Wie hoch schätzt Ihr die Borreliosegefahr ein?

  • Was ich noch hinzufügen wollte: Meine TÄ ist der Meinung, dass Borreliose hoffnungslos "überdiagnostiziert" sei- wie schon angesprochen wurde, wird bei vielen unklaren Symptomen schnell die Borreliose als Verursacher "festgestellt", was wohl häufig aber gar nicht stimmt. Borrelien- AK lassen sich in dem Fall natürlich nachweisen, aber nur, weil sowieso fast alle Hunde Ak haben, ohne je Probleme zu bekommen, die tatsächlich auf eine Borreliose zurückzuführen wäre. Ich glaube also schon, dass das Risiko weitaus geringer ist, als man meinen mag. Sorgen mach ich mir trotzdem.

    edit: Zu einer guten Zeckenprävention rät meine TÄ trotzdem, aber weniger wegen Borreliose, sondern mehr wegen anderer durch Zecken übertragbaren Erkrankungen

    nochmal edit: Hier haben angeblich 50% der Zecken Borrelien. Aber nur ein seeeehr geringer Prozentsatz der HUnde wird tatsächlich krank. Also sagt mir schon allein das, dass das Risiko nicht ganz so groß ist, denn sonst müssten hier ja ständig Hunde Borreliose haben.

  • Mit anderen Worten; entweder Pest oder Cholera.
    Bei uns gibt es derzeit viele Zecken, sowohl in Waldgebieten als auch im Feld. Da "Zeckenwetter de" gibt für unsere Region keine Tendenz :???:

    Zitat

    ! Wieviele Zecken gibt es überhaupt im hauptsächlichen Spaziergebiet, welcher Prozentsatz davon ist mit welchem Borrelienstamm infiziert, usw.... All das ist wesentlich für den Infektionsdruck, der wiederum das Erkrankungsrisiko bestimmt. Das kann 50 oder 100 km weiter schon wieder ganz anders aussehen....


    Und da liegt das Problem. Wie komme ich an diese Informationen? Woher weiß ich, wieviele Zecken überhaupt mit Borrelien infiziert sind?

  • Zitat


    Und da liegt das Problem. Wie komme ich an diese Informationen? Woher weiß ich, wieviele Zecken überhaupt mit Borrelien infiziert sind?

    Ich hab die Info von einem Allgemeinmediziner.... Vielleicht kannst du da ja mal nachfragen. Oder auch beim TA?

  • Zitat

    In der Humanmedizin ist man deutlich zuückgerudert was die Gefahren durch Borrelien angeht Hintergrund ist das es Studien an Walldarbeitern gab von denen 50% Ak gegen Borrelien hatten ohne krank zu sein, man geht davon aus, das eine Borreliose nahezu immer ausheilt auch ohne Therapie, was aber Jahre dauern kann weswegen man sie schon behnadlen sollte( wer willschon jahrelang Gelenkschmerzen haben) , was es also sehr wahrscheinlich nicht gibt es ein nicht heilbares Spätstadium da sind wohl Zusammenhänge konstruiert worden die keine waren , so nach dem Motto wenn wir sonst nichts finden dann sind die Borrellien schuld, mir persönlich scheint derzeit die Gefahr durch spot ons höher als die durch die Zecken

    Das sieht eine Bekannte von uns wohl anders. Die hatte 10 Jahre lange eine unerkannte Borreliose und hat heute immer noch sehr starke Probleme damit. Bei ihr kann man das nie mehr heilen udn sie wird immer Probleme haben.

    Ein Hund von Bekannten hatte auch Borreliose und wird auch immer damit Probleme haben, wenn auch nicht so stark.

    Und wenn man einen Hund hat der Ehrlichiose, Leishmaniose, Anaplasmose usw hat oder hatte sieht man das ganze auch wieder anders.

    Lg
    Sacco

  • Rita, genau diesen Haken habe ich auch und trotzdem rutschen die Minizecken durch.....vielleicht stelle ich mich auch zu blöd an.

    Habe gerade meine Freundin, sie ist THP, nach dem Borrelioserisiko in unserer Gegend gefragt und sie meint, es sei gering.

    Entweder versuche ich dieses Zecken-Frey Zeugs oder dieses
    Kokosöl ist ja an sich recht wirklsam, aber bei langfelligen Hunden eine fiese Schmiererei, da auch das Fell sehr ungepflegt an dem Hund herunter hängt.
    Wird der Hund nicht täglich balsamiert, ist die Wirkung weg

  • Zitat


    Das sieht eine Bekannte von uns wohl anders. Die hatte 10 Jahre lange eine unerkannte Borreliose und hat heute immer noch sehr starke Probleme damit. Bei ihr kann man das nie mehr heilen udn sie wird immer Probleme haben.

    Ein Hund von Bekannten hatte auch Borreliose und wird auch immer damit Probleme haben, wenn auch nicht so stark.

    Und wenn man einen Hund hat der Ehrlichiose, Leishmaniose, Anaplasmose usw hat oder hatte sieht man das ganze auch wieder anders.

    So ist es... als Halterin eines an Borreliose erkrankten Hundes sehe ich die Welt hier wirklich etwas weniger rosarot. An diejenigen, die im Geiste gleich wieder loslegen wollen und mir schreiben wollen, was das doch für eine Verzweiflungsdiagnose war: Ich wünsche keinem die 9 Monate Horror, die ich - und ganz besonders Ebby - ausstehen mussten. Der Hund hat in dieser Zeit so viel gekostet wie ein Kleinwagen (ein neuer!) und aufgrund der späten Diagnose / Behandlung ist die Krankheit chronisch und auch nach der Behandlung wurde Ebby nie wieder der lebensfrohe, arbeitsfreudige und abenteuerlustige Hund, der sie mal war.
    Ja, es ist selten, dass Hunde tatsächlich an Borreliose erkranken. Das hilft einem aber überhaupt nicht weiter, wenn man einen Hund hat, der daran erkrankt ist - zumal man sich von jedem TA diesen Sch... anhören muss.

    Es gibt keinen einzigen nachgewiesenen Fall einer Übertragung von Ehrlichiose IN Deutschland ( Sacco: Kreuzreaktion?), die Gefahr, an Anaplasmose zu erkranken ist jedoch sehr hoch und auch die Babesiose ist auf dem Vormarsch. Eine akute Babesiose endet unbehandelt innerhalb weniger Tage tödlich. Die Sandmücke breitet sich in Deutschland ebenfalls aus, damit steigt die Gefahr, an Leishmaniose zu erkranken.
    Für mich sind das genügend Argumente - notfalls auch für Gift. Bei den Sandmücken gibt es allerdings zu bedenken, dass nur Scalibar relativ wirksam dagegen schützt und das darf z.B. bei Hunden mit Hautverletzungen (Lefzenekzem, Hot Spot, ...) nicht angewandt werden.

    Meine Hunde sind ziemlich gut durchgetestet und weisen Antikörper gegen folgende Erreger auf:

    Ebby
    Borrelien (logisch)
    Anaplasmen
    Toxoplasmen

    Ali
    Anaplasmen
    Rickettsia conorii

    LG
    Shalea und ihr Hund mit der Verzweiflungsdiagnose :roll:

  • Zitat


    Es gibt keinen einzigen nachgewiesenen Fall einer Übertragung von Ehrlichiose IN Deutschland ( Sacco: Kreuzreaktion?),

    LG
    Shalea und ihr Hund mit der Verzweiflungsdiagnose :roll:

    Unser Hund hatte nachgewiesen Ehrlichiose und das IN Deutschland und nein es war keine Kreuzreaktion.

    Lg
    Sacco

  • Shalea,

    das meinte ich eben, als ich schrieb, dass einem die geringe Gefahr einer tatsächlichen Erkrankung etc. auch nicht weiter hilft, wenn der eigene Hund dann trotzdem erkrankt... Das tut mir sehr Leid für euch! Warum habt ihr denn eine solche Odyssee hinter euch? Heutzutage denken doch die Ärzte schnell an Borreliose, Anaplasmose etc. Oder nicht? Muss Ebby denn jetzt regelmäßig Medikamente nehmen oder "nur" wenn sie Schübe hat? Und wie oft hat sie die?

    Das mit der Ehrlichiose ist auch heftig- wo wohnst du denn?

  • Zitat


    Unser Hund hatte nachgewiesen Ehrlichiose und das IN Deutschland und nein es war keine Kreuzreaktion.

    Dann ist euer Fall Dr. Naucke wohl nicht bekannt, dieser schießt eine Ansteckungsmöglichkeit mit Ehrlichiose in Deutschland absolut aus (so war's jedenfalls bei unserem letzten Telefonat im Juni letzten Jahres).

    Auch *dieser* Hund wurde zunächst mit einem Titer von 1:160 positiv auf Ehrlichiose getestet - bei einem weiteren Test stellte sich dann heraus, dass das Ergebnis falsch war.

    Ebby wurde positiv auf Rickettsia conorii (1:200, Ref <1:50) getestet, auch hier wurde noch niemals eine Infektion innerhalb von Deutschland nachgewiesen und es stellte sich später heraus, dass das Ergebnis eine Kreuzreaktion war.

    Nun gut, der Thread ist für solche Diskussionen nicht gedacht, ich hör jetzt mal auf mit dem OT. ;)
    Als Parasitosenfreak interessiere ich mich einfach für solche Dinge.

    Übrigens, für diejenigen, die's interessiert: CVBD-Risikokarte

    Zitat

    das meinte ich eben, als ich schrieb, dass einem die geringe Gefahr einer tatsächlichen Erkrankung etc. auch nicht weiter hilft, wenn der eigene Hund dann trotzdem erkrankt... Das tut mir sehr Leid für euch! Warum habt ihr denn eine solche Odyssee hinter euch? Heutzutage denken doch die Ärzte schnell an Borreliose, Anaplasmose etc. Oder nicht? Muss Ebby denn jetzt regelmäßig Medikamente nehmen oder "nur" wenn sie Schübe hat? Und wie oft hat sie die?

    Ja, das stimmt. Leider hilft einem das kein bisschen weiter. Noch ärgerlicher war, dass ich sehr früh an Borreliose dachte, das Labor aber den ersten Test vergeigt hat.
    Nein, an Borreliose denken Tierärzte in der Regel nicht - ich führe noch heute regelmäßig Diskussionen darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass mein Hund Borreliose hat/te. Ich habe verdammt viele Meinungen eingeholt (Ebby war zu dieser Zeit der vermutlich bestuntersuchteste Hund der Welt :roll: ) und musste mir noch mehr Unsinn anhören, von Fremdkörperverschwörungstheorien über falsche Fütterung über Addison und weitere sehr leichtfertig in den Raum geworfene 'Diagnosen'. Nein, schnell geht anders. :roll: Den Weg hier ausführlich zu skizzieren, sprengt den Rahmen dieses Threads, denn der Weg war lang und steinig und von vielen Irrwegen geprägt. Ebby's Fall war allerdings auch nicht einfach.

    Bei einer akuten Infektion mit einer Anaplasmose, Ehrlichiose, Babesiose oder Leishmaniose hat man einen Vorteil gegenüber der Borreliose: Man erkennt meist deutliche Veränderungen am Blutbild. Eine Borreliose verursacht keine Veränderungen im Blutbild. In seltenen Fällen ist die CK erhöht, aber wer würde davon auf Borreliose schließen?
    Ebby war - rein von den Blutbefunden her - ein rundum gesunder Hund, das Bild, das sie abgab, war jedoch ein völlig anderes. Mein ehemals sehr aktiver und lebensfreudiger Hund war wie ein Zementsack... Unwiederbringlich verloren ist das Wesen, das dieser Hund einmal hatte. Ich habe lange Zeit gehofft, dass es nur Zeit braucht..., aber so war und ist es nicht.
    Nach der Doxy-Therapie, die wir aufgrund ihrer immer massiver werdenden allergischen Reaktionen nicht bis zum Ende durchziehen konnten (Alternativen in Ebby's konkretem Fall --> keine) ging es Ebby deutlich (!) besser, aber sie hatte weiterhin Einbrüche, Tage, an denen nichts mehr ging, sodass ich mich an die umstrittene naturheilkundliche Karden-Therapie wagte, wohl in der Gewissheit, dass diese auch einfach nur gar nichts bringen könnte. Diese half ihr ungemein und seitdem kommen wir bei aufkommenden Schüben mit eben dieser aus. Meine THP hat die Therapie eher experimentell mit einer HP für Menschen ausgetüftelt, die diese beim Menschen erfolgreich anwendet. Ich musste die Dosis erheblich nach oben korrigieren, aber es half.
    Ebby hatte viele kleine und einen großen Borrelioseschub seit Abschluss (naja.. "Abschluss"... eher Abbruch) der Therapie im September 2011.

    Sorry... nun ist es doch ein halber Roman geworden, dabei hab ich mich schon kurz gefasst... :roll:

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