Pinkelt beim Anleinen
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Hallo,
mein 2 Jahre und 4 Monate alter unkastrierter Schäferhundrüde zeigt seit neuestem ein komisches Verhalten. Und zwar nehme ich die Leine und sein Halsband wie jeden Tag aus dem Schrank, er kam sonst immer an und freute sich wahnsinnig, mittlerweile verkriecht er sich gebückt unter den Tisch. Rufe ich ihn dann mehrmals um ihn anzuleinen, pinkelt er los sobald ich ihn berühre. Selbiges gilt auch fürs Bürsten auf dem Balkon usw.
Draußen zeigt er dieses Verhalten nicht.
Es hat sich nichts gravierendes geändert, er hat keine schlechte Erfahrung oder ähnliches gemacht und sobald wir durch die Türe sind ist er auch wieder der Alte. Aber sobald ich ihn innerhalb der Wohnung rufe kommt er unterwürfig zu mir und bei Berührung pinkelt er direkt los.
Kann sich das jemand erklären ?
Viele Grüße,
Alex - Vor einem Moment
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Hi,
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Hallo,
vielleicht hat er Schmerzen, Berührungen tun ihm weh?
Wart ihr schon beim Tierarzt, um das mal abklären zu lassen? -
Zitat
Hallo,
vielleicht hat er Schmerzen, Berührungen tun ihm weh?
Wart ihr schon beim Tierarzt, um das mal abklären zu lassen?Ja, das denke ich auch.... Wenn er wirklich keine negativen Erfahrungen gemacht hat, dann kann es gut möglich sein, dass er Schmerzen hat. Aber auf der anderen Seite sagst du ja, dass er draußen wieder total der Alte ist....
Kümmerst nur du dich um den Hund oder gibts noch jemand anderen, der ihn manchmal ausführt. Vielleicht hat die Person ihn mal zu grob angefasst beim Anleinen.
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Zitat
Aber auf der anderen Seite sagst du ja, dass er draußen wieder total der Alte ist....
In der "Öffentlichkeit" zeigen manche Hunde nicht, dass es ihnen schlecht geht. Ich würd auch zum TA raten :/
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Wie verhält er sich denn sonst Zuhause?
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Auch ich tippe auf Schmerzen, wobei die nicht mehr vorhanden sein müssen. Es reicht, wenn er z.B. bei einem Anleinen im Haus gleichzeitig einen akuten Schmerz hatte, um das Anleinen im Haus mit dem Schmerz zu verknüpfen. Das würde auch erklären, warum es ihm draußen gar nichts ausmacht, Hunde lernen situationsbezogen, es ist möglich, dass er das eben nur auf diesen Moment "Anleinen im Haus" bezogen hat.
Das Pinkeln wäre in diesem Fall einfach eine Beschwichtigungsgeste (was wiederum für die Schmerzen spricht), Hund denkt "oh, Leine im Haus = Schmerzen, ich zeig lieber mal, dass ich derart harmlos bin, dass es gar nicht nötig ist, mir so mit der Leine zu drohen!".Ich würde
- zuallererst zum Tierarzt, um mögliche körperliche Ursachen auszuschließen/ zu beheben
- gegenkonditionieren, sprich die Leine im Haus neutralisieren und wieder positiv belegenHilfreich fürs Training ist da:
- der Hund kommt immer zur Leine, nie die Leine zum Hund. Du gehst also nie mit der Leine auf den Hund zu, und Du bewegst auch Deine Hand mit der Leine nicht auf den Hund zu.
- wo fängt die Unsicherheit Deines Hundes an, wenn Du Dich fertig machst zum Gassigehen? Wenn Du ohne Gassigehmontur die Leine in die Hand nimmst? Wenn die Leine unbeachtet in der Gegend rumliegt? Wenn Du beim Fernsehschauen die Leine auf dem Schoß hast? Wenn Du die Grenze Deines Hundes kennst, würde ich kurz davor damit beginnen, die Leine super positiv zu besetzen. Wichtig ist, dass Du nicht schon eine Stresssituation nimmst, sondern einen Moment, in dem Dein Hund noch ganz entspannt ist. Diesen Moment verknüpfst Du für Deinen Hund also "Leine in diesem Moment im Haus ist megagenial". Ab da arbeitest Du Dich langsam vor, nur als Beispiel: angenommen, Leine auf dem Boden ist ok, Leine in der Hand nicht. Ich hab also Leine auf dem Boden schon fleißig bestätigt, dann könnte der nächste Schritt sein "Leine auf dem Boden, meine Hand liegt daneben, berührt aber die Leine nicht, Superbestätigung". Wichtig dabei ist, dass Du Dir viel, viel Zeit lässt und die Schritte wirklich minimal gestaltest.
Dein Hund gibt Dir das beste Feedback, ob Dein Training richtig aufgebaut ist - sollte sich über mehrere Tage gar nichts bessern, such Dir professionellen Rat vor Ort.Außerdem solltest Du während des Trainings keinen Rückfall provozieren, also "jetzt muss ich den Hund aber anleinen, wir wollen Gassi gehen" sollte nicht vorkommen, bis er angleint werden im Haus wieder supertoll findet. Da er draußen damit kein Problem zu haben scheint, würde ich ihn eben erst draußen anleinen. Wenn Du einen Garten hast, ist es eh kein Thema, ohne Garten würde ich dem Hund solange dauerhaft ein Halsband anziehen, an dem z.B. ein kleines Bändel befestigt ist, das im Haus nicht weiter stört, das du aber einfach greifen und ihn so sichern kannst, bis Du ihn draußen anleinst.
Wie gesagt, erster Gang bitte zum TA, und dann viel Erfolg beim Training! :)
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Hallo,
vielen Dank für die hilfreichen Antworten. Ich war bereits beim Tierarzt und es liegt nichts vor, dachte zuerst an eine Blasenentzündung, da war jedoch alles okay, er hatte nur ein wenig zu viele Spermien im Urin. Das war zunächst eher Phasenweise, dass er sich so verhalten hat, mittlerweile tritt es häufiger auf. Ich kann leider kein Muster erkennen, da sich nichts verändert hat in der vergangenen Zeit. Wie gesagt, es trat mal auf und mal nicht, auch bei anderen trat es auf, da ich ausschließen wollte, dass es mit mir zu tun hat.
Könnte mir ggf. nur etwas hormonelles erklären, aber warum ist es dann nur drinnen ? Es ist quasi so, dass wenn ich ihn rufe, er die Ohren anlegt und die Situation beschwichtigen möchte, als hätte er etwas verbrochen.
Gruß,
Alex -
Wie ist denn deine Körperhaltung, wenn du ihn anleinst? Wenn du dich dabei stark über ihn beugst, könnte er das als bedrohlich empfinden.
Ich würde mich mit der Leine auf den Boden setzen, am besten mit dem Rücken zum Hund.
Beim Bürsten das gleiche. -
Zitat
Könnte mir ggf. nur etwas hormonelles erklären, aber warum ist es dann nur drinnen ?
An etwas Hormonelles glaube ich nicht nach Deiner Beschreibung, denn das wäre tatsächlich nicht ortsbezogen. Zu Deiner Frage, warum es nur drinnen ist, habe ich Dir bereits geschrieben:
ZitatEs reicht, wenn er z.B. bei einem Anleinen im Haus gleichzeitig einen akuten Schmerz hatte, um das Anleinen im Haus mit dem Schmerz zu verknüpfen. Das würde auch erklären, warum es ihm draußen gar nichts ausmacht, Hunde lernen situationsbezogen, es ist möglich, dass er das eben nur auf diesen Moment "Anleinen im Haus" bezogen hat.
Situationsbezogenens Lernen heißt, dass Hunde alle möglichen gleichzeitigen Wahrnehmungen im Moment des Lernens miteinander verknüpfen. Z.B. Hund hat im Haus plötzlich akute Rückenschmerzen, währenddessen fällt eine Tür zu, und es riecht aus der Küche gerade nach frischem Pflaumenkuchen. Möglicherweise verknüpft der Hund "oh weh, Türen sind ja doof, wenn die sich bewegen, tut mir der Rücken weh!", und er hat auf einmal unerklärliche Angst vor den Türen im Haus, während Türen im Haus von Freunden kein Problem sind. Vielleicht findet auch die Verknüpfung statt "äh, wenns nach Pflaumenkuchen riecht, hab ich dolle Rückenschmerzen!", und fortan verkriecht er sich, wenn Mutti in der Küche anfängt, Pflaumenkuchen zu backen, während Apfelkuchen kein Thema ist.
In Deinem Fall könnte eben eine Verknüpfung stattgefunden haben, Anleinen in dieser Situation ist doof, und da diese Situation im Haus stattgefunden hat, ist Anleinen eben nur im Haus doof und draußen ok. -
Ich hab mir nicht alles durchgelesen. Müsst ihr vielleicht eine Treppe runter wenn ihr raus geht?
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