Geschockt über Hundeschule!

  • Ich würde dem Hund das Halsband vorübergehend nicht ausziehen und eine Hausleine dran machen, damit diese unschönen Einfangszenen entfallen.

    Bin gespannt, was du weiter berichtest.
    Und hoffe, dass deine Eltern bald "ihren Trainer"/Trainerin finden und alles in gute Bahnen kommt.

    (An dem anderen Trainer würde ich mich nicht abarbeiten wollen. Dem noch einmal die Meinung sagen, ist sicher gut. Aber dann würde ich nach vorne sehen. Wer mit gesundem Menschenverstand dran geht, bleibt bei so einem Trainer nicht. Ich würde nicht die Welt vor ihm retten zu wollen bzw. mich nicht zu lange über ihn aufregen wollen, das bindet so viel Energie, die man woanders besser einsetzen kann - aber das muss jeder für sich selbst wissen.)

  • In meinen Augen gehört an so einen Hund unter keinen Umständen nur ein Halsband, sondern ein Geschirr und eine Hausleine. Wenn sie erstens so wenig Bindung hat und 2ten handscheu ist, sollte sich ausbruchsicher gehalten werden.

    Und ich möchte jetzt nicht den Buhmann spielen: Aber wenn nach so langer Zeit bisher immernoch so eine Distanz besteht, ist das "Ich bin überzeugt, dass meine Eltern mit Unterstützung eines kompetenten Hundetrainers bald einen absoluten Traumhund an ihrer Seite haben. " wohl wirklich noch nicht in greifbarer Nähe.
    Auch andere Trainingsmethoden benötigen einfach viel viel viel Zeit und bei einem Angsthund nochmal mehr.

    Ich wünsche deiner Mutter einfach nur viel Kraft. Gerade wenn sie das Leben mit wesensfesten Hunden gewöhnt ist, ist ein Angsthund eben eine Erfahrung die einen teilweise an seine eigenen Grenzen treibt.

  • Wo wohnen deine Eltern - es gibt bestimmt einen einfühlsamen Trainer, der bei diesen Ängsten tolle Tipps geben kann. :)
    Jeder trifft mal auf seinen Meister. Deine Eltern, du, ich... oder eben diverse "Trainer". Und manchmal sieht nur ein Außenstehender, was man machen kann.

  • Handfütterung würde ich auch nur noch machen. Und wenn der Hund dann einen Tag mal nicht kommt, am nächsten Tag wird er so einen Hunger haben, dass er ankommt und fressen wird.

    Der Trainer ist ja echt unter aller Sau... Na hoffentlich hören dessen Hunde immer auf Kommando... Hast du den Trainer mittlerweile erreicht? Und wie geht es deiner Mutter? Sie soll sich so einen Satz nicht zu sehr zu Herzen nehmen, so einem Trainer gehört mal ordentlich die Meinung gegeigt...

  • Unfassbar! Wenn der Typ nicht mit (Jung-)Hunden kar kommt, sollte er schnellstens den Job wechseln. Das kanns doch nicht sein?!

    Dass man, besonders einen Junghund, manchmal nicht aus einer Hundegruppe entfernen kann (kenn ich selbst, meiner ist auch 7 monate alt), ist doch völlig "normal" sag ich mal...

    Macht euch keinen Kopf darüber und viel Glück!

  • Wegen diesem Trainer: An deiner Stelle wuerde ich mich sehr freuen, dass
    a) endlich etwas passiert ist, wodurch deine Mutter bezueglich der Trainerwahl zu Vernunft gekommen ist, und
    b) es ist ohne (weiteren) Schaden fuer den Hund passiert -- der Hund war gar nicht dabei, besser kann es eigentlich nicht kommen.

    Wenn du dir Sorgen wg. anderer Hunde(halter) machst, wuerde ich gucken, dass ich die Geschichte einfach weit verbreite. Aber im Grunde wuerde ich an deiner Stelle jetzt erleichtert sein .

    LG, Kay

  • Zunächst mal zum Hund:

    Geschirr dran lasse und dünne Leine ohne Handschlaufe dran, 1-2 m. Das so lange, bis Hund sich problemlos heranrufen und ggf. Halsband anlegen und anleinen lässt.

    Ich hatte mal kurzfristig ein Problem mit meiner Kleinsten - grössenmässig meine ich jetzt. Ausgewachsen ist Klein Wusch ganze 29 cm gross. Und sie ist alles andere als handscheu oder kontaktscheu. Aber selbst für sie war es beim spazierengehen am Anfang zu viel, dass so grosse Menschen sich über sie beugen (selbst wenn man in die Knie ging - es ist einfach nicht anders möglich bei so einem kleinen Hund, irgendwie hat man da immer eine bedrohliche Körpersprache) und sie wich aus. Geschirr mit gerade mal 1 m langer Schnur (Durchmesser etwa 5mm) und die Sache war behoben. Es waren halt die typischen Situationen, bei denen man einen Hund, der noch jung ist und bei dem man nicht weiss, ob das immer so klappt mit dem Sitzenbleiben am Wegrand usw (Fahrrad, Jogger .... ), absichern möchte.

    Deshalb - solche Probleme hat man nicht nur mit Angsthunden. Da ist es auch keine "Schande", wenn man zu solchen Hilfsmitteln greift.

    Zum Trainer

    Zitat

    Selbst wenn er das nicht so gemeint hat, sowas kann man doch nicht sagen, zumal wenn eine verzweifelte Kundin vor einem steht und anschlueßend weinend den Platz verlässt.

    Och - ich stand mal bei uns auf dem Platz, da kam unsere damalige Welpentrainerin "Du, hast Du mal einen Moment Zeit, ich bin da etwas überfordert, hör Dir mal die Geschichte an, schau Dir den Hund an und sag Du was, Du hast mehr Ahnung".
    Die Geschichte war einfach genug: 12 Wochen alter Hovi-Welpe, zwickt und bschnappt ständig, die Frau hatte den ganzen Unterarm voller Schrammen, Frauchen mit Welpi war bei einer Hundeschule. Als die üblichen "wenn Welpi beisst "Aua" schreien und Spiel abbrechen"-Geschichten nicht nach 1-2 Wochen zu einer deutlichen Verbesserung im Verhalten führten, kam der Rat der Dame von der Hundeschule "Lassen Sie den Welpen einschläfern, der ist übermässig aggressiv".
    Die junge Frau stand heulend vor uns, neben ihr ein Hovi-Mädchen, das einen aufgeweckten Eindruck machte ... ok, meinereiner das kleine Mädchen etwas näher angesehen, etwas gespielt mit ihr usw.
    Mein Kommentar "für mich sieht das nicht aus wie ein übermässig aggressives Welpi, sondern wie ein sehr toughes selbstbewusstes kleines Hovi-Mädchen mit viel Beutetrieb". Auf meine Frage, ob Leistungs- oder Schönheitslinie schaute mich Frauchen etwas entgeistert an - sie wusste damit nichts anzufangen.
    Also bat ich sie, mal mit der Züchterin zu sprechen und zur nächsten Welpenstunde wiederzukommen, ich würde mich dann nochmal einklinken. Und auf keinen Fall sei es gerechtfertigt, das Welpi einzuschläfern, aggressiv ist sie nämlich nicht.
    Die Woche darauf kam Frauchen wieder, diesmal mit einem völlig anderen Gesicht - eher strahlend als heulend. Welpi war aus Leistungslinie - und zwar eine von den wenigen Hovi-Hardcore-Leistungszüchtern überhaupt. Die Züchterin hatte, um den Beutetrieb noch so richtig anzustacheln, den Welpis immer erlaubt, auch so richtig in Hosenbeine und Pulloverärmel zu packen und hat mit denen auch so richtig Zerrspielchen gemacht .... und auf einmal ist Frühjahr, Zeit der T-Shirts und Welpi wird in unerfahrene Hände abgegeben ....
    Kein Kommentar zu der Züchterin! Auch wenn das anscheinend die sanfteste Hündin aus dem Wurf war .... das hätte böse ins Auge gehen können. Über die Geschichte hätte ich mich heute noch aufregen können.
    Wobei sie auch hätte ganz anders ausgehen können. In dem Fall war Frauchen zwar blutiger Anfänger, aber willig und auch fähig.

    Na ja - aber wie Du siehst - es gibt solche Idioten überall.

    Machen kannst Du da leider nicht grossartig was. An die Öffentlichkeit gehen wäre eine Möglichkeit, also Presse oder so. Aber die Frage ist, inwieweit ihr dann selbst Ärger bekommt von wegen Rufmord, üble Nachrede oder wie das korrekt heisst.

    Letztendlich steht da Aussage gegen Aussage. Selbst wenn der Trainer zugibt, so was gesagt zu haben, wenn auch nur zum Spass, ist so ein Kommentar zwar völlig daneben.
    Aber besagter Trainer kann sich auch anderweitig rausreden - "wurde so nicht gesagt, hat das falsch verstanden, Frauchen ist überspannt und zickig und kommt mit Hund nicht zurecht, will nun ihre eigene Unfähigkeit dem Trainer zuschieben usw.".

    Also - mit derartigen Gegen"angriffen" müsst ihr ganz sicher rechnen. Wenn nicht noch schlimmeres. Die Frage, die ihr euch stellen müsst - ist es euch dieser Aufwand und Ärger wert?


    So - zurück zum Hund:

    Zitat


    Zum Thema Handfütterung: extrem schwierig, da sie total handscheu ist. Sie verfolgt meine Mama aber mit Sicherheitsabstand überall hin solange sie nicht dazu aufgefordert wird. Auch am Morgen weckt sie meine Eltern, indem sie sich neben das Bett stellt und sich anschmiegt und kraulen lässt. in dem Moment enrscheidet aber sie.

    Offensichtlich handelt es sich bei der Kleinen um einen extremen Angsthund. Und da ist es in dem Stadium absolut ok, dass sie entscheidet. Deshalb, Geschirr und dünne schlaufenlose Leine dran.
    Den Hund nicht mit zu vielen Konflikten konfrontieren. Möglichst eine Baustelle bearbeiten, nicht alle gleichzeitig.

    Handfütterung fände ich in dem Stadium noch zu früh. Aber trotzdem Fütterung mit Kontakt, also deine Mutter stellt den Napf hin und bleibt in einem Umkreis, der für die Kleine noch akzeptabel ist. Das Ganze dann langsam annähernd.
    Erstes Ziel wäre, dass deine Mutter direkt neben dem Napf sitzen kann und die Kleine frisst.
    Dann wäre das nächste Ziel, dass deine Mutter den Napf in der Hand halten kann, dann Hand im Napf mit Futter darauf ....
    so könnte man sich bsp. an Handfütterung rantasten.

    Oder Abwandlungen, Napf steht auf dem Schoss deiner Mutter usw. Selbstverständlich aber ist das erste Ziel immer die Voraussetzung für die folgenden Varianten.

    Zitat

    Ich bin überzeugt, dass meine Eltern mit Unterstützung eines kompetenten Hundetrainers bald einen absoluten Traumhund an ihrer Seite haben.

    Das ist mE sehr optimistisch. Angstproblematik ist ein sehr langwieriges Thema, das je nach Stärke über Jahre Training erfordert und oft genug zumindest in Teilen nur durch Handling zu bewältigen ist.

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