Stell Dich dazwischen, halte die Leute von ihr fern, gib ihr Zeit.....
ZitatMeiner Meinung nach ist 3x am Tag 5-10 Minuten Übung nicht zu viel. Das hat auch genau gar nichts mit Druck zu tun. Sie wird gelobt und belohnt wenn sie etwas toll macht. Ich versuch ihr nicht beizubringen mit einem Salto durch einen brennenden Reifen zu springen, wie das hier einige anscheinend denken, sondern einfach nur Sitz, Platz und "Hol".
Doch - das ist für einen Hund, der grad hier angekommen ist -viel zuviel. Der Dalmatiner meiner Tochter, 8 Monate alt, der liebt das - "arbeiten" hibbel hüpf juchhu aber so ein Hund muss erst lernen, das es sich lohnt, etwas für Dich zu tun. Warum 10 Minuten "sitz"? Also, der Dalmi schafft das 10 mal in einer Minute..... da wird ja selbst der klügste Hund wuschig.... nicht vergessen, überlebende Straßenhunde sind äußerst klug, sonst hätten sie nicht überlebt, sie haben ein feines Gespür für unnötigen Kram und so ein Gehorsam fällt für sie unter unnötig. Ich hab das jedes Mal gemacht, wenn ich es brauche..... beim rausgehen, beim Türöffnen, beim rein kommen, beim anleinen - jedes Mal nur ein Mal und das hat schnellstens gefunzt. Vor allem haben wir immer mit einem Erfolg abgeschlossen. Ich halte viel vom Lernen in der nötigen Situation.
Noch ist alles neu und der Hund lernt den ganzen Tag lang....... ununterbrochen..... Druck erzeugst Du schon, sonst würde sie sich nicht auf den Boden werfen. Ich würde mich noch davor hüten zu sagen, sie macht das, weil sie dann nichts tun muss - für so eine Diagnose ist es, glaub ich mal, noch zu früh.
ZitatVertrauensverhältnis ist nach den 2 Wochen übrigens teilweise vorhanden. Sie kommt dauernd zu mir und will gestreichelt werden. Lässt mich im Freilaufgelände nicht aus den Augen und kommt immer zu mir gelaufen, ohne dass ich sie rufen muss. Dort sind zum Glück keine Kaninchen, sonst wäre das nicht drin.
Jein, ich würde das noch unter Neugier ablegen, Stericheln ist sicher schön - aber würde sie Dir vertrauen, würde sie sich nicht auf den Boden werfen..... draußen bist Du, weil alles neu ist, die verlässliche Variante, das ist ein gutes Zeichen auf das man aufbauen könnte. Ich würde jeden Blick in Deine Richtung verstärken und belohnen, dann verfestigt sich das Verhalten.
Sundri
- Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!