Pflegedominanz

  • Hallo zusammen,

    was haltet ihr von der Empfehlung, einen Welpen, der 11 Wochen alt ist, 1 Mal am Tag vor sich auf den Rücken zu legen und zu untersuchen/streicheln/kraulen? Der Welpe soll dies "über sich ergehen lassen". Wenn die Muskeln entspannt sind und auch nicht gefiept wird, wird die Situation aufgelöst. Die Trainerin nannte es Pflegedominanz.

    Kurz zum Hintergrund: es handelt sich in meinem Fall um unsere junge Schäferhündin, die bisher keinerlei Probleme macht. Wir haben sie seit der 8. Woche und sind völlig überrascht, wie gut es läuft. Sie fand die Situation total doof und hat ziemlich gezappelt (ich sollte sie fest halten) und noch recht lange mit entspannten Muskeln gefiept.

    Danke für euren Input.

    Liebe Grüße

  • Zitat

    und zu untersuchen/streicheln/kraulen?


    Ich finde es sehr gut dem Hund beizubringen sich untersuchen zu lassen. In die Ohren schauen, ins Maul und weiß Gott wohin noch. Denn wer es kennt und es gewöhnt ist, wird später bei Fall der Fälle damit kein so großes Thema haben.

    Auf den Rücken drehen in einer entspannten Situation finde ich persönlich jetzt nicht so schlimm. Habe ich grad heute mit meiner erwachsenen Hündin auch gemacht.

    Das Wort Pflegedominanz... darf man sehen wie man will. Man dominiert in dem Moment den Hund ja, indem man ihn dazu bringt die Prozedur zu ertragen. Man kann das alles aber auch ohne Zwang machen und zum Schluss so belohnen, dass es positiv im Gedächtnis bleibt.

  • Lunasmama, ja, ich habe es auch gegoogelt und nichts gefunden.

    PocoLoco, da stimme ich Dir vollkommen zu. :) Jonna lässt sich ohne Probleme überall untersuchen und anfassen.
    Heute war die Situation so komisch: die Trainerin legte mir und den anderen Besitzern ein Kissen hin und wir sollten unsere Hunde auf den Rücken drehen. Es war also ein fremder Ort mit fremden Leuten plus ein spielwilliger Welpe als "Ablenkung". Ich legte mein Riesenbaby also auf den Rücken und sie fing kurz danach an zu zappeln und fiepen.
    Vom Bauchgefühl war es irgendwie doof.
    Die Trainerin meint, Jonna ist super selbstbewußt, das sehe ich genau so, finde es aber nicht negativ. Ich soll jetzt eben 1 Mal täglich Jonna auf den Rücken drehen und festhalten.

    Danke für eure Antworten.

  • Zitat

    Hallo zusammen,

    Kurz zum Hintergrund: es handelt sich in meinem Fall um unsere junge Schäferhündin, die bisher keinerlei Probleme macht. Wir haben sie seit der 8. Woche und sind völlig überrascht, wie gut es läuft. Sie fand die Situation total doof und hat ziemlich gezappelt (ich sollte sie fest halten) und noch recht lange mit entspannten Muskeln gefiept.

    Was sagt Dein Bauchgefühl dazu???

    Ich hoffe, Dein Bauchgefühl sagt "nein" zu solchen Massnahmen. Man muss nicht alles umsetzen, was Hundetrainer empfehlen.

    Ich bin auch dafür, dass man Augen, Ohren, Zähne usw. angucken übt mit einem Welpen.
    Aber das sollte man nur auf sanfte Weise üben und nicht mit Gewalt, damit der Welpe nicht das Vertrauen in seinen Menschen verliert.

  • Hat dir die Trainerin auch sagen können, was das beim Hund bewirken soll? Soll sie davon weniger selbstbewußt werden, oder sollst du ihr damit zeigen, dass du so hilflos bist, dass du einen Hund körperlich in eine ihm ungewohnte und unangenehme Position zwingen musst? :)

    Ich sehe keinen Grund darin, einen Hund zu soetwas zu zwingen. Dein Bauchgefühl war meiner Meinung nach schon richtig.

  • ok, scheinbar muss man hier alles ganz genau ausführen. Ja, der Hund sollte sich untersuchen lassen, ohne den Besitzer dabei zu massakrieren oder auch nur nach ihm zu schnappen. Ich musste Luna allerdings nie auf den Rücken drehen, und es ist mir auch völlig egal, ob sie steht, sitzt oder liegt, wenn ich an ihr rummach, Hauptsache sie lässt es sich gefallen. So ganz verkehrt kann ich das nicht gemacht haben, sonst wäre der Verbandswechsel nach der Hüft OP ein ziemliches Drama gewesen, genauso wie das Verabreichen von Desensibilisierungsspritzen oder auch das Entfernen von Zecken und was weiss ich was sonst noch alles. Ich hab auch kein Problem damit, wenn mein Hund nicht wie ein nasser Sack vor mir liegt. Wenn ich etwas mache, was ihm unangenehm ist, darf sich auch schon mal ein Muskel anspannen.

    Das mit dem auf den Rücken und der Hund muss sich dabei entspannen, in Verbindung mit dem Wort "Pflegedominanz" lässt bei mir dann doch die Alarmglocken läuten. Rudelführer...Dominanz...Chef...Unterwürfigkeit...Bla...nee, das geht mir in eine Richtung, die mir nicht gefällt.

  • Ich schließ mich mal eben PocoLoco an.
    Genau so würd ich es einem kleinen Hund beibringen - aus einer Entspannungssituation heraus. Wenn der Welpe ohnehin schon auf der Seite liegt, kann man ihn auch behutsam auf den Rücken kullern und dann untersuchen, was immer man möchte.
    Aber gerade, wenn der Welpe in einer Erregungssituation steckt und du ihn einfach im Nacken packst und auf den Rücken fledderst, versteht der Hund natürlich nicht, was du von ihm willst (bzw. was er falsch gemacht hat).
    Wenn dein Welpe sich entspannt auf den Rücken kullert und sich während der "Untersuchung" wegwinden will, kannst du ihn sicher daran hindern, aber das alles funktioniert auch ohne Nackengriff etc.
    Wenn ein Welpe sich wohlfühlt, präsentiert er dir auch gern seine empfindlichsten Stellen, also Kehle und Bauch.
    Tut er das freiwillig, ist das für die Bindung sicher besser, als den Welpen einfach auf den Rücken zu knallen und ihn am Boden festzuhalten, wenn er sich mit aller Kraft dagegen sträubt.

  • Mein Hund lässt sich von übrigens problemlos auf den Rücken drehen - etwa, weil sie ne Zecke hatte oder nach den Kastration, als ich das Pflaster wechseln wollte - , aber das hat mit Vertrauen zu tun, nicht mit Dominanz.

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