Junghündin bellt alle an - Schon eingreifen?

  • Gestern ist Lilly eingezogen! Sie ist eine ca. 9 Monate alte mittelgroße Mischlingshündin und hat zuerst in einem Tierheim in Rumänien gelebt und die letzten 2 Wochen in einem deutschen TH. Schon beim Probe-Gassigehen hat sie jeden Hund und auch Menschen angebellt und in die Richung gezogen. Sie ist dabei sehr aufgeregt und wirkt unsicher. Wenn sie am Hund dran ist, ist alles ok und sie will spielen. Ist es besser direkt irgendwas dagegen zu unternehmen und wenn ja, was? :???: Eigentlich wollten wir ihr erstmal Zeit zum Einleben geben... Jetzt sind wir nicht sicher was besser ist. Sie muss sich hier ja schon an einiges auf einmal gewöhnen (TV, Fön, Spülmaschine... und natürlich an uns).
    Für Tipps wären wir sehr dankbar :hilfe:

  • Kannst du sie ablenken? Das würde ich mal versuchen. Und zwar, bevor sie das Belltheater macht. Und sie dann mit nem Spielzeug oder was auch immer so beschäftigen, dass die die Person oder den Hund gar nicht weiter registriert.

    Mein Welpe ist auch grad mega unsicher und wufft oder knurrt alles an. Ablenkung funktioniert meistens, aber nur wenn ich die "Gefahr" vor dem Hund sehe und schnell reagiere.

  • Lass den Hund doch erstmal ankommen, der hat vermutlich gerade einen overload an neuen Eindrücken, arbeite lieber am gegenseitigen Kennenlernen und an der Bindung. Mit der ´Erziehung´ kannst Du auch in paar Wochen noch anfangen.

  • Wir hatten es mit Leckerlis versucht und die fand sie auch viel interessanter. Leider bräuchten wir dann sehr viele davon... Spielen kennt sie noch nicht so wirklich. Haben uns jetzt aber einen Futterbeutel besorgt, vlt. findet sie den toller. Hier im Wald sind sehr viele Hunde und sie fängt an sobald sie einen Hund von weit weg sehen kann. Wir dachten aber es ist besser sie dem direkt auszusetzen. Oder was meint ihr? Wir wollen sie jetzt halt nicht überfordern mit den ganzen neuen Eindrücken und so... In ca. einem Monat soll es dann auch zur Hundeschule gehen. Uns wurde vom TH geraten damit erstmal zu warten bis sie uns besser kennt.
    Aber abgesehen vom Bellen ist sie BISHER ein kleiner Engel, einfach super lieb.

  • Wenn du die Leckerli sehr, sehr klein stückelst, darf sie ruhig sehr viele davon haben. Halbe Erbsengröße reicht, wenn es wirklich leckere Sachen sind. Es geht ja nicht darum, sie satt zu füttern mit den Belohnungshäppchen, sondern sie soll sehr oft eine kleine freudige Empfindung haben, wenn sie etwas gut gemacht hat.

    Wenn du ruhiges Verhalten belohnen willst, dann mußt du den Abstand so groß wählen, daß deine Hündin noch in der Lage ist, ruhig zu bleiben. Also besser nicht 'direkt aussetzen', sonst wirst du sie nur überfordern. Zumal sie euch noch nicht gut genug kennt, um sich auf euch zu verlassen.

    Dagmar & Cara

  • Zitat

    Hier im Wald sind sehr viele Hunde und sie fängt an sobald sie einen Hund von weit weg sehen kann. Wir dachten aber es ist besser sie dem direkt auszusetzen. Oder was meint ihr? Wir wollen sie jetzt halt nicht überfordern mit den ganzen neuen Eindrücken und so...

    Habt ihr vielleicht die Möglichkeit, an Orten oder zu Zeiten spazieren zu gehen, wo sie zwar ab und an mal einen Hund sieht (damit ihr daran arbeiten könnt), aber eben nur selten? Dann ist sie vielleicht nicht so gestresst, denn unter Stress lernt es sich ja eher mies. Und sie muss sich ja schon an soooo viel gewöhnen, wie du selbst sagts, also besser eins nach dem anderen, als zu viel auf einmal. Ich würde wohl schon versuchen zu vermeiden, dass sich das Verhalten festigt, aber eben am Anfang erstmal indem man solche Situationen meidet, um sie dann, wenn sie euch kennt und euch vertraut, kontrolliert in solche Situationen zu führen und daran zu arbeiten.

    Mal so als (vielleicht etwas fantsievoller) Vergleich: Wenn mich jetzt jemand von hier in eine völlig andere Umgebung/Kultur stecken würde und ich dann auch noch einiges dort gar nicht kenne, wäre ich auch überfordert und nicht wirklich aufnahmebereit und wohl froh, wenn ich erstmal ankommen könnte und mich in Ruhe an alles gewöhnen kann ...;)

    Eurer Kleinen geht es bestimmt nicht viel anders. Und vielleicht bessert sich das Verhalten (sofern es aus Unsicherheit entsteht) ja sogar schon, wenn sie sich eingelebt ud gemerkt hat, dass sie euch vertrauen kann. Alles schon vorgekommen. Macht euch nicht zu viele Sorgen, wenn ihr eh vorhabt, eine Hundeschule zu besuchen, dann wird man euch dort auch mit Rat und Tat zu Seite stehen und das Problem mit euch lösen.

    Das wird auch, wenn ihr das ruhig angeht :) Ich wünsche Euch eine supi Zeit mit der Kleinen und ihr, dass sie bald in ihrem neuen Zuhause so richtig angekommen ist und sich entspannen kann :)!

  • Eingewöhnung und Rücksichtnahme auf den Hund sind ja gut und schön. Aber ganz ehrlich: ich würde dem Ganzen jetzt schon entgegenwirken. Warum soll ich mir es unnötig schwer machen und die Regeln, die für das tägliche Zusammenleben gelten, erst in absehbarer Zeit einzuführen? Die große Stärke unserer Hunde ist ihre Anpassungsfähigkeit.

    Ich persönlich würde die kleine Krawallschwester im Moment nicht mehr zu anderen angeleinten Hunden hinlassen, sondern daran arbeiten, dass sie es ertragen lernt, den Frust, der mit solch einer Begegnung verbunden ist, auszuhalten. Auch im Alltag kann man zahllose kleine Übungen einbauen, in der Hundchen lernt, dass die Sonne weiterhin scheint, auch wenn man mal etwas nicht bekommt. Parallel würde ich auch bereits an der Leinenführigkeit feilen.

    Wie gesagt: Eingewöhnung schön und gut. Aber bis dahin hätte ich einfach keine Lust, mich durch die Gegend schleifen zu lassen, weil Madame irgendwas gesehen hat, was sie näher bestaunen möchte.

    Viele Grüße
    Frank

  • Da muss ich Schnappi ausnahmsweise mal recht geben. Ich würde eine gute Umorientierung erarbeiten und unterhalb der Reizschwelle (also so weit weg von anderen Hunden und Menschen dass sie gerade noch nicht anfängt zu bellen) praktizieren.
    Ich kann mir auch vorstellen, dass der Hund von der Reise nach Deutschland bzw auch der Haltung davor gestesst ist und es dauert schon seine Zeit biss die Stresshormone im Körper wieder abnehmen. Jedes erneute Aufregen sorgt nicht dafür dass sich Stresshormone abbauen sondern im Gegenteil.

  • Nichts ist eine bessere Eingewöhnung als ein Mensch, der sofort die Probleme des Hundes erkennt und ihm einen Leitfaden bietet. :smile:

    Also sofort anfangen. Am besten im Einzeltraining mit einem Trainer.

    Bis dahin die Situationen am besten meiden, also nur ruhige, kurze Spaziergänge mit geringer Möglichkeit zu Begegnungen.

    Viele Grüße
    Corinna

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