Leinenlust statt Leinenfrust

  • Och ich denke schon, dass es Hunde gibt, die die Leine frustriert. Allein dass sie nicht dahin können, wo sie wollen, frustriert. Wenn der Hund mit Frust nie umgehen gelernt hat, schlägt es gerne um. Ich hab es bei unzählichen Junghunden gesehen, die keinerlei Grenzen hatten und an der Leine "vor Freude" ausgerastet sind, wenn sie zu einem Hund wollten. Weil das nicht ging kam Frust und ist verhaltenstechnisch in Aggression umgeschlagen. Insofern gibts das wohl schon. Äußert sich aber nicht bei jedem Hund gleich (also nicht immer in Aggression). Aber grundsätzlich erzeugt "etwas wollen, aber nicht kriegen" schon Frust.

  • Da habe ich etwas eine andere Meinung .

    Zum ersten Satz :
    Wenn man die Leine negativ belegt , dann ist es eher Angst als Frust .

    Zum zweiten Satz :
    Wenn es so wäre , dann müssten Hunde sehr oft frustriert sein , denn sie dürfen öfter mal nicht dort hin wo sie gerade wollen .

    Zum dritten Satz :
    Ich würde da eher sagen , wenn der Hund nicht gelernt hat , sich unterzuordnen .

    Zu den anderen Sätzen :
    Das was du da beschreibst , ist tw richtig . Den der Hund zeigt bei Erregung dann eine Übersprungshandlung . Bedeutet das er versucht seine aufgestaute Aggression eben anderswo auszuleben .
    Und sollte es nicht zur Aggression kommen , er sich einfach wild und stürmisch verhält , dann versucht er sich taub zu stellen . Die selbe Übersprungshandlung .

    Wie schon gesagt , ich , würde es nicht als Frust bezeichnen .

    Aber jeder benennt eben gewisse Sachen , anders .


    LG . Josef

  • Zitat

    Ich denke , das hat nichts mit der Rasse zu tun , sondern wie man an die Sache ran-geht . Denn wenn man schon denkt der Hund ist so , die Rasse ist so , dann kann es einfach nichts werden . Oder anders gesagt , man hat innerlich aufgegeben .

    Nö. Eine Bulldogge ist kein Schäferhund, ein Schnauzer kein Mops, etc. Was du mit nem Arbeitshund machen kannst wirst du mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit niemals mit einem aus den Bullrassen tun können.
    Hundeerziehung betrachtet nicht nur "Das ist ein Hund", sondern unterscheidet sehr wohl auch zwischen Rasse und auch noch zwischen den Individuen.

    Eine Rasse die darauf gezüchtet ist alleine zu entscheiden bringst du nicht mal eben so dazu das zu tun was du willst. Bei Rassen die auf Mitarbeit gezüchtet ist das einfach anders.
    Wer also einen Hund will der gerne tut was man sagt kauft man sich eine Rasse die diesen will to please hat.
    Wer darauf steht alles zu wiederholen, die Menge an Tricks/Kommandos auf eine Handvoll zu reduzieren wenns nötig ist, der kauft sich eben nen Hund ohne den Willen zur Zusammenarbeit.

    Klar kann ich versuchen mit meinem MiniBullterrier die BH zu laufen. Den Frust muss ich aber mir und ihm net antun, einfach weil es nicht geht.
    Wäre das mein Ziel gewesen hätte ich mir ne andere Rasse zulegen müssen.

  • Mag sein, dass wir manche Dinge nur anders benennen.

    Aber grundsätzlich: Doch, ein Hund hat sehr oft Frust am Tag. Nur wenn er lernt, damit umzugehen, gehört es dazu und ist nicht mehr schlimm. Ist doch wie beim Menschen. Fängt morgens mit dem Wecker an, geht weiter mit dem Anschnallen im Auto, der roten Ampel, dem Sich-Fügen auf der Arbeit etc pp - bei Kindern merkt man noch deutlich mehr, dass sie Frust Aushalten erst lernen müssen (Die Schreikinder an der Kasse, die was Süßes wollen, etc pp) - darum geht es ja - zu lernen damit umzugehen, dass man eben oft nicht das machen kann, was man gerne machen würden. Da wächst man durch Erziehung und Erfahrungen im Leben einfach rein. Je besser man es gelernt hat, damit umzugehen, desto sozialkompatibler ist man - als Mensch und als Hund.

    Hat man es gelernt, ist es nicht mehr schlimm oder wird sogar gar nicht mehr so wahrgenommen. Das ist bei Hunden für mich absolut das selbe. Und eine Leine begrenzt nun mal die Freiheit - das kann schon frustrierend sein, wenn man als Hund nicht gelernt hat, das zu akzeptieren.

  • Zitat


    hättet Ihr mir einen Tipp, wie man es dem Hund etwas versüßen kann wenn man ihm an der Leine etwas nicht gewähren lassen kann?


    Versüßen kannst du es ihm nicht, nur verleiden. Also ihn zur Seite drängen, ihm Raum nehmen, oder direkt wegdrängeln oder wegrempeln.

    Zitat


    Wir haben ja leider nach wie vor das Problem, dass mein Jungspund (8,5 Monate) lieber schnuppert


    Wann darf er denn mal schnuppern? Also wann erlaubst du es ihm aktiv?
    Schnuppern als Problem zu bezeichnen ist ein bisschen wenig. Es ist ein natürliches Verhalten, wozu du dem Hund ausreichend Gelegenheit bieten musst.

    Zitat


    und seit Neustem auch kräftig markiert statt an der Leine zu LAUFEN.


    Auch da gilt: präsent sein, und den Hund dabei unterbrechen und vom Markierplatz wegscheuchen.

    Zitat


    Nur gleich vorweg: Einfach zielstrebig weiter gehen is' nicht weil ICH sonst vorne in die Leine prettere und nicht wie sonst überall der Hund.
    Daher muß ich ihn halt zwangsläufig häufiger mit mir ziehen sonst kämen wir überhaupt nicht voran.


    Was heißt „sonst überall“?

    Wenn der Hund zurückbleibt, und sich festschnüffelt, bringt ziehen nicht viel, da musst du die zwei Schritte zurückgehen, und ihm körperlich deutlich machen, dass er mitzukommen hat.

    Zitat


    Macht uns beiden keinen Spaß! "Weiter" funktioniert leider nur, wenn er gut drauf ist und das "Objekt seiner Begierde" nicht allzu spannend ist.


    Bring ihm vernünftige Kommandos bei, die für den Hund Sinn ergeben. Ein einzelnes, schlecht beigebrachtes bringt überhaupt nichts.

    Zitat


    Oder aber ... Wir begegnen anderen Hunden und es ist - aus welchen Gründen auch immer - nicht möglich, dass sie spielen. Heute morgen hatten wir z.Bsp. 3 Hundebegnungen innerhalb einer 1/2 Stunde und ein Spiel war nicht drin.


    Was heißt „Hundebegegnung“? Wenn ich keine Zeit hab, gibts auch keine „Hundebegegnungen“, fertig.

  • Zitat


    Ich hätte daher gerne einige Anregungen, was ich ihm in solchen Situationen als Alternative zum Spiel oder zum Schnuppern anbieten kann, damit kein Frust aufkommt und uns beiden das Laufen an der Leine etwas mehr Spaß macht.


    Hin und wieder Leckerli einwerfen, bei gutem Benehmen (nicht zur Ablenkung). Evtl. ein Zerrspielzeug mitnehmen und benutzen. Oder, wenn der Hund wie gewünscht aufmerksam ist, ein kurzes Rennspiel zur Belohnung.
    Eine echte Alternative zum Spiel mit anderen Hunden, oder zum Schnuppern gibt es nicht.

    Zitat


    Natürlich... er muß lernen, dass nicht immer Halligalli gemacht werden kann und es nach seinem Kopf geht, aber er immer gefrustet und ich immer angenervt ist ja kein Zustand...


    Was heißt „nicht immer Halligalli“? Wann und wie macht ihr denn mal Halligalli? Gibt es das für den Hund?
    Warum bist du „immer“ angenervt?

    Zitat


    Wir arbeiten auch an der Leinenführigkeit,


    Wie?

    Zitat


    aber bei meinem Bullisturkopf wird das vermutlich immer ein Thema sein.


    Na, bei der Einstellung kann das nichts werden.

    Zitat


    Seitdem wir nach der Kastration aufs Halsband umgestiegen sind, zieht Arnold überhaupt nicht mehr.


    Halsband als Alternative zu Erziehung? Finde ich nicht sehr erstrebenswert.

    Zitat


    Aber es ist und bleibt so, dass ich an schlechten Tagen unverhofft in die Leine laufe. Und hinterherziehen finde ich auch nicht schön. Also her mit der ultimativen Lösung.


    Ich erlaube es prinzipiell keinem Hund, dass er angeleint schnüffelt, schon gar nicht, dass er sich irgendwo festschnüffelt. Angeleint wird grundsätzlich nie geschnüffelt. Das ist die ultimative Lösung. :p Auch wenn ein Hund mit mir unangeleint einen vergleichsweise schmalen Weg an der Straße entlanggeht, und ich diesen Weg zügig hinter mich bringen will, erlaube ich nicht, dass der Hund zurückfällt und irgenwo schnüffelt, schon deshalb, weil ich ihn dann aus den Augen verliere.

  • Zitat


    Na, bei der Einstellung kann das nichts werden.

    Und warum nicht? Weil es falsch ist sich klar zu machen was man da für einen Hund hat und dementsprechend auch seine Ziele steckt?

  • Zitat


    Ansonsten (grad bei nem schweren Hund) könnte ich mir vorstellen, daß es hilft, zu sehen, wo er hin möchte, und genau in dem Moment, bevor er also stehenbleibt, die vorhandene Bewegung aufnehmen, losrennen in die gewünschte Richtung. Weil wenn ein großer Hund erstmal steht, dann steht der halt *gggg und das Ganze tunlichst mit (breitem!) Halsband, nicht mit Geschirr, weil mit Geschirr ziehst Du ausgerechnet da, wo der Hund das meiste Gewicht hat, da wirst ihn nie aus dem Gleichgewicht geschweige denn von der Stelle kriegen......


    Genau. Hundekörpersprache lesen lernen, und rechtzeitig agieren. Nicht reagieren.

    Zitat


    Klingt mir aber alles nach offline oder wie oben erwähnt Schleppleine. Wir sind allerdings sehr häufig (Mittagspause in der Stadt o.ä.) an der kurzen Leine unterwegs.


    Na wenigstens einmal täglich solltest du ihm eine große offline-Auslaufrunde ermöglichen.
    Und auch in der Stadt gibt es kleine Grünflächen.
    Fast alle Hunde schnüffeln zuerst, bevor sie pinkeln. Liegt in ihrer Natur. Die Stelle sollte klug ausgewählt sein.
    Meine Hündin löst sich angeleint höchst ungern.

    Zitat


    Beim mit ihm hüpfen und schnell laufen muß ich immer bischen vorsichtig sein. Er sieht mich dann als Raufkumpan an und fängt an mich anzuspringen und wird bischen pöbelig.


    Ein Distanzproblem? Solltest du ihm jetzt klar machen, dass das nicht geht, sonst wirds schlimmer.

    Zitat


    Ich lasse ihm zwischendurch immer genügend Zeit seinen Schnüffelwahn auszuleben aber mir ist es wohl noch nicht gelungen ihm zu vermitteln wann er schnüffeln darf und wann laufen angesagt ist.


    Woher soll er denn das wissen, wenn du es selber nicht mal weißt? Denk dran, das ist nur ein Hund. Ich als Mensch habe noch nicht mal aus deinem Text ersehen können, wann er eigentlich schnüffeln darf, also wo und wann du die Grenze ziehst.

    Versuch mal, konsequent Trennlinien zu schaffen, und die durchzusetzen.
    1. Unangeleint auf der großen weiten Wiese schnüffeln, pinkeln, mit anderen Hunden spielen - angeleint nicht.
    2. Andere Hunde sind Raufkumpane ich nicht. Mit mir darfst du ordentliche Zerr- und Ballspiele machen, oder dich beim Knuddeln wälzen, mehr nicht.

    Eigentlich ganz einfache Regeln.


    Klare Grenzen aufzeigen, mit etwas mehr Strenge/Härte.
    Zum Ausgleich: drinnen viel kuscheln, und draußen Rennspiele machen zum auspowern. Also mit Rennspiele meine ich, dass ihr beide rennt (ohne Leine). Wenn Hund rempelt und dich anspringt, dann rempel zurück und beende aprupt das Spiel. Das Spiel bleibt beendet und der Hund wird ignoriert (normal weitergehen) so lange, bis er sich entspannt, dann könnt ihr das Rennspiel oder Herumtoll-Spiel erneut aufnehmen.

    Zitat


    Ihr unterschätzt die Hartnäckigkeit einer Bulldogge Wenn er wo schnuppern will, WILL er schnuppern und dann setzt er sein ganzes Körpergewicht ein um dahin zu kommen wo er hinwill.


    Das Verhalten zeigt jeder unerzogene Hund, egal welcher Rasse.

  • Zitat


    Und warum nicht? Weil es falsch ist sich klar zu machen was man da für einen Hund hat und dementsprechend auch seine Ziele steckt?


    Wenn man mit einer bestimmten Rasse überfordert ist, soll man sie sich nicht anschaffen. Oder direkt wieder abschaffen.
    Ansonsten gilt: Hundeerziehung ist auch Einstellungssache.
    Die Themenstarterin hat überhaupt noch gar kein Ziel. Jedenfalls kann sie/er es für sich noch nicht klar formulieren. Bisher ist es nur eine "verwaschene" Anfrage.

    Zitat


    Vielleicht hab ich's aber auch selber grundlegend vermasselt weil ich ihm als Welpen eigentlich alle Zeit der Welt zum schnuppern und rumgucken gelassen habe. Dachte halt das Baby muß die Welt erkunden.


    Finde ich nicht verkehrt. Ein Hundebaby braucht viele Freiheiten. Allerdings sollte man nach und nach etwas mehr Ordnung und Disziplin in die Gassirunden bringen.

  • Zitat


    Wenn man mit einer bestimmten Rasse überfordert ist, soll man sie sich nicht anschaffen. Oder direkt wieder abschaffen.
    Ansonsten gilt: Hundeerziehung ist auch Einstellungssache.
    Die Themenstarterin hat überhaupt noch gar kein Ziel. Jedenfalls kann sie/er es für sich noch nicht klar formulieren. Bisher ist es nur eine "verwaschene" Anfrage.

    Und weil sie das aktuell frustet ist sie überfordert?
    Man kann viel lesen, man kann Hunde treffen, aber wie das Zusammenleben mit einem Hund dieser Rasse wird weiß man erst dann wirklich wenn man es tut.

    Shakespeares Frauchen informiert sich und wird gucken was sie für sich umsetzen kann, so sollte man das auch machen.
    Das man bei der Masse an Erziehungsvorschlägen schonmal überfordert ist ist auch nix seltenes, besonders als Ersthundhalter. Da muss man sich eben durchprobieren, was passt zu genau dem Hund-Mensch Gespann und was nicht.

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