Sammy knurrt und wird aggressiv

  • Hallo,

    Ich würde das jetzt weder überbewerten ("Ruhe vor dem Sturm"), noch würde ich es verharmlosen ("lasst ihn doch erstmal ankommen). So ein Verhalten kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, deshalb kann alles was du jetzt machst genau das Falsche sein.
    Über das Forum kann niemand sagen warum sich Sammy so verhält und bevor du ein vorschnelles Urteil über die Trainerin wegen einer Aussage triffst, solltest du auf jeden Fall ihren Besuch abwarten und dann sehen, ob du ihr vertraust. Bis dahin würde ich Ruhe bewahren, ihn nicht in die Verlegenheit kommen lassen Ressourcen verteidigen zu müssen (Futter z.b. in einem anderen Raum geben und rausgehen, ihn nicht zum Besuch lassen usw.). Auf jeden Fall müsst ihr authentisch bleiben und euren Tagesablauf wie bisher gestalten. Lasst ihn ein wenig "nebenher laufen", damit ihm nicht zuviel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Das wird ihm auch mehr Ruhe geben.


    Ich wünsche euch viel Glück

    LG
    Andrea

  • Mh.... also dass deine Trainerin schon so etwas sagen kann ohne den Hund und die Situation gesehen zu haben finde ich etwas früh, schließlich ist der Hund erst einen Tag bei euch.

    Was ich versuchen würde ist:

    1. Spielzeug wegräumen, nur zum Spielen rausholen.

    2. Wenn der Hund etwas hat was ihr im wegnehmen möchtet dann würde ich das ganze über ein Tauschgeschäft machen, d.h. ihm dafür ein Leckerchen, Fleischwurst usw. anbieten.

    3. ich würde dem Hund einen Platz zuweisen der nicht im Durchgang ist, d.h. einen Platz an dem er seine Ruhe hat & an dem ihr nicht immer vorbei müsst. Wenn der Hund etwas länger bei euch ist würde ich ihm das Komando "auf deinen Platz" beibringen, so dass ihr ihn dann auch dort hinschicken könnt.

    4. Ich weiß nicht wie ihr das mit dem Futter macht, aber ich würde die Futterschüssel nach dem Fressen wegräumen. Schüssel füllen & dann 15min stehen lassen. Was dann nicht gegessen ist wird weggestellt.
    Außerdem würde es sich vielleicht anbieten den Hund die erste Zeit aus der Hand zu füttern, d.h. bereite das Futter im Napf zu, nimm die Schüssel & setze dich irgendwo hin und nimm das Futter aus dem Napf in die Hand und gib es deinem Hund.
    Wenn der Hund etwas länger bei euch ist kannst du ihn das Futter auch erarbeiten lassen d.h. übst mit ihm ein paar Komandos oder Tricks und dafür bekommt er dann immer sein Futter von dir.


    Schau dir die Trainerin gut an, nicht immer ist die 1. Trainingsmethode die beste & die richtige für deinen Hund. Letztendlich sollte DIR die Methode mit der gearbeitet wird auch gefallen, denn du musst sie umsetzen!
    Viel Erfolg :)

  • Ich würde ihm nichts geben was wieder weggenommen werden muss. Spielzeug wegräumen,Kauzeugs soll er behalten wenn ihr es gegeben habt und ich würde ihm beim füttern erstmal nicht stören.

    Am besten wäre es kein großes gewese drum zu machen beim füttern. Gin dem Hund (wenn er es kann) Kommando sitz...bring den vollen Napf dahin wo der Hund fressen soll (Hund soll sitzen bleiben,solange bis du den Napf abgestellt hast,(sollte am Anfang ziemlich zügig gehen) dann das Kommando auflösen und ihm noch ein paar Bröckchen in den Napf werfen oder daneben. Reine Handfütterung fände ich hier auch sinnvoll

    Das Körbchen würde ich so platzieren das es nicht so steht wo ihr ständig vorbei müsst.Knurren wärend er was kaut würde ich erstmal ignorieren. Ihr könnt auch versuchen,wenn er etwas zu kauen haben soll,das er das Kauzeugs nur bekommt während ihr das festhaltet.

    Wenn der Hund andere anknurrt die sich deiner Frau nähern würde ich ihn auf seinen Platz schicken,falls er dort nicht bleibt auch festbinden.


    Da ich den Hund und eure Situation nicht kenne sind das lediglich Anregungen und keine Patentrezepte.

  • ich weiß gar nicht, was an der traineraussage so schlimm sein soll. die trainerin sagte, dass es durchaus sein kann, dass das erst der anfang ist. und das ist auf jeden fall gut möglich. es gibt hundetypen, bei denen "ankommen lassen und abwarten" nicht unbedingt der beste rat ist. und es gibt wiederum hunde, die wirklich erst einmal ankommen müssen.

    aber jemanden, der wahrscheinlich mehr infos als wir alle hier über das mensch-hunde-team hat, zu verurteilen, weil er eine vermutung äußert?

    und, mit verlaub, ich finde es auch nicht sinnvoll, dass man das verteidigen von menschen gegenüber der familie mit "ankommen" schönredet.

    nur, weil sie den hund noch nicht kennen lernen durfte, darf die trainerin keine vermutungen bezüglich des hundes anstellen?

    ihr schreibt hier selbst vermutungen ohne ende, die weit über die aussage der trainerin hinaus gehen. das der hund nur ankommen muss, ist ebenfalls reine spekulation eurerseits.

  • Marika, außer, daß Du hier eine "Kollegin" verteidigst, uns andere wegen Mutmaßungen verurteilst, kann ich aber nichts hilfreiches für den TS lesen.

    Und wenn Du meinst, daß strenges Vorgehen gegenüber einem Hund, der mal gerade einen Tag in seiner neuen Umgebung ist, das Richtige sei, dann habe ich dich anscheinend bis jetzt immer falsch gelesen und verstanden.

    Und ja, ich plädiere weiter dafür den Hund erst ankommen zu lassen und Vertrauen aufzubauen. Das kann man auch bei einem noch fremden und Ressourcen verteidigenden Hund.

    Gaby und ihre schweren Jungs

  • Zitat

    .......
    4. Ich weiß nicht wie ihr das mit dem Futter macht, aber ich würde die Futterschüssel nach dem Fressen wegräumen. Schüssel füllen & dann 15min stehen lassen. Was dann nicht gegessen ist wird weggestellt. ......

    ...aber vorher bitteschön darauf achten, daß der Hund nicht in der Nähe ist, wenn Du den Napf anfaßt..... ;-) Könnt blöd ausgehen, wenn er meint, Ressourcen verteidigen zu müssen....

    Hat schon Vorteile, wenn der Napf nimmer da steht, weil er dann nicht mehr verteidigt werden kann. Aber solange der Hund im Raum ist, würde ich den Napf erstmal nicht anfassen, zumindest solange noch irgendwas drin ist.

  • Zitat

    Und wenn Du meinst, daß strenges Vorgehen gegenüber einem Hund, der mal gerade einen Tag in seiner neuen Umgebung ist, das Richtige sei, dann habe ich dich anscheinend bis jetzt immer falsch gelesen und verstanden.

    gaby, wo hast du das herausgelesen? ich habe nichts von einem strengen vorgehen geschrieben *noch mal in meinem beitrag herumblätter*
    ich habe nur gesagt, dass es für diesen einen hund möglicherweise sinnvoll ist, ihn nicht erst mal "in ruhe ankommen zu lassen". damit meine ich, dass man z.b. eine gute trainerin draufgucken lässt und eben von anfang an einen vernünftigen grundstein legt. und genauso sinnvoll kann es sein, dass er erst einmal in ruhe ankommt.

    das weiß hier kein mensch.

    mir ging es darum, dass wir hier nicht ansatzsweise beurteilen können, was für diesen hund sinnvoll ist.

    und deshalb können wir auch die ratschläge der kollegin nicht ansatzsweise beurteilen ;)

    ich kann aus diesen paar beiträgen weder herauslesen, ob es sinnig ist, den hund in ruhe zu lassen oder ob es sinnig ist, von anfang an klare regeln aufzustellen.

    und genau das wollte ich formulieren.

    die trainerin dafür zu verurteilen, dass sie vor einer eventuellen steigerung des verhaltens warnt, finde ich nicht o.k.

    verstehst du jetzt, wie ich das gemeint hab?

    muffin: genau das meinte ich :)

  • Zitat


    Wir haben schon mit einer Hundetrainerin telefoniert, die meinte das wäre nur die Ruhe vor der Sturm und es könnte nur schlimmer werden, wenn wir nichts dagegen tun.
    Vielen Dank im Voraus und schöne Grüße

    Marika, genau das waren die Worte der Trainerin und das habe ich kritisiert. Das ist keine Warnung, sondern eine Feststellung (Ruhe vor dem Sturm) mit dem Rat, etwas dagegen zu tun. Und das für offensichtlich verunsicherte Menschen, denen es an Erfahrung mit solch einem Hund fehlt.

    Eine Warnung wäre gewesen, den Hund erst einmal in keinster Weise zu verunsichern und eine Ressourcenverteidigung heraus zu fordern.

    Mit ankommen lassen, meine ich genau das was Andrea/Muffin auch schrieb. Ruhe bewahren, jeder Konfrontation aus dem Weg gehen, d. h. den Hund alleine fressen lassen und eben keine Ressourcen, die verteidigt werden könnten rum liegen lassen.

    Natürlich wird da Hilfe gebraucht, aber wenn schon per Telefon solche Aussagen kommen, wäre ich solch einer Trainerin gegenüber äußerst skeptisch. Jemand, der mir noch mehr Angst macht, als ich schon habe, den kann ich nicht gebrauchen.

    Gaby und ihre schweren Jungs

  • Erstmal würde ich sagen ruhig Blut. Aus Hundesicht ist das Verhalten erstmal vollkommen normal... erstmal alles "meins" "meins" "meins" ;)

    Ich möchte Dir gar nicht groß raten (wurde ja schon, nix geben was weggenommen werden muss usw.), außer 2 kleine Punkte, sondern nur meine Geschichte erzählen.

    Nun meine Ratschläge:

    1.) Wenn euer Hund knurrt, wenn die Mama anwesend ist, dann schickt ihn weg in einen anderen Raum, auf sein Plätzchen, dass er aus der Schußlinie ist. Am Besten macht das die Mama selber, damit er lernt, dass es nun echt nicht sein Job ist, da den Dicken zu machen, wobei Rassebdingt ist es schon sein Job aber ihr müßt ihm eben vermitteln das es nix zu hüten gibt.

    2.) Nehmt nicht den Termin bei der Trainerin wahr, weil sich das für mich grenzwertig unseriös anhört. Ich fände es seriöser zu sagen, was auch der Tatsache entspricht, dass der grade mal 24 Std. bei euch ist. Er weiß noch nicht wie ihm geschieht ... ab ins Tierheim, der Streß des Tierheims, neue Familie, neue Menschen, neues Umfeld, neu, neu, neu, neu ... er weiß nicht zu wem er gehört, er weiß nicht ob er bleibt, ob das sein neues Zuhause ist. Da kann es schonmal zu übersteigerten Reaktionen kommen.
    Aber es ist natürlich einfacher dem Hundehalter Angst einzujagen. Das ist für mich absolut unseriös und riecht nach rein wirtschaftlichem Interesse.

    Nun meine Geschichte:

    Herr Pikermann kam zu uns und wurde sehr giftig und sag böse böse aus, wenn man in die Nähe von seinem Fressen/Kauartikel kam. Er kam mit einem Haufen Probleme zu uns .... sozusagen ein Problemhund, wie er im Buche steht, von der Nasen- bis zur Schwanzspitze. Ehrlich gesagt haben wir gar nicht groß trainiert. Wir haben keine kleinen Kindern, deshalb war auch keine akute Gefahr in Verzug.

    Wir haben realisiert, dass er neu ist, dass er nicht weiß wie ihm geschieht und das er keine Ahnung hat was wir wollen. Er hat damals unseren älteren Hund auch mehrfach geschreddet. Dies widerrum haben wir haber klar korrigiert, denn der Dicke muss nun echt nicht den Wahnsinn von Piki aushalten ;).
    Ebenso wurde er sauer, wenn Max gestreichelt werden wollte, dann haben wir Piki eben weggeschickt und nachdem wir Max beknuddelt haben, war Piki dran.
    Zugegebermaßen war es eine relativ anstrengende Zeit, weil er viel gedroht hat.

    Bei Piki haben wir auf Vertrauensaufbau und Beziehungsaufbau gesetzt. Wir haben ihm einfach die Sicherheit gegeben, dass ihn niemand stört, wenn er "sein" Futter oder Kaukram hat. Nach und nach konnten wir uns ihm nähern ohne das er ausgetickt ist und ab dem Zeitpunkt haben wir auch angefangen aktiv zu trainieren, dass er uns alles abgibt.
    Heute ist auch der geliebte Markknochen kein Problem mehr und sogar bei Schwiegermuttern, die ihren eigenen Hund mit unseren Arsch an Arsch fütterte (haben wir erst spät mitbekommen und entsprechende Schweißausbrüche bekommen), lief alles glatt, obwohl deren Hund sogar an Pikis Napf ging um zu schauen, ob da noch was geht.

    Das ist natürlich nix was von heute auf morgen gelöst ist aber es hat nix mit Weltherrschaft zu tun. Ich wäre also auch erstmal dafür am Vertrauensaufbau zu arbeiten. Der Lütte ist heute den 2. Tag bei euch. Ich verstehe, dass dieses Verhalten erschreckt aber es ist hündisch und es ist kontrollierbar und trainierbar.

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