Injektionen bei Tieren - Hygiene

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    Habt ihr euch eigentlich auch überlegt wieviel Dreck auf der Tierhaut selbst ist durch die mit der ach so sterilen Kanüle gestochen wird? Werden eure Hunde und Katzen vor der Impfung alle an der Impfstelle geschoren, gewaschen und desinfiziert? Was meint ihr, wieviele Schmutzpartikel dabei mit in die Einstichstelle gelangen?

    Mir ist in der Kleintierpraxis wichtig, dass für jedes Tier eine frische Nadel genommen wird, dass keine Nadel, die schon in einem Tier war, wieder in die Flasche gestochen wird und dass keine Kanüle in der Flasche stecken bleibt (als Eintrittspforte für Erreger).
    In der Großtierpraxis wird auch schonmal ein ganzer Bestand mit einer Nadel behandelt, ohne dass etwas nennenswertes passiert.

    Dies gilt selbstverständlich nicht für Injektionen in die Vene. Hier wird in aller Regel geschoren und desinfiziert. Ein paar Bakterien intravenös sind auch schlimmer als unter die Haut gespritzt.

    Genau das :gut:

    In der Schweinepraxis werden z.T. mit einer einzigen Kanuele 200 Tiere geimpft. Und da sind Abszesse auch schlimm, weil sie die Fleischqualitaet mindern (vor allem beim i.m. impfen). Kommt aber nur selten vor.

    Mir waer's auch vollkommen egal, wenn bei einer Impfung bei mir dieselbe Nadel zum Aufziehen und impfen genommen wuerde. Einmal mit Alkohol drueberwischen ist als Desinfektion eh mehr Show als alles andere.

  • Das "Desinfizieren" der Tierhaut mir Alkohol ist tatsächlich mehr Show. Außerdem desinfiziert reiner Alkohol nicht gut, sondern entfettet die Haut und reinigt sie grob.
    Eine frische Nadel sollte man immer(!) nehmen, aber vorzugsweise wegen der Schärfe der Nadel. Es macht einen deutlichen Unterschied, ob die Nadel vorher schonmal durch eine Menbran gestochen wurde oder direkt durch die Haut geht. Man spürt beim Spritzen sehr deutlich (auch an der Reaktion des Tieres) den Unterschied. Mit einer schonmal benutzten Nadel geht es deutlich schwerer (und die Katze hat noch mehr Lust, sich in den spritzenden Arm zu hängen).

    Klar,bei den Großtieren wird gespart. Es macht auch da einen Unterschied (ne Kuh hat auch Nerven in der Haut..), aber man muss halt sparen. So eine Nadel kostet ca. 1 Cent.

    Wobei die Massenimpfungen wieder eine andere Geschichte sind; es geht einfach viel schneller mit der "Pistole", als bei jedem Tier eine neue Spritze aufzuziehen.

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    Eine frische Nadel sollte man immer(!) nehmen, aber vorzugsweise wegen der Schärfe der Nadel. Es macht einen deutlichen Unterschied, ob die Nadel vorher schonmal durch eine Menbran gestochen wurde oder direkt durch die Haut geht. Man spürt beim Spritzen sehr deutlich (auch an der Reaktion des Tieres) den Unterschied. Mit einer schonmal benutzten Nadel geht es deutlich schwerer (und die Katze hat noch mehr Lust, sich in den spritzenden Arm zu hängen).

    Dann frag ich mich, warum Insulinspritzen mit einer festen Kanüle sind?
    http://www.bd.com/de/diabetes/page.aspx?cat=19104&id=31626

    Die benutzen wir nämlich auf Arbeit.

    Ansonsten gibt es ganz klare Hygienerichtlinien. Aufgezogen wird mit einer breiten Kanüle, meist 20G, die sind auch nur dafür gedacht, und gespritzt wird mit einer anderen Kanüle je nach Applikationsart.

  • :-D
    Ich habe mir gerade nur gedacht "na toll, noch was, um das ich mir nu einen Kopp mache!"
    Wusste ich vorher nicht, haben bis jetzt aber alle Tierärzte so gemacht, nur eine Kanüle nehmen.

    Sorry, falls es schon irgendwo steht: Was kann denn passieren, wenn nur eine Nadel genommen wird? Also außer der Unschärfe?

  • Zitat


    Dann frag ich mich, warum Insulinspritzen mit einer festen Kanüle sind?
    http://www.bd.com/de/diabetes/page.aspx?cat=19104&id=31626

    Die benutzen wir nämlich auf Arbeit.

    Diese Kanülen sind so dünn, dass man sie sowieso fast nicht spürt; deswegen tut es auch nur unerheblich mehr weh, wenn sie nach dem Durchstechen etwas stumpf werden. Die fertigen Spritzen vereinfachen die Handhabung für die Patienten selber. Ich denke, das wird der Grund sein.

    Zitat

    :-D
    Sorry, falls es schon irgendwo steht: Was kann denn passieren, wenn nur eine Nadel genommen wird? Also außer der Unschärfe?

    Ist unhygienischer und es können Teile des Gummis der Membran in der Kanüle stecken bleiben und dann in den Körper gespritzt werden (nicht so dramatisch beim unter-die Haut-spritzen, aber blöd z.B. beim intravenösen Applizieren von Medikamenten, Fremdkörper-Embolie nennt man das dann im allerallerschlimmsten Fall).

    Meiner Ansicht nach ist es einfach nur Faulheit und ein sich mir nicht erschließender Geiz.
    Ich kannte sogar einen Tierarzt, der ließ seine Helferinnen EINMAL-Spritzen und -Kanülen auswaschen und verwendete sie anschließend wieder. Ich nehm an, der macht das noch heute so... :hilfe:

  • Zitat


    Meiner Ansicht nach ist es einfach nur Faulheit und ein sich mir nicht erschließender Geiz.
    Ich kannte sogar einen Tierarzt, der ließ seine Helferinnen EINMAL-Spritzen und -Kanülen auswaschen und verwendete sie anschließend wieder. Ich nehm an, der macht das noch heute so... :hilfe:

    Grusel. Das ist ja 50er Jahre. Da fällt mir diese Sache ein:
    http://www.aerzteblatt.de/archiv/76451/F…Helden-von-Bern

    Da bin ich doch recht froh, dass es heute Einmalkanülen gibt und diese in der Regel auch ein Mal verwendet werden....

  • Zitat

    Grusel. Das ist ja 50er Jahre. Da fällt mir diese Sache ein:
    http://www.aerzteblatt.de/archiv/76451/F…Helden-von-Bern

    Da bin ich doch recht froh, dass es heute Einmalkanülen gibt und diese in der Regel auch ein Mal verwendet werden....

    :verzweifelt:
    Ich kenne aus meiner Ausbildung auch noch die Glasspritzen und Kanülen zum sterilisieren.

    Kräutli,

    die Spritzen verwenden wir ausschliesslich im Spital, die Pat. haben meistens Pens, weil es einfacher zu handhaben ist.

    Ich bin jetzt in der Vet.-Med. nicht so bewandert, aber in der Humanmed. sind die meisten Ampullen eh Brechampullen und haben keinen Gummistopfen. Von ein paar Ausnahmen mal abgesehen, Nexium z.Bsp.

    Was nicht heisst, das ich mit der gleichen Kanüle aufziehe, mit der ich spritze.

    Haben in der Vet.-Med. wirklich so viele Ampullen einen Gummistopfen?

  • Zitat


    Kräutli,

    die Spritzen verwenden wir ausschliesslich im Spital, die Pat. haben meistens Pens, weil es einfacher zu handhaben ist.

    Ich bin jetzt in der Vet.-Med. nicht so bewandert, aber in der Humanmed. sind die meisten Ampullen eh Brechampullen und haben keinen Gummistopfen. Von ein paar Ausnahmen mal abgesehen, Nexium z.Bsp.

    Was nicht heisst, das ich mit der gleichen Kanüle aufziehe, mit der ich spritze.

    Haben in der Vet.-Med. wirklich so viele Ampullen einen Gummistopfen?

    Ja, die meisten Medis schon. Impfungen, Antibiotika, Bisolvon, Buscopan, diverse Vitaminlösungen etc pp...sind meist 100 ml-Flaschen (außer die Impfdosen) und daraus wird dann aufgezogen. Ist ja auch in Ordnung, solange das Haltbarkeitsdatum beachtet und eben immer neue Kanülen verwendet werden.

    Achja stimmt, gibt ja noch die Pens. Unsere Patientenbesitzer bekommen meist Insulinspritzen mit, aber ich glaube einige verwenden auch diese Pens.

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