Aufmerksamkeit/Blickkontakt des Hundes bekommen

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    Wann und wieviel kann sich dein Hund frei und ohne Einschränkung bewegen?

    Momentan würde ich sagen von 6:30 Uhr bis 20 Uhr mit ein paar Unterbrechungen (z. B. dem Spaziergang). Im Winter deutlich weniger, aber mein Eindruck ist, dass das keinen Unterschied macht.

    Aber frei kann er leider nur im Garten laufen (ca. 700qm). Wenn ich ihn außerhalb des Grundstücks frei laufen lasse, würde er mir jeden Radfahrer vom Fahrrad holen und auf den Feld- und Waldwegen ist bei uns zu viel los für einen Hund der schlecht kontrollierbar ist. Ganz abgesehen davon, dass er einfach einen Aktionsradius von ein paar km um mich herum hat und er damit permanent aus meinem Sichtfeld verschwindet. Insofern ist es für mich auch vollkommen ok, dass er beim Spaziergang schnuppern will. Das sei ihm gegönnt. Aber sämtliche Kommandos ignorieren dabei, ist natürlich weniger schön :-)

  • Mach Nasenarbeit mit ihm. Fährten, Dummytraining, Zielobjektsuche, irgend so etwas. Wenn er mit Dir zusammen suchen und stöbern darf und sich das auch noch futtertechnisch für ihn lohnt, wird er sich mehr an Dir orientieren - und sei es nur, um nichts zu verpassen.

    Bei uns hat das viel gebracht. Es ist weiß Gott nicht so, dass sie mich unterwegs groß beachtet oder sich überlegt, was für ein Verhalten mir wohl gefallen könnte, aber sie behält mich inzwischen im Blick. Das geht soweit, dass ich kaum noch unbemerkt einen Dummy ins Gebüsch pfeffern kann. Mein Hund kann auch praktisch kein Kommando unter Ablenkung ausführen, aber wenn sie etwas suchen darf, ist sie richtig konzentriert und bleibt bei der Sache - sogar, wenn andere Hunde vorbeikommen.

    Ich lebe damit, dass sie mir unterwegs maximal 5% ihrer Aufmerksamkeit schenkt - das reicht ihr, damit sie nicht verlorengeht und kein Spiel verpasst. Und ich erwarte nicht, dass mein Hund mich unterwegs zwei Stunden am Stück anhimmelt. Wir arbeiten insgesamt so 10-20 Minuten vom Spaziergang zusammen und den Rest der Zeit lasse sie viel ihren eigenen Quatsch machen, so lange im Ernstfall der Rückruf funktioniert.

    Wenn Dein Hund nicht frei laufen darf, kann er ja auch an der Schleppleine ein bisschen mehr Radius für eigene Aktivitäten haben. An der kurzen Leine hat er ja keinen Grund auf Dich zu achten - Du hängst ja ohnehin immer mit dran. Du wirst sehen, wenn Du dann ab und zu mal irgendwas seltsames anstellst, wie einen Baum anfassen oder im Laub kruscheln, ist der Hund sofort bei Dir - kann ja gut sein, dass Du gerade eine heiße Leckerchenspur gefunden hast ;-)

    Bei der Leinenführigkeit habe ich leider die ultimative Methode auch noch nicht gefunden. Ich arbeite auch mit einer Variante der Stop-and-go-Methode, aber es dauert ewig. Es wird laaaangsam besser, je nach Ablenkungslevel und Tagesform. Ich bin jedenfalls echt froh, dass meine hier viel ohne Leine laufen kann... In jedem Fall dauert das Leinenführigkeitstraining monatelang bei einen Hund, der sich nicht so wahnsinnig am Menschen orientiert und der unterwegs alles an Ablenkung mitnimmt, was er kriegen kann.

  • Es könnte helfen, den Spaziergang besser zu strukturieren.
    Bei uns ist es so, dass die ersten ca 10 min der Hund an kurzer Leine läuft, schnüffeln ist nicht, Leine ziehen auch nicht.
    Danach sind wir dann ca 45 min im Feld, Hund ist offline. Das ist die Zeit wo er nach Lust und Laune Schnüffeln, rennen, Geschäfte erledigen kann. Es wird gespielt oder Leckerlis versteckt. Also Freizeit für den Hund.
    Diese Zeit braucht er um seine Energie abzubauen.
    Danach kommt er wieder für die restlichen ca 30 min an die Leine und es wird konkret an seinen Baustellen gearbeitet.
    Im Moment üben wir auch viel das Kommando "Schau" und sitzen täglich auf der Parkbank, weil er lernen muss draußen zu entspannen.
    Ich finde es gerade bei jungen Hunden etwas zu viel verlangt, sich den kompletten Spaziergang konzentrieren zu müssen.

  • Habe auch einen Tierheimhund, der draußen nicht unbedingt auf das Ende der Leine achtet sondern lieber an der Leine zieht (Hauptsache vorwärts)
    Was uns empfohlen wurde: Blickkontakt belohnen.

    Tja, haha dachte ich mir, da gibt wohl keine Belohnung, der Hund guckt ja nicht.
    Wir haben das mittlerweile ähnlich wie "clickern" aufgebaut nur halt nicht mit einem Clicker sondern mit einem Wort. Wenn sie guckt, gibt's das Wort und dann ein Leckerlie.

    Bzw. kein Leckerlie sondern normales Futter, was dann abgezogen wird von der Tagesration *gg*

    Es ist mühsam und nach drei Tagen hatte ich gefühlte drei Leckerlies gegeben.

    Aber es wird besser! Timing ist alles, man muss echt versuchen keinen Moment zu verpassen.

    Mittlerweile sind wir "so weit" das zwar am Anfang des Spazierganges alles ist wie immer :D Aber zum Ende wird immer häufiger geguckt und sogar freiwillig bei Fuß gegangen! Und die Leine ist deutlich entspannter!

    Wir machen das in der Wohnung auch. Leckerlies/normales Futter in der Hand und sie bekommt erst was, wenn sie uns angeguckt.

    Nur nicht verzweifeln! Es dauert, aber bei uns wird's langsam besser :)

  • Zitat

    Wir haben das mittlerweile ähnlich wie "clickern" aufgebaut nur halt nicht mit einem Clicker sondern mit einem Wort. Wenn sie guckt, gibt's das Wort und dann ein Leckerlie.

    Bzw. kein Leckerlie sondern normales Futter, was dann abgezogen wird von der Tagesration *gg*

    Es ist mühsam und nach drei Tagen hatte ich gefühlte drei Leckerlies gegeben.

    Aber es wird besser! Timing ist alles, man muss echt versuchen keinen Moment zu verpassen.

    Schwierig wirds, wenn der Hund draussen kein Futter annimmt, weil die Erregung zu hoch ist...

  • Was das Ziehen an der Leine angeht. Ich habe einen "Ich darf ziehen" und einen "Ich darf nicht ziehen" Modus eingeführt. Der Hund weiß zu unterscheiden, wo die Leine eingehakt ist, wo er also darf und wo nicht. Sonst wäre ein Spaziergang bei uns nämlich auch nicht möglich gewesen, weil ich für 200m 1 Std. gebraucht habe. Das war mir zu blöd. Ich hab das tägl. für 10min. geübt, also Hund umgeleint und dann konsequent stehengeblieben bis der Zug raus war, ob er dabei zu mir zurück kam oder sich nur hingesetzt hat, war egal. Ich hab auch nichts gesagt, bin einfach stehen geblieben, war der Zug weg, bin ich weitergegangen.

  • Zitat

    Schwierig wirds, wenn der Hund draussen kein Futter annimmt, weil die Erregung zu hoch ist...

    Hatten wir Anfang auch! Aber dann kann man z.b. drinnen über die Hand füttern, wenn Blickkontakt zu stande kommt. Hat zumindest bei uns geholfen. Immer noch verbesserungswürdig aber es wird langsam ...

  • Zitat


    Schwierig wirds, wenn der Hund draussen kein Futter annimmt, weil die Erregung zu hoch ist...

    Ich glaub, da besteht bei einem Beagle (trotz Ablenkung und Aufregung) große Hoffnung!

    Chris: Clickerst du? Jeden Blickkontakt clickern wäre eine gute Möglichkeit.

  • lustiger beitrag, wo fange ich an wo höre ich auf, du schreibst du hättest ihn an der leine und du pfeifst ihn zurück, ....ich denke du musst zuerst an der basis arbeiten und die lernst du in einem hundeverein, in einer hundeschule, schleppleine ist die richtige leine wenn ich mit meinem hund arbeite beim spazierengehen, ich arbeite an meiner bindung zu meinem hund, und das geht auch über das futter, was ich nur draussen beim spazierengehen gebe, wie ....z.b ...hund geht an der schleppe....keine pfeife ein befehlerisches hier....der hund hört noch nicht ein leinen ruck und der hund muss zu mir, ein lob f....fressen aus dem dummy....lob....wieder lass ich den hund weglaufen mit dem komando lauf.....und immer wieder und immer wieder und da er weiss nach ein paar tagen da gibt es nur essen wenn ich komme und mein frauli mit grossen augen auschaue, muss ich mir mein frauli warm halten denn sie gibt mir mein heiliges gutes essen, daher ist sie für mich mega interessant,......so fängt man an....ja und diese arbeit dauert, so ein hund sollte fährtenarbeit machen, die sehr interessant ist, die lernt man in einem verein, und vieles mehr, so wie du dir das denkst das alles so schnell gehen soll wie du glaubst - wird es nicht geben, ein hund ist harte arbeit und ein spiegelbild von dir selbst ...also arbeit an dir ....

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