Hund gemeinsam erziehen
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Ich finde es wirklich spannend, daß hier quasi alle der Meinung sind, sie seien derjenige, der alles richtig macht und dem Partner erklären müsse, wie der Hase in der Hundeerziehung läuft.
Ich habe auch mehr Hundeerfahrung als mein Partner und ich würde auch einige Sachen anders machen, aber es käme mir kaum in den Sinn, meine Erziehung "richtig" und seine als "falsch" zu sehen und ihm das auch noch unter die Nase zu reiben.
Der Hund ist nicht blöd, bei uns z.B. weiß jeder der Hunde, was bei mir und was bei meinem Mann geht.
LG von JulieGuter Punkt, um mal ne andere Perspektive zu kommen.
Ginge es um allgemeinen Gehorsam bzw. Kleinigkeiten, wärs was anderes. Bei uns geht es um ernste Sachen wie Jagttrieb und Leinenführigkeit (Leinenagression). Bei zweiterem bin ich auch nich so streng, mein Freund macht das toll (meistens).
Aber beim Thema Jagen... naja. Da kann man nicht einfach sagen: Der Hund weiss, was bei mir und meinem Freund geht. Es geht da bspw. generell um Impulskontrolle, Anti-Jagt-Training ist eine Lebenseinstellung, und kein Kinkerlitzchen.
Ich will mir nicht irgendwann vorwerfen müssen, dass ich zu dem Thema nix gesagt habe, nur um meinem Freund ein gutes Gefühl zu geben.
Und ja, ich lese und informiere mich viel viel mehr als mein Freund. Da kann ich schon sagen, dass ich mindestens ein bisschen mehr Theoriewissen habe, als er. Was soll daran falsch sein?
LG
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Hi,
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Für mich ist genau dort Schluss mit lustig, wo dem Hund geschadet oder er gefährdet wird, also z.B. Jagen erlauben, an der Hauptstraße ableinen oder aber auch Erziehungsmethoden, die den Hund verunsichern...
Ein "runter drücken" oder wütend rufen beim Welpen kann dazu führen, dass der Hund in dieser prägenden Lebensphase lernt:
Mensch ist unberechenbar und Mitarbeit ist doof...Ich habe hier einen Hund sitzen, der als Welpe beim Vorbesitzer derart erzogen wurde.... Bis heute merkt man einen deutlichen Unterschied zu meinen anderen, freudig mitarbeitenden Hunden:
Während die anderen z.B. aktiv anbieten und mitdenken, fällt sie schnell in Resignation und früher fiel sie sogar ins Meiden.
Die Vorbesitzer haben sie auch runter gedrückt, gemotzt, schimpfend gerufen usw..Ich würde daher ein solches Verhalten gegenüber einem Welpen nicht dulden.
LG
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Ich finde es wirklich spannend, daß hier quasi alle der Meinung sind, sie seien derjenige, der alles richtig macht und dem Partner erklären müsse, wie der Hase in der Hundeerziehung läuft.
Ich habe auch mehr Hundeerfahrung als mein Partner und ich würde auch einige Sachen anders machen, aber es käme mir kaum in den Sinn, meine Erziehung "richtig" und seine als "falsch" zu sehen und ihm das auch noch unter die Nase zu reiben.
Der Hund ist nicht blöd, bei uns z.B. weiß jeder der Hunde, was bei mir und was bei meinem Mann geht.
LG von Julie
Das darf nartürlich auch nicht sein. Nur weil ich ein bisschen mehr (oder überhaupt) Hundeerfahrung hab, heißt das nicht, dass mein Partner grundsätzlich Blödsinn redet. Er geht anders an viele Dinge dran, er hinterfragt viel mehr, weil er eben kein Vorwissen hat. Das ist auch häufig sehr hilfreich.
Wir haben da eine sehr gute gemeinsame Linie gefunden bzw. gemeinsam erarbeitet. -
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Trotzdem finde ich, beließt er sich zu wenig. Darauf hat er so gar keinen Bock. Das mache dann ich und erkläre ihm, wieso seine Ansicht/Methode nicht die beste ist und bisher lässt er sich das gern sagen, solange es Sinn ergibt. Aber die fehlende Eigeninitiative kritisiere ich schon und das weiß er auch.Genau das ist auch mein Problem. Er befasst sich einfach nicht mit Hundeerziehung, Körpersprache etc.
Das er mir das Thema Ernährung überlässt kann ich noch hinnehmen, aber auch wenn er weniger Zeit hat als ich, könnte er sich zumindest ein bisschen was anlesen.Es ist manchmal echt anstrengend wenn wir zu Dritt Gassi gehen. Er gibt Yoshi dann irgendwelche Befehle, wie "komm hier rüber", setzt sie aber nicht durch, bzw. lobt oder bestätigt es dann nicht wenn sie es tut.
Er steht dann vor ihr und sagt drei - vier mal "sitz", während sie herumhampelt und ich genau sehe, dass sie es nicht ernst nimmt. Wenn es sein muss, mische ich mich ein, wiederhole den Befehl und er wird beim 1. -2. mal ausgeführt.
Wenn ich allein mit ihr unterwegs bin läuft die Kommunikation größtenteils fließend ab.Für Tipps wäre ich echt super dankbar, da ich nicht wirklich weiter weiß und das ganze auch belastend ist.
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......Es ist manchmal echt anstrengend wenn wir zu Dritt Gassi gehen. Er gibt Yoshi dann irgendwelche Befehle, wie "komm hier rüber", setzt sie aber nicht durch, bzw. lobt oder bestätigt es dann nicht wenn sie es tut.
Er steht dann vor ihr und sagt drei - vier mal "sitz", während sie herumhampelt und ich genau sehe, dass sie es nicht ernst nimmt. Wenn es sein muss, mische ich mich ein, wiederhole den Befehl und er wird beim 1. -2. mal ausgeführt.
Wenn ich allein mit ihr unterwegs bin läuft die Kommunikation größtenteils fließend ab.Für Tipps wäre ich echt super dankbar, da ich nicht wirklich weiter weiß und das ganze auch belastend ist.
Ich würd mir das Leben einfacher machen (Streß zwischen Euch merkt die, und macht´s dann wie Kinder: gegenseitig ausspielen....): bring ihr Kommandos bei, die er nicht verwendet, und bau die entsprechend zuverlässig auf. Dann kann es Dir wurscht sein, wenn er ein SITZ z.B. vermasselt, indem er nicht regelmäßig auf Durchführung des Kommandos besteht, Du rufst halt dann z.B. "Siiiiiiit" (in einem bestimmten Tonfall/Tonlage, den er nicht benutzt). Oder "Bahnhof", oder "Kloß" (naja, wenn Du keine Begleithundeprüfung machen willst, ist es zumindest wurscht, wie das Kommando heißt!). Oder nimm HIER zum Abruf, und laß ihn das KOMM "verschlunzen", wenn er mag, dann kannst Du konsequent bleiben, das HIER funktioniert, und der Hund lacht sich eins, wenn er sein KOMM hört.
Wenn er sie für korrekte Ausführung nicht lobt, mach Du das - und wenn er alleine ist und tut´s nicht, nimmt der Hund dann eine Bestätigung bei Dir "schlimmstenfalls" als variable Bestätigung für sein Handeln und stirbt nicht dran. Wenn Dein Partner sich nicht durchsetzt, ist das sein Problem, ER hat dann später das Problem, daß er sie einfangen darf, wenn sie unterwegs mit anderen Hunden gespielt hat...... Oder nen Anschiß kriegt, wenn der Hund Leute anspringt. Oder daß er sie nicht freilassen kann, weil sie abhaut. IRgendwann nervt´s ihn schon, sodaß er Dich dann fragt, was er tun kann - wetten?
Wenn es wirklich wichtig ist, würde ich aber schon "Tacherles" reden: wenn er nen jagenden Hund frei laufen läßt am Waldrand in der Dämmerung, dann geht er halt nimmer Gassi mit dem Hund, und fertig. Versuchs erst im Guten: schildere ihm, was passieren kann: Autounfall, Wild gehetzt, Hund wird vom Wildschwein schwer verletzt und liegt sterbend im Gebüsch, Hund erschossen, Hund stunden- bis taglang suchen, Versicherung zahlt am Ende den Unfallschaden nicht, weil Hund nicht gesichert, etc. - einfach ganz realistische Horrorszenarien an die Wand malen, und wenn er´s dann noch net einsieht, geht er halt nimmer raus mit dem Hund, wenn Du nicht dabei bist. Immerhin macht er Dir die ganze Anti-Jagd-Erziehung damit wieder kaputt - und ich weiß, was er heißt, wenn ein Jäger mal wieder zum Erfolg gekommen ist, und wenn´s nur durch Hetzen ist! Wenn Hundi nen Erfolg hatte (und allein Hetzen ist schon selbstbestätigend!), dann kannst von vorne anfangen, dem Hund klarzumachen, daß Jagen sich net lohnt, weil Du eh schneller bist und ihn abrufst. Irgendwann, nachdem x-ten Erfolg, glaubt er´s halt nimmer so wirklich.....
Es gibt Dinge, die wären mir egal: seine Konsequenz, oder Desinteresse an Fütterungsarten (dann gibt´s wenigstens keinen Streit, ob BARF oder Frolic), oder wenn Männe ihn aufs Sofa läßt, obwohl ich das net will (dann kriegt er halt am nächsten Tag den Staubsauger in die Hand mit Kommando "Mach die Couch sauber" mit nem bösen Grinsen *gg). Und es gibt Dinge, die würde ich nicht wollen, und von vornherein ausschließen: Jagenlassen, Runterdrücken ins Sitz und ähnliche Erziehungsmethoden, Freilauf bei nicht funktionierendem Rückruf, Leute im Garten anbellen lassen, weil Mann zu faul ist, den Hund reinzuholen oder zu beaufsichtigen etc.
Insofern wär es fast besser, wenn man nen Hund anschafft, vorher zu klären, wem der Hund gehört, wer erzieht - und der andere hält sich dann eben tatsächlich raus (oder wendet genau dieselbe Methode an!) und geht nur hilfsweise Gassi, wenn man selbst nicht daheim ist. Aber einige grundsätzliche Dinge wie nicht freilassen, wenn der Hund jagt, muß der Andere dann halt akzeptieren. Ansonsten soll er sich nen eigenen Hund holen, den er "versauen" kann, aber net meinen..... (sowas erleichtert es auch im Falle einer Trennung, auch wenn ich hier nie den Teufel an die Wand malen oder irgendwem sowas wünschen würde, aber sowas kommt ja vor - dann ist immer klar, wem der Hund gehört, und wer ihn mitnimmt...)
Ich hatte in der Beziehung großes Glück, es war mir gar nicht bewußt, daß es solche Schwierigkeiten in der Abstimmung geben kann. Aber ich hab die Hundis mit meiner Tochter zusammen großgezogen, die kam mit in die Hundeschule und hat mitgelernt und auch gut akzeptiert (klar, mit 14 damals *gg), und sich auch immer dafür interessiert, wenn ich erklärt habe, warum ich was nicht will in der Erziehung. Und bei uns lief´s eher andersrum: "wehe, Du läßt den Hund wieder abhauen! Du paßt immer net auf!", hat sie mir anfangs bei Bossi gesagt, nachdem er das erste Mal jagen war...... Tja - ich habe dann am Lesen des Hundes und am Rückruf gearbeitet, und das letzte Jagderlebnis ist laaaaange her *aufholzklopf Und sie ist wesentlich konsequenter als ich, was z.B. Füttern vom Tisch betrifft, oder das im-Körbchen-bleiben, wenns klingelt: "ist ja kein Wunder, daß die dauernd kläfft, wenn Du nicht aufpaßt, daß sie im Körbchen bleibt!" durfte ich mir neulich erst anhören. Und ich sag Euch was: sie hat Recht..... *gg Ich wundere mich heute noch, wie gut sie im Laufe der Zeit das Terriermonster in den Griff gekriegt hatte, denn lt. ihren Worten hat der ihr anfangs schon heimlich Respekt abgenötigt *gg (hätte sie damals übrigens nie zugegeben!). Sie sagt immer, die Biene wär viel schlimmer gewesen. Die tut nämlich immer so, als sei sie blond, und guckt bei jedem Kommando vorsorglich erstmal vollkommen verständnislos "Hääh???" und wedelt nett dazu ("Begleithundeprüfung - was für´n Ding???"). Wenn wir zusammen unterwegs sind, werden Kommandos nur befolgt, wenn ICH sie gebe bzw. wiederhole, meine Tochter nimmt sie dann net ernst. Soll sie sich setzen, geht der Hintern (wenn überhaupt), in einem Tempo runter, daß ne 90jährige Oma spritzig dagegen wirkt, sodaß jeder deutlich merkt, wie zuwider ihr das grad ist, und wie Töchterchen sich freuen kann, daß sie´s überhaupt gnadenhalber macht!
Hat aber wer Leckerli dabei (oder ich werd etwas bestimmender im Ton*gg), kracht der Poppers schneller auf den Asphalt als man gucken kann, dann fällt ihr ihr Wissen schlagartig wieder ein..... Arbeiten muß sich schon lohnen.....Aber back to topic: versuch, das nochmal im Gespräch zu klären mit Deinem Mann, wenn Du entsprechend begründest, sieht er´s vielleicht ein, und Du ersparst Dir weitere Diskussionen. Hund als Beziehungskiller oder ewiger Zankapfel ist echt net lustig, das isses net wert! ;-)
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Ganz so schlimm ist es dann zum Glück doch nicht.
Das einzige mal wo ich richtig sauer wurde war, als er mir ganz fröhlich erklärte wie brav sie ohne Leine an der Straße bei Fuß gehen kann. :explode:
Ansonsten ist es halt einfach die Inkonsequenz und dass nicht aneignen wollen von Wissen.
Das ich sie verbal oder mit Leckerlies belohne wenn er es nicht macht ist schon seit einer Weile so.
Irgendwie ist sie auch mein Hund. Alles läuft egal ob Versicherung, Steuer oder der Kaufvertrag auf mich.
Ich bringe ihr neue Sachen bei und verbringe die meiste Zeit mit ihr.
Nur reibe ich ihm das nicht unter die Nase. Sie ist ja kein Gegenstand sondern unser kleiner Chaot.
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