Extreme Panik nach Einzug des Welpen

  • Hallo liebes Forum,

    vor ein paar Tagen ist der 12-wöchige Snoopy (Australian Shepherd-Beagle Mix) bei uns (Freund und ich wohnen zusammen) eingezogen. Bereits vor der endgültigen Entscheidung für einen Hund habe ich mich monatelang mit allen Für und Widers, allen Konsequenzen auseinandergesetzt, habe viel, wahrscheinlich zu viel, gelesen und mich auf die Situation vorzubereiten versucht.

    Nun ist Snoopy da und die Realität schlägt zu: Ich schwanke ständig zwischen Freude und großer Panik. Ich habe hier im Forum den Beitrag zum "Unglücklichsein nach Einzug des Welpen" gelesen, habe aber den Eindruck, dass es bei mir massiver ist. In Momenten des Zweifels geht irgendwie gar nichts mehr und ich bin nur noch am Heulen. Ich mag den Kleinen wirklich gern, aber dann fühle ich mich total ohnmächtig und will einfach, dass alles ist wie früher. Ich weiß, das ist wahrscheinlich der Welpenblues und das geht vorbei, aber gerade weiß ich nicht, was ich in diesen Panikmomenten machen soll... Es überwältigt mich dann einfach alles und ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll.

    Eine Sache, die mich beschäftigt: Snoopy ist nachts in der Box (oben offen, meine Hand ist ganz oft drinnen) und ist nach dem ersten Pinkeln nachts zurück in der Box unruhig, versucht ständig aus der Box zu klettern.... Ich sage dann Nein und stelle seine Pfoten zurück in die Box, irgendwann gibt er Ruhe, aber nach dem nächsten Pinkeln die gleiche Aktion. Nun frage ich mich, ob ich statt der Box ein Körbchen nehmen sollte, habe aber da Bedenken wegen Kabeln und dass ich nicht mitbekomme, wenn er muss und sich die Stubenreinheit dann nicht einstellen kann. Was würdet ihr mir raten, ich weiß einfach nicht, was richtig ist.

    Hinzu kommt, dass ich einen Hund wollte und mein Freund ihn mit zuliebe akzeptiert, er mag ihn auch, aber ich mache natürlich alles mit Snoopy. Mein Freund bleibt dabei gerade natürlich etwas auf der Strecke und ich habe Angst, dass unsere Beziehung dann doch darunter leidet. Bitte schimpft nicht mit mir, wir haben uns das vorher überlegt und haben vereinbart, dass er die erste Zeit seeehr geduldig sein muss, weil ein Welpe eben viel Zeit und Aufmerksamkeit beansprucht. Er ist auch sehr entspannt, aber ich mache mir da gerade sehr viel Stress.

    Ich weiß, dass alles Zeit braucht, aber ich kann gerade gar nicht einschätzen, ob ich als Hundehalter nicht total ungeeignet bin, weil ich anstatt mich zu freuen, total traurig und gestresst bin.

    Habt ihr das auch erlebt bzw. findet ihr das ein Zeichen, dass es nicht klappen wird? Ich danke euch, und entschuldigt diesen langen Beitrag!

  • Hallo,

    hach was soll ich sagen:

    TIIIIIIIEF durchatmen - WEIIIIIIIIT ausatmen.

    das ist meiner Meinung nach ein Problem unser heutigen Zeit. Man macht sich als (zukünftiger) Hundehalter sooooooooooooooooooooooooooo dermaßen Kirre......

    Früher wurde nich son Geschiss um die Hunde gemacht.......

    Bleib ruhig, atme durch, es wird schon alles seinen Lauf nehmen, es gibt andere Probleme auf der Welt.
    Der Hund wird sich an EUCH anpassen.

    Gute Vorbereitung ist gut. Aber bitte nicht übertreiben ;)

    Keep Cool und alles Gute euch 3en :smile:

  • Spar euch erstmal den Boxzirkus und nimm den Welpen notfalls mit ins Bett, damit ihr beide mal ein paar Nächte durchschlafen könnt. Da merkst du sofort, wenn er anfängt zu kraspeln, weil er muß, und ansonsten pennt er eben - das nimmt schon mal ganz viel vom Streß und schont die Halter-Nerven ungemein.

    Wenn du dann wieder ausgeschlafen bist, sieht die Welpen-Welt schon ganz anders aus - dann merkst du vielleicht auch, dass DU dir die meiste Panik machst, nicht der kleine Hund. Ist aber gar nicht nötig, denn der Welpe erwartet überhaupt keine Perfektion von dir und wird auch kein frühkindliches Trauma davontragen ,wenn du mal Mist baust. Hunde sind da sehr robust, wenn die Grundbeziehung stimmt, und der Kleine erwartet jetzt nichts von dir als Geborgenheit und Assistenz beim Weltentdecken - dafür brauchst du kein pädagogisches Diplom, einfach nur Spaß an der Sache und möglichst viel Humor.

  • Hallo,
    als damals mein erster Hund als Welpe zu mir kam, war ich auch völlig am Ende. Die Kleine hat mich regelrecht "ausgesaugt". Physisch und psychisch.
    Zweifel, Ohnmacht, Kraftlosigkeit, Hilfslosigkeit usw.
    Selbst nach so vielen Jahren sage ich immer noch, dass das die schlimmsten Wochen meines Lebens waren.
    Aber weißt Du was das Beste daran war? Es ist vorübergegangen.
    Und es gibt doch auch soooo viele tolle Momente mit einem Welpen - das vergiss nicht. Er muss eben noch alles lernen.
    Tschakka - Du schaffst das!

  • Ich danke euch für eure lieben Beiträge!! Gerade liegt der Kleine auf meinem Schoß und schläft, da denke ich mir dann auch wieder, Mensch, jetzt stell dich nicht so an, aber manchmal ist die Panik dann einfach stärker.

    Und wahrscheinlich der Anspruch, alles sofort bestens machen zu müssen bzw. das alles gleich klappt (wie es ja so manches Buch suggeriert) Wenn etwas nicht so läuft, zweifel ich gleich an mir und der Entscheidung, ich weiß, das kanns nicht sein, dann pinkelt der Kleine eben in die Wohnung, weil ich NICHT ständig hinter ihm her bin, um das zu vermeiden. No harm done, eigentlich. Dann habe ich ihn eben mal nicht dabei erwischt und konnte eingreifen.

    Es beruhigt mich, dass tatsächlich viele von euch ähnliche Erfahrungen gemacht und dennoch durchgehalten haben! Dann ist wohl doch das Meiste eine Frage der Zeit, auch wenn ichs mir manchmal nicht vorstellen kann...

  • Hallo,
    erst mal gaaanz ruhig durchatmen.
    Das was ich da lese ist für mich überhaupt kein Anzeichen dafür, dass es nicht klappen kann.
    Mir ging es ganz genauso.
    Was denkst du, wie oft ich zu meinem Mann sagte, dass wir die Züchterin anrufen und sie zurück bringen?!
    Haben wir nicht gemacht. Und heute würde ich sie auch gar nicht mehr zurück bringen wollen (sie ist jetzt fast 2 Monate hier).
    Den Stress mit der Stubenreinheit habe ich mir auch gemacht. Zwar hat sie keine Box, sie schlief von Anfang an auf ihrem Kissen, aber sie schlief auch nach zwei Wochen bereits durch und in den zwei Wochen musste sie nur einmal raus die Nacht. Aber tagsüber habe ich die ganze Zeit komplett angezogen in der Wohnung gesessen, sogar mit Strassenschuhen (was ich eigentlich irre unbequem finde). Immer in "Hab Acht" Stellung, damit ich sie mir sofort schnappen kann, weil ich Angst hatte, dass sie auf Null zurück geworfen wird, wenn es einmal in die Wohnung geht.
    Und jetzt? Ging schon viele Tage nichts mehr rein. ;) Trotz der Unfälle und Rückschläge.

    Kannst du vielleicht mit deinem Freund reden, dass er sich mal zwei, drei Stündchen um den Welpen kümmert und du nimmst dir frei? Schwimmbad, einfach nur raus ohne Hund, treffen mit Freundinnen? Solche kleinen Inseln waren alles, was mich diese ersten Wochen über Wasser gehalten hat...

    Ich hatte mir Stress gemacht, weil ich immer einen erwachsenen Hund im Kopf hatte, den ich kenne und fast perfekt finde und sie immer damit verglichen habe. Tust du vielleicht unbewusst ähnliches?

    Ich kann dir nur raten: Such dir hin und wieder kleine Inseln zum entspannen, mach dir keinen Stress, setz dich nicht unter Druck und mach dir die schönen Momente so richtig bewusst.
    Das wird schon! :smile:

  • Keine Sorge, du bist nicht unnormal. Ich habe ja nun schon Hundeerfahrung und Farinelli ist nicht mein erster Welpe, ich habe ihn mit auf die Welt geholt und die ersten 8 Wochen war ich immer bei ihm nun ist er seit 2 Wochen bei uns mit in Magdeburg und was soll ich sagen... die ersten 7 Tage war ich auch zwischen Heulen und lachen, gut, geheult hab ich nicht aber meine Stimmung war deutlich gedämpft. Immerzu gucken, dass er nicht Pippi muss, Beim Schlafen saß ich anfangs daneben und dann schon wieder füttern und dann noch Andiamo der auch sein Recht wollte und das Kleinteil nervig fand... Seit einigen Tagen ist der Spuk vorbei, wir haben uns alle eingelebt und genießen die Zeit zusammen.

    Mach dir einfach klar, dass es einfach eine Eingewöhnungszeit bedarf um sich mit den neuen Lebensumständen zu arrangieren. HUndehaltung ist eben anders als man es sich so noch hundelos ausmalt und erträumt. Man findet es erst richtig stressig aber warte mal ab es wird schöner als du es dir je vorgestellt hast!

    Bei mir wird im Bett geschlafen, ausserhalb hätten wir sicher das gleiche Problem wie ihr aber so gehts Pippi und dann wieder ins Bett, Kuscheltier zwischen die kleinen Zähnchen und dann mach ich die Augen zu und dreh mich um (mach ich das nicht werde ich in das Spiel involviert) und 2 Minuten später schläft das Kleinteil wieder.

    Gebt euch Zeit!

  • Ich würde den Welpen auch ins Bett nehmen oder mir eine Matratze zu ihm auf den Boden legen.

    Du hast da ein Baby, welches gerade seine Mutter und Geschwister verloren hat.
    Dein Welpe braucht Körperkontakt und Geborgenheit. Das festigt auch eure Bindung.

  • Siehst du - das wird schon!

    Es ist nämlich verblüffenderweise wirklich so, daß du als Mensch den größten Teil Streß in so einen Start einbringst - der Welpe will ja eigentlich nichts mehr, als deinen Vorgaben zu folgen. Bestehen die aber aus unglücklichem Perfektionismus, bist du ständig angespannt, der Kleine "schlußfolgert" mit seinen feinen Antennen, daß es für so viel verborgene Unruhe sicher einen Grund gibt und hat ebenfalls zunehmend Streß. Den du dann wieder nicht einordnen kannst ("Hab ich da etwa was falsch gemacht?! Bin ich jetzt der kynopädagogische Totalversager???")...und so weiter, und so weiter. Teufelskreis pur.

    Entspannen und Druck rausnehmen ist da wirklich der beste Tip von allen: Du hast da jetzt einen niedlichen, unkomplizierten Zwerg, der gerne mit dir seine Hundewelt entdecken möchte. Das macht enorm viel Freude, und du mußt dabei NIEMANDEM irgendwas beweisen. Es ist nämlich DEIN Hund - und für alles, was du mit ihm anfangen möchtest, habt ihr jetzt ein Hundeleben lang so viel Zeit, wie du sie aufbringen möchtest. DU setzt dabei die Regeln, nicht irgendwelche buchschreibenden Supernannys - also kannst du es dir auch leisten, soviel Spaß an deinem Hund zu haben, wie du möchtest, und im Zweifelsfall auch mal gut über den Mist zu lachen, den jedes Lebewesen baut.

    Genau dafür ist der Kleine nämlich eingezogen: Um dir Freude zu machen und deinem Leben eine ganz neue Facette hinzuzufügen - nicht, um dich mit irgendwelchen Vorgaben zu peinigen. Es ist wirklich so einfach, wenn man es sich nur selbst erlaubt!

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!