Aufmerksamkeit/Blickkontakt des Hundes bekommen

  • Zitat

    Nachdem solche Situationen bestimmt mehr als 20 mal pro Spaziergang auftreten, sind viele Tips, die ich bisher bekommen habe nicht praxisrelevant. Was ich meine ist z. B. spontane Blickkontakte belohnen (sowas gibt es bei unserem Schweinehund nicht), auf Kommando hergucken (klappt nicht, weil er in solchen Situationen nicht reagiert), mit Spielzeug locken (interessiert ihn in diesem Fall auch nicht), mich selbst interessant machen (ich bin mir nie sicher was das heißen soll und vor allem ist es einfach unpraktikabel, wenn man das 20-50 mal pro Spaziergang machen muss), mit Leckerlis locken (dann wird das Leckerlie abgeholt und sofort weitergebellt, mal abgesehen davon, dass er dann bald 100kg wiegen würde:-)),...

    Habt ihr noch eine praktikable Idee, wie ich unseren Hund aus dem "Verstand ausgeschalten Modus" bringen könnte?

    Das geht schon so wie es Dir vorgeschlagen wurde, Du musst es nur auch richtig anstellen, nämlich, indem Du mit den genannten Übungen nicht gleich auf Level 320 anfängst, beim Spaziergang in wildreichem Gelände, sondern bei Level 1, also irgendwo, wo es grottenlangweilig ist für den Hund. Dann wartest Du, bis der Hund DICH anschaut (sei es auch nur mit dem Blick "Alter, ist das öde hier" ;) und DIESER Blick wird dann von Dir einige Male mit Leckerli bestätigt (hinwerfen und suchen lassen, bietet sich beim Beagle ja geradezu an). Der nächste Schritt ist immer dann, wenn der Hund Dich anblickt "schau" oder was auch immer zu sagen, so dass er das Hinschauen zu Dir mit dem Kommando verknüpfen kann (Bestätigen nicht vergessen) und dann erst fängt man an, das Kommando zu sagen, wenn man sich ziemlich sicher ist, dass der Hund jeden Moment zu einem hinschauen wird.... das dauert halt seine Zeit.

    Leckerlis kann man in mikroskopisch kleine Stücke zerteilen. Grad am Anfang braucht man nun mal sehr viele davon.
    Auch das "Leckerli abholen und weiterbellen oder weiter-was-auch-immer" ist ein Gedankenknoten von Dir - Du musst dabei Schrittchen für Schrittchen die Anforderungen hochschrauben, indem Du die bellfreie Phase vor dem Leckerli immer länger werden läßt. Die Schritte bei einem Hund, der sich noch nie konzentrieren/auch mal zurücknehmen musste, spielen sich da im Nanosekundenbereich ab. :D

    LG, Chris

  • Wenn er noch keine Kommandos richtig beherrscht, könntest du ihm die Kommandos auf eine andere Art und Weise beibringen.

    Anstatt das Kommando immer wieder wiederholen zu müssen, weil der Hund sonst gleich wieder abhaut, wenn du dich wegbewegst, könntest du das Kommando "OK" einführen. Der Hund führt dein Kommando dann solange aus, bis du es mit "OK" auflöst und zwar unter allen Umständen, auch draußen. Und bis du "OK" sagst, hält der Hund eigentlich immer Blickkontakt. Hier ist ein Video dazu:

    [youtube]

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    [/youtube]

    Ich hoffe ich schieße nicht komplett an deiner Frage vorbei :headbash:

    MfG Switched

  • Zitat

    muecke: Leinenführigkeit ist auch eine kleine Katastrophe. :-) Unabhängig von der Leinenlänge. Auch bei 30m ist die Leine oft genug am Anschlag. Da hilft auch kein Leinenruck oder sowas, da er wie gesagt in dem Zustand auch keine Schmerzen zu spüren scheint.

    Dazu auch nochmal was :) Da unsere Hündin nun auch aus dem Tierheim stammt, hat sie zu beginn auch extrem gezogen, wir haben jetzt 1. ein Geschirr (das mögen viele Hunde lieber, sie versuchen durch ziehen das unangenehme Gefühl am Hals loszuwerden (hab ich gelesen :P) bei uns hat das zumindest einen großen Unterschied gemacht) 2. an der kurzen Leine üben, das bringt erstmal am meisten denke ich. Wenn der Hund sich reinhängt immer stehen bleiben, kurz warten bis sie auch ruhig steht und erst dann weiter. Du kannst das auch mit einem "stop" verbinden. Der Hund merkt dann, dass er nur weiter kommt, wenn er sich nicht reinhängt. Man braucht Geduld und am Anfang kommt man nicht wirklich weit, aber wenn ihr das einige Zeit komplett konsequent durchzieht werdet ihr schnell Verbesserungen sehen.

    Edit: Hab das mit dem Dickwerden gerade gelesen, weil wir sehr viel üben nehmen wir ihr Trockenfutter, sie bekommt eine spezielle Tagesration und von der nehmen wir dann was, dann bekommt sie halt weniger aus dem Napf ;)

  • Ein möglicher Ansatz gegen das Nase-auf-dem-Boden-Laufen wäre, das Fährten (nicht das zu Euch schauen!) unter Kommando zu bringen. Ein Hund, der aus seiner Sicht sinnvoll gearbeitet wird, sieht dann oft viel mehr Sinn darin, mit seinen Menschen zu kommunizieren, wenn ihm das bei seinem Job hilft. Was passiert denn bisher zu seiner (Nasen-)Auslastung?

    Ansonsten gilt für mich bei Aufmerksamkeitsdefiziten draußen: wo ist der Beginn, wann schaltet der Hund ab? Wenn ich zuhause die Leine in die Hand nehme? Wenn sich die Wohnungstür öffnet? Usw... wenn ich den Beginn der Aufregung unkommentiert lasse, fährt sich der Hund weiter hoch, und ich habe, wenn er dann 500m später in der Leine hängt ob des Anblicks eines Artgenossen, keinen Zugang mehr zu meinem Hund.

  • Switched: Nö du hast nicht an der Frage vorbeigeschossen.:-) Eigentlich ist der Ansatzpunkt sogar sehr interessant und einen Versucht wert, ich fürchte nur momentan noch zu schwer. Wie gesagt, ich kann ihn im Wald sitzen und bleiben lassen. Dann werden auch die Jogger mehr oder weniger in Ruhe gelassen (ab und an muss man das noch korrigieren). Aber eben nur einen begrenzten Zeitraum. Wenn ich ihn nicht nach 1-2Minuten aus dem Sitz hole ist die Geduld vorbei. Ähnlich wäre es wohl auch bei einem Ok. Sobald was spannenderes kommt (und das kommt garantiert 5 mal pro Sekunde:-)) wird seine Geduld auf eine harte Probe gestellt. Ich kanns mir kaum vorstellen, dass ich ihn jemals soweit bringen kann, einen ganzen Spaziergang aufzupassen.

  • Euer Hund hat grossen Stress draussen und das Ziel wäre es, einen " unaufgeregten und ansprechbaren " Hund zu bekommen :D

    Ich schätze es geht eher um das Gesamtpaket von Stress vermeiden, Gehorsam ausbauen , vernünftig eingesetzter ( hochwertiger ) Belohnung und Abbrechen von Verhalten.

    Was macht ihr denn mit ihm , damit er seiner Veranlagung gemäss gezielt auf Spurensuche gehen kann?

  • McChris: Ich habe mich wohl schlecht ausgedrückt. Das mit dem Blickkontakt versuche ich durchaus zuerst in Haus und Garten. Aber auch da gibts keinen Blickkontakt. Nicht mal zufälllig. Da scheint unser Hund wohl wirklich eine Ausnahme zu sein.

    ...und die Sache mit dem Leckerli ablenken funktioniert auch nur sehr teilweise und zwar mit einer Superbelohnung. Darauf habe ich das mit dem dick werden bezogen. Mit nem kleinen Leckerli kann ich ihn locken, wenn er aufgeregt ist.

  • Rotbuche:
    zuerst zu deinem zweiten Punkt: es ist nicht so, dass er die ganze Zeit weg ist. Bevor wir losgehen lasse ich ihn z. B. sitzen beim Geschirr anlegen und auch während des Spaziergangs, wenn ich merke er ist grade ansprechbar gebe ich ab und an Kommandos wie sitz oder platz. Notfalls stelle ich mich ihm dann in den Weg, dann ist er einen Moment irritiert und dann hört er auch auf die Kommandos. Das Problem ist nur ihn aus der Gedankenlosigkeit zu bringen. Dann sitzt er auch während Jogger vorbeilaufen.

    zum ersten Punkt: Mit seiner Nase machen wir zugegebenermaßen nicht viel. Aber wir suchen schon jeden Tag versteckte Schlüssel/Bälle/... im Garten oder im Garten der Nachbarn. Wir sollten das schon ausbauen, allerdings habe ich ehrlich gesagt so meine Zweifel, dass es den großen Durchbruch bringen wird, weil er in so einen "Gehirn ausschalten Modus" nicht nur beim Schnuppern kommt.

  • @ Tüdelü:
    Wie lang hats denn bei euch gedauert, bis das Stehen bleiben Wirkung gezeigt hat? Ich habe das auch schon versucht, aber wir sind in 60 Minuten nicht mal 200m weit gekommen. Leider wars auch nicht so, dass er am Ende etwas weniger gezogen hätte. Ich hatte ein schlechtes Gewissen das wirklich ein paar Wochen durchzuziehe, weil der Hund dann ja keinerlei Spaziergang mehr gehabt hätte.

  • Zitat

    @ Tüdelü:
    Wie lang hats denn bei euch gedauert, bis das Stehen bleiben Wirkung gezeigt hat? Ich habe das auch schon versucht, aber wir sind in 60 Minuten nicht mal 200m weit gekommen. Leider wars auch nicht so, dass er am Ende etwas weniger gezogen hätte. Ich hatte ein schlechtes Gewissen das wirklich ein paar Wochen durchzuziehe, weil der Hund dann ja keinerlei Spaziergang mehr gehabt hätte.

    Hm, ich weiß das gar nicht mehr so genau. Einige Tage hat es sicherlich gedauert und nach dem ersten oder zweiten Spaziergang muss man nicht unbedingt direkt was merken, ich denke das kommt auch auf den Hund an.
    Zieht eurer denn dann auch wenn du stehen bleibst durchgehend weiter oder bleibt er dann nach einer Weile auch ganz ruhig stehen? Bei unserer war das so, dass sie teilweise für einen moment stillstand und danach wieder gezogen hat, da musst du aufpassen, dass du genau in dem Moment weiter gehst, wenn er gerade mal ruhig steht.

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