Umgangston mit dem Hund

  • Eine meiner Lieblingsstorys, auf dem Weg zum richtigen Umgangston mit diesem - meinem - Hund:

    Hundeschule, Platz aus der Bewegung, Kommando ausgesprochen, weiter gegangen, am Ende der Wiese umgedreht: Sieh an, alle Hunden liegen. Alle Hunde liegen im Platz auf dem Bauch - nur einer liegt auf dem Rücken, mit den Pfoten in der Luft. Meiner.
    - Leider das Kommando zu streng gesagt und den Hund in die Unterwerfung statt ins Platz geschickt :roll:

    Dauerte etwas, bis wir eingegroovt waren aufeinander :lol:


    Ich glaube, dass man sich auch selbst konditionieren kann mit dem Tonfall. Wenn man das richtige Timing erwischt hat, es funktioniert, der Hund macht, was man will - denkt man, es liegt am Ton, nicht am Timing. Und groovt sich auf diesen Ton ein. Dabei war es vielleicht das Timing.

    Hatte ich mit Joy 2x:
    Ich habe gebrüllt (1x ist sie, frisch bei mir, einem Hasen hinterher gejagt, 1x als sie drohte auf die Straße zu laufen) - ich habe Joy genau in der richtigen Phase des Verhaltens erwischt, sie blieb wie angewurzelt stehen und wusste schlagartig: DAS geht gar nicht. Und diese beiden Situationen waren damit nachhaltig geklärt.
    Heute reicht eine leise Ansprache (zB Kopfschütteln beim Hasen) oder ein leises "Warte" an der Straße, wenn sie nicht eh von alleine stehen bleibt.

  • Ich dachte hier gehts um die Frage, ob bestimmte RASSEN zur Haltung und Ausbildung einen "härteren Ton" zwingend brauchen. Und nicht darum, ob ich meinen Hund mal lauter anspreche/anbrülle, um einfach konkurrierende Umweltverstärker, sprich Ablenkungen, in einer expliziten Situation zu "übertönen". Das auch dies funktioniert steht ausser Frage, nur ob man weiter so verfahren will, muss jeder für sich selbst entscheiden :D

  • Zitat


    Ich habe gebrüllt (1x ist sie, frisch bei mir, einem Hasen hinterher gejagt, 1x als sie drohte auf die Straße zu laufen) - ich habe Joy genau in der richtigen Phase des Verhaltens erwischt, sie blieb wie angewurzelt stehen und wusste schlagartig: DAS geht gar nicht. Und diese beiden Situationen waren damit nachhaltig geklärt.
    Heute reicht eine leise Ansprache (zB Kopfschütteln beim Hasen) oder ein leises "Warte" an der Straße, wenn sie nicht eh von alleine stehen bleibt.

    Das hat ja nichts mit der Ausgangsfrage zu tun, sondern war ein schlichtes Anwenden von Strafe über die akustische Wahrnehmung plus erlernt vom Hund, dass Menschen bei einer bestimmten akustischen Lage schlechte Stimmung verbreiten (und manche in Folge auch handgreiflich werden). Das ist übrigens nicht wertend gemeint, sondern als schlichte Feststellung. Ich strafe meine Hunde auch mal gezielt über Sprache. Das hat aber nichts mit dem Umgangston zu tun.

  • Befehle leise bis sehr leise und freundlich. Je leiser umso aufmerksamer sind die zwei. Ist ein Hund weiter entfernt dann ein kurzer Pfiff, Handzeichen und Körpersprache. Ich muss meinen Hunden doch nicht alles sagen. Nonverbale oder leise Führung finde ich viel eleganter. Laut und scharf hebe ich mir für Gefahrensituationen auf. Das darf aber nicht zu laut werden sonst tun die vor lauter Schreck gar nichts mehr. Aus dem Grund stehe ich auch mit normaler Vereinsausbildung auf Kriegsfuß und bevorzuge private Hundeschule.
    Ansonsten erzähl ich meinen Hunden viel zu viel und das will ich auch nicht ändern.

  • Ich hatte bis jetzt 8 verschiedene Hunde. 8 x unterschiedliche Rassen und Rassemixe. Alle haben nach ausreichend langer Eingewöhnungszeit auf leise und freundliche Stimme bestens angesprochen. Ich glaube nicht an eine rassetypische Notwendigkeit für einen Kasernenton.

  • Hier vergleichen viele Lautstärke mit Strenge...
    Ich bin laut. Schon immer, ich bin einfach ein lauter Mensch. Dementsprechend ist jeder in meiner Umgebung dran gewöhnt, Mann, Kind, Hunde.
    Mein Tonfall ist meist freundlich mit den Hunden, wenn sie aber nicht wollen werde ich sehr deutlich und auch lauter. Stört die Hunde nicht weiter, sie wissen dann halt "Oh, okay, ich höppel mal besser zurück zu ihr" und gut ist.

  • Zitat

    Ich dachte hier gehts um die Frage, ob bestimmte RASSEN zur Haltung und Ausbildung einen "härteren Ton" zwingend brauchen. Und nicht darum, ob ich meinen Hund mal lauter anspreche/anbrülle, um einfach konkurrierende Umweltverstärker, sprich Ablenkungen, in einer expliziten Situation zu "übertönen". Das auch dies funktioniert steht ausser Frage, nur ob man weiter so verfahren will, muss jeder für sich selbst entscheiden :D


    ...und ich finde, es ist klar, was viele hier (unausgeschrieben) meinen.

    Meine Zusammenfassung würde, hätte ich sie geschrieben, damit es mehr Leute kapieren, so lauten:

    Ich denke, es kommt nicht auf die Rasse an, sondern auf jedes Individuum, darauf, ob es ein ängstlicher Hund ist oder nicht, darauf, wie man als Mensch allgemein wirkt (laut & aufbrausend oder eher zärtlich und leise), darauf, wie auch andere Menschen einen wahrnehmen (soll ja Menschen geben, die besser und die schlechter hören).

  • Bei uns ist jede Ansage in Richtung Hund ruhig und sonor, ausser beim Notabruf lauter und beim "Nein" energischer und evtl. befehlstonartig (denke das liegt an den Situationen und menschlich sein da heftiger zu werden).
    Ansonsten wird buzzibuh, affenzirkus und knuddlwutz gemacht:
    was vielleicht bei mir 1.92, tättowiert und unrasiert befremdend wirken könnte ;)

    Alles andere kommt aus der Steinzeit, ist antrainiert weil nie anders benutzt und nochn größerer Affenzirkus!
    Rassespezifisch? Kann ich mir echt net vorstellen!?

  • Zitat

    Ich denke, es kommt nicht auf die Rasse an, sondern auf jedes Individuum, darauf, ob es ein ängstlicher Hund ist oder nicht, darauf, wie man als Mensch allgemein wirkt (laut & aufbrausend oder eher zärtlich und leise), darauf, wie auch andere Menschen einen wahrnehmen (soll ja Menschen geben, die besser und die schlechter hören).

    So sieht das aus. Hatte bisher 3 Aussies. Alle unterschiedlich. Mit allen ging/gehe ich anders um. Joy hat Strenge und Lautstärke überhaupt nicht vertragen. Sie war dann total eingeschüchtert (über Stunden). Daher war ich zu ihr immer übertrieben freundlich. Dann hat sie prima mitgearbeitet. Tex verliert die Motivation wenn man es übertreibt, weil man ihm das ungeliebte Kommando/die Übung noch madiger macht. Zwischendurch kann er Ansagen aber ziemlich gut ab und braucht hin und wiede einen Arschtritt und mahnende Worte. Ich erwarte nämlich schon, dass er sich mal für ein paar minuten zusammenreißen kann, auch wenn er auf was keinen Bock hat. Bliss ist so aufmerksam und zart. Da braucht man garnicht strenger werden....

    Ist halt immer ne Typfrage und selbst innerhalb einer Rasse kann es zu absolut unterschiedlichen Hunden kommen. Bei meinem Rüden schlägt eben die Selbstständigkeit durch. Er ist im Alltag total führig und verlässlich. Aber auf dem Hundeplatz macht Unterordnung für ihn irgendwie keinen Sinn. Beim Sport und Longieren ist das schon wieder ganz anders. So war auch Joy, die vor 4 Jahren verstarb. Bliss hat einen ausgeprägten Will to please, will mir gefallen und mir alles recht machen. Auch wenn ich nicht superfreundlich sondern normal mit ihr spreche. Einen Anschiss kann sie aber auch gut ab ( son Junghund macht ja manchmal Sachen...^^) und ist dann nicht verschüchtert. Dementsprechend anders ist/war eben der Umgang mit den Hunden. Auch wenn alle Aussies sind/waren :). Grundsätzlich strebe ich eben Freundlichkeit an. Alleine schon um deutlicher zu sein, wenn grad wirklich etwas richtig scheiße läuft....


    Gesendet von meinem GT-I9505

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