Ratlos, wo liegt denn der Fehler ?

  • Hai,

    ich bin eigentlich zufrieden mit dem Gehorsam meiner Rottihündin, 3 Jahre, 35kg. Doch im letzten Jahr hat sich ein enormes Maß an Nervösität breitgemacht wie ich finde.

    Wir leben in einer Wohnung mit Balkon, leider kein Garten aber dafür auf 2 Minuten eine Riesenwiese, und auf 5 Minuten ein großer Fluss.

    Morgens kommt sie 20Minuten raus und darf mit Nachbarshund RR spielen.

    Dann abends gegen 16:30 gehen wir so ne 1 - 11/2 Stunde raus. Dann werden zB Leckerlies gesucht, da findet sie Auch keine Ruhe, Wildes umherlaufen, sich wälzen, Leckerlies dann zwar finden aber alles bei Vollgas! Wenn es dann nicht zu kalt ist gehts noch 20 Min schwimmen. (Sie ist eine Wasserratte!)

    Dann gehts nach Hause, dann gibts Fressi (TROFU HD Adult Maxi), Auch mal Nudeln, Kartoffeln, Quark o. Ei dazu. Sie bekommt 2x täglich.

    Nach dem Fressen ist dann mal ne Weile ruhig bis sie dann wieder aufgedreht und nervös ist als wär sie nicht draussen gewesen.

    Dann fahr ich nochmal 30 Min Fahrrad mit ihr.

    Gegen 11:00 gehn wir dann nochmal nur Pipi.

    Ihre Nervosität (oder was auch immer ihr Problem ist) geht soweit dass ich nicht mal mehr mit ihr auf eine Terrasse sitzen kann. SIe steht sofort unter Strom, gekommt Schuppen und schaltet auf Durchzug und hört NIX mehr was ich ihr sage. Muss ich sie wieder gaanz langsam an Leute und Menschenmengen gewöhnen oder ?

    Wer hat denn Tipps oder wer erkennt den Fehler den ich mache? Mache ich zuviel mit ihr ?

    Ich selbst bin Auch jetzt nicht die ruhigste Person, bin selbst ziemlich hibbelig, ist das der Fehler ? Was mache ich falsch dass sie für ihr Alter nicht ruhiger und ausgelassener ist ?

    Über Ratschlaäge und Tipps wäre ich sehr dankbar !!!

    LG,

    Nicole mit dem Duracell Rotti :gott:

  • Hallo,

    vielleicht machst Du zu viel mit ihr und Deine Hündin ist von den ganzen Reizen um sie rum total überfordert. So war es jedenfalls bei unserer Hündin (Labbimix,1 1/5 J. 25 kg, Jagdsau), die ebenfalls gar nicht zur ruhe finden konnte und permanent unter Strom stand. Wir haben alles mögliche versucht und waren zum Schluss jeden Tag insgesamt mindestens drei Stunden mit ihr draussen und das Problem wurde eigentlich immer schlimmer.

    Unsere Trainerin hat uns dann empfohlen, nur noch sehr wenig mit ihr raus zu gehen und dabei auf absolute Routine zu achten. Also immer die gleiche Strecke zu immer den gleichen Zeiten mit den immer gleichen Ritualen vorher und nachher.
    Die Hauptauslastung sollen wir über ruhige Kopfarbeit zuhause machen.

    So läuft das ganze jetzt ungefähr zwei Wochen bei uns und ich muss sagen: der Hund fährt runter! =) Zumindest schon wesentlich besser als vorher. Abends dreht sie manchmal noch mal auf und auch tagsüber läuft es manchmal nicht so gut. Trotzdem: kein Vergleich zu vorher!
    Sie wirkt insgesamt geordneter und gelöster und irgendwie auch glücklicher, ist zugewandter (halt alles in Maßen, das ganze ist jetzt auch kein Zaubermittel) und wie gesagt nicht so gestochen.

    Wenn Du magst, schreibe ich Dir mal unsere Tagesroutine auf. Es klingt furchtbar wenig, aber für sie scheint es wesentlich besser zu sein.
    Ich persönlich vermisse die langen Spaziergänge, außerdem müssen wir neuerdings höllisch mit dem Futter aufpassen, aber vielleicht ist es ja irgendwann (wenn sie insgesamt geerdeter ist) wieder möglich, das Pensum zu erhöhen :-)

  • Grüße,

    ich würde mehr Kopfarbeit empfehlen. Fährten z.b. und auch Impulstraining kann nichts schaden.

    Auch Unterordnungstraining unterwegs kann nichts schaden. Rotti gehören nun mal zu den Gebrauchshunderassen und wollen etwas sinnvolles arbeiten.

    grüße von einer ehemaligen RottiBesitzerin

    sabine

  • Das Programm kommt mir recht normal und nicht besonders aufputschend vor. Natürlich könnte man es an der einen oder anderen Stelle etwas ruhiger gestalten und immer mal wieder für ein paar Augenblicke etwas Ruhiges mit ihr üben, bevor sie wieder losbrettern darf, aber im Großen und Ganzen scheint mir das alles im Rahmen zu sein. Sicher machst Du ja auch noch andere Übungen als Leckerlisuchspiele mit ihr. Oft können sich die aufgedrehten Hunde bei der "richtigen" Arbeit ja durchaus konzentrieren.


    Wenn Du sagst, dass sie erst im letzten Jahr so nervös geworden ist, würde ich mir aber andere Gedanken dazu machen:
    - Hat sich bei Euch irgendwas verändert? Tagesablauf, Umzug, Arbeitszeiten, Partner, Futtersorte?

    - Ist der Hund gesund? (z.B. die Standard-Frage nach der Schilddrüse. Ich weiß nicht, ob da was dran ist. Ich habe das bei meinem Hibbelhund auch schon zweimal unter dem schallendem Gelächter von 2 verschiedenen Tierärzten checken lassen und beide Male ohne Befund…)

    - Was und wieviel fütterst Du genau?
    In dem Alter ist mein Hund nämlich merklich "normaler" geworden. Ich schiebe das auch auf eine umgestellte Fütterung - ich füttere seitdem relativ proteinarm. Außerdem vermeide ich Mais im Futter, das ist auch so eine Sache, die angeblich ungünstig für nervenschwache Hunde ist. Ist das vielleicht ein Ansatz?

  • Hmmm wenn mein Hund morgens nur kurz draussen war und dann erst am Spätnachmittag rauskäme dreht der auch auf. Ich komme - wenn ich den ganzen Tag arbeiten muss - mittags nachhause und mache was mit ihm, oder mein Gassigänger. Trotzdem ist er dann aufgeregter abends, als wenn er nicht so viel alleine war. Mein Hund hat keine Probleme mit dem Alleinebleiben und schläft immer ganz ruhig, wenn ich heimkomme, trotzdem hat er an solchen Tagen mehr Stress abzubauen. Und der ist jung und keine Arbeitsrasse.
    Ich weiß ja nicht, ob sie den ganzen Tag alleine ist, ich nehme das jetzt nur an. Wenn ja, würde ich denken, dass ihr das eben Stress macht. Für meinen wäre mir das zuviel - bzw würden die 20 Minuten morgens nicht reichen, damit er dann müde ist und pennt - vor allem wenn es nur Spiel ist, was ja eher aufregt.
    Vielleicht morgens mehr Zeit nehmen und ein bisschen was Anspruchsvolles machen?

    Was für Menschenmassen meinst du denn? Ich meine, welche Situationen sind das, wo sie unruhig ist? Und ja, man muss besondere Situationen schon auch üben.

    Dass ein Rottweiler kein ruhiger Begleithund ist, würde mich jetzt auch nicht wundern. Grundsätzlich ist es auch nicht weiter verwunderlich, wenn sich ein Hund mit dem Erwachsenwerden verändert. Aber ich kenne die Rasse nicht gut genug, da gibts hier bessere Ansprechpartner.

  • Und wie gesagt mal versuchsweise den Fokus auf ruhige Kopfarbeit legen, bei der sie sich konzentrieren muss. Wenn sie ohnehin nervös ist, könnte ich mir wirklich vorstellen, dass die ganze Action draußen gerade zu viel für sie ist und sie besser mit geistiger Arbeit ausgelastet wird.


    Das was byllemitblacky schreibt finde ich aber auch sehr schlüssig. Vielleicht reicht es ja schon morgens mehr mit ihr zu machen, also vielleicht zwanzig Minuten spielen und toben und ne viertelstunde Suchspiele in der Wohnung, damit sie nicht so kribbelig ist, wenn Du nach Hause kommst. Dann hat sie sich ausgezappelt und ein bisschen "sinnvoll" gearbeitet und ist vielleicht den Tag über ausgeglichener..

    ich würde da einfach mal ein bisschen an Art und Zeiten der Beschäftigung rumschrauben und auf Tendenzen warten :-)

    Viele liebe Grüße!

  • Zitat


    Dann gehts nach Hause, dann gibts Fressi (TROFU HD Adult Maxi), Auch mal Nudeln, Kartoffeln, Quark o. Ei dazu.

    Ist das Happy Dog?
    Das würde ich dann als erstes ändern. In dem Futter ist Mais der hauptsächliche Bestandteil.
    Das kann Hunde hibbelig und nervös machen.

  • Hallo ! Vielen Dank für die Antworten, ich versuche so gut es gehtauf alles zu antworten... Karotto, gerne kanns du mir das mal schildern wie ein Tag bei euch so aussieht..

    So was sich so rausfiltert ist mehr Kopfarbeit, aber was genau macht ihr dann mit euren Hunden? Da ist meine Kreativität etwas eingecshränkt ? Was macht ihr drinnen, aber vor allem, was macht ihr draussen ?

    Was für Menschenmassen, kleines Städtchen, 3 Terrassen, 15 Leute. Dann gehts los, Schuppen, hibbelig, nicht mehr ansprechbar.

    Ja sie ist den ganzen Tag alleine, wenn ich länger Mittag mache gehe ich dann kurz mit ihr raus. Das hat sie von Klein auf gelernt und pennt dann Auch eigentlich. Klar ist sie dann um 5 aufgedrehter, aber doch keine Rechtfertigung für ihre EXTREME Aufgedrehtheit.

    Ja morgens länger gehn, das wäre eine gute Idee, wenn da nicht der kleine innere Schweinehund wäre.

    Nein unser Umfeld ist gleich, dieselbe Wohnung, mein Arbeitsplatz ist jetz nur näher.

    Ruhige Kopfarbeit, kann mir denn da jemand mal konkrete Beispiele geben ? Denn das hört man ja so raus hier, mehr Kopfarbeit wo ein Fokus gesetzt wird, würd ja gerne Sachen mit ihr machen, weiss eben nur nicht was ....

    Ja das ist Happy Dog.

    Wie lange ich gebraucht habe um ein Futter zu finden was sie einigermassen verträgt will ich euch gar nicht erzählen...

    Platinum, Wolfsblut, Meri Dog, Hill's, Bosch.... wir hatten ne Menge durch.

    Nix hat sie vertragen. Bis auf Happy Dog. Bin dabei mir zu überlegen ob ich nicht teilbarfen soll. Hab mich schon etwas in die Materie eingelesen aber weiss noch nicht genug um mich daran zu wagen.

    so ich hoffe konnte einigermassen auf alles antworten.

    Als erstes, ein DANKESCHÖN für die doch scon aufschlussreichen Antworten !! :)

  • Also zu viel finde ich das auf keinen Fall!
    Als meine so alt war wie deine jetzt ist wär die durchgedreht wenn ich in der früh 20min mit ihr raus gegangen wär (auch wenn sie dabei hätt spielen können), u dann erst am Nachmittag wieder 1, vielleicht 1 1/2std!!
    An deiner Stelle würde ich a) in der früh länger gehen - du musst bedenken, die hat die ganze nacht geschlafen, ist putzmunter, voll mit Energie, u dann kann sie grad mal 20min raus bevor sie dann ganzen tag nur herum liegen kann, u warten muss bis du endlich wieder nh kommst!,
    u b) eben verschiedene Arten von kopfarbeit.
    Du musst ja nicht unbedingt auf einen hundeplatz gehen. Kannst du natürlich, muss aber nicht. Nachdem's bei uns nix gscheites gibt mach ich auch alles alleine mit den hunden.
    Ich glaube Junimond hat's schon geschrieben: Rottweiler zählen zu den gebrauchshunde rassen. Die wollen was tun! Nur die wenigsten geben sich mit normalem spazieren gehen u bissl ball schupfen zufrieden! Im grund ist es ihnen eigentlich sogar egal was man mit ihnen macht, hauptssche man macht was mit ihnen!
    Wir machen zb bissl uo. Bei unseren ganz normalen Runden, immer mal wieder, zwischendurch für ein paar Minuten.
    Zusätzlich haben wir verschiedene trix gelernt. Einfache dinge wie durch die beine durch, bzw Slalom (schaut zwar sicher für andere recht witzig aus weil man bei soeinem großen hund schon a weng o beinig da stehen muss, aber es funktioniert :lol: ), Teppiche ausrollen usw. Ich hab ihr aber auch ein paar ganz nützliche Dinge beigebracht wie licht an/ab schalten, Türen/Läden/Kästen öffnen/zu machen, Schuhe bringen oä. Besonders gern hilft sie beim ausziehen (madame zieht nicht nur mein gewand aus, sie legt sogar die Handschuhe u Haube im vorzimmer auf den Kasten. Das hab ich ihr übrigens nicht beigebracht, das macht sie von allein. Anscheinend hat sie gesehen das ich die immer dort hin gelegt hab u wusste darum, daß die dort hin gehören!), u beim Waschmaschine ausräumen. Es ist ja nicht so das ich es nicht selbst könnte, u va beim Wäsche ausräumen bräuchte ich alleine sicher nur 1/3 der zeit, aber 1 . macht's ihr Spaß, u 2.ist sie dann immer sooo stolz auf sich, u darum natürlich auch richtig zufrieden! (U sie ist sooo niedlich wenn sie dann fertig ist, u ganz stolz vor dem vollen Wäschekorb steht mit diesem 'schau, hab ich das nicht toll gemacht?!'- blick!! :herzen2: )
    Od sie bringt irgendwas (Taschentücher, Telefon, ..), bzw hebt dinge auf die mir runter fallen od die ich :hust: 'verloren' hab, usw.
    Wobei ich mir schon oft gedacht hab, die glaubt sicher manchmal ich bin blöd. Hin u wieder schaut sie mich an wie 'das darf doch nicht wahr sein, ausziehen kann sie sich nicht selbst, dauernd vergisst sie wo ihre Sachen sind, jedes 2 Stück das sie in die hand nimmt fällt ihr runter, u jetzt verliert die schon wieder was! Das gibt's doch nicht! Was würd die machen wenn sie mich nicht hätt?' :lachtot:

    Wir machen auch Feinstoffsuche.
    Auch das macht sie total gern (u gut ist sie nebenbei auch noch)!
    Schau mal mit der suchfunktion da findest du bestimmt was dazu. Für 'zos' gibt's auf jeden Fall irgendwo hier eine Anleitung. Im grund ist das ja genau das gleiche, nur sucht hund dabei halt einen bestimmten Gegenstand.
    Das zb hat dem stinkstiefel auch geholfen ruhiger zu werden. Also vielleicht nicht wirklich ruhiger, aber sie hat dabei gelernt das es mit 'waaa-schnell-schnell-schneller-wo is es-schnell-schnell-wooo' halt überhaupt nicht funktioniert, u man viel schneller ans Ziel kommt wenn man ruhig u va konzentriert arbeitet.
    Va machst du etwas mit ihr zusammen, ihr lernt gemeinsam zusammen, dadurch wird die Bindung zwischen euch gestärkt, u ganz nebenbei wird sie entsprechend gefordert u gefördert! Dadurch ist sie 'ausgelastet', u irgendwann überträgt sich das 'ruhig u konzentriert' auch auf euren Alltag.
    Ich wünsche euch viel, viel Spaß zusammen!!

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