Hund nicht immer abrufbar, verrückt nach anderen Hunden

  • Hallo,

    seit 5 Wochen haben einen neuen Hund. Dieser wird auf ungefähr 11 Monate geschätzt. Er lebte früher auf der Straße, wurde dann eingefangen und in die Tötung gebracht. Anfangs war er sehr ängstlich, doch dies hat sich mittlerweile gelegt.

    Er kann schon die üblichen Grundkommandos (Sitz, Platz, Bleib) nur bei den "hier" klappt es noch nciht so. Ist er abgelenkt dann kommt er nicht. Ich bleibe dann so lange an der Stelle stehen bis er dann doch noch kommt. Gerne möchte ich ihn dann auch belohnen, doch Leckerlies nimmt er unterwegs nicht, was mir das Ganze natürlich erschwert. Er bekommt dann eine Streciheleinheit.

    Sind andere Hunde in Sicht will er immer gleich hin und ist ganz aufgedreht. Verständlich-schließlich hat er über einen Monat in der Tötungsstation nur mit Hunden zusammengelebt auf eingstem Raum. Doch einige Hunde meinen es nicht so gut mit ihm. Er zieht an der Leine und erhängt sich bald. Das Wörtchen "Aus" kennt er in solchen Situationen nicht. Versuche ich ihn mit einen Leckerlie bei mir zu halten-interessiert ihn das leckerlie auch nicht. Was kann man noch machen?

    Wie habt ihr es gescahfft, dass der Hund verlässlich abrufbar ist?

    Wenn wir laut werden, bzw. ein lautes, barsches "Aus" sagen bekommt er Angst und haut ab. Manchmal ist er auch so aufgedreht, dass er dann vor lauter Schreck auf der Couch hüpft wie ein Wilder und Dinge macht die er nicht darf.

    Sehr gerne "beißt" er noch und springt Menschen an. Das Versuchen wir auch zu unterbinden. Wir haben mitbekommen, dass man ihn dann verscuht wieder zu beruhigen. Ein "Aus" bringt nichts. Mit ruhiger Stimme und streicheln bekommt man ihn dann wieder.

    Über Tipps und Erfahrungen wäre ich dankbar. Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht.

    Dennoch im Großen und Ganzen ein ganz, ganz toller Hund.

  • Zitat

    Was kann man noch machen?

    Wie habt ihr es gescahfft, dass der Hund verlässlich abrufbar ist?

    Indem ich geübt, geübt und nochmal geübt habe. Und indem ich Geduld hatte, nicht laut wurde, sondern
    meinem Hund die Zeit gegeben habe zu lernen und zu verstehen was ich von ihm möchte. Und ihm auch
    die Zeit gegeben hatte die er brauchte um das überhaupt leisten zu können.

    Ihr habt euren Hund seit fünf Wochen, was erwartet ihr den bei einem Hund mit dem Hintergrund? Das
    schaffen viele Hunde nicht wenn sie bei ihren Menschen von Welpen an sind. Also habt Geduld mit eurem
    Hund. Er kann das zur Zeit noch gar nicht leisten und schon gar nicht unter Ablenkung.
    Super wenn er sich durch eure Ruhe anstecken lässt, das zeigt, dass er schon schön auf euch achtet. Macht
    das nicht durch eure Ungeduld wieder zunichte.

  • Innerhalb von 5 Wochen entsteht noch keine Bindung, das heißt der Hund ist momentan noch ziemlich orientierungslos. Laßt ihm Zeit und habt Geduld.
    Ruhig bleiben, nicht laut werden und schimpfen, damit treibt Ihr ihn anfangs mental nur weg. Versucht in der Wohnung ein Lieblingsspielie zu etablieren - Ball, Dummy, Futterdummy, Quietschi, Zerrseil - ganz egal. Darauf mit viel Spaß und Party konditionieren, aber nie ihm selbst überlassen. Dann draußen in einer Umgebung mit wenig Ablenkung spielen und richtig Party machen. So aufgebaut, seid Ihr irgendwann in Kombination mit dem Spielie viel wichtiger und spannender als alles andere und es baut Bindung auf. Keine Angst - Ihr müßt diese Hundeparty nicht sein gesamtes Leben betreiben, irgendwann braucht ihr es immer weniger. Weiterhin sind Regeln wichtig, die ruhig aber konsequent durchgesetzt werden. Ein sicherer Rahmen ist ein sicheres Fundament für den Hund.

    Unsere Hündin hatte in den wichtigen ersten 1,5 Jahren ihres Lebens auch kaum positiven Menschenkontakt, aber immer ein kleines Hunderudel um sich. Sie war am Anfang so drauf wie Euer Hund, wir waren völlig wurscht wenn Hunde kamen. Nun ist der Ball der Superrückruf und funktioniert fast perfekt. Sie spielt immer noch gerne mit anderen Hunden, aber ihr Fokus liegt jetzt deutlich auf mir.

    Auf keinen Fall würde ich einen Hund für unerwünschtes Verhalten, wie anspringen, streicheln, damit bestätigt Ihr ihn nur. Anleinen, vom anderen Menschen weghalten oder auf die Leine stellen - völlige Ignoranz. Benimmt und beruhigt er sich, dann erst bestätigen.

    Und alles andere...üben, üben, üben.

    Das wird :gut:

  • Genau ..... üben üben üben und mit Schleppleine sichern. Wenn er gern beißt könnte es ein Zeichen sein, dass er gern mit mit dem Maul was macht und damit ist durchaus auch Spiel eine Möglichkeit zu belohnen. Damit kenne ich mich aber nicht so aus. Zumindest richtet euch mal drauf ein dass das jetzt ungefähr ein bis zwei Jahre dauert in denen euer Hund erwachsen wird. Da sind Artgenossen wichtig und wenn ihr Glück habt findet er sie irgendwann nicht mehr so wichtig.

  • Ich hab auch so ein Exemplar, kam aus einer reinen Zwingerhaltung. Das dauert etwas aber mit Konsequenz und Geduld bekommt man das hin. Ich muss heute auch noch aufpassen, aber oft genügt ein nein wenn er nicht zu einem anderen Hund darf oder ein ok, wenn er begrüßen darf.

  • Ihr schätzt das er ungefähr 11 Monate ist?? Das ist eh keine leichte Phase mit den ganzen Hormone, wie bei unserem ratero auch so.
    Wir kennen dieses Problem nur zu gut aber die schleppleine wirkt Wunder (natürlich muss man echt konsequent Sein).
    Probiert s doch mal mit Käse oder Lebewurst wenn er normale Leckerlies nicht annimmt.
    Und wenn eure Bindung schon stärker ist, würde ich nie stehen bleiben wenn er nicht kommt sondern zb. Tschüss sagen und direkt in eine andere Richtung laufen.

  • Danke für Eure Tipps. Ich bin wirklich etwas ungeduldig. Mein letzter Hund war ein echter Anfängerhund auch aus einen Tierheim, schon 9 Jahre alt und kannte schon alle Kommandos. :smile: Leider mussten wir ihn gehen lassen, was sehr hart für uns war.

    Meine Anforderung sind scheinbar deshalb etwas hoch, aber ich bleibe geduldig. Wir sind froh wieder einen tollen Hund gefunden zu haben.

  • Hallo Lady99,

    ich bin fast in der gleichen Situation. Ich habe auch einen kleinen Südländer, der aktuell 10 oder 11 Monate alt ist.
    Was hier wirklich super klappt und das, obwohl er erst etwas über drei Wochen hier ist, ist folgendes:

    10 Meter Schleppleine. Am Anfang die Leine am Ende in der Hand halten.
    Nur noch den Hund aus der Hand füttern und zwar bei Spaziergängen.
    Ein Kommando etablieren. "Komm" sagen und sofort gibt es Futter. Kommt er nicht freudig genug, in die andere Richtung losrennen, dann füttern.
    Wenn er nicht gleich kommt, leichte Impulse über die Schlepp geben. Kommt er dann - Futter.
    Ignoriert er dich komplett, Schleppleine um einen Baum schlingen. Weggehen. Schaut der Hund zu dir und will zu dir: Loben, Futter.

    Wir sind jetzt soweit, dass ich die Schlepp in wildarmen Teilen des Waldes (Lichtungen, Wiesen) komplett abmachen kann und im Wald schleifen lassen kann.
    Wichtig ist, wirklich nur über die Hand oder Beutel zu füttern.
    Wenn er auf deinen Ruf gut kommt, gibst du nicht jedes Mal Futter, nur ab und zu.
    Man merkt wirklich schon nach wenigen Tagen eine große Wirkung.

    Vielleicht hilft's.

    Beste Grüße,
    Geckolina

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