Hund gemeinsam erziehen

  • Moin!

    Gibt es hier jemanden, der gemeinsam mit seinem Partner einen Hund hat und erzieht? Sicher gibt es euch :headbash: , daher frage ich genau euch:)

    Wie klappt das? Welche Probleme habt ihr? Seid ihr erziehungmethodentechnisch auf einer Wellenlänge? Und auf dem gleichen Wissens/Erfahrungsstand?

    Ich habe mit meinem Partner gerade einen Hund aufgenommen, 3,5 Monate alt. Ich würde behaupten ich habe die größere Vorbildung, die ich mir durch Bücher lesen, befreundete Leute mit Hunden, Foren, (ja, auch Martin Rütter wurde im TV geschaut :hust: ) angeeignet habe. Ich dachte wir beiden sind auch auf dem Gebiet Hundeerziehung auf einer Ebene, muss nun aber feststellen, dass wir in einigen Punkten doch sehr unterschiedliche Ansichten haben. Zum Beispiel:
    Sitz beibringen (Ich: mit Leckerli über Kopf halten, bis er sich auf den Po setzt, erstmal die "Tätigkeit" zeigen, dann mit Befehl verknüpfen; Er: Hintern runterdrücken, Befehl nennen, und erwarten, dass der Hund wissen muss, was damit gemeint ist)
    An der Leine (Ich: Leinenlänge immer gleich lassen, der Hund lernt sehr schnell, welchen Radius er hat; Er: Leine immer Nachfassen, damit sie nicht auf dem Boden schleift, so hängt der Hund aber eigentlich permanent in der Leine)
    Kommunikation mit dem Hund (Ich: Stimme so leise wie möglich, freundlich, wenn der Hund beim ersten Ruf noch nicht kommt, weiterhin freundlich locken; Er: wenn er Hund beim ersten Ruf noch nicht kommt, das typische "Kommst du hier her!")

    Ich will ihm weißgott nichts böses unterstellen, ich denke vielleicht weiß er es besser, ist aber einfach unsicher und hat "Erfolgsdruck" (will nichts falsch machen).

    Nun befinde ich mich in der Zwickmühle: a) sage ich nichts, lass ihn machen, ich mache es wie ich es für richtig halte und hoffe, dass er sich da etwas abguckt
    b) ich korrigiere ihn, sage ihm in entsprechenden Situationen was er tun muss, bzw. was er dan auf keinen Fall tun darf (Aufmerksamkeit beim Betteln/Winseln schenken), was aber regelmäßig in einer Krise endet, weil er mich dann als Neunmalkluge und alles Besserkönnende sieht.

    Hundeschule/Welpengruppe wollen wir auf jeden Fall besuchen und auch gemeinsam, aber noch haben wir keine anständige gefunden.

    Kennt ihr das? Wie seid ihr damit umgegangen?

    Viele Grüße

    Westwind

  • Ich hab mit meinem Freund zusammen auch unseren ersten gemeinsamen Hund (Aussie, 7 Monate alt).
    Ich hatte schon immer Hunde. Mein Freund hatte bisher nur Katzen. Natürlich habe ich ihm da Vieles erklärt. Ich hab mich aber immer bemüht nicht oberschlau rüber zu kommen. Gibt schließlich auch viele Gebiete, auf denen ich mich nicht auskenne, er darüber aber alles weiß.
    Trotzdem sind wir manchmal unterschiedlicher Meinung. Dann muss halt ein Kompromiss gefunden werden. Und ja, oft ist er nicht so konsequent, wie ich es bin. Wenn es nicht zu dramatisch ist, sag ich einfach nichts dazu. Hab schon bei mehreren Hundehalter Pärchen mitbekommen, dass den Männern die Konsequenz schwerer fällt. :D
    Hazel kann sehr gut unterscheiden, dass sie mit bestimmten Sachen bei meinem Freund durchkommt und bei mir damit keine Chance hat. Bei mir versucht sie es dann auch gar nicht mehr. Und mein Freund muss dann halt mit seiner Inkonsequenz leben. :D
    (Beispiel: Jemanden solange mit der Pfote anstupsen, bis man gekrault wird.)

    Wenn bei euch regelmäßig ne Krise wegen solchen Sachen ausbricht, dann habt ihr ein Kommunikationsproblem in der Beziehung. Da hat der Hund aber nichts damit zu tun.

  • Ich finde man sollte sich vorher einigen was man erwartet,wie man es umsetzen möchte und dann absolut an einem Strang ziehen.

  • Also bei mir ist es so, dass ich schon immer Hunde hatte. Als ich meinen Freund vor zwei Jahren kennengelernt habe, hatte er Angst vor Hunden. Jetzt geht er sogar mit auf den Hundeplatz - allerdings ist er ziemlich inkonsequent (was mich oft rasend macht), weiß oft nicht wie er sich verhalten soll /wie er die Hunde beruhigen kann & ist generell der Meinung, dass es reichen würde, wenn man fünfmal am Tag für 5 Minuten mit denen rausgeht & keine weitere Beschäftigung nötig ist (außer Schmusen :D ). Ich mache mit meinen beiden ziemlich viel, z.B. gehe ich mit meiner Älteren ins Agility. Wenn mein Freund dann mitkommt, ist sein Standardkommentar nach der Stunde immer: Die kann doch schon alles, die hat sich voll gelangweilt. Ähm, ja da haben wir sehr unterschiedliche Interpretationen von Können und Langeweile :D
    Im Endeffekt ist es so, dass ich halt mehr mit den Hunden mache... ist ok für mich.

  • Zitat

    Ich finde man sollte sich vorher einigen was man erwartet,wie man es umsetzen möchte und dann absolut an einem Strang ziehen.


    :gut:
    Anders wirds auch nicht funktionieren :smile:

  • Zitat

    Nun befinde ich mich in der Zwickmühle: a) sage ich nichts, lass ihn machen, ich mache es wie ich es für richtig halte und hoffe, dass er sich da etwas abguckt
    b) ich korrigiere ihn, sage ihm in entsprechenden Situationen was er tun muss, bzw. was er dan auf keinen Fall tun darf (Aufmerksamkeit beim Betteln/Winseln schenken), was aber regelmäßig in einer Krise endet, weil er mich dann als Neunmalkluge und alles Besserkönnende sieht.

    Ohje, das kenne ich nur zu gut und wir haben das "Problem" heute noch, obwohl wir schon fast 2 Jahre Hunde gemeinsam haben :)

    Bei uns gibt es 2 "Streitpunkte" und zwar:

    1. Hundekontakt an der Leine, Meine 1. Hündin Emma braucht keinen Artgenossen, sie ist zwar freundlich, geht aber im Freilauf anderen Hunden eigentlich aus dem Weg und mag es nicht wenn Hund einfach auf sie zurennen, gerade wenn sie an der Leine ist. Sie reagiert da teilweise zickig und ich habe angst dass sie zur Leinenpöblerin wird. Deshalb nehme ich Emma bei solchen Situationen immer auf die Seite und blocke den anderen Hund.
    Mein Mann denkt sich da Garnichts dabei und erzählt mir nach dem Gassi gehen dann dass Emma irgendeinen Hund angezickt hat der einfach auf sie zugerannt kam. TOLL!
    2. Freilauf, Wir haben 2 Podenco Mixe, d.h. Jagdschweine ohne Ende. Freilauf gibt es hier nur in sehr übersichtlichem Gebiet weil wir fleißig trainieren und ich verhindern will dass sie doch wieder eine Gelegenheit zum Jagen bekommen und sich somit wieder selbstbelohnen.
    Mein Mann erzählt mir dann ab und an dass er die zwei an Stellen losgemacht hat an denen ich die zwei nie abgeleint hätte. Ist zwar nichts passiert, aber er kapiert einfach nicht dass das unser ganzes Training wieder kaputt machen kann.

    Wenn ich ihm das dann versuche zu erklären dann ist er Beleidigt und genervt und es kommen dann so tolle Sätze wie "dann kümmer du dich grad alleine um die Hunde" usw.
    Männer, einfach nicht Kritik & lernfähig :)

  • Zitat


    :gut:
    Anders wirds auch nicht funktionieren :smile:

    man muß dann aber auch offen sein,wenn man mal doch was anders oder falsch angeht und sich immer einigen.

  • Ja, das kenne ich auch. Mit dem Unterschied, dass es ''mein'' Hund ist und ich im Zweifelsfall eben sage, wie es zu laufen hat.
    Wir haben jetzt den Kompromiss geschlossen, dass er einfach nicht versuchen soll ihr was sinnvolles beizubringen. So Tricks sind mir herzlich egal, aber im Abruftraining und der Leinenführigkeit etc. soll er es einfach lassen. Klappt soweit auch ganz gut, bei ihm zieht sie zwar wie irre an der Leine, er leint sie auch zum Glück nicht ab, aber das kann sie gut trennen, von daher ist das okay.
    Was mich ziemlich wütend macht, ist, dass er immer länger als nötig wartet mit rausgehen, weil er ja dies und das noch machen wollte und sie ja noch nicht unruhig ist. Toll. Ich finde, dass sie raus sollte, bevor sie so doll muss und sich meldet, aber das sieht der Herr des Hauses überhaupt nicht ein und geht erst, wenns nötig ist und dann nur die Sparrunde ''bis zum Wald''. Hat gedauert, bis ich herausgefunden habe, dass ''sein'' Wald und ''mein'' Wald an ganz anderen Orten sind. Sein Wald ist 15 Minuten entfernt und besteht aus drei Bäumen aufm Haufen, mein Wald ist der, in dem man stundenlang spazierengehen kann und wos mehr Bäume gibt.
    Okay, ich kann mich nicht zu sehr beschweren, weil ich in manchen Dingen eben auf die Unterstützung angewiesen bin... deshalb nehme ich mir nach der Arbeit und im Allgemeinen in meiner Freizeit viel Zeit für Layla, sodass sie die Sparrunden gut verkraftet ohne durchzudrehen.

  • Wow, das ging ja schnell :)

    @ Dolly2014: Wir waren uns ja einig, was den Hund anging, das ist es ja!! Nur dass jetzt, wo der Hund da ist, er scheinbar einige Punkte vergessen hat...

    Aber scheinbar bin ich mit meinem Problem ja doch nicht so alleine...

    Was sagt ihr denn dazu: Es gibt einerseits die Theorie, der Hund weiß genau was er bei wem darf und womit er nicht durchkommt; Und die andere Theorie, dass es enorm wichtig ist, dass beide an einer Erziehungsmethode festhalten und es keine (bzw. kaum) Abweichungen gibt. Was ist da dran?

  • Ich habe eher beobachtet, dass unsere (Familien-) Hunde bisher alle ganz genau unterschieden haben, wer was zu sagen hatte und wer mal ganz, ganz unten in der Rangfolge steht und stand.

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