Hund macht alles kaputt und riecht

  • Huhu Foris,

    heute gehts weder um mich, noch um Shela.
    Heute gehts um eine Freundin und ihren "Pflegehund" Alpha. Beziehungsweise ein Hund in Betreuung bis zum Sommer.
    Alpha ist ein Red Nose Staff und grade in der Pubertät angelangt. Die Erziehung lässt zu wünschen übrig, was die Sache noch ziemlich erschwert. Er hat wohl grade entdeckt das man mit dem Lümmel noch mehr anstellen kann als Pipi machen und Rammelt jede weibliche Person. Bei ihr und mir haben wir das schon in den Griff bekommen, jedoch trauen sich fremde bei ihm nicht sich durch zu setzen. Wie kann man das unterbinden? Er hört zwar wenn wir Aus sagen, aber das hält nur ein paar Minuten. Männer kommen gar nicht erst rein. Die werden verbellt, gestellt und wenn sie nicht kuschen wahrscheinlich auch gebissen.

    Alleine sein, hat er laut Besitzer gelernt. Er ist auch schon seit 2 Monaten da aber seit ein paar Tagen muss die Freundin eben auch mal weg und in dieser Zeit, selbst nur eine halbe Stunde, mutiert Alpha zum wilden Tier. sämtliche Sachen zerstört er, er markiert ALLES, sie hat keine saubere Wäsche mehr wegen ihm!! Und er schei*** grundsätzlich ins Badezimmer, selbst wenn er kurz vorher draussen gemacht hat. Das alles eben nur wenn er alleine ist. Wenigstens bellt er nicht :roll:

    Dann hätten wir noch seinen Geruch...er stinkt bestialisch!!! Ich habe nie einen Hund erlebt der so übel riecht. Kann am Futter liegen (Lidl billig Futter) oder vielleicht daran das er etwas Pilzartiges auf der Haut hat?

    Bei der Freundin ist es mittlerweile so schlimm, das sie alle übrig gebliebenen Sachen im Badezimmer verstaut, und sich auf dem Dachboden eingerichtet hat. Sie kommt mit dem Geruch einfach nicht klar, da hilft auch kein lüften oder Raumduftspray.. alles versucht.

    Was können wir jetzt machen? In erster Linie ist es wirklich der Geruch der stört, man mag echt nicht mit ihm in einer Wohnung sein.

  • Wenn die Haut so extrem ausdünstet, würde ich a) das Futter wechseln (hast Du schon richtig erkannt), b) den Hund mal schonend schampoonieren, c) beim TA vorstellen, die Haut ist ein Ausscheidungsorgan, und der Gestank KANN auf tiefergehende organische Probleme hinweisen.

    Bezüglich Pubertät: ist halt bei fast jedem Hund eine etwas schwierigere Zeit. Ich bin immer gut damit gefahren, meine Jungspunde stärker geistig auszulasten (Suchspiele, Fährte, lustbetonte Unterordnung), erste Forderungen bezüglich Frusttoleranz zu stellen und konsequent die Einhaltung von Regeln zu sichern. Kein dutzidutzi-Welpen-Schutz, von niemandem. Wenn Hund was zerstört, sind immer zwei "schuld": Hund als Täter, Besitzer als Gestatter. Das Unsaubersein würde ich aber als Streßreaktion sehen, nicht als Trotz oder Aufstand. Möglicherweise hilft die langsame Gewöhnung an einen sicheren Rückzugsort (Zimmerkennel), die Abwesenheit besser zu verkraften. Das ist aber nur für eine Kurzzeitunterbringung möglich, sollte ja klar sein.

    Vielleicht findet Deine Freundin ja eine engagierte Hundesschule, wo man ihren Red Nose Staff (gibt's das überhaupt?) richtig beurteilen kann.

  • Mein allererster Rat wäre ganz klar: Ab zum Tierarzt mit dem Hund!
    Ich kenne keinen Hund, der "einfach so" bestialisch stinkt. Und wenn du schreibst, er hat auch noch eine Art Pilzbefall auf der Haut, verstehe ich sowieso nicht, warum man nicht schon mit einem Tierarzt darüber gesprochen hat. Der Gestank kann überall her kommen, vielleicht sogar vom schlechten Futter. Ich würde das auf jeden Fall beim Tierarzt ansprechen, der weiß sicher Rat.

    Für alle anderen Probleme ist ganz klar Erziehung nötig, aber das wisst ihr sicherlich selbst. Das der Hund, wenn er alleine ist Dinge zerlegt und überall hinpieselt, würde ich auf Stress zurück führen. Er hat offenbar nie gelernt, alleine zu sein. Ich kenne auch Hunde, die das als Welpe ganz toll konnten und trotz Training in der Pubertät wieder "verlernt haben". Ihr werdet da leider gaaanz kleinschrittig wieder ansetzen müssen, sonst hört das wohl nie auf.

    Zum Rammeln: Das kann auch gut und gerne eine Stressreaktion oder Übersprungshandlung sein. Auf jeden Fall sollte man das im Ansatz sofort unterbinden. Fremde Menschen "anrammeln" geht wirklich gar nicht und es ist eure Aufgabe, das dem Hund klar zu machen.
    Welchen Weg ihr da wählt, müsst ihr vom Hund abhängig machen. In jedem Fall würde ich das "Aus" bzw. "Nein" anbringen, bevor er überhaupt aufreiten kann, nicht erst wenn er der nächsten Dame am Bein hängt.

    Das Verbellen und Stellen von Männern würde ich sofort unterbinden. Das kann auch mal gefährlich werden, wie du offenbar schon mitbekommen hast. Mein Hund hat hier gewiss nicht zu entscheiden, wer in meine Wohnung kommt und wer nicht!

    Das Leute sich von so einer Rasse schnell eingeschüchtert fühlen, finde ich absolut normal. Es ist auch nicht die Aufgabe von fremden Leuten, "euren" (ich weiß, es ist nicht deiner, mir fiel nur keine andere Formulierung ein) Hund zu maßregeln. Viel mehr sollte es zu solchen Situationen gar nicht erst kommen. Ihr müsst ihm klar machen, dass sein Verhalten unerwünscht ist, nicht die durch sein Verhalten belästigten Personen.

    Ich würde dieses Verhalten übrigens nicht nur auf die Pubertät schieben. Wie viel ist über den Vorbesitzer und die Verhältnisse dort bekannt? Wisst ihr sicher, wie der Hund dort gelebt und was er schon gelernt hat?

  • Kann mich dem Post meiner Vorgängerin nur anschließen! Bei mir käme er, vor allem wenn andere Menschen dabei sind, vorerst nicht von der Leine! Menschen rammeln geht gar nicht und würde ich schlicht unterbinden und ihm eventuell einen festen Platz zuweisen, AIF dem er zu bleiben hat, wenn sie ihn dort hinschickt. Leine hilft einfach, damit er nicht mehr unkontrolliert Zugriff auf Menschen bekommen kann. Kennel kann helfen, auch damit alle mal durchatmen können. Wenn ihr Angst habt, dass er einen Mann sogar beissen würde, würde ich ihn zudem lieber früher als später an einen Maulkorb gewöhnen.

  • Naja, wenn uns der Besitzer gesagt hätte, was auf uns zu kommt, hätten wir uns besser darauf vorbereiten können, meine Freundin kennt sich kein Stück mit Hunden aus. Sie dachte er wäre, wie der Besitzer es sagte, Pflegeleicht und einfach. Ich glaub auch nicht das er sich dieses Verhalten über Nacht angeeignet hat.
    Der Hund gehört auch nicht ihr, sondern immer noch dem Besitzer. Ich weiß nicht wie weit wir da einfach in seine Erziehung eingreifen können. Gegen den Pilz Befall haben wir ja schon ein Shampoo das auch vom Tierarzt ist, nur lässt er sich von ihr nicht baden.
    Das er stress hat kann ich mir sehr gut vorstellen. Immerhin lässt sie ihn jetzt ständig alleine und ist mehr oder weniger auf ihrem Dachboden eingezogen und überlässt ihm die Wohnung.
    Ich werde da jetzt wahrscheinlich erst mal "einziehen" und versuchen ein bisschen mit ihm zu üben und ihn zu baden.

    Zu dem unterbinden: bei den Mädels die uns besuchen kommen können wir es unterbinden, es wirkt einfach nur nicht lange und wir können auch nicht hellsehen wann er das nächste mal Rauf will. Und bei den Männern ist es schwierig, da hat er wohl schlechte Erfahrungen gemacht, es muss ja einen Grund geben das er Männer überhaupt nicht ausstehen kann. Wir lassen einfach keine rein, denn selbst wenn wir es unterbinden ist es mir einfach zu gefährlich das er dann nicht mal einfach aus heiterem Himmel auf ihn los geht.

    Ich kenne Alpha seit er 9 Wochen alt war und den Besitzer habe ich da auch kennen gelernt. Eigentlich ist er immer sehr gut mit Alpha umgegangen, die Grundkommandos sitzen ja auch und ich wüsste nicht das er in schlechten Verhältnissen aufgewachsen ist. Also anders als Pubertät kann ich es mir ehrlich nicht erklären.

  • Okay, unter diesen Gesichtspunkten ist das natürlich etwas anders. Ich hatte jetzt gedacht, der Hund ist quasi als Zwischenstation bei euch und wird dann an ein anderes Zuhause weiter vermittelt.

    Ich würde dennoch gucken, dass ihr dem Hund keine Möglichkeit mehr gebt, Besuch irgendwie anzugehen. Sei es besteigen oder verbellen/stellen. Je mehr Erfolg er damit hat, desto vehementer wird er es später tun. Das ist sicherlich auch für seinen Besitzer keine wünschenswerte Eigenschaft.
    Im Notfall würde ich den Hund wirklich auf einen Platz verweisen oder aus dem Raum halten, wenn ihr nicht schnell genug eingreifen könnt, um das Aufsteigen zu verhindern.

    Bezüglich des Badens: Was tut er denn, wenn deine Freundin versucht ihn zu baden? Mangelt es ihm da einfach an Vertrauen zu ihr oder gibt es da andere Gründe?

  • Ich habe jetzt überlegt ob wir sein Futter nicht trotzdem umstellen wollen, auch wenn er uns nicht gehört. Ich hab hier noch ein paar Säcke Orijen und Purizon. Nur bringt das was? Ich weiß nicht ob der Besitzer das dann auch so weiter führt oder wieder auf Billig umsteigt.

    Seinen Platz hat er, da geht er auch hin wenn wir ihn hin schicken, aber wenn besuch da ist wollen sie ihn meistens streicheln und rufen ihn zu sich.

    Er lässt sich von ihr vieles nicht gefallen. Ich habe manchmal das gefühl es mangelt an Respekt, sie ist auch nicht konsequent und hat so ziemlich alles falsch gemacht was ging. Da war das Vertrauen dann wohl auch weg.

    Sie bekommt ihn nicht mal in die Dusche. Er läuft dann weg oder knurrt und dann bekommt sie Angst. Anfassen lässt er sich von ihr dann schon gar nicht. Deshalb soll ich es mal versuchen.

  • Versuchen könnt ihr das mit der Futterumstellung natürlich. Wenn es etwas bringt, seit ihr zumindest den Geruch los und schaden tut es dem Hund sicherlich nicht. Selbst wenn der Besitzer dann wieder Billigfutter füttert, ist der Geruch dann ja nicht mehr euer Problem, sofern er vom Futter abhing. So oder so kann es, denke ich, nicht schaden.

    Ich würde versuchen, beim Streicheln dabei zu sein und ihn, wenn er versucht aufzureiten, korrigieren. Das setzt natürlich voraus, dass ihr bei Kontakt mit den Menschen immer ein Auge auf den Hund habt.

    Du kannst natürlich versuchen ihn zu baden. Ich würde das vorsichtig und mit viel Geduld machen, wenn deine Freundin schon quasi Angst vor dem Hund hat. Ist natürlich keine schöne Voraussetzung für ein Zusammenleben, wenn auch nur auf Zeit. :/
    Ist er irgendwie bestechlich? Mit Leckerchen/Spielzeug o.Ä.? Falls ja: Unbedingt so viel positive Bestätigung wie möglich. Man muss natürlich auch konsequent sein, klar. Aber in so einem Fall würde ich es definitiv erstmal mit Bestechung und Vertrauensaufbau versuchen.

    Darf man fragen, wie lange Alpha noch bei deiner Freundin ist?
    So wie es jetzt ist, ist das ja für Niemanden ein schöner Zustand, denke ich.

  • Dann probieren wir es mal mit ner Futterumstellung.

    Mit mir kommt er auf jeden fall mit ins Bad, wenn ich duschen gehe oder sogar wenn ich nur mal für kleine Mädchen muss will er mit. Bis dahin sollte es schon mal einfach werden. Nur weiß ich gar nicht wie er überhaupt auf Wasser reagiert, so wie sie das beschrieben hat klang es für mich so als hätte er Angst.
    Bestechlich ist er mit Leckerlies, Spielzeug und sogar mit Streicheleinheiten, positiv bestärken wird also wohl auch kein Problem.

    Und weil sie Angst hat, ziehe ich da wahrscheinlich erst mal ein bis der Welpe kommt. Dann ist Alpha auch nicht mehr ständig allein und der Stress verringert sich vielleicht auch.

    Alpha ist noch bis zum 17.08. ungefähr da.

  • Wenn er noch so lange da ist, würde ich auf jeden Fall gucken, dass ihr die Baustellen in den Griff bekommt, alleine schon für eure Nerven bzw. die Nerven deiner Freundin. In dieser Zeit ist er ja schließlich "ihr Hund", wenn sie auch nicht die Besitzerin ist.

    Wenn Alpha Angst vor Wasser hat würde ich ihn ganz langsam und mit ganz viel Bestechung und gutem Zureden daran gewöhnen. Macht bitte nicht den Fehler und zwingt den Hund dazu. Von dem was ich lesen konnte, neigt er ja sowieso schon dazu, deutlich zu zeigen, wenn es ihm zu viel wird: Lasst ihm diesen Freiraum, sonst habt ihr am Ende vielleicht tatsächlich einen Hund, der nicht mehr nur knurrt sondern schnappt.
    Klar ist der Pilzbefall irgendwie eine Ausnahmesituation, da wahrscheinlich auch auf Dauer nicht gut für den Hund, aber trotzdem.

    Vermittel deiner Freundin unbedingt, wie du dich mit dem Hund verhällst und versuche, ihr die Angst zu nehmen, wenn du mit Alpha gut klar kommst und einen Weg findest, Vertrauen zu ihm aufzubauen.

    Mit einem Tier zusammen zu leben, vor dem man Angst hat und das auch noch über mehrere Monate, stelle ich mir sehr belastend vor. Natürlich reflektiert sich das auch zurück auf das Tier. Er spürt ihre Unsicherheit und kann damit eventuell auch nicht so umgehen/wird selbst unsicher.

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