Warum sind Hunde vom Züchter so teuer?

  • Bei vielen Rassen müssen die Hunde, bevor die in die Zucht können aber auch Prüfungen ablegen und wenn ich an meine Rasse denke ist 2 Jahre extrem früh, das ist selten, dass das ne Hündin schafft. Denn da muss die Dummy A oder die JP/R bestanden sein, HD und ED abgeklärt, Augenuntersuchung gemacht (die muss übrigens jedes Jahr neu erfolgen, bei nem Spezialisten, der ist meist auch nicht um die Ecke) und dann noch ein paar mal ausgestellt worden sein. Dazu noch Formwert und Zuchtzulassung, das findet auch nicht 10 mal pro Jahr statt.

    Und ja, ist Hobby, aber wenn ich alleine rechne, wieviel eine gute Dummyausrüstung kostet, die man ja braucht, wenn man die Hunde in die Zucht bringen will (als "Liebhaberhund" Gott was ist die Bezeichnung blöde...) braucht man das ja nicht zwingend.
    Da kommt auch nochmal einiges zusammen.
    Dann wenn der Hund in die jagdliche Leistungszucht soll, muss er noch weitaus mehr Prüfungen ablegen, das erfordert ein gutes Training, selber den Jagdschein für den Besitzer (und ja, es gibt viele die erst den Hund haben und dann den Jagdschein machen, wie viele Borderleute sind nun Schafhalter und nicht andersherum?) und und und.

    Warum sind Hunde vom Züchter so teuer - weil sie es wert sind!

  • Ich würd gern nochmal ne Frage in den Raum werfen, weil ich das Gefühl habe, dass die Sache so ein bissel im Kreis läuft. Also, an die Leute, die ihr Kreuz machen bei "JA, WELPEN VOM ZÜCHTER SIND ÜBERTEUERT":

    Wieviel dürfte ein Welpe denn kosten, wenn ihr eine bestimmte Rasse für eine ganz bestimmte Aufgabe sucht (eben nicht nur einen Hund, der irgendwie da ist) und dank der Vorarbeit des Züchters einen Hund bekommt, dessen Ahnen die letzten vier bis fünf Generationen in eben dieser Aufgabe super waren, mit genau dem für diese Arbeit nötigen Körperbau und einer recht hohen Wahrscheinlichkeit, NICHT an Erbkrankheiten zu leiden, den ihr mit zehn Wochen übernehmt und der dann Staubsauger, Kinder, Katzen, Auto fahren, Haus und Garten kennt?

  • Wie ist das denn mit den Jadgebrauchshunden?
    Die haben ja meist auch nicht gerade wenige Prüfungen vor der ZZL durchlaufen und von Zuchtverband wird ein Preis um die 700€ veranschlagt. Der Züchter investiert auch i.d.R. viel in die Aufzucht und Prägung der Welpen.
    Was an gesundheitlichen Voruntersuchungen verlangt wird weiß ich aber nicht.

  • Zitat

    Ich würd gern nochmal ne Frage in den Raum werfen, weil ich das Gefühl habe, dass die Sache so ein bissel im Kreis läuft. Also, an die Leute, die ihr Kreuz machen bei "JA, WELPEN VOM ZÜCHTER SIND ÜBERTEUERT":

    Wieviel dürfte ein Welpe denn kosten, wenn ihr eine bestimmte Rasse für eine ganz bestimmte Aufgabe sucht (eben nicht nur einen Hund, der irgendwie da ist) und dank der Vorarbeit des Züchters einen Hund bekommt, dessen Ahnen die letzten vier bis fünf Generationen in eben dieser Aufgabe super waren, mit genau dem für diese Arbeit nötigen Körperbau und einer recht hohen Wahrscheinlichkeit, NICHT an Erbkrankheiten zu leiden, den ihr mit zehn Wochen übernehmt und der dann Staubsauger, Kinder, Katzen, Auto fahren, Haus und Garten kennt?

    Ich mache zwar nicht mein Kreuz da, aber hoffe trotzdem antworten zu dürfen, für so einen Hund würde ich bis 2000Euro hinlegen! Wir haben für unseren Dissidenzvereins-Hund (wo trotzdem alle wichtigen Kriterien erfüllt waren und ich noch immer engen Kontakt zur Züchterin habe) 1200 Euro bezahlt.

  • Mir erschließt sich immer noch nicht die Frage, die hier schon einige Male gestellt wurde: warum dürfen denn Züchter keinen Gewinn machen? Sie gehen ein gewisses Risiko ein auch 'miese' zu machen, warum dürfen sie dann keinen Gewinn machen?

    Ein Porsche/BMW/Audi/Volvo und und und sind bestimmt auch nicht 'ihr Geld wert'. Was meint ihr, was da an Gewinn rumkommt.

    Das juckt keinen, aber ein Hund (ein Lebewesen!!!) da wird gemeckert was das Zeug hält.

    Was sich mir auch nicht erschließt (und nein ich möchte keine Tierschutzdebatte) wenn schon gesundheitliche und teilweise charakterliche Wundertüte- warum denn dann nicht gleich aus dem Tierheim? Weils unbedingt ein süßer reinrassiger Golden sein muss?

    Nene verstehe ich nicht. Ich würde auch keine über 1000 € für einen Züchterhund bezahlen, aber einfach, weil ich nicht die Ansprüche (Sport etc.) habe die andere haben und mir ein Tierheimhund 'reicht' wenn ihr versteht was ich damit meine.

  • Ich geb dann mal ein ganz konkretes Beispiel:

    Arren, Miniatur Bullterrier.
    Die bekannten Probleme der Rasse: PLL (furchtbare Sache, dank Gentest aber fast ausgerottet), Herz, Gehör bei weißen, Nieren. (Übrigens muss bei der Hündin der Nierencheck vor jedem Decken neu gemacht werden!)

    Der Züchter: Hat "viele" Hunde, kennt jeden einzelnen, verbringt den ganzen Tag mit ihnen und jeder seiner Hund ist top! Gesundheitlich top, Wesen top, Aussehen top.
    Dafür tut er eine Menge und sein Wissen über die Rasse ist unglaublich! Er hat uns schon beim ersten Besuch mehr über die Rasse erzählt als ich in 1 Jahr Recherche finden konnte.
    Um den hohen Standard zu halten fährt er hunderte Kilometer zu Austellungen, sucht die besten Deckrüden für seine Hündinnen und achtet dabei besonders auf das Wesen. Sein Zeitaufwand pro Wurf ist immens, schon lange bevor der Wurf da ist.
    Er lässt die Hündinnen reifen und belegt sie nicht sofort sie das passende Alter erreicht haben. (Arrens Mutter hatte ihren ersten Wurf als sie 2 Jahre alt war (Mindestalter im GBF: 15 Monate) und durfte im Jahr darauf nur deshalb erneut werfen weil ihr erster Wurf nur aus 3 Welpen bestand. Das sie beim zweiten Wurf dann gleich 6e wirft war eine große Überraschung)
    Er ist einer der Top-Züchter Deutschlands und ja, das hat seinen Preis.


    Bezahlt habe ich: 1500 Euro.
    Bekommen habe ich: Einen Hund der ein wunderbares Beispiel seiner Rasse ist. Gesund, agil, ein Sonnenschein. Ein Hund der mir vermutlich die nächsten 12 Jahre Freude bringt, mit dem ich alles machen kann, der trotz seines jugendlichen Übermuts überall hin mitgehen kann und der für mich einfach perfekt ist.
    Und ich habe einen Züchter den ich auch jetzt noch jederzeit anrufen kann, der mir bis zum Ende des Hundelebens zur Seite stehen wird wenn ich irgendwelche Probleme habe und der sich nen Ast freut wenn ich alle paar Monate Bilder schicke vom Zwerg und einen Bericht wie er sich so entwickelt.
    (Beim Auto kostet sowas auch extra Geld und dauert nicht mal eben 12 Jahre!)
    Ich habe die Ahnentafel und kann jederzeit über den Verband die Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, ja sogar die Ur-Urgroßeltern abfragen und der Verband kann mir genau sagen wie alt die Hunde wurden, ob sie krank waren, wie groß sie waren, welche Untersuchungen sie hatten.
    Arren ist jeden Cent wert und ich habe die Gewissheit das ich alles mir mögliche getan habe um meinem Hund und mir ein langes und glückliches Zusammenleben zu ermöglichen.

    Im Gegensatz zu den "günstigen" Minis aus "Hobbyzucht", die fast immer deutlich über der Größenangabe liegen, die oft nichtmal auf PLL getestet wurden, die oft mit den rassetypischen Erkrankungen zu kämpfen haben.
    Die oft unverträglich sind, die wesenschwach sind.
    Die dadurch das sie oft viel zu groß werden (weil sie selten reinrassig sind) und eben keine Papiere haben von den Ämtern eingezogen werden und im Tierheim landen.
    Ganz toll, da hab ich tausend Euro gespart und mein Hund landet im Tierheim. Ja, das hat sich dann natürlich gelohnt.


    Übrigens: Jeder Züchter der mehr als 3 gebärfähige Hündinnen hat ist ein gewerblicher Züchter in den Augen des Staates. Und da ist es egal wenn die Hündinnen zu jung oder zu alt für die Zucht sind, solange sie rein biologisch gebärfähig sind.
    Damit ist fast jeder Hobbyzüchter eben auch ein gewerblicher Züchter.

  • Dieses Thema ist ein Schwanz ohne Ende!

    Ein eingetragener Züchter muss sich an Verbands-Vorschriften halten. Er muss abwarten bis er die Hündin/Rüden zur Zucht nutzen kann/darf. Der Vermehrer darf hier alles, kann seine Hündin bereits bei der 1. Hitze zulassen - hier kontrolliert niemand!

    Der Züchter kann seine Hündin nicht unbegrenzt zur Zucht verwenden. Er muss die Zuchtvorschriften und die vorgegebenen Zuchtpausen einhalten. Der Vermehrer darf alles, kann hintereinander belegen lassen - ihn kontrolliert niemand!

    Der Züchter hat seine Zuchthündin nur eine begrenzte Zeit. In der Regel wird die Zuchtfähigkeit der Hündin mit 7 Jahren spätestens jedoch mit 8 Jahren beendet. Sie bleibt meist in der Obhut ihres Züchters und das sind immer noch 6 Jahre (geht man davon aus, dass die Hündin 14 Jahre alt wird). Viele Jahre die die Hündin tierärztlich versorgt werden muss und gerade im Alter können erhebliche Tierarztkosten entstehen. Der Vermehrer kann und darf hier alles. Ihm setzt keiner Grenzen; er kann auch noch eine Uralthündin zum Vermehren verwenden. Ihn kontrolliert niemand!

    Beim Züchter schützt der Verband die einzelnen Zuchthunde durch Vorschriften und Zuchtbestimmungen. Beim Vermehrer gibt es keinen Schutz für die Hündinnen.

    Deshalb müssen Welpen beim eingetragenen Züchter eben ihren Preis haben, weil über Jahre gerechnet auch Geld für die ausgedienten Zuchthunde da sein muss. Wie sonst könnte ein Züchter seine alten Hunde sonst alle versorgen.

    Wer jetzt kommt und meint, dass der Züchter dann eben vorübergehend seine Zucht einstellen soll, der erliegt einem weiteren Irrtum. Durch das Aussetzen der Zucht gehen wertvolle Blutlinien unwiderruflich verloren. Die Lebenszeit der Hunde ist viel zu begrenzt, als dass ein Aussetzen der Zucht für gute Linien Sinn machen würde.

  • Zitat


    Übrigens: Jeder Züchter der mehr als 3 gebärfähige Hündinnen hat ist ein gewerblicher Züchter in den Augen des Staates. Und da ist es egal wenn die Hündinnen zu jung oder zu alt für die Zucht sind, solange sie rein biologisch gebärfähig sind.
    Damit ist fast jeder Hobbyzüchter eben auch ein gewerblicher Züchter.

    Auch jeder andere Züchter mit nur einer Hündin wird als gewerblicher Züchter geführt, wenn er regelmäßig Welpen zum Verkauf anbietet.

    Auch der Vermehrer handelt gewerblich, wenn er ständig Welpen zum Verkauf hat. Da reicht eine Hündin.

    Wer im deutschen Staat dauerhaft Gewinne erzielt wird als Gewerblich eingestuft! Das ist Fakt!

  • Es wurde ja schon alles wesentliche gesagt. Ich wollte mal mit zu bedenken geben, dass seriöse Züchter "ihre" Hunde immer wieder zurück nehmen,wenn die Besis den Hund nicht mehr halten können/wollen.

    Das sind ja unkalkulierbare Kosten für den Züchter.

    Unser Züchter nimmt für lau unsere Hündin in Betreuung wenn wir weg sind und schön macht er sie auch für n Appl und n Ei.
    Er ist jederzeit erreichbar wenn wir Sorgen haben oder Rat brauchen. Wir stehen in recht engen Kontakt und wenn das bei mehreren Welpenkäufern so ist,dann "verschwendet" er seine Zeit auch für lau. Da mach ich mich nicht nass dem mal was mehr zuzustecken wenn er die Dicke wieder augferüscht hat oder für eigentlich lau bei sich betreut hat,trotz das ich nen anständigen Welpenpreis bezahlt han.

    Bordy hatte es schön geschrieben: Zeit ist kostbar

  • :gut:
    Darüber hab ich erst am Sonntag mit einer befreundeten Züchterin diskutiert.
    Da es ja auch zig Züchter gibt, die sich haufenweise adulte Hunde kaufen und diese wieder verkaufen, Hündinnen mit entsprechendem Alter einfach weiter verkaufen etc.
    Sowas is fürchterlich finde ich! Wäre für mich ein absolutes no-go.

    Und ja, ich würde auch einiges an Geld hinblättern für nen guten Hund.
    Beziehungsweise für ne gewissen Garantie auf nen guten Hund.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!