Fragen zur Schleppleine

  • Aber es gibt ja nicht nur Leberwurst und Trockenfutter.
    Wie sieht's z.B. mit Käse, Fleischwurst oder gekochte Hühnerherzen aus? Halbtrockenes TroFu
    Unseren Superrückpfiff habe ich z.B. mit einem Echt-Fell-Zergel aufgebaut. Für meine Hündin ist ein wildes Zergelspiel 10x mehr belohnend als öde Leberwurst zu nuckeln. Die gibt's zwar auch mal, aber immer wieder kommt auch der wirkliche Jackpot, so dass Hund nie weiß "wann kommt das richtig geile und wann "nur" das richtig gute?".

  • Zitat

    Ich mache es über Strafe. Das heißt: Missachtung des Abbruchkommandos zieht negative Konsequenzen nach sich.

    Viele Grüße
    Frank


    Darf ich fragen was das auf die Entfernung, wenn der Hund vielleicht auch weg läuft weil er weiß was kommt, denn für negative Konsequenzen sind?


    Handygetippe

  • Du fängst ja nicht mit der Konditionierung an, wenn der Hund meilenweit weg ist.
    Bei mir war's ein einfaches "Scht!", wenn der Hund in meiner Nähe war und etwas unerlaubtes getan hat. Während dem Scht! bin ich großschrittig auf ihn zu und hab ihn verscheucht. Oder etwas in seine Nähe geworfen (wenn er z.B. weiter weg war). Meiner hat so ziemlich direkt gerafft Scht! = besser aufhören mit dem Scheiß.
    Das hat aber nicht zur Folge, das der Hund dann wegläuft, also von mir. Weglaufen tun sie von dem Ort, wo sie gerade sind (z.B. am Buddeln), aber nicht vor mir.
    Nach der Korrektur bin ich ja wieder neutral bis freundlich.
    Nur wenn der Hund halt nicht aufhört kann's ungemütlich werden, dann komm ich nämlich bei und bis ich bei Hundi bin, hab ich ganz schön Zeit wütend zu werden. Dann gibt's also einen verbalen lauten "Denkanreger" (a lá "Hallo, hier ist noch wer!") und der Hund wird von der Stelle entfernt. Ob das jetzt über Körpersprache geht oder über einen Rempler oder einen Schubser, da bin ich kreativ. Je nachdem was angemessen ist. Meistens reicht Körpersprache.

    Dieses Scht! würde aber niemals reichen, meinen Hund auf einer Spur oder Hetze zu stoppen.

  • Zitat

    Darf ich fragen was das auf die Entfernung, wenn der Hund vielleicht auch weg läuft weil er weiß was kommt, denn für negative Konsequenzen sind?

    Ich habe es geahnt, dass die Frage kommt ;)

    Ich habe kein Problem damit auch konkret über Strafmaßnahmen zu reden. Aber es ist wirklich sehr abhängig von Situation, Halter und Hund. Man muss einfach genau abwägen, wann es Sinn macht zu strafen und auch mit welcher Intensität die Strafe erfolgen muss, damit sie nachhaltig wirkt. Mindestens genauso wichtig, wie die Strafe selbst, ist es einschätzen zu können, wann ich mir Abbruch und Strafe besser sparen sollte.

    Bei einem Hund, der gelernt hat, dass man sich durch Distanz dem Einfluss des Halters entziehen kann und damit Narrenfreiheit genießt, würde ich probieren genau diese Distanz auch als Strafe einsetzen, in dem ich ihn nicht mehr zu mir lasse (gegebenenfalls sogar noch treibe) und wenn er wieder zu mir darf mit sozialer Zuwendung belohnen. Oder es fliegt ihm was vor die Füße, um ihn zu stoppen.

    Aber der Punkt ist ja, dass er sich nicht entziehen kann, da die Schleppleine dran ist. Er muss sich also eine andere Strategie überlegen, wie er die Strafe vermeiden kann.

    Viele Grüße
    Frank

  • Zitat

    Frank, du hast leider immer noch nicht gesagt, wie die Konsequenzen aussehen, wenn der Hund das Abbruchsignal mißachtet.... :(

    Dann fiel mein Posting wohl in die Kategorie »viel geschrieben und trotzdem nichts gesagt« :lol:

    Ok, negative Konsequenzen sind je nach Situation (ich lasse mal körpersprachliche Drohung, Antippen oder -schubsen für "Hallo, ist noch wer" und den simplen Anschiss raus, da ich vermute, dass du das nicht meinst): Rempler mit dem Knie, Griff ins Fell und Festhalten, sozialer Ausschluss/wegtreiben, Frust als Strafe (Leinenknast, abseits ablegen) oder ein Kettenhalsband, das je nachdem knapp über den Boden, vor den Hund oder an die Hinterhand geworfen wird.

    Hab ichs jetzt gesagt? =)

    Viele Grüße
    Frank

  • Zitat

    Ich mache es über Strafe. Das heißt: Missachtung des Abbruchkommandos zieht negative Konsequenzen nach sich.


    Ich persönlich finde das ziemlich dreist und wäre wohl schneller beim Hund, als der den Rüssel wieder ins Gras stecken kann. Auf der anderen Seite sollte man sich aber auch überlegen, ob die eingesetzte Belohnung wirklich das Gelbe vom Ei ist, wenn sie nicht mal gegen Blümchen schnuppern ankommt.

    Viele Grüße
    Frank

    Das weiter Rumschnüffeln hat oft gar nichts mit dreist, absichtlichem ignorieren wegen Unwilligkeit o. Ä. zu tun.
    Ein Hund schnüffelt in solch einer Situation oft aus Unsicherheit heraus. Er will ablenken um der Situation zu entgehen, nicht um den Menschen zu ärgern.

    Außerdem zieht man den Hund nicht zu sich, wenn der Rückruf nicht gleich klappt.
    Meiner Meinung nach fehlts den meisten Leuten, die dieses tun, einfach an Geduld und Durchhaltevermögen. Wenn der Hund den Rückruf generell in reizarmer Umgebung kennt und auch befolgt, dann wird er das früher oder später auch unter Ablenkung können. Da sollte man das Training dann ganz langsam in reizvollere Umgebungen verlegen, und nicht gleich unter vollem Reiz machen.
    Außerdem kann man tatsächlich mal 10 Minuten "rumstehen" und versuchen den Hund anders als mit Leineziehen zu sich zu holen. Meistens reicht es aus, wenn man das Kommando gibt, zwei drei Minuten wartet mit Blick zum Hund, nochmal Kommando und notfalls rumdrehen und in eine andere Richtung gehen. Das führt zwar dazu, dass anfangs kaum mehr als ein paar 100 m weit kommt auf dem Gassiweg. Aber wenn man das konsequent durchzieht bis der Hund freiwillig nachgibt und kommt, dann verkürzt sich so nach und nach die Reaktionszeit des Hundes. Er muss halt nur lernen, dass "in der Gegend rumschnuffeln" nichts hilft, und der Mensch am anderen Ende der Leine sein Kommando solange aufrecht erhält, bis der Hund nachgibt.

    Auch hier ist, wie in so vielen alltäglichen Hundesituationen, einfach viel Geduld und ne ordentliche Portion Konsequenz das Mittel der Wahl. Daran mangelt es leider zu vielen Hundehaltern.

  • Zitat

    Meistens reicht es aus, wenn man das Kommando gibt, zwei drei Minuten wartet mit Blick zum Hund, nochmal Kommando und notfalls rumdrehen und in eine andere Richtung gehen.

    Aber lernt der Hund so nicht, dass er nicht auf das erste Kommando hören muss, weil er ja weiß, dass noch ein zweites folgt und es noch reicht, wenn man dann reagiert? :???:

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