Der Rückruf unter erschwerten Bedingungen

  • Doof gelaufen, kenne sowas.

    Ich habe einen Superpfiff aufgebaut, der bisher noch niemals ignoriert wurde. Aufgebaut habe ich über Wochen/Monate und es ist bis jetzt mein Notanker, selbst in Paniksituationen. Vielleicht wäre das eine Option?

    Ansonsten weit weg von Straßen und notfalls mit der Schlepp absichern, und den Abruf bisschen aufmöbeln.

    Ich VERSUCHE nur zu rufen, wenn ich weiß, dass gekommen wird. Schwer bei solchen "auf die Straße renn"-Momenten. Deshalb habe ich bei meinem Zweithund ein "Tschüss"-Kommando aufgebaut. Sprich, wenn ich das sage, bin ich sofort weg. Ich habs einige Male aufgebaut. Erstmal gewartet bis der Hund aufmerksam ist, laut TSCHÜSS gerufen und um mein Leben gerannt oder wahlweise versteckt. Das lad ich immer wieder auf und meine Erdnuss weiß genau, dass ich dann weg bin. Das benutze ich, wenn ich denke, dass er grad extrem abgelenkt ist oder zu iwas rennt. Aber bis heute renn ich dann in die entgegengesetze Richtung.

    Das wären so meine Ideen.

  • Lass dich nicht entmutigen. :smile:

    Als Moe 8 Monate alt war, hatten wir auch so unsere Probleme mit dem Rückruf. Eine Situation werde ich wohl nie vergessen. Moe war im Park am Spielen mit 2 anderen Hunden, als plötzlich ein dritter dazu kam. Diesen kannten wir schon und wir wussten, dass er immer mal von Frauchen abhaut (die war auch weit und breit nirgends zu sehen). Die Hunde haben dann alle zusammen gespielt und plötzlich rennt der Rüde los (Frauchen war fast 1km entfernt und hat gepfiffen). Moe natürlich in einem Affenzahn hinterher. Abruf - nein danke! Sie ist ungelogen einmal durch den gesamten Park gerannt. Als ich die beiden eingeholt hab standen sie vor einem Rentnerpaar mit zwei Westis und haben die beiden so lautstark zum Spielen aufgefordert, dass die ältere Dame schon nach Moe getreten hat. :verzweifelt: Das war der schlimmste Tag in Sachen Rückruf, den wir erlebt haben. Wäre irgendwo eine Straße gewesen...ich will gar nicht dran denken. Ich hab sie dann nur eingesammelt und bin zum Auto zurück. Danach war sie einige Wochen nur noch an der Schlepp und wir haben fleißig geübt. :smile:

    Solche Situationen sind wohl mit einem Jungspund nicht immer zu vermeiden und ich schätze, dass fast jeder in seinem Leben mit Hund etwas vergleichbares erlebt hat.

    Dran bleiben und konsequent weiter üben, das wird schon. :gut:

  • Da hast du ja noch mal richtig Glück gehabt!
    Ich denke dein Hund steckt in der Pubertät, da vergessen die meisten Hunde alles was sie vorher schon mal gelernt haben :)
    Also ich würde nicht schimpfen, die Gefahr dass er das falsch verknüpft ist zu groß.
    Wir machen das hier so, wenn Emma nicht beim 1. Rufen kommt sondern erst beim 2. oder eben so angeschlichen kommt und zwischendrin noch schnell pinkelt und schnüffelt dann gibt es kein Leckerlie.
    Für jedes schnelle kommen beim 1. Rufen gibt es ganz tolles Lob & super Leckerlie (Fleischwurst, Hühnerherzen usw.) und gerne auch mal ein kleines Spiel.
    Wenn sie garnicht kommt dann hole ich sie ab & leine sie kommentarlos an.

  • Zitat

    Puh, da hast du ja noch mal Glück gehabt.
    Okay, also als erstes Mal würde ich dir empfehlen ihn zukünftig nur mit Schleppleine laufen zu lassen.

    Echt wurde das gemacht??? Würde ich nicht machen, dann verbindet er, dass wenn er zurück kommt es Schimpfe gibt und beim nächsten Mal kommt er dann vielleicht erstrecht nicht mehr.


    ohne jetzt alles gelesen zu haben nur mal eben genau darauf:

    ja, absolut! Denn Ayla z.B. weiß ganz genau WARUM sie nun den Anschiss bekommt. Und du kannst mal 1000%ig davon ausgehen, dass ich beim nächsten mal sicherlich NICHT zweimal rufen/pfeifen muss bis sie kommt.

    Absolut meine Meinung aber: ich bin fest davon überzeugt (und sehen es bei Ayla immer wieder) dass Hunde durchaus wissen wann sie scheiße gebaut haben und wann sie "unartig" waren. Und zwar nicht nur für 5 Sekunden!

  • Zitat


    Darf man fragen, WIE du den konditioniert hast?

    Für ihn ist der Pfiff das Versprechen auf Sheba-Katzenfutter. Das wurde so aufgebaut, dass ich über mehrere Wochen mehrmals am Tag in der Wohnung den Hund vor mich gesetzt habe, dann Pfiff und direkt Futter. Er musste also nichts tun außer fressen. Er sollte auch nur verknüpfen, Pfiff=Supertolles Futter. Das dann nach und nach in der Wohnung geübt, dass er kommen musste. Draußen an der Leine, draußen ohne Ablenkung. Der Aufbau ging über 3 Monate. Bei Ablenkung geübt habe ich nie, ich habe ihn dann einfach benutzt, in der Hoffnung (oder der Zuversicht), dass es klappen wird.

    Alternativ kann diese Belohnung auch das heißgeliebte Spielzeug sein, das der Hund sonst nie bekommt.

  • Hallo Simone,

    ich habe bei Leo auch mit Tschüß gearbeitet, allerdings ein ganz spezielle Betohnung die ich "NUR" bei ihm benutz habe, so das wenn ich zu jemand anderem Tschüß gesagt habe sich mein Leo Nicht angesprochen gefühlt hatte.

    Auch das Pfeifen haben wir im Laufe der Jahre gemacht. Am Anfang mit einer Lautlosen Hundepfeife - die stellst du einmal ein und dein Hund hat seinen "eigenen Ton" oder dann zum Schluß haben wir eine Höhrbare Pfeife genommen, da Leo halt älter wurde und die Lautlose wohl nicht mehr gut gehört hat.

    Viel Erfolg bei den Übemomenten und alles gute das er nicht häufiger so rum macht.
    Grüße Michi

  • Zitat

    Hallo Simone,

    ich habe bei Leo auch mit Tschüß gearbeitet, allerdings ein ganz spezielle Betohnung die ich "NUR" bei ihm benutz habe, so das wenn ich zu jemand anderem Tschüß gesagt habe sich mein Leo Nicht angesprochen gefühlt hatte.

    Auch das Pfeifen haben wir im Laufe der Jahre gemacht. Am Anfang mit einer Lautlosen Hundepfeife - die stellst du einmal ein und dein Hund hat seinen "eigenen Ton" oder dann zum Schluß haben wir eine Höhrbare Pfeife genommen, da Leo halt älter wurde und die Lautlose wohl nicht mehr gut gehört hat.

    Viel Erfolg bei den Übemomenten und alles gute das er nicht häufiger so rum macht.
    Grüße Michi


    Oh bitte bitte nicht Tschüss...ich weiß es kann sinnvoll sein, wenn der Hund unaufmerksam ist oder keinen Bock hat auf mich zu achten einfach mal in ne andere Richtung zu entschwinden ABER das funktioniert wirklich nur wenn gerade nix spannendes in der Nähe ist. Geht ein Hund gerade einem Hasen hinterher, oder pöbelt andere Hunde an ist dem ein Tschüss in der Regel völlig wurst.

    So erlebt: Ich mit Zera im Wald..uns kommt einen unangeleinter Jungrüde entgegen. Da Zera ängstlich ist habe ich sie angeleint weil es ihr Sicherheit gibt. Der Rüde stellt sich direkt vor uns hin (so 2m Abstand, ich weiß das er nicht wirklich was macht sondern nur ein Schaumschläger ist, war aber trotzdem doof), knurrt, bellt macht eben ein riesen Getöse. Zera hat sich schon ängstlich hinter mich und an meine Beine gequetscht. Und was macht der Besitzer? Ruft seinem Hund ein TSCHÜSS entgegen dreht sich um und geht. :schockiert: Den Rüden hats null interessiert..sondern der hat solange weiter gepöbelt bis ich ihn mit einem deutlichen Ausfallschritt und AB!!!! vertrieben habe...seit dem HASSE ich es wenn die Leute ihrem Hund "tschüss" sagen-.-

  • Ich danke euch aufjeden Fall für den ganzen Input. Inzwischen hab ich den Schock auch schon besser verdaut.

    Eine Userin, ich weiß nicht ob ich ihren Namen nennen darf :) , schrieb, dass sie ihre Hunde kommentarlos anleint und sie spätestens nach dem dritten Spaziergang wüssten, dass auf den Rückruf hören besser ist.
    Aber dann ist die Leine eine Bestrafung, was sie nicht sein sollte? (finde ich)

  • Das habe ich versucht und es hat alles nur noch schlimmer gemacht, da sie dann aus dem einsammeln und anleinen (was vorher ging) ein lustiges Fang-spielchen gemacht hat. Also sich platsch auf den Boden gelegt (Kopf am Boden) und jedesmal wenn ich auf 1-2m ran war wegerennt und 10m weiter wieder hingelegt.

    Leine kann schon als "Strafe" eingesetzt werden, wer nicht hören kann hat eben weniger Freiraum..allerdings in dieser Situation (die aus jugendlichem Übermut hervorgeht) hat es hier nicht gebracht (im Gegenteil)

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