Hund als bester Freund

  • Ich finde, du hast schon viele hilfreiche Tipps bekommen.

    Ja, ein Hund kann das Leben eines Kindes bereichern. Allerdings müssen hierzu die Rahmenbedingungen stimmen.
    Du musst dir vollkommen klar sein, dass es in erster Linie DEIN Hund sein wird. Du kannst von einem neunjährigen Jungen nicht verlangen, dass er die Verantwortung übernimmt. So mancher Erwachsener ist mit der Erziehung eines Hundes überfordert. Die Hauptlast wirst also du tragen müssen. Wenn du das willst, dann ist das wunderbar. Wenn ihr jedoch schon mit dem Gedanken ran geht, dass sich euer Sohn dann kümmern MUSS, dann vergesst die Hundesache ganz schnell wieder. Das ist nicht die richtige Art ein Kind an ein Haustier ran zu führen. Das Haustier soll eine Bereicherung für das Kind sein und keine lästige Verpflichtung. Die Freude am Haustier wird sonst sehr schnell schwinden und es wird nur Streit in der Familie geben.
    Das bezieht sich übrigens auf jedes Haustier, Hamster oder Hund. Wobei ein Hamster natürlich weniger zeitintensiv ist. ;)
    Vielleicht wäre ja auch ein anderes Haustier, das weniger Zeit beansprucht, eine Alternative? Ein Nager oder ähnliches?

    Wenn die ganze Familie, im Besonderen du, jedoch einen Hund will, dann bitte bitte unterstützt nicht solche Vermehrer, die irgendwelche obskuren Mixe anbieten und die dann auch noch als besonders robust anpreisen.
    Ein Züchter produziert keine Mixe, sondern verpaart sinnvoll Hunde mit einem ganz bestimmten Zuchtziel.
    Ein Kleinsthund ist bestimmt nicht für einen Jungen, in dem Alter geeignet.
    Sucht euch eine nicht zu große, aber robuste Rasse aus und informiert euch über seriöse Züchter. Hierbei ist das Forum hier auch gerne behilflich.
    Eine andere Möglichkeit wäre, sich mal ein paar Hunde im Tierheim anzusehen, besonders wenn es kein Welpe sein soll.
    Wir hatten zu Hause, als ich noch klein war, z.B. einen Cairn Terrier. Ist zwar ein Terrier und kann auch mal dementsprechend stur sein, aber diese kleinen Kerle machen jeden Spaß mit und sind auch durchaus robust.
    Informiert euch einfach über verschiedene Rassen. Dann werdet ihr schon was Passendes finden.
    Nur so bekommt ihr einen Hund, an dem ihr die nächsten 15 Jahre Spaß haben werdet.

    Im Übrigen, auch ein Hund wird nicht das grundsätzliche Problem deines Sohnes lösen. Ich bin mit Tieren, großen wie kleinen, aufgewachsen. Aber ein Tier, egal wie sehr man es liebt, kann niemals einen menschlichen Freund ersetzen. Ich würde da durchaus noch nach anderen Lösungsansätzen suchen. Ich bin jedoch sicher, das tust du bereits.

  • Hallo,
    ich finde die Idee mit einem Hund für den Jungen gar nicht schlecht. Wenn er allerdings helfen soll Kontakte zu knüpfen gehört schon mehr dazu.
    Bei uns im Verein gibt es einen Agility-Fun-Kurs. Vor ein paar Jahren hatten wir ein leicht behindertes Mädchen mit ihrem Hund dabei. Die Kleine war um die 10 Jahre und hatte ebenfalls Probleme Freunde zu finden, war sehr schüchtern und ohne Selbstbewusstsein.
    Die anderen Teilnehmer waren ausnahmslos Erwachsene. Es kommen seltsamerweise ansonsten auch keine Kinder oder Jugendlichen.
    Anfangs hat es so gar nicht geklappt, aber alle haben ihr immer wieder Mut gemacht. Die Eltern waren dann ziemlich erstaunt wie schnell die Kleine akzeptiert wurde und zu was sie fähig war. Ich denke der Hund hat ihr sehr geholfen, denn sie erzählte gerne über ihn wenn sie denn angesprochen wurde. Sie wurde im Laufe des Sommers viel mutiger und fing sogar an zu diskutieren.
    Leider ist sie später weggezogen.
    Ich denke das ein Hund einem Kind sehr helfen kann, aber wenn das Ziel ist Kontakte zu anderen Kindern zu bekommen, sollte man etwas suchen wo das Kind auch mit anderen in Kontakt kommt.
    Von einem Welpen würde ich auch abraten und etwas robuster von der Rasse her sollte ein Hund für ein 9jährige Kind auch sein. Der muss dann auch mal einen Knuff abkönnen. So eine Zwergenrasse oder Mix verführt doch schnell dazu sich mit dem Hund auf dem Arm erst recht irgendwohin zu verkriechen. Man muss auch an andere Hunde denken wenn ein Kind mit so einem Winzling unterwegs ist. Wenn da etwas passiert????
    Ich würde mal in Tierheimen schauen, nach einem passenden Gefährten. Vielleicht wäre es von Vorteil mal herauszubekommen an was der Junge Spaß hätte. Geduldig sollte er auf jeden Fall sein. Zuschauen kann man bei allen Vereinen und meist gibt es viele Tipps gratis.

    Gruß Terrortöle

  • Einmal vorab, mein Hund ist mein bester Freund.

    Aber ich denke das tut hier nichts zu Sache, generell finde ich Tiere helfen Kindern sehr, ich selbst bin mit Tieren gross geworden.

    Ich denke bevor ihr euch einen Hund anschafft kann man ja mal sehen ob vielleicht einer eurer Nachbarn einen "Pflegehund" hat mit dem dein Sohn spazieren gehen kann, vielleicht sogar jeden Tag eine kleine Runde.
    Oder ob es bei euch in der Nähe Therapiehunde gibt, oder vielleicht Reitstunden.
    Habe viele Reitkinder gehabt die schon vom ersten Tag an, alleine durch den Stallbesuch, wirklich aufgeblüht sind.
    Vor allem wenn ihr zuvor noch gar kein Tier hattet, würde ich erstmal über solche Alternativen nachdenken um erstmal zu sehen wie der Umgang mit Tieren euch liegt und hilft.

    Die Verantwortung für den Hund wirst auf jeden Fall du tragen müssen, die Sohn ist dafuer noch zu jung, auch wenn er natuerlich lernen soll Verantwortung zu übernehmen etc. liegt diese natürlich am Ende bei dir. Also sollten du und dein Mann einen Hund wollen.
    Betreffend der Rasse schliesse ich mir der Meinungen an, das kein Züchter Mixe züchtet. Ich würd auch im Tierheim schauen.

  • Wie ihr ganz sicher selbst wisst wird die Anschaffung eines Hundes nicht die Lösung der Probleme sein, aber ich finde, daß ein Hund durchaus ein Sozialpartner sein kann, sowohl für Kinder also auch in anderen Bereich (Menschen m. Behinderung, Senioren usw.)
    Er bereichert unser Leben auf jeden Fall, mit ihm lernen wir neue Beschäftigungen und er hilft uns immer wieder neue Kontakte zu knüpfen z.B. was ich mir in deinem Falle durchaus denken könnte: daß sich dein Sohn einer Jugendgruppe eines Hundevereins oder einer Hundeschule anschließt.(Bei uns im Verein z.B. bin ich immer wieder begeistert wieviele Kids - und einige nicht älter als ein Sohn - mit Begeisterung mit ihren Hunden arbeiten).
    Und ehrlich: für wen von uns "Hundeverrückten" hier ist denn der Hund nicht "der gute Freund"! Wer von uns hat nicht schonmal Trost darin gefunden, den Kopf ins Fell seines Hundes zu drücken und ihm zu erzählen, was einem gerade ganz schön zusetzt oder sonstig wunderschöne Erlebnisse mit seinem Hund gehabt? Andererseits: bei einem Blick aus dem Fenster auch schon gedacht: wie schön, wenn ich jetzt hier auf der gemütlichen Couch im Warmen bleiben könnte, aber nein Wuffels müssen raus.

    ALSO: natürlich müßt Ihr Euch klar sein, daß Ihr - die Eltern - die Hauptverantwortung für den Hund habt. Ihr und alle 3 Kinder müßt gemeinsam beschließen, ob der Hund ins aktuelle Familienleben paßt, ob vielleicht auch die anderen Geschwister mal bereit sind ne Runde Gassi mit dem Hund zu gehen (sorry, nat. nur wenns Alter paßt), ob sich das mit Euren Urlaubs- und Freizeitaktivitäten aber auch mit Euren Arbeits- und Schulsituationen vereinbaren läßt
    Macht Euch eine Liste und schreibt ganz ehrlich die Vor- und Nachteile auf, nicht nur um zu sagen: das überwiegt, also geht das Rennen so aus sondern um sich alles ganz bewußt zu machen.

    Zur Rasse selbst kann ich nicht allzuviel sagen. Ich bin insgesamt eher "der Mischlingstyp" und sage immer wieder: es gibt so wunderbare Hunde im Tierschutz.
    Ich könnte mir nur grundsätzlich in Eurer Situation evtl. einen etwas größeren z.B. kniehohen Hund zu nehmen, mit dem Eurer Sohn vielleicht auch - wie oben erwähnt - ein wenig sportlich aktiv werden kann.

    Ich wünsche Euch von Herzen viel Glück, überstürzt nichts, überlegt gut und vielleicht hast du ja Lust uns zu erzählen, in welche Richtung Eure Überlegungen gegangen sind.

  • Zitat

    Da ich zum großen Teil im Büro im Haus arbeite und daher oft zu Hause wäre, ist der Hund zwar nicht oft allein, aber ich bin mir nicht sicher, ob Kinder eine so enge Bindung zu einem Hund aufbauen können und sich dann auch steitig um das Tier kümmern. Meine Angst ist in gewisser Weise, dass wir jetzt einen Hund aufnehmen und ich mich nach drei Wochen dann allein um ihn kümmern muss. Ich habe leider auch keine Erfahrung, was Hunde anbelangt. Klar verspricht unser Sohn jetzt, dass er alles für den Hund macht. Wir haben mit ihm auch Gespräche geführt, was es bedeutet, sich 7 Tage die Woche um einen Hund zu kümmern und obwohl die Züchterin meint, dass die Hunde sehr robust und wenig anfällig und arbeitsintensiv sind, bleiben meine Bedenken.

    Ich bin selbst mit Hund aufgewachsen, seit ich drei Jahre alt war. Ohne jede Anfeindung kann ich Dir sagen: Deine Vorstellung ist total utopisch. Kinder können nach und nach mehr Verantwortung übernehmen. Aber als 9-Jähriger? Das wird nicht klappen. Es wäre auch nicht fair. Dein Sohn kann überhaupt null einschätzen, was er da gerade verspricht. Das kann man sich ja in allen Ausmaßen kaum als Erwachsener ausmalen. Wenn es dann nicht klappt mit den ganzen Versprechungen hat er vielleicht ein schlechtes Gewissen und Versagensgefühle.
    Also: ein bisschen einbinden - ja, die ganze Verantwortung: nein, auf keinen Fall.
    Ehrlich gesagt: ich würde auch einen 9-Jährigen nicht allein Gassigehen lassen mit dem Hund. Zum einen fehlt die Weitsicht für eventuell hakelige Situationen, zum anderen ist man mit Hunden ja nicht allein auf der Welt und muss sich im Zweifel mit nicht immer ganz freundlichen Artgenossen herumschlagen.
    Auch ein kleiner Hund muss erzogen werden.
    Es dauert, bis er stubenrein ist.
    Zu fairen Bedingungen für alle gehört auch, den Hund sorgfältig auszuwählen, zu schauen, aus welchen Verhältnissen er kommt. Wie geht es den Muttertieren, z.B., oder werden hier wild merkwürdige Mixe produziert.
    Zur Rasse: es ist ein Irrglaube, dass besonders kleine Hunde besonders gut zu Kindern passen. Zu bedenken ist, dass sie noch mehr Rücksicht brauchen wegen ihrer körperlichen Konstitution.

    Zitat


    Hat jemand Erfahrung mit dem Mix? Ist der geeignet für Kinder? Was haltet ihr grundsätzlich von einem Hund als Therapeut? Wie läuft es bei Euch mit Kind und Hund?

    Für ein paar Ratschläge, oder auch Punkte zum Überdenken, wäre ich sehr dankbar.

    Vielen Dank schon mal.

    Puh, ich kann das grundsätzlich schwer beurteilen. Zuerst sollte der Hund als Familienmitglied mit eigenen Bedürfnissen gesehen werden, das eine Menge Anpassung und Rücksichtnahme erfordert.
    Also auf jeden Fall ehrlich schauen: was können und wollen wir einem Tier bieten und nicht nur auf die Seite: was kann das Tier für uns tun.
    Wenn sich aus der Tierhaltung positive Nebeneffekte für das Seelenleben ergeben ist das eine tolle Sache.
    Aber grundsätzlich würde ich einen Hund um des Hundes willen halten und die Erwartungen klein halten.

  • Hallo erstmal! :-)

    Ich stimme meinen Vorschreibern zu! Ein Kind in diesem Alter KANN die Aufgaben nicht übernehmen! Ich ziehe selber gerade einen Welpen groß. Mein Tag sieht so aus, dass ich alle 2 Stunden auf die Wiese raus muss zum Pieseln und Kacken. Nachts kann ich - seit die Kleine da ist - nicht mehr durchschlafen. Sie schläft bei uns im Schlafzimmer in ihrem Bett und winselt wenn sie raus muss. Ein Kind braucht seinen Schlaf und seine Energie für das eigene Wachstum! Der Welpe müsste also nachts und wenn der Junge in der Schule ist von euch Eltern rausgebracht werden! Zwischen den Piesel-Zeiten muss man sich auch mit dem Welpen beschäftigen, mit ihm spielen, ihn erziehen, ihn im Auge behalten - da ist nix mit nebenbei arbeiten! Wenn der Welpe schläft (bei mir gottseidank viel aber ich kenne auch Welpen, die machen untertags kein Auge zu!) kann man dann Sachen machen wie Körperpflege, Haushalt etc. Wenn der Welpe wach wird muss du schnell handeln, sonst hast du eine Pfütze auf dem Teppich! ;-) Ich würde auch keinem Kind der Welt die Verantwortung für einen Spaziergang mit dem Hund aufbinden, denn es kommt teilweise zu Situationen, in denen ein Kind einfach nicht adäquat entscheiden kann.

    Wenn du bereit bist, den Hund selbst zu versorgen, käme es meines Erachtens in Frage, aber hierzu solltest du auch den Hund wollen, sonst macht es ja keinen Spaß. Denn nur für das Kind ein Lebewesen zu holen, das so lange lebt und derart aufwändig in der Haltung ist, das würde ich nicht machen, wenn du den Hund nicht auch selber haben willst. Wenn du keine Zeit für die Welpen-Erziehung hast, wäre vielleicht auch ein erwachsender Hund was. Von einem Kleinsthund würde ich auch abraten wenn ihr Kinder habt. Schaut doch einfach mal im Tierheim vorbei und lasst euch beraten. Dort kann man auch Probe-Gassi gehen und schauen, wie sich das so anfühlt.

    An sonsten fände ich es auch gut, wenn ihr euch nach anderen Maßnahmen umschaut, euer Kind unter die Leute zu bringen. Wie schon mal geschrieben, vielleicht Vereine oder andere regelmäßige Treffen. Ein Hund kann kein Ersatz für einen Menschen-Freund eines Kindes sein.

    Alles Gute für euch!

  • Ich sehe auch ein Problem darin, wenn der Hund sich nicht so entwickelt wie man möchte. Man ist nie komplett vor Fehlern in der Erziehung sicher, auch wenn man eine noch so gute Hundeschule besucht.

    Ich stell mir das für das Kind noch belastender vor, wenn auch nicht der Hund auf das Kind achtet (als Beispiel Leinenpöbler).
    Ich wäre auch vorsichtig mit den anderen Kindern. Dein Sohn wird durch den Hund erstmal interessanter und vielleicht kommen sogar welche zu Besuch. Doch vermutlich weniger wegen deinem Sohn, als wegen dem Hund. Das ist für ein Kind echt bitter (eigene Erfahrung!). Mal ganz davon abgesehen, dass durch den Hund dein Sohn nicht vor Mobbingatacken in der Schule geschützt ist.

    Auch könnte dein Sohn leicht glauben, dass er einen Hund braucht um Freunde zu finden. Auch nicht wirklich hilfreich...


    Wie wäre es denn stattdessen mit einem Schulwechsel?

  • Ich finde es ganz toll, wenn Kinder mit Tieren aufwachsen. ABER:
    1. SELBSTVERSTÄNDLICH bleibt alles bei dir hängen. Du kannst von deinen Kindern nicht erwarten, dass sie selbstständig den Hund versorgen. Ein Hund ist ein sehr komplexes Lebewesen mit vielen Bedürfnissen, kein Kaninchen das einmal am Tag Futter und Wasser braucht (krass gesagt). Ein Hund läuft einfach nicht nebenher, die meisten zumindest nicht.
    2. Wie viele andere hier schon geschrieben haben, ist nicht gesagt, ob dein Sohn und der HUnd tatsächlich beste Freunde werden. Was, wenn der Hund einen von den Erwachsenen/Geschwistern lieber mag? Oder wenn dein Sohn nach anfänglicher Begeisterung den Hund doch doof findet? Was ist in 5-6 Jahren? Nein, ein 9-jähriger sollte nicht die ganze Verantwortung für einen hund haben und auch nicht mit ihm allein spazieren gehen.
    3. Ein Welpe? Wirklich? Du schreibst du hast keinerlei Hundeerfahrung. Glaub mir, so süß und putzig so ein "verschmuster" Welpe auch ist, er kann auch sehr anstrengend sein, er erfordert ständige Aufmerksamkeit, er muss erzogen werden, muss stubenrein werden (das dauert teilweise einige MONATE, das ist nicht in ein paar Tagen gegessen!) Wusstest du, dass kleine Welpen nicht wissen, dass man nicht beisst? Das müssen sie erst lernen! Allein das könnte deine Kinder abschrecken, wenn sie ständig gezwickt werden? Ich finde, einen Welpen aufzuziehen ist eine riesen (aber zugeben auch sehr schöne) Aufgabe!
    4. Ein Chihuahuamix? :???: Ich glaube, Jungs wollen lieber was größeres, was nicht so nach Tussi aussieht :lol:
    5. Überlegt euch das nochmal gut. Familienhund ja (mit euch Eltern in der Hauptverantwortung!!!), Hund damit Sohn nicht allein ist und beschäftigt ist? nein!

  • Hallo,

    unser jüngster Sohn leidet bzw. litt sehr (mittlerweile 17 und kann sich selbst und seine Beziehung zu seinem Umfeld deutlich besser einschätzen ...meistens ;) ) unter einem leichten Autismus, was ihm die Kontaktaufnahme insbesondere zu etwa Gleichaltrigen erheblich erschwert hat - anhaltende Freundschaften kamen und kommen also quasi nicht zustande. Dazu kam noch dass er, als er jünger war, dermaßen Angst vor Hunden hatte, dass er schon bei einer evtl. bevorstehenden Begegnung mit einem Hund die Strassenseite wechselte. Unser Hund war ein echter Glücksfall für ihn und unser Sohn hängt sehr an ihm. Angst vor Hunden gibt es nicht mehr und die Kontakte die er dadurch zu Erwachsenen bekommt, denen er (!) hier in der Nähe ab und zu begegnet (ebenfalls Hundebesitzer die er so bei seiner Gassirunde trifft) helfen ihm auch sehr mehr Selbstsicherheit zu entwickeln. Inwiefern der Hund nun insgesamt zu seiner Gesamtentwicklung beigetragen hat lässt sich natürlich nur schwer präzisieren. Soviel aber zunächt zu den extrem positiven Dingen.
    ABER - den Hund haben wir uns NICHT in erster Linie wegen unseres Sohnes angeschafft (und auch nicht FÜR ihn) sondern ich war in diesem Fall die treibende Kraft, weil es sich für mich durch eine Veränderung unserer Lebensumstände so ergeben hat, das wir ihn uns endlich leisten konnten (nicht nur finanziell sondern auch und ganz besonders zeitlich). Ich wollte schon als kleines Kind immer einen Hund haben, was mir aber stets verwehrt blieb - mein Bruder, einige Verwandte und einige unserer Bekannten hatten immer schon Hunde mit denen ich auch schon früh umgegangen bin und habe mich im Grunde genommen 45 Jahre darauf gefreut endlich einen eigenen Hund haben zu dürfen - nicht nur einen mit dem ich mal etwas unternehmen durfte sondern einen der Teil meines Lebens sein sollte. Wie gesagt das wollte in erster Linie ICH!
    Für meinen Sohn hatte es SEHR positive Nebeneffekte, aber die kommen nicht von alleine und sowas kann auch derbe in die Buxe gehen. Wie gesagt hatte unser Sohn keinen großartigen Kontakt zu Gleichaltrigen und war hauptsächlich "unter sich". Der Hund war sofort Teil der Familie (als "Familienmitglied" wurde er auch angeschafft und findet auch als solches hier Berücksichtigung) und wir mussten SEHR darauf achten, dass der Sohn ihn nicht als "Knubbelobjekt" missbrauchte. Menschen sind natürlich soziale Wesen und die Suche nach Zuwendung, nach einem "Freund" ist ihm normalerweise wichtig - das trifft auf Kinder ganz besonders. Nur ....ein Hund IST KEIN MENSCH! Und einem Kind ist es mitunter nur schwer zu erklären, das der Hund auch nicht wie ein Mensch behandelt werden darf und das auch nicht versteht - sonst wird aus dem besten Freund sehr schnell...der größte Feind! Nicht jeder Hund möchte gerne in den Schwitzkasten genommen, gedrückt od auf die Nase geküsst werden ...und manche wehren sich dagegen - zurecht, denn sie haben Ansprüche auf eine Behandlung die IHREM Wesen entspricht, haben eine Seele und Charakter, was sie nicht unbedingt beliebig formbar macht - und das alles entspricht halt manchmal nicht dem was man sich so gewünscht und vorgestellt hat. WAS DANN?
    Unser Hund ist ziemlich gut ausgelastet, weil ich sehr viel mit ihm unternehme. Ich sagte ja schon, dass sich unsere Lebensumstände geändert haben. So bin ich mehrere Stunden am Tag mit dem Hund unterwegs. Und wenn ich nicht unterwegs bin, dann erweitere ich meine Kenntnisse über Hunde - ICH fröhne MEINER Leidenschaft....und unser Sohn - unsere Familie - profitiert davon.
    Einmal am Tag geht mein Sohn mit ihm Gassi (IMMER pünktlicht zur gleichen Zeit ....sagte ich schon, dass er unter leichtem Autismus leidet ... wirkt sich übrigens auch positiv auf die Erziehung des Hundes, insbesondere auf das Erlernen der Leinenführigkeit aus ;) ). Das ist seine Aufgabe. Würde er diese aber nicht wahrnehmen, dann würde ich mich FREUEN, auch diese Zeit mit meinem Hund verbringen zu können - er wäre mir NIE eine Last.
    Die Entscheidung einen Hund aufzunehmen sollte meiner Meinung nach zunächst ein Herzenswunsch von demjenigen sein, der auch bereit ist ALLE Konsequenzen dieser Entscheidung zu überblicken und auch zu tragen (das kann ein Kind nicht - können ja oft nicht mal Erwachsene!). Dann muss man überlegen ob man wirklich bereit ist sein Leben darauf einzustellen, dass sich viele Dinge ändern (womöglich anderes Auto, Verhaltensänderungen, Zeitplan, Aneignen von Wissen über Hunde im Allgemeinen, Platz bereitstellen, Hundehaare in der Wohnung, Verwandte die Angst vor Hunden haben (Besuch) ...uvm die Liste ist mitunter echt lang).
    Zu dem Mix kann ich dir nicht viel sagen, aber ein Hund kann unabhängig von seiner Größe und Rasse immer eine "Wundertüte" sein. Verhalten kann man, wie ich schon sagte - nicht wie bei einer Maschine - so hinbiegen wie man es immer möchte. So ein Tier macht Erfahrungen, die seinen Charakter formen und auch dann irgendwie einen Weg vorgeben den du so evtl. gar nicht gehen wolltest. Also würde ich mir zuerst die Frage stellen:"Will ICH einen Hund und bin ICH bereit ihn nötigenfalls alleine zu versorgen?"
    Aber großes Lob, dass du hier nachfragst, BEVOR du ein Tier zu dir holst und dann womöglich feststellen musst, dass es die falsche Entscheidung war :gut: - leider sind die Tierheime voll mit Hunden deren ehemaligen Halter sich nicht solche Gedanken gemacht haben!
    Dass es eine echte Bereicherung sein kann einen Hund zu haben - hatte ich ja schon gesagt. Für mich hat sich die lange Wartezeit von über 40 Jahren absolut gelohnt ...und für meinen besten Freund auch ;)

    Tschüss und ein gutes Händchen wünsche ich dir...
    Ralf

    P.S.: wooni - Warum hast du dir deinen Hund geholt?

  • Ich habe jetzt über viele Beiträge nur grob drübergelesen, weil doch viele das Selbe schreiben.
    Also meine Meinung:

    Ich finde die Idee, einen Hund in die Familie zu holen, eigentlich gut (auch wenn ich vielleicht hier gleich eines "Besseren" belehrt werde).
    Wieso finde ich das gut?

    1. Du schreibst, ihr zieht sowieso schon alle an einem Strang und unterstützt den Sohn wo es nur geht. Wieso sollte das beim Hund anders laufen? Wenn jeder mit anpackt und ihr als Eltern die Hauptaufgabe/-verantwortung übernimmt, damit der Hund für den Sohn wirklich ein Freund sein kann, ist das doch schön, für alle Beteiligten.
    2. Ein Hund gibt Trost! Ich habe selbst nervliche und körperliche Probleme und mich oft alleine gefühlt. Irgendwann habe ich gemerkt, dass Hunde mir helfen können. Wieso also nicht auch deinem Sohn? (Dazu nachher noch ein Tipp)
    3. Wo kommen denn die ganzen Aussagen her, dass ein 9 Jähriger nicht mit einem Hund Gassi gehen kann? Ich bin als Kind so oft mit Freundinnen und deren Familienhunden (von Goldie über Border Collie bis Pudel war da alles dabei) um den Block oder durchs Wohngebiet gelaufen, das muss anscheinend ja alles illegal gewesen sein. Klar, ein Kind kann nicht die Hauptverantwortung übernehmen, aber nach der Schule 1-2 Gassigänge sind doch definitiv drin, vielleicht sogar mit einem älteren Geschwisterteil.
    4. Dein Sohn kann zusammen mit einem Elternteil in die Hundeschule gehen. In unserer Hundeschule sind einige Kinder mit ihren Eltern und Hunden. Vielleicht findet ihr auch eine Hundeschule, wo ungefähr gleichaltrige dabei sind. Das bietet sich geradezu an, mit denen Kontakt aufzubauen. Und mit einem Hund ist auch zwischen Kindern oft schon die erste Hürde genommen.

    Und als Tipp: Ich habe erst festgestellt, wie gut mir Hunde wirklich tun, als ich regelmäßigen Kontakt durch Freunde hatte. Und selbst da war ich mir noch nicht sicher. Ich habe dann angefangen bei uns im Tierheim ein bis zweimal pro Woche vorbeizugehen und Hunde auszuführen. Dabei habe ich gemerkt, wie gut mir das tut und wie gut mir das gefällt. Erst dann habe ich mich dazu entschlossen, einen eigenen Hund zu holen (mein Gedanke: wenn ich schon bereit bin, extra für eine Stunde Gassi ne halbe Stunde Auto zu fahren mit fremden Hunden, bin ich erst Recht bereit meinen Eigenen von der Haustür aus eine Stunde Gassi zu führen).
    Wenn ihr euch also noch so unsicher seid, ob Hund ja oder nein, schaut mal, ob es bei euch ein Tierheim in der Nähe gibt.
    Wenn ja, sind die immer sehr froh um Hilfe. Bevor ihr euch einen eigenen Hund zulegt, geht regelmäßig am Wochenende oder auch unter der Woche, wenn es passt, dorthin und führt gemeinsam mit eurem Sohn Hunde aus.
    Erstens sammelt ihr dadurch etwas Erfahrung, und zweitens, wenn euer Sohn dann nach drei Wochen schon sagt "Nöö ich hab keine Lust mehr Hunde auszuführen", dann wisst ihr, dass ihr es mit einem eigenen Hund sowieso besser sein lasst, wenn ihr nicht am Ende alles alleine machen wollt ;)

    Aber eines noch: Den Mix würde ich auch lieber sein lassen... Erstens klingt das stark nach einem kleinen Kläffer (Vorurteil, ich weiß), und außerdem mögen Jungs doch eher "coole" Hunde. Muss ja nichts Großes sein, aber Chihuahua Yorkie... da fänden Jungs vermutlich Jack Russel Terrier sogar toller (wobei ich den jetzt auch nicht empfehlen würde) ;) Könnte ich mir zumindest vorstellen. Ist aber nur meine subjektive Meinung.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!