TrostMutundHoffnungSuchThread

  • Diesen Thread möchte ich öffnen für alle, die nicht 1000 gute Ratschläge suchen, sondern einfach nur ein bischen Mut und Hoffnung brauchen...
    Anlass? :omg:
    Mein Wuff . Ich hab so Angst vor unserer Zukunft .
    Drei von vier Beinen sind kaputt und er wird erst drei im November .

    Seit einer Woche zeigt er Einschränkungen in der Hüfte rechts (schwere HD Diagnose )
    Er war ausgerutscht im nassen Gras und hat vielleicht nur ne Zerrung , ich schone ihn.
    Alles an Mittelchen und Pülverchen gibt es sowieso schon für die ED .

    Vorn sind schon beide Ellenbogen operiert (IPA, FCP ) und ein Ellenbogen muss noch zum 2. mal operiert werden. Noch n IPA ... :tropf:
    (Ja, natürlich, es wird für alles gesorgt , auch Goldakupunktur wird natürlich geben wenn nötig ) aber darum geht's mir hier auch nicht .

    Mir geht's um die eiskalte Hand um mein Herz , die es zusammenpresst . :ill:
    Mein Wuff zeigt mal rechts, mal links vorn Hinken, es geht wieder, es kommt wieder ...
    Versuche, ihn in guter Muskulatur zu halten , viel,schwimmen, traben am Rad (an welchem ich so langsam drehe :/ )

    Barfe ihn, gebe Natron, Glucos, Chondros etc pp

    Und jetzt hab ich große Angst ,,dass uns vielleicht keine 12,13 gemeinsamen Jahre vorherbestimmt sind.
    Denn schon nach 20 Minuten laufen legt er sich zwischendrin mal hin (das war auch vor dem Aktuellen so), er tobt mal ne runde mit anderen und hinkt wieder Tage (hat inzwischen schon keine Lust mehr auf spielen mit anderen, da er nicht gut mithalten kann) und jetzt die Hüfte ...
    ICH HAB ANGST....
    Ich hab SCHEISSANGST DASS MEIN HUND NICHT ALT WIRD .
    Das wir ihn irgendwann aufgrund mangelnder Lebensqualität und Schmerzen einschläfern lassen müssen.

    Nein, ich möchte keine guten Ratschläge, nur Hoffnung , Trost, Mut.
    Erzählt mir von euren Hunden , die auch alles mögliche kaputt haben und dennoch ein langes schönes leben führen ...
    (Drückt mich einfach mal aus der Ferne , ich bin heut echt deprimiert...) :ill:

  • Och Mensch, fühl dich mal gedrückt :cuddle: Mein Hund hat auch ständig alles mögliche, seine Hüfte ist nicht perfekt, sein Knie wurde schon operiert, mit dem Rücken hat er dauernd Probleme.... ich habe anfangs auch immer gesagt warum er, hatte Angst dass er nicht ewig alt wird etc. Mittlerweile bin ich relaxter weil ich einfach sage, was die Zukunft bringt weiss doch kein Mensch, genieße den Augenblick!!! Und dass tue ich, ich meine meinem Hund geht es jetzt nicht so schlecht wie deinem aber er hat auch einige Wehwehchen aber da sage ich mittlerweile Qualität statt Quantität..... Was kommt wird man sehen, ändern kann man es meist eh nicht also mache dich nicht jetzt verrückt vor der Zukunft denn man weiß es doch eh nicht..... Meine Mama ist auch sehr sehr jung gestorben (56) aber der Pfarrer bei der Trauerrede sagte"Jedes Leben ist ein Geschenk, es kommt nicht auf die Dauer an sondern darauf was man draus macht!!! Und dass hat mir irgendwie geholfen....

  • Ich kann dich sooo gut verstehen. Mein Dicker ist noch keine zwei und hat bereits wegen HD beide Hüftseiten operiert, derzeit nen Kreuzbandriss und mit ziemlicher Sicherheit wird das andere Bein demnächst auch folgen, dazu Arthrosebildung im Knie und in den Gelenken und Spondylosebildung an der Wirbelsäule. Ja, ich werde immer alles tun, was ihm hilft. Aber auch er ist erst zwei und manchmal könnte ich nur heulen und schreien, weil das alles sooo ungerecht ist. Aber was ist schon gerecht. Fühl dich fest gedrückt und nutze und genieße einfach jeden Tag, den ihr miteinander habt. Aus beruflicher Erfahrung kann ich uns nur trösten: Es kommt nicht auf die Menge der Tage im Leben an, sondern darauf, jeden Tag zu nutzen. In dem wir Liebe verschenken und spüren, dass wir geliebt werden. Ein Tag, an dem uns jemand gesagt bzw. gezeigt hat, dass er uns liebt, ist ein gewonnener Tag. Ich denk immer an den Film "Marley und ich". Und deshalb sage ich meinem Dicken jeden Tag, dass er der allerbeste Hund der Welt ist und ich ihn sehr lieb habe.Irgendwann wird einer von uns beiden vom anderen verlassen werden. Aber ich bin mir sicher, dass wir uns wiedersehen werden. An einem Ort, wo es keine Tränen und keine Schmerzen mehr geben wird. Alles Liebe.

  • Du hast mein volles Mitgefühl, es ist sicher nicht leicht, sich mit so einem Krankheitbild zu arrangieren...

    aber was ist schon ´Lebensqualität?´ das kann man doch nicht daran festmachen, dass jemand laufen und rumspringen kann....denk doch mal an die vielen Menschen, die auch irgendetwas nicht können...

    ich hab mal auf einer Hundeaustellung eine junge Frau kennen gelernt ( Rolli-fahrerin) die hatte einen Hund (Rolli-fahrer) und den beiden ging es gut, die waren lebensfroh...

    Mach doch ´Lebensqualität´nicht an irgendwelchen Fähigkeiten oder Unfähigkeiten fest sondern an der Liebe, die zwischen Euch ist, und freu Dich über jeden Tag, den Euch das Schicksal schenkt.

  • Ach Mensch lass dich mal drücken :solace:

    Ich kann gut nachvollziehen, wie du dich fühlst. Wie oft bin ich nachts aufgewacht, mein Hals wie zugeschnürt, wie oft konnte ich nicht einschlafen, weil die Bilder in meinem Kopf nicht weichen wollten, wie oft hab ich beim Anblick meines Hundes krampfhaft versucht die Tränen zu unterdrücken!

    Ich hab Tiffy aus dem Tierschutz. 3Jahre alt sei sie, hat wohl mit einem Knie Probleme, in 5 Jahren oder so, könnte eine OP auf uns zu kommen. Ja kein Ding, wird schon...Das war im Juni 2012.
    Seit März 2013 ist alles anders.
    Beide Gesäugeleisten raus, Kastration, über 20 Knoten, 3 davon bösartig. Dabei waren nur drei Oberflächlich zu fühlen.
    Von Ende März bis Ende Juli Knochenentzündung, Verdacht auf Knochenkrebs (ZUM GLÜCK NICHT).
    Das Gelenk ist steif geblieben durch die Entzündung, sie humpelt häufig.
    Arthrose in der Schulter und im steifen Gelenk.
    Dann Lungengeräusch, hat der Krebs gesträut? ZUM GLÜCK NICHT, aber das Herz ist nicht in Ordnung, Klappe schließt nicht richtig.
    Seit letzter Woche Diagnose KCS, zum Glück frühzeitig bemerkt, sonst wäre sie Blind. Lebenslange Medikation soll dies verhindern und ihr die Augenschmerzen nehmen.
    Seit 4 Tagen geht sie die ersten Schritte auf drei Beinen nach dem Aufstehen. Irgendwas ist hinten rechts...

    Zwei "normale" Tierärzte, drei Orthopäden und die Augenärztin sind sich einig: Der Hund ist Minimum 7, ehr 9-10 Jahre alt.

    Tiffy schläft viel, läuft nur im Pass, rennt nie, geht nur sehr langsam.
    Mein Hund ist somit für mich in einem Jahr und 4 Monaten um bis zu 7 Jahre gealtert. Zeit die man dachte zusammen zu verbringen - einfach weg. :(

    Ich versuche ihr ein schönes Leben zu bereiten, ihr die Welt zeigen. Das Meer, die Berge, Wiesen, Wälder!
    Jeden Morgen ihr eine riesen Freude zu bereiten, mit zwei Teelöffeln Körnerkäse.
    Und ganz viel Kuscheln, sie nicht alleine lassen, sie überall mit hinnehmen.
    Ihr Wünsche zu erfüllen (bei mir schlafen, nicht im Wohnzimmer). :roll:

    Aber die Angst ist da....
    Und dann schau ich meine kleine Oma an und muss lächeln! :herzen2:

  • Quincy, Neufundländer, geboren 1993, gestorben 2006, kurz vor seinem 13. Geburtstag

    Quincy hatte als Junghund schwere Panostitis. Trotz Behandlung wurde die Entzündung nicht besser, sondern schlechter je älter er wurde. Im Alter von 8 Monaten hatte sie ihren Höhepunkt. Er konnte nicht mehr aufstehen ohne zu schreien, jede heftige Bewegung löste Schmerzensschreie aus, spielen, mit anderen Hunden rennen lassen, es ging nicht mehr.

    Mir tat der kleine Kerl so leid, ich konnte dieses Leiden nicht mehr ertragen und war bereit ihn einschläfern zu lassen.
    Aber meine TÄ nicht. Sie sagten, wenn er das ertragen kann, dann muß ich das erst recht. Ab sofort bekam er Aspirin in hohen Dosen und siehe da, es ging besser und besser, an seinem 1. Geburtstag war er gesund.

    Er lief nicht besonders schön, staksig und schief, aber das schob man auf die Fehlhaltung während seiner Erkrankung und es würde sich mit gezieltem Training und Übungen geben.

    Dann war er 18 Monate alt und ich ließ ihn röntgen.

    Ergebnis ED 3 mit FCP, OCD in der Schulter, rechts HD D, links HD E

    Beide Ellbogen wurden operiert, Hüfte eventuell eine Femurkopfresektion, aber abwarten. OCD beobachten.

    Wie Du trug ich eine Klammer ums Herz und die Angst ließ mich nicht mehr los.

    1995 starben dann kurz hintereinander meine beiden Hündinnen. Sie wurden 12 1/2 Jahre alt.

    Quincy war allein und trauerte. Er fraß nicht mehr, er wollte nicht mehr spazieren gehen, sogar schwimmen ging er nicht mehr. Ein Hund muß her. Den Neufundländer Welpen hatte ich abgesagt, ich hätte es nicht ertragen, wenn dieser dann als stürmischer Junghund mit meinem Quincy hätte raufen wollen und er kann´s doch nicht.

    Also ab ins Tierheim und mit Idefix - Jagdtterriermischling - 8 Wochen alt - nach Hause gekommen.

    Es war Liebe auf den ersten Blick. Die beiden wurden ein unschlagbares Team.

    Quincy bekam natürlich alles an Aufbaupräparaten was für seine Knochen und Gelenke von Nutzen war, entsprechend natürlich war auch sein Futter. Aber ich habe ja schon immer für meine Hunde gekocht, war also kein Problem.

    Lange Rede kurzer Sinn, wir kamen durch gezielten Muskelaufbau um weitere Operationen herum.

    2004 war dann wieder ein schlechtes Jahr, er mochte sich nicht mehr recht bewegen und ich sah sein baldiges Ende auf mich zu kommen. Das vor Augen und den Gedanken ihn zu verlieren und keinen Neufundländer mehr zu haben, konnte ich nicht ertragen und so zog im Spätsommer ein Welpe ein.

    Was soll ich sagen, mein Quincy blühte nochmals auf, er und Idefix erzogen mir den Welpen und als dieser 16 Monate alt war, verabschiedete Quincy sich.


    Gib die Hoffnung nie auf, laß dich nicht unterkriegen, versuche jeden Tag mit deinem Hund zu genießen und ich hoffe für dich und drücke die Daumen, daß dein Wuff ein ebenso langes Leben hat, wie mein Quincy es haben konnte.

    Gaby und ihre schweren Jungs

  • Auch wenn ich keine Erfahrungen in dem Gebiet zum Besten geben kann, so gebe ich doch gerne meine Daumen, dass dies noch ein laaaaaaaanges Hundeleben wird.

    Lass dich nicht unterkriegen. Auch wenn es im Moment überwältigend traurig macht, werdet ihr einen guten, lebenswerten Weg finden. Da bin ich mir sicher!

  • Och Mensch... :sad2: Ihr habt aber auch das ganze Paket mitgenommen-tut
    mir wirklich leid für Euch beide... Ich kann deine Angst und deine Traurigkeit verstehen, es tut einfach
    weh, sich ein Leben ohne den Gefährten vorzustellen.. In deinem Fall musst du ihm auch noch
    zuschauen, wie er Schmerzen hat und nicht mehr kann wie er will... :sad2:
    Es ist kein Trost, aber du kannst dir nie vorwerfen, nicht alles getan zu haben! Ich find es toll,
    dass du alles tust um es ihm leichter zu machen.. Letzlich bleibt dir nur, jeden Tag so gut und schön
    wie möglich zu gestalten, ihn deine Zuneigung und Fürsorge spüren zu lassen..
    Lebe jeden Tag wie er kommt, machts euch irgendwie schön und genieße die Zeit mit ihm..
    Ich hoffe ja immer bis zum Schluss-auch hier. Wünsche euch noch eine gute Zeit-wie lange sie auch dauern mag!
    Nicht dem Leben mehr Tage geben-sondern den Tagen mehr Leben ist die Devise...
    Unbekannterweise :solace: :solace: Kopf hoch!

    Mein Hund hat bisher nichts an Erkrankungen (ein Glück!!!), wird aber langsam alt..
    Da ich ihn erst 5jährig bekommen hab, ist unsere Zeit von vorneherein begrenzter.. Welpenzeit? Junghundzeit?
    Haben wir alles nicht gehabt...
    Das macht mich auch oft traurig, viele Beagle sterben schon zwischen 10 und 12 Jahren.. Wie lange werde
    ich ihn noch haben?? Ich denke leider ziemlich oft so düster und werde sehr niedergeschlagen
    wenn ich ihn so beim Schlafen beobachte..Muss mich dann selbst treten, diese Gedanken sein zu lassen und
    unsere Zeit besser zu nutzen. Daher versuche ich eben ihm jeden Tag was Tolles zu bieten, ihm zu zeigen, dass
    er mein Ein und Alles ist..

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