Ratlos, wo liegt denn der Fehler ?

  • Hallo diekleene123,

    also unser bestes Beispiel für ruhige Kopfarbeit IN der Wohnung ist Dummytraining. Ich weiss, macht man eigentlich draussen, aber da ist sie so derartig drüber, dass sie den Dummy gar nicht wahr nimmt. Wir machen das also im Wohnzimmer, achten darauf, dass sie korrekt neben uns sitzt, werfen den Dummy sie muss warten bis sie geschickt wird, dann holt sie den Dummy bringt ihn zurück und gibt ihn uns in die Hand. Dann wird sie ruhig gelobt und das ganze wird evtl ein bisschen variiert, also sie absetzen, losgehen, den Dummy von woanders werfen, zurückgehen und sie schicken, oder den Dummy werfen, dann ein, zwei Schritte fuß gehen lassen und dann schicken oder im fuß am Dummy vorbei gehen und sie ihn nicht aufnehmen lassen (erst beim zweite oder dritten mal vorbei gehen). Das ungefähr zwanzig Minuten und sie ist platt wie eine Flunder.

    Auch gut: sie ablegen und dann Futter in der Wohnung verstecken und sie dann suchen schicken. Das ist ziemlich anstrengend, da musst du evtl aufpassen, dass sie nicht zu hoch fährt.
    Was wir auch gerade machen ist, sie auf den Duft von Kamille konditionieren. Einfach einen Teebeutel in ein Schraubglas und belohnen (klickern) wenn sie dran schnüffelt.
    Irgendwann kann man das dann auch suchen lassen.
    Oder Du nimmst zwei Gegenstände, gibst beiden möglichst verschieden klingende Namen und lässt sie auf den jeweils genannten mit der Nase dötzen.
    Dazu ruhige Tricks, Gehorsamsübungen und zwischenzeitlich sehr kontrolliertes Zergeln (mit viel Impulskontroll- und Frustrationstoleranzübungen dazwischen).
    Dann kann man noch so kleine Geschicklichkeitsübungen machen, z.B. die Papprolle von der Küchenrolle mit Leckerchen füllen und die Seiten mit Packpapier verschließen, Futter unter kleine Schüsselchen (oder Pylonen) geben und sie das da raus fummeln lassen.
    Man kann auch in Plastikpfandflaschen unterschiedlich geformte Leckerchen geben und ihr überlassen, wie sie die da raus kriegt.
    Wichtig ist halt, dass man das immer überwacht, damit sie nicht irgendwas kaputt beißt und verschluckt oder so. Ich sitze bei sowas immer neben ihr.
    Das sind jetzt die Sachen, die mir so spontan einfallen.
    Ansonsten gehen wir nur morgens und nachts Pipi machen und über den Tag zweimal ne halbe Stunde die immer gleiche Runde. Das im Moment sogar an der kurzen Leine, damit sie sich konzentrieren kann und nicht die ganze Zeit frei dreht (unser Hund ist wirklich extrem!)
    Dreimal in der Woche sind wir in der Hundeschule, da arbeiten wir u.a. mit der Reizangel mit ihr, es wird also ein bisschen getobt, allerdings auch sehr kontrolliert.
    Ungefähr dreimal die Woche lassen wir sie mit anderen Hunden spielen, die wir gut kennen und auch da achten wir sehr genau darauf, ob sie hochfährt und brechen unter Umständen ab.

    Das liest sich alles scheußlich und gemein, ist aber für unsere Hündin Gold wert.

    Ich nehme mal an, so krass ist das bei Dir nicht :-)
    Aber trotzdem, manchmal schadet es nicht, den Hund ein bisschen raus zu ziehen und ihn fokussiert mit Ruhe zu beschäftigen. Vielleicht ist das gerade auch bei Deiner Hündin so!

    Zum Futter kann ich Dir nur empfehlen über BarF noch mal nachzudenken. Wir haben mal eine Zeitlang kein rohes Fleisch sondern Trockenfutter (Irgendeine Wolfsblutsorte, ich glaube Wild duck) gefüttert, weil wir das über den Futterdummy bei Spaziergängen machen wollten (ich wollte da kein rohes Fleisch mit mir rumschleppen :mute: ). Das war nicht der richtige Weg für sie und als wir wieder auf BarF umgestiegen sind hat man tatsächlich bemerkt, dass sie ein bisschen ruhiger geworden ist. Das mag an ganz vielen anderen Faktoren gelegen haben, die an dieser Umstellung noch mit gehangen haben, aber ich hatte irgendwie das Gefühl, dass es auch am Futter lag.

    So, jetzt habe ich glaube ich alles gesagt, was mir zu dem Thema einfällt :D

    Es liegt mir halt sehr am Herzen, weil wir eben auch so ne Stressnase zuhause haben. Natürlich haben wir nen Retriever und Du nen Rotti und da sind die Bedürfnisse evtl. total unterschiedlich, aber vielleicht ist ja das ein oder andere auch ne gute Anregung für Dich, so dass Du Dir selbst irgendwas zusammenbasteln kannst :rollsmile: !

    Viele Grüße!

  • Ich weiß, sehr ot, aber ist eh nur kurz.

    Karotto, ich esse kein Fleisch u darum find ich's besonders ekelhaft mit rohem Fleisch durch die Gegend zu rennen.
    Ich hab dann mal probiert ob ich's 'trocknen' kann.
    Also in kleine Würfel geschnitten, ca 1/2-1cm, u dann auf ein mit backpapier belegtes gitter legen u in den Ofen.
    Wie lange es drinnen war kann ich gar nicht mehr sagen. Weil ich ja nicht wusste ob das überhaupt so funktioniert wie ich mir das vorgestellt hab hab ich gedacht ich schau halt alle paar Minuten.
    Hat ganz gut funktioniert!
    Natürlich ist es immer noch Fleisch, aber ich konnte es problemlos mit zu den runden nehmen ohne nach jedem Stück das ich raus genommen hab blut u Fleisch teile an den Fingern (od besonders schön, unter den Fingernägeln, bäää!!) zu haben.

  • Zitat

    .....
    Ich selbst bin Auch jetzt nicht die ruhigste Person, bin selbst ziemlich hibbelig, ist das der Fehler ? ....

    Auch das kann (mit) Ursache für nen überdrehten Hund sein. Mein Bossi ist da ganz besonders ein Spiegelbild von mir selbst. Gehe ich ganz entspannt schlendernd, bleibe ruhig, rufe ihn auch ruhig heran, dann kann auch er entspannen und trabt locker in meiner Nähe rum.

    Bin ich aufgedreht, zischt der ab, rennt 200 Meter voraus, kommt wieder, rennt wieder weg, kommt, springt an mir hoch ("mach hinne!" *gg), geht wieder. Ist zwar kooperationsbereit, und spielt dann auch mit mir, rennt also nicht komplett sinnlos durch die Gegend, aber man merkt´s halt einfach. Allerdings kann er sich alleine wieder beruhigen, nach ner Weile läuft er dann im normalen Umkreis und ist gut ansprechbar.

    Notfalls kann man das auch erstmal üben, indem man wo spazierengeht, wo es nix Aufregendes gibt, schön langsam, ab und an sich mal setzt, die Natur genießt, dann weiterschlendert, notfalls ein Buch mitnehmen, damit Du keine Hummeln im Hintern kriegst, wenn Du sitzt. Erst, wenn der Hund ganz entspannt neben Dir liegt, kannst wieder aufstehn und weiterschlendern. Damit zwingt Du Dich selbst, zu entspannen, und das überträgt sich auch auf den Hund. Wenn das so ganz gut klappt, kannst das auch mal in der "Stadt" probieren, Dich etwas weiter weg von einer Streßquelle einfach hinsetzen, total entspannen, gähnen, nen Kaffee trinken, und den Hund die Eindrücke einfach verarbeiten lassen. Wenn er ruhig ist, wieder heimgehen, dann kann er dort schlafen und das Erlebte weiter verarbeiten. Geht das gut (man kann die Zeit registrieren, die er benötigt, ruhiger zu werden), dann kannst auch mal etwas näher ran gehen an die Streßquelle, selbes Spielchen von vorn.

    Ganz viel hilft es mir, mir bewußt zu machen, wenn ich hektisch oder aufgedreht bin, dann kann ich ganz gut mit ein paarmal bewußt Durchatmen bei mir Ruhe reinbringen, und dann klappts auch mit Dem Hundekerl ;-)

    Als Bestätigung muß es nicht unbedingt Fleisch sein. Bossi z.B. nimmt auch gerne Gurken, Paprika o.ä. - hat er durchs Barfen kennen- und schätzengelernt. Ich nehm meist Fleischwurststückchen, aber manche Barfer wollen das ja dann nicht, weils schon wieder verarbeitete Produkte sind.

    Generell zur Ernährung: Getreide pusht gewaltig. Wenn ich barfe, dann merk ich das deutlich am Hund, denn da kann ich selbst entscheiden, ob Getreide im Futter ist oder nicht. Oder Du versuchst ein getreidefreies Trockenfutter, notfalls auch als Leckerli für unterwegs.

  • Oh,dAlis,
    danke für den Tipp! Das mit dem Futterdummy und unterwegs füttern hat bei uns hauptsächlich nicht geklappt, weil ihr das Ritual morgens und abends gibt es Futter gefehlt hat, darum haben wir das schnell wieder gelassen, aber für Leckerchen unter wegs ist das ne super Sache!
    Im Moment haben wir immer Trockenfutter als Leckerchen dabei, was wir aber eigentlich ziemlich doof finden, weil sie dieses ganze verarbeitete Zeug gar nicht fressen soll.
    Deine Methode ist da ja perfekt, wel man die Größe der Stückchen auch noch selbst bestimmen kann!
    Ich habe auch schon mal überlegt mir so ein Dörrgerät anzuschaffen, so teuer sind die ja gar nicht. Aber das führt hier wahrscheinlich wirklich zu weit OT! :headbash:

  • Dörrgerät finde ich ehrlich gesagt gar nicht notwendig.
    Ja, wenn man wirklich oft irgendwas damit machen will, aber nur für das bissl Fleisch fürn wau muss das wirklich nicht sein!
    Das man die Stücke genau so groß/klein machen kann wie man sie braucht find ich auch extrem praktisch.
    Meine große hat 43kg, u der wurm nur 6. Entweder sind sie also viel zu klein u madame findet den kex in ihrem mund gar nicht mehr, od sie sind viel zu groß, u der wuzz ist nach 2, 3 kexen voll..
    Bei uns ist es übrigens so das die hunde ca 1/2 von der tagesportion unterwegs bekommen.
    Entweder beim 'arbeiten', od wenn sie irgendwas gut/brav gemacht haben (zb ordentlich an der leine gehen), od einfach nur so zwischendurch.
    Alles möchte ich Ihnen gar nicht draußen geben.
    1.sind sie's einfach gewöhnt drinnen auch zu bekommen, u 2.finde ich wichtig das sie unabhängig davon ob sie unterwegs 'brav' sind/gut mitarbeiten od wasauchimmer, einfach ganz sicher wissen, das es einen teil vom bappi ganz sicher gibt!
    Jedenfalls freut's mich wenn mein Tipp hilfreich für dich ist!

    So, fertig ot :D

  • Ich würde tatsächlich auf Letzteres tippen. Ich kenne mich mit Rottweilern nicht speziell aus, habe aber schon Doggen und Sennenhunde erzogen. Am besten verstehst Du Dich mit den meisten Bollerköppen, wenn Du liebevoll, ruhig und konsequent mit ihnen umgehst, ein genaues Bild von Deinen Zielen hast und Deine Handlungen berechenbar sind.

    Ungeduld und Sprunghaftigkeit sind meiner Erfahrung nach eher kontraproduktiv.

  • Vielen Dank für die schnellen Antworten !

    So, zum Training drinnen, Papierrolle, PLastikflaschen, alles schon verscuht, sie fummelt da nicht lange dran rum sie zerbeisst die Rolle (30sek), Plastikflasche (5min) um an Futter/Leckerchen rankzukommen. Glaube nicht dass das ihrer Geschicklichkeit dient...

    Habe ihr mal versucht beizubringen mir mein Spray (Asthma) zu apportieren, habe nach 4 Tagen aufgegeben... Sie hat mir wohl als Junghund 2 St zerbissen und wurde ordentlich gemaßregelt!

    Plastikflaschen, wir hier haben ja keinen Pfand sondern entsorgen die in speziellen Tüten, sie horcht auf wenn irgendjemand eine Plastikflasche zerdrückt. Wollte ihr beibringen die Platikflaschen dann in die Tüte zu bringen, macht kehrt in ihren Korb und zerkaut die Flaschen..


    So Waschmaschine o.ä was du erwähnt hast, näh det wird nix.....

    Vergessen habe ich das ich natürlich UO mit ihr mache, bin schon ne Zeit lang soweit dass ich sie ablege, Spielzeug/Leckerli schmeisse oder verstecke, sie dann abrufe, sitzen lasse, und erst bei tiefem :) Blickkontakt und nem Wink sie dann auf die Suche gehen darf. Das klappt ganz gut.

    Ja ich bin dabei alles, sei es Haushalt, Umgang mit ihr, einfach ALLES ruhiger anzugehn. Auch mein Spaziergehtempo habe ich festgestellt dass ich da auch runter fahren muss.

    Ach ja, was ist Zergeln ? :ops:

    Aber wie stehts denn mit Nasenarbeit draussen???? Was macht ihr da so??


    Liebe Grüsse :D :D :D

  • Dich selbst beobachten, ist mal ein guter Ansatz. Ich bin auch so ein Duracell-Hase, also eigentlich...meine Hündin hat das komplett kirre gemacht, ich konnte die mit meinem Gehibbel förmlich hochpushen, auch wenn sie nur neben mir gelegen ist.
    Ich bin ihr gar nicht so undankbar dafür, dass sie mir beigebracht hat, mal etwas gechillter durchs Leben zu gehen. Das schadet nie :D

    Nasenarbeit draußen...Klassiker bei uns ist, ich suche mir einen Gegenstand (Stöckchen, Stein, Spielzeug, Dummy, etc.) aus und dreh den ein paar Mal in der Hand. Dann lege ich Finya ab, lasse sie daran schnuppern und geh das Teil verstecken. Möglichst so, dass sie mich dabei nicht sieht. Dann geh ich zu ihr zurück und schicke sie los.
    Stöckchen darf sie danach meist schreddern, für den Rest gibts beim Apportieren Leberwurst als Belohnung.

    Auch gerne macht sie Würstchenfährten. Da legt man den Hund ebenfalls irgendwo ab und legt dann die Fährte, bei der man das Würstchen an einer Schnur hinter sich herzieht. Am Ende legt man das Würstchen ab und geht in einem Bogen zurück zum Hund.
    Je nach Schwierigkeit kann man dann noch ne Weile warten oder gleich suchen lassen.
    Das braucht halt etwas mehr Vorbereitung und Durchdachtheit, damit man am Rückweg nicht nochmal über die Fährte trampelt^^

    Wenn sie apportieren allerdings einfach nicht mag oder kapiert, wie auch immer, wäre vielleicht ZOS was für euch? Da wird der gefundene Gegenstand durch Ablegen, Absitzen, Verbellen oder ähnliches angezeigt und du holst ihn dir dann selbst.

  • Ja ich auch gerade dass man vieles im Alltag ruhiger angehen kann :D

    Ja das mit der Würstchenfährte finde ich ja klasse ! So wie ich sie kenne wird sie der Fährte allerdings nicht nachgehen sonder kreuz und quer über die Wiese laufen und dann die Wurst finden :lol:

    Das mit dem Stöckchen o.ä. mache ich genauso, und sie schreddert ihn so oder soo

  • Zitat


    Ja das mit der Würstchenfährte finde ich ja klasse ! So wie ich sie kenne wird sie der Fährte allerdings nicht nachgehen sonder kreuz und quer über die Wiese laufen und dann die Wurst finden :lol:

    Ich bin hier nicht die Fährtenexpertin, aber am Besten ist der Hund dabei angeleint!
    Dann kannst Du sie nämlich durch Dein langsames Tempo zu mehr Konzentration "zwingen". Damit sie eben nicht die Nase in den Wind hält, rumhopst und das Würstchen irgendwie findet, sondern lernt, gezielt und sorgfältig einer Spur nachzugehen. Anfangs musst Du sie da wahrscheinlich noch etwas anleiten, damit sie auch "richtig" sucht und findet und keinen Quatsch nebenbei macht. Am Besten liest Du Dich dazu selber erst etwas ein. Nasenarbeit ist eine prima Sache, aber weil man als Mensch auf dem Gebiet nicht allzu viel kann, baut man es sonst schnell falsch auf.

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