Wie sieht das Ziel beim AJT aus?
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Hallo ihr Lieben,
was ist denn eigentlich das Ziel beim Antijagdtraining?
Ich hab da mal ein paar Fragen, daher kurz zu unserer Geschichte: Nelly lebt jetzt fast 2 Jahre bei mir. Sie kommt aus dem Tierheim und wurde mir schon mit dem Hinweis 'sehr viel Jagdtrieb' vermittelt. Ich habe mich nie wirklich aktiv mit dem Thema AJT auseinander gesetzt, da Nelly einfach sehr viele Baustellen hatte und das erstmal hinten anstand. Wir waren auch nie in einer Hundeschule. Ich hab sie von Anfang an komplett nach meinem Gefühl erzogen.
Vor zwei Jahren sah es so aus, dass sie jedem Tier hinterher gejagt hätte, wenn ich sie denn gelassen hätte. Egal ob Hase, Vogel, Reh oder Eichhörnchen.Die heutige Ist-Situation: Nelly ist mittlerweile auf eine Pfeife konditioniert (die bisher in 100% der Fälle zuverlässig war). Dieses nervige Ding klimpert bei jedem Spaziergang an meinem Armband... für den Notfall (ich brauche sie nicht oft, da ich es gar nicht erst soweit kommen lasse, dass mir mein Hund abzischt).
Nelly hat einen Radius, den sie und ich genau kennen (vllt. so 7m) und den hat sie auch einzuhalten. Gelegentlich muss ich sie ermahnen, dann lässt sie sich zurückfallen und hält ihren Radius wieder ein. Das Problem ist nämlich, verlässt sie diesen "Kreis" ist sie raus aus meinem Wirkungsbereich und wenn sie dann los rennt, bleibt mir nur noch die Pfeife. Wenn sie aber in dem Kreis Wild sichtet, kann ich sie mit einem Abbruch Kommando stoppen.So, das hört sich jetzt alles schön und gut an. Ich kann mit meinem Hund abgeleint über unsere Hasenfelder marschieren und sie rennt mir nicht weg, aber für uns beide ist das der pure Stress!!!

Für mich bedeutet das nämlich: permanent meinen Hund im Auge zu haben, jeglichen Zeichen zu deuten und zugleich permanent die Umgebung abzuchecken, um genug Zeit zum reagieren zu haben.
Für Nelly bedeutet das: permanent sich zu konzentrieren, den Radius einzuhalten und mit totaler Impulskontrolle übers Feld zu marschieren.
Das halten wir beide nicht lange durch und ganz ehrlich... es ist für uns beide deutlich entspannter mit Schlepp oder Flexi durch den Wald zu laufen, weil mein Hund weiß, dass er angeleint ist und nicht ständig auf "ich-such-Rehe-Modus" ist und ich kann mich auch mal entspannen und mit jemandem unterhalten.
So... also was ist das eigentliche Ziel beim AJT? Kann ich von meinem Hund erwarten bzw. kann man es trainieren, dass sie auch irgendwann entspannt über Hasen- und Rehwiesen läuft ohne immer wieder zu suchen (sie jagt nur auf Sicht!) oder was kann ich da jetzt noch machen?
Bin über alle Tipps und Ratschläge dankbar.

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Hi,
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Die Frage finde ich sehr interessant!!
Bei Dusty war mein persönliches Ziel, sie ohne Leine, außer an Straßen laufen zu lassen. Dies haben wir sehr spät erreicht, aber wir haben es erreicht, sie war ein Podenco-Mix :)
Ich persönlich mag es, wenn der Hund ohne Leine laufen kann bzw. abrufbar ist.
Das ist für mich AJT
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Ich kenne das, auch wenn mein Hund nicht übermässig Jagdtrieb hat. Aber er ist noch sehr jung und die Konzentration geht dann auch mal flöten. Dann habe ich ihn lieber eine Zeitlang an der Leine oder Schlepp, das entspannt ihn auch sichtlich.
Wie sich das entwickeln wird, kann ich nicht sagen. Ich finde es zwar schön, wennd er Hund frei laufen kann, aber mir machen diese Leinenauszeiten auch nichts aus. Voraussetzung ist halt, dass der Hund an der Leine keinen Stress hat.
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Ich denke, es kommt sehr auf den einzelnen Hund drauf an. Bei vielen wird es bedeuten den Hund möglichst überall frei laufen zu lassen, ohne dass er nur auf Wildsuche ist und ihn stoppen zu können, falls er sich doch mal auf den Weg macht.
Mein persönliches Ziel mit meinem Pflegi (Podenco-Mix und eine extreme Jagdsau) war es, an der Schleppe mit ihm an einer Kaninchenwiese vorbei oder über einen Feldweg zu laufen ohne dass er sich total hochfährt und vor lauter Jagdtrieb nicht mehr weiß wo oben und unten ist. Bevor er dann in sein endgültiges Zuhause gezogen ist waren wir dann soweit, dass er, sobald er etwas jagdlich interessantes bemerkt hat stehen geblieben ist. Damit war ich schon, vorerst, sehr zufrieden
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Wenn mein Hund sich durch eine Pfeife von einem gesichteten Reh(!!!) abrufen lassen würde, wäre mein Ziel erreicht. Dann könnte ich ihm mehr Freiheiten zugestehen und der Radius würde keine Rolle mehr spielen.*träum*
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Puh, gute Frage. Bei mir sah das anfangs ähnlich aus wie du es beschreibst und ich fand es auch extrem anstrengend. Dann wurde der Radius größer und bei mir ging es in eine Art Automatismus über, was das Beobachten meines Hundes angeht. Ich war einfach geübter darin ihn zu lesen und seine Versuche waren ja eh nicht erfolgreich. Dann wurden die Situationen wo ich ein Abbruchkommando nutzen musste weniger. Und jetzt (nach 4 J., er ist aber inzwischen 8J.) ist es so, dass er ganz selten noch mal hochfährt - sich dabei aber meist nochmal kurz zu mir umorientiert bevor er abzischt (alles wahrscheinlich in einem Bruchteil einer Sekunde). Genug Zeit um zu reagieren und für mich sehr entspannt. Sogar wenn ein Hase vor mir aus dem Gebüsch springt, kann ich ihn in 9 von 10 Situationen abrufen - einmal ist er mir im letzten Jahr nochmal ab, mit einem anderen Hund zusammen.
Aber ich denke es gibt auch Hunde wo der Jagdtrieb so ausgeprägt ist, dass man nicht bis hier kommt.
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Denke es kommt auf den Hund an, wo die Grenzen sind.
Mein Ziel war Ansprechbarkeit, Abrufbarkeit und das Hund beim Spazierengehen es auch schafft mal zu entspannen. Leinenfreiheit haben wir auch, aber nicht überall und in der Brut und setz Zeit zum Schutz für die Baby Tiere definitiv nicht. Da sind für meinen Hund einfach Grenzen, die er niemals schafft. An manchen Stellen Servieren sich die Wildtiere leider wie auf dem Silbertablett (Haben an manchen Stelle ne extrem hohe Wildtierdichte. Alle 5m ein Geflügel Brutpaar).
Zum glück gehen wir an diesen Stellen nur vorbei und haben nicht vor uns dort Häuslich niederzulassen. Deswegen ist Schleppleine dort auch überhaupt keine Einschränkung.
Ansonsten hat mein Hund nen sehr großen Radius von bestimmt auch mal 50m, an den normalen Stellen.Also eines war aber nie mein Ziel. Das er so wird wie meine Hündin, die ein Wildtier nicht mal bemerkt, wenn es direkt vor Ihrer Nase im Gras liegt. Und selbst wenn doch, dann Interessiert es sie nicht, außer es ist ne Maus.
Nichtmal ein flüchtendes Wildtier löst bei meiner Hündin den Impuls aus hinterher zu laufen.Wenn der Jagdtrieb im Hund drin steckt, dann steckt er eben drin. Finde das gehört dann auch einfach zur Persönlichkeit des Hundes.
Edith: achte beim Spazieren gehen nur auf den Jäger, weil ihn zurück rufen oder ihm Bleib zu rufen um ihn Anzuleinen, dafür muss ich immer noch schneller reagieren wie er abzischen kann
. Geht aber, man kennt ja irgendwann seinen Hund
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Zitat
Wenn mein Hund sich durch eine Pfeife von einem gesichteten Reh(!!!) abrufen lassen würde, wäre mein Ziel erreicht. Dann könnte ich ihm mehr Freiheiten zugestehen und der Radius würde keine Rolle mehr spielen.*träum*
Naja... so einfach ist das nicht. Manchmal glaub ich mein Hund is ne Nummer zu intelligent für mich.
Wenn sie Wild sichtet und ich am Horizont nur noch ne Staubwolke von meinem Hund sehe, dann kann ich sie mit der Pfeife zurück holen- ja das stimmt. Aber ich kann sie dann nicht einfach weiter normal laufen lassen, denn dann wär sie direkt wieder weg. Da wird dann regelrecht ne Verhaltenskette draus. Und nicht nur wegen dem Wild, nein weils für sie ein lustiges Spiel ist und es gibt ja immer etwas gaaaanz tolles, wenn man auf die Pfeife zurück kommt.Wir waren auch schon so weit, dass Nelly 'Phantom Rehen' hinterher ist, nur um zurück gepfiffen zu werden, weils dann das Spieli oder so gibt. Man ich hab mir so viel Mühe gegeben, beim Aufbau der Pfeife und nun findet sie die irgendwie zu gut.
Wenn sie in so einer Verhaltenskette kommt und ich den Hund zum dritten Mal zurück gepfiffen habe, muss sie an die Leine, sonst kommen wir da nicht mehr raus.
Ich krieg halt meinen Hund zurück, aber wenn sie 2sec später wieder weg is, hab ich ja auch nix so richtig gekonnt oder? Es sei denn ich lass sie nur noch Fuß laufen - da haben wir aber beide keine Lust drauf. Ende vom Lied: sie muss an die Leine.
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Zitat
Für mich bedeutet das nämlich: permanent meinen Hund im Auge zu haben, jeglichen Zeichen zu deuten und zugleich permanent die Umgebung abzuchecken, um genug Zeit zum reagieren zu haben.So sieht unser Spaziergang immer aus und das wird sich leider auch nie ändern. Wir haben AJT gemacht und haben damit erreicht, dass sie Kaninchen nicht mehr hinterher geht, WENN ich sie rechtzeitig in's Kommando rufe bzw. es ihr verneine. Biegt sie zuerst um eine Ecke, dahinter sitzt 'n Kaninchen und rennt los, geht sie nach wie vor hinterher. Entsprechend gibt es das bei uns schlichtweg nicht.
Bei Maja kommt aber noch hinzu, dass sie, wenn ich nicht ständig den Blick auf ihr habe, schier alles frisst, was ihr vor die Nase kommt. Wir trainieren daran praktisch seit 3 Jahren (seit wir sie haben) aber dieses Verhalten sich so massiv selbstbelohnend, dass wir uns inzwischen damit abgefunden haben, das wir immer ein Auge auf sie haben müssen.
Verneine ich es ihr, lässt sie eigentlich ALLES liegen. Gucke ich nicht hin und sie merkt das, frisst sie alles. -
Ich denke, bei einem jagdlich ambitionierten Hund wird man nie völlig in Gedanken versunken durch Wildgebite spazieren gehen können. Meiner hält auch Ausschau nach "Action", trotzdem läuft er oft frei. Ich bin dann aber sehr konzentriert auf den Hund und zur Not kann ich meinen über das Pfeifen auf meinen Fingern zurückbeordern (spart die zusätzliche Pfeife
)Mehr kann und will ich von meinem Hund nicht verlangen und wenn ich nur mal schlendern will, dann kommt der Hund halt an die Leine.
Ich finde, wenn Du ihn so unter Kontrolle hast, ist das schon toll

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