Welpenschule ohne Spielen??

  • Hallo ich würd gern mal eure Meinung wissen.

    Wir waren am Samstag in einer neuen Hundeschule. Bisher sind wir bei uns nur im Verein. Dort ist es so, dass die Welpenstunde mit Spielen beginnt (große und kleine Rassen getrennt) dann trainiert wird (Slalom um die Leute durch etc) dann wieder gespielt wird und dann wieder verschiedene Übungen gemacht werden, zum Schluss wird noch abgerufen. Dort ist leider die Junghundegruppe nicht besonders deshalb suchen wir nun nach alternativen.

    Die neue Schule tja der Trainer ist ein älterer Mann, der 40 Jahre Hunde trainiert und züchtet (DSH).Er bildet auch Schutzhunde aus etc.... So ein richtiger Bundeswehrtyp

    Dort sieht die Welpenstunde so aus:: Es wird von Haus aus kein Welpe abgeleint, das gibt es bei ihm nicht, denn der Welpe soll sich ja an uns binden und sonst will der Hund nur immer auf andere Hunde hin. Es werden verschiedene Übungen gemacht (auch Slalom durch die Teilnehmer durch, in der Mitte treffen sich 2 Teilnehmer, Hunde müssen sitz machen und die Teilnehmer begrüssen sich etc., durch Tunnel und über Hürden etc, ) Die Stunde dauert 45 Minuten in denen der Hund nur Pause hat, während die anderen durch den Parcour gehen oder so. Grundsätzlich sind die Übungen gut aber ich weiß nicht ob das nicht zu viel ist bei dem dauert die Junghundegruppe sogar 2 Stunden, ich weiß nicht ob da Pause gemacht wird, auf jeden Fall dürfen die nicht spielen???

    Ich hab ihm gesagt, dass unser Hund auch schon gut ist im Bleib, d.h. auch auf dem Hundeplatz bleibt sie wo ichs sag und kommt, wenn ich sie rufe. Da hat er schlicht gemeint, dass er mir das nicht glaubt!!!!!!!!!! :???: hab ihm dann aber das Gegenteil bewiesen, er hat aber nicht drauf reagiert.

    Was haltet ihr davon bzw wie ist das bei euch???

  • Zitat

    Was haltet ihr davon bzw wie ist das bei euch???

    Ist es wirklich wichtig zu wissen, was andere davon halten, wenn du selbst dein Urteil bereits gefällt hast? ;)

    Man liest aus jeder Zeile heraus, dass dir das ganze nicht zusagt. Und ob die Ansätze dieser Hundeschule nun richtig oder falsch oder es vielleicht auch einfach nicht so wichtig ist, spielt keine Rolle: wenn du nicht dahinter stehst und dich dort nicht wohl fühlst, hat es in meinen Augen keinen Sinn, sich dort einmal die Woche hin zu quälen.

    Viele Grüße
    Frank

  • Danke für die Antwort.

    Ich habe mein Urteil noch nicht gefällt, ich bin mir unsicher. Die Übungen sind super und er hat wirklich Ahnung von Hunden. Mein Mann ist sehr! begeistert. Ich muss aber dort trainieren. Mich würde einfach interessieren, ob das gut ist, wenn Welpen gar nicht spielen dürfen bzw eine Stunden wirklich nur trainieren bzw sie würde jetzt bald zu den Junghunden kommen dort wären es 2! Stunden Training. überfordert das den Hund nicht??

  • Ich finde, gerade bei Welpen, aber auch bei Junghunden gehört der Freilauf einfach dazu.
    Welpen KÖNNEN noch gar nicht am Stück lange was machen, sie brauchen Pausen. Zwei, drei kleine Übungen kann man immer einbauen und mehr geht einfach nicht.
    Richtig finde ich, wenn die Welpen nicht SOFORT spielen dürfen, sondern erst mal an der Leine bleiben, kurz zur Ruhe kommen können und dann erst spielen dürfen. Damit hält man die Erwartungshaltung erst mal unten und die Welpen lernen von klein auf, dass Ruhe sich lohnt und das ist dann schon gleich die erste Übung für Frustrationstoleranz.

    Bei den Junghunden kann es manchmal Sinn machen, erst ein bisschen zu arbeiten, auch länger am Stück, aber Freispiel sollte zumindest am Ende der Stunde stattfinden. Gerade in der Pubertät sind Hundekontakte einfach wichtig, der Trainer sollte währenddessen Verhalten und Körpersprache der Hunde erklären.
    Zwei Stunden durchgehendes Training finde ich ich für JEDEN Hund zu viel, unabhängig davon, wie alt er ist. Das würde ich selbst mit meinen erwachsenen Hunden nicht ohne Pause durchziehen.

  • Zitat

    Mich würde einfach interessieren, ob das gut ist, wenn Welpen gar nicht spielen dürfen bzw eine Stunden wirklich nur trainieren bzw sie würde jetzt bald zu den Junghunden kommen dort wären es 2! Stunden Training. überfordert das den Hund nicht??

    Dass die Welpen nicht spielen dürfen, finde ich nun keinen Weltuntergang. Dürfen sie halt mal ein paar Minuten in der Woche nicht spielen. Davon wird kein Welpe tot umfallen. Ganz im Gegenteil: ich finde das sogar recht erfrischend in Zeiten, in denen Hunde schon fast fanatisch zum Spielen gezwungen werden und man sich damit auch aller Hand hausgemachte Probleme schafft.

    Die zwei Stunden kommen mir recht lange vor. Da muss man sicherlich schauen, wie die Stunden konkret mit Inhalt gefüllt sind. Wenn der Rest passt und du Fortschritte siehst, würde ich der Sache auch eine Chance geben. Man kann ja jederzeit entscheiden, nicht mehr hinzugehen.

    Viele Grüße
    Frank

  • Ich muss gestehen, dass mir die Form der Welpenstunde wesentlich sympathischer ist, als das zur Zeit so moderne "nach fünf Minuten Training muss aber umbedingt gespielt werden" System. Denn erfahrungsgemäß sind die meisten dieser Spielaktionen einfach nicht vernünftig geführt und es ist sehr schwer, da eine gute Anlaufstelle zu finden.
    Darum finde ich die Idee, das Spielen mit den anderen Welpen komplett zu streichen, sehr positiv.

    Der Jundghundkurs.... müsste man sehen, wie es dann explizit abläuft. 2 Stunden durchgehendes Training ist für so ziemlich jeden Hund zu viel. Aber meine Hunde sind zB auch drei Stunden beim Training und gearbeitet wird davon effektiv keine halbe Stunde.

  • Ich sehe das wie Raphaela.
    Gerade bei den Welpen kippt das Spiel so oft und lernen tun die Kleinen dabei letztendlich gar nichts.
    Und viele "Hundetrainer" sehen es auch schlichtweg nicht, wenn ein Welpe dann zuviel hat oder es in Gruppenmobbing eines einzelnen Hundes ausartet.

    Wir haben bei Finley auf eine Welpenstunde bewusst verzichtet und schauen, daß seine Kontakte sich hauptsächlich auf souveräne Althunde beschränken, die ihm ggf bei schlechtem Benehmen auch eine Ansage machen.
    LG von Julie

  • Welpen und Junghunde müssen viel spielen, so lernen sie den Umgang mit anderen Hunden, die Sozialisation, Beißhemmung...wenn dann noch versch. Dinge aufgebaut sind, lernen sie auch noch spielerisch da drüber zu laufen.

    Welpen und Junghunde müssen merken, wann es weh tut, sie müssen ihren Körper entdecken, Fähigkeiten entwickeln.
    Junghunde müssen raufen und sich austoben. Natürlich auch Übungen machen.

    Aber vorrangig gilt für mich in der Zeit erstmal Erziehung, für die Ausbildung und Unterordnung hat man später noch genügend Zeit.

    Junghunde zwei Stunden Training am Stück? Viel zu viel! Das packen oft Einjährige nicht mal.

    Also, dieser Trainer wäre nicht nach meinem Geschmack, die Methoden auch nicht. Und später wundert man sich, dass es mit den anderen Hunden oft Ärger gibt und der Hund nicht freudig arbeitet. Oder der Hund früh ausgebrannt ist.

  • Mir fällt in dem Zusammenhang das Buch vom Grewe ein “Hoffnung auf Freundschaft“, das trifft es perfekt.

  • Dass das Spiel mit Artgenossen wichtig für die Entwicklung von Hunden ist, wird hier wohl kaum jemand bestreiten. Aber man muss sich meiner Meinung nach vor Augen halten, dass das echte Leben eben nicht in den - im Vergleich zur restlichen Woche - wenigen Minuten Hundeschule stattfindet. Und wenn da eben nicht gespielt wird, ist das halt so.

    Je länger ich darüber nachdenke, desto besser gefällt mir der Gedanke, weil die lieben Kleinen dort eine Lektion lernen können, die meiner Meinung nach für den Hund in unserer heutigen Zeit wichtiger denn je ist und dennoch häufig viel zu kurz kommt: Manchmal fallen Dinge aus wegen "Is nich" und trotzdem geht am nächsten Tag die Sonne wieder auf.

    Viele Grüße
    Frank

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