Sensibles Hundchen - wie zeigt sich das?
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Hallöchen
ja, es ist bald soweit: welpi (grosspudel, rüde) zieht in zwei wochen bei uns ein. nun hab ich meinen hund schon ein paar mal gesehen und mir fällt auf, dass er ein "rücksichtsvoller" welpe ist (überrennt beim spurt zum futtergeschirr keiner seiner geschwister, wartet brav, bis fast alle gegessen haben, schmeisst sich nicht mitten ins getümmel..."). mir wurde zudem gesagt, dass er ein "sensibler" bursche sei....
ja, sensible.... hmm....was versteht ihr unter "sensibel"? worauf muss ich mich "gefasst" machen? worauf sollte ich bei der erziehung des kleinen achten? gerader letzter punkt ist mir sehr wichtig. der kleine soll schliesslich ein tolles leben haben und nicht, weil ich in seiner prägungszeit zu doof war, ein leben lang den schwanz einziehen müssen. also, her mit tipps!!!!

greezli

- Vor einem Moment
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Hallo,
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Herzlichen Glückwunsch zum neuen Familienmitglied schonmal vorab 
Ein sensibler Hund kann Fluch und Segen zugleich sein. Zum einen ist die Erziehung einfacher, weil der Hund vom "Grundgerüst" ruhiger und abwartender daherkommt und du vllt. nur einmal "Sitz" sagen musst und Hundi das eben nicht hinterfragt, andererseits ist es schwieriger, da sensible Hunde viel viel stärker über Körpersprache "arbeiten" und auf jede noch so kleine Augenbrauenbewegung ihres Menschen reagieren!
Bist du mit anderen Hunden unterwegs und bekommt ein anderer Hund von seinem Halter eine gröbere Ansage, kann dein Hund das auf sich beziehen und als "schlechte Erfahrung" verbuchen. Ist es ein Hund, der sich nicht so traut was zu tun oder etwas auszuprobieren und sich lieber aus den hinteren Reihen das Geschen ansieht, muss man stärker motivieren, um den Hund aus der Reserve zu locken. Ich kann dir nur raten, wenn du wirklich einen sensiblen Verteter bekommst, fördere sein Erkundungsverhalten, damit er nicht irgendwann einfach nur nebenherläuft. Er mag länger brauchen, um richtig zu spielen, aber biete ihm die verschiedensten Dinge an, damit er Vorlieben aufbauen kann, auch wenn es so aussieht, als wenn sich Hundi für nix so wirklich interessiert.
Sensibler Hund heisst aber nicht automatisch Mutterhündchen oder Angsthase. Es kann auch ein kleiner Stratege bei dir einziehen, der andere Hunde "vorschickt", um sich selbst "nicht schmutzig" zu machen. Und WENN du eine Welpengruppe besuchst, sprich vor dem ersten Besuch mit dem Trainer. Sensible Hunde sollten nicht sofort in den bunten Haufen "geworfen" werden, sondern sich in IHREM Tempo die Sache erstmal von aussen (!) betrachten dürfen. -
bombe, wie du das erklärst!
mein mann panikte ja sofort und meinte, dass wir dann ja einen schisser an der leine haben würden (ja, manche männer brauchen so einen mörder-dominanten, nach testosteron dampfenden super-rüden). jetzt kann ich männe doch immerhin erklären, dass dem nicht (unbedingt) so ist. mich störts nicht, wenn der bub so sein würde, wie ich ihn gesehen habe und wie er beschrieben wird. nö...ich finde den absolut tiptop

ja, jetzt weiss ich gar nicht mehr, was ich zu diesem thema noch fragen soll. irgendwie hast du das so schön beschrieben - jo...danke dafür!!! :2thumbs:
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Mein Hund war frühr auch sehr sensibel. Nach ca. 1 Jahr hat sie sich aber geändert. Bei der Erziehung habe ich eigentlich auf nichts Besonderes geachtet.
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Herzlichen Glückwunsch zum Familienzuwachs!
Du must unbedingt unterscheiden zwischen sensibel und unsicher - das ist überhaupt nicht dasselbe, obwohl es recht häufig gemeinsam vorkommt. Estandia hat sehr treffend einen eher unsicheren Hund beschrieben, nicht notwendigerweise einen sensiblen. Ein sensibler Hund ist sehr empfänglich für Signale und Reize aus seiner Umwelt, also auch für Signale seiner Sozialpartner. Er reagiert sehr leicht darauf - das muss aber nicht mit Angst sein. Ich habe hier einen sensiblen Draufgänger, der auch noch extrem stur ist - auch solche Kombinationen sind möglich, wenn auch eher selten!

Die Sensibilität bestimmt das Mass der Einwirkung, die du bei der Erziehung brauchen wirst - keine grob körperlichen Methoden oder Erziehungskonzepte, die hauptsächlich auf Strafe setzen. Der Hund wird möglicherweise tatsächlich auf das Heben einer Augenbraue reagieren - ob er ein Sitzkommando hinterfragt, hängt von anderen Charaktereigenschaften ab. Nach deiner Beschreibung scheint der Welpe eher von der zurückhaltenden Art zu sein, das muss aber nicht zwingend bedeuten, dass er auch ängstlich oder nur unsicher ist. Er kann auch eher der Denkertyp sein als der Rugbyspieler.... Ihn beim erkunden der Welt durch Rückendeckung zu unterstützen, ist aber eine gute Idee. Neugierde fördern, sich freuen über Dinge, die er aus eigenem Antrieb tut, ihn aber dabei nicht unter Druck setzen.... Wenn er beim erkunden und ausprobieren Dinge tut, die man in einem gut geregelten Haushalt eher nicht möchte, nicht gleich strafend dreinfahren, sondern erst die Initiative loben, und dann die Aktivität sanft aber bestimmt umlenken.
Und ganz wichtig: sich nicht verrückt machen im Voraus. Man muss den Welpen weder in Watte packen, noch betüddeln, sanfte Konsequenz ist angesagt.
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Zitat
Du must unbedingt unterscheiden zwischen sensibel und unsicher - das ist überhaupt nicht dasselbe,
Danke! Es gibt alles in allen Kombinationen.
Wir haben z.B. einen Wallach (zwar kein Hund, aber auch da gibt es ja unterschiedliche Charaktere), der zwar unsicher ist, aber niemals sensibel
, einen sensiblen Hund, der aber sicher durchs Leben geht, und einen Hund, der sensibel und unsicher ist. Mir liegen ja die Sensibelchen, ich finde sie deutlich leichter zu führen. Was dir mit einem sensiblen Hund aber viel schneller passiert, dass er bei zu viel Druck komplett verweigert. Das muss dann auch gar nichts Schlimmes sein, wie zu laut geworden, oder eben körperlich, da reicht es schon, dass man vielleicht etwas angespannt ist, weil man eine Übung unbedingt schaffen möchte. -
Hallo,
hier auch noch jemand, der mit einem Sensibelchen geschlagen ist - "geschlagen" sage ich deshalb, weil die Maus eben nicht nur schnell einknickt wenn man (oder andere Hunde, oder oder oder) zu hart auftritt - damit kann man sich schnell einstellen.
Meine Hündin ist allerdings nicht nur sensibel, sondern ganz ähnlich wie Najira schon angedeutet hat, auch einiges andere. Die kleine Dame ist unheimlich empfänglich für alles, was um sie herum geschieht, dabei gleichzeitig recht stur und hinterfragt ganz gern auch mal ein Kommando - im Gegensatz zu dem von Estandia beschriebenen Typen ist bei ihr ein einziges "Sitz" nicht immer genug, sie will durchaus wissen, ob ich es wirklich, wirklich so meine. Und sie sieht nicht immer ein, dass etwas nötig ist.
Auch gewisse Tabus gehen nicht so schnell in den Kopf wie bei anderen Hunden - und (da kommt dann die Sensibilität wieder ins Spiel) wenn man die Geduld verliert und nach dem dreißigsten Mal "Hund behutsam vom Stuhl schieben" oder "in klarem aber unemotionalem Tonfall herunterkomplimentieren" dann doch mal einen schärferen Ton anschlägt, macht der Hund dicht. Auch wenn ich mal hektisch und eilig bin, wird das leicht zu viel für sie, und sie verlangsamt dann alles, wsa sie sonst aus dem FF und super schnell kann.Bei meiner Art von Sensibelchen ist der Kommandoton einfach absolut verkehrt - nicht, weil sie dann "Angst" bekommt, wie dein Mann fürchtet, sondern weil sie dadurch in einen Stresslevel kippt und ich sie nur noch schlecht erreichen kann. Sie sitzt dann nicht geduckt und wimmernd in der Ecke, sondern dann kommt der Stoiker durch.
Es ist genau das, was TanNoz beschriebt: Meine Hündin hat keine Angst, sie ist zwar gegenüber anderen Hunden zurückhaltend, aber sie fürchtet weder neue Situationen noch Dunkelheit oder Lärm. Sie beobachtet sehr genau, zieht sich dann zurück wenn ihr doch mal etwas ungeheuer erscheint und beobachtet aus der Ferne. Sie löst Probleme lieber vorher, bevor sie blnd hineintapst und wägt vorher von sich aus gut ab, ob eine Situation machbar ist. Vorsichtig und überlegt, ja. Aber Angst sehe ich bei ihr nur extrem selten - sie ist weder eine "Heulboje" noch sucht sie Schutz bei mir wenn ihr etwas missfällt; sensibel ja, unsicher aber nicht.
Bei Stress oder harten Worten macht sie dicht. Es ist Druck, der (m)einen sensiblen Hund schafft, und gar nicht so sehr angsteinflößende Dinge.Was ich lernen musste, und noch immer lernen muss, an diesem Hund ist das "richtige Maß".
Und das ist vor allem für mich als Halter eine Prüfung - die Hündin selbst wusste schon mit 3 Monaten ganz gut, was sie sich selbst zumuten konnte und welches Maß an Wahnsinn eigentlich völlig machbar ist; aber ich muss immer wieder das, was ich direkt vom Hund erwarte und fordere auf eine Weise verpacken, die das Tier nicht überfordert: Ich darf nicht mit zu viel Druck an den Hund herangehen (und die Krux ist: Manchmal ist "lächerlich wenig" schon viel zu viel), ich darf nicht gestresst oder husch-husch auftreten; sonst macht das Sensibelchen dicht.
Außerdem braucht es manchmal viel Verständnis, wenn ganz normale Umweltreize ein bisschen viel waren, und der Hund gerade einfach nicht so viel leisten kann, wie in anderen Situationen.
Konsequenz ist der Schlüssel, hier geht halt nichts "mal eben schnell", dafür ist sie nämlich obendrein, wie gesagt, zu stur und zu sehr ein Fan des Hinterfragens.Aber - und das sage ich bewusst - so ein sensibler Charakter hat auch seine Vorteile. Und die lernt man schnell lieben.
Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Spaß mit eurem Jungspund - der sich ja auch noch weiter verändern kann, wenn er erst einmal älter ist :-) -
Zitat
Du must unbedingt unterscheiden zwischen sensibel und unsicher - das ist überhaupt nicht dasselbe, obwohl es recht häufig gemeinsam vorkommt. Estandia hat sehr treffend einen eher unsicheren Hund beschrieben, nicht notwendigerweise einen sensiblen. Ein sensibler Hund ist sehr empfänglich für Signale und Reize aus seiner Umwelt, also auch für Signale seiner Sozialpartner. Er reagiert sehr leicht darauf - das muss aber nicht mit Angst sein.
Ich sehe das wir naijira - was Estandia beschreibt ist ein unsicherer Hund. Aber unsicher und sensibel ist nicht dasselbe.
Nele bsp. eine eine sehr sensible Grosspudeldame - was man ihr aber ganz sicher nicht anmerkt. In ihrer Jugend war sie eher die Marke "durchgeknallte Dampframme", "aufgekratzter Springbock" ... usw. Nix Angst oder Unsicherheit, sondern extrem überschäumendes Temperament gepaart mit einer fast schon krankhaften Kamikaze-Haltung, also nix "eigene Sicherheit beachten" usw.
Heute ist sie eine sehr souveräne Hündin, bei der nach wie vor ein gewisser Hang zur Missachtung des eigenen Verletzungsrisikos zu sehen ist.Trotzdem reagiert sie extrem sensibel auf "ihre" Menschen.
Lautes Schimpfen führt bei ihr bereits schon zu Meideverhalten. Wohlgemerkt - wenn ein fremder Mensch neben ihr rumbrüllt, bleibt sie völlig cool. Es geht bei ihr nur wirklich um "ihre" Menschen, also uns selbst.
Im Agi reagierte sie extremst auf die kleinsten Körperbewegungen meinerseits - was extrem anstrengend ist, wenn man selbst eher der Typ "Bewegungslegastheniker" ist und eher unkoordiniert armwedelnd durch den Parcours trampelt.
Auch so reagiert sie sehr deutlich auf kleinste Körpersignale - Anspannung meinerseits bsp. in Prüfungssituationen oder so .... reagiert sie sofort und verhältnismässig stark.Deshalb wäre es vielleicht sinnvoll, wenn ihr die Züchter fragt, was sie mit "sensibel" meinen. Umgangsprachlich wird sensibel ja häufig eher mit unsicher gleichgesetzt. Deshalb kann "sensibel" in dem Fall alles sein. Von "nachdenklich zurückhaltend" bis hin zu "unsicher ängstlich".
Ansonsten kann ich auch nur naijira's restlichem Posting zustimmen.
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Zitat
Außerdem braucht es manchmal viel Verständnis, wenn ganz normale Umweltreize ein bisschen viel waren, und der Hund gerade einfach nicht so viel leisten kann, wie in anderen Situationen.
Hierzu möchte ich noch kurz sagen, dass das zwar auf den Hund der Beitragsschreiberin zutrifft, aber keine generelle Eigenschaft von sensiblen Hunden ist. Meine Sheltiehündin hat null Probleme mit ihrer Umwelt und neuen Situationen. Und meine Colliehündin ist zwar nicht ganz so sensibel wir die Kleine, dafür deutlich unsicherer und stressanfälliger. Besonders neue Situationen stressen sie sehr schnell. Aber das liegt nicht daran, dass sie sensibel ist, sondern vermutlich eher daran, dass sie als Welpe nicht genug kennengelernt hat.
Du hast es also in der Hand, aus dem Kleinen einen umweltsicheren Hund zu machen. Ob der Hund nun sensibel ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle.
Achja, noch ein kleiner Tipp von mir. Ich hatte ja unser Pferd angesprochen, da hieß es auch immer, der wäre so sensibel. Man neigt leider dazu, wenn man sowas gesagt bekommt, bevor man das Tier kennt, sein Verhalten dahingehend anzupassen. Man ist dann oft deutlich vorsichtiger und greift weniger hart durch. Nach ein paar Wochen war uns aber klar, dass der Bub eigentlich gar nicht sensibel ist, sondern nur unsicher und oft (er ist jetzt 6, bestes Rüpelalter) deutliche Ansagen braucht, damit er sich zu benehmen weiß. Versteift euch also nicht darauf und macht euch selbst ein Bild. Behandelt ihn einfach ganz normal, ohne den Hintergedanken, er ist sensibel, ich muss jetzt vorsichtig sein.
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Huhu

ich freu mich mit Dir!
Ich habe hier auch eine Pudeline sitzen, die man wohl als sowohl sensibel, als auch als unsicher und auch manchmal ängstlich bezeichnen kann. Nach meinem Empfinden könnte sie sich auch so im Wurf verhalten haben, aber ich weiss es nicht, weil sie schon 9 Monate alt war, als ich sie bekam.
Trotzdem beobachte ich bei ihr, dass sie mit den Jahren an Souveränität gewinnt, was daran liegt, dass sie sich bei uns sicher fühlt und uns vertraut. Im Familienverbund ist sie überhaupt nicht ängstlich und auch nicht unsicher. Zudem habe ich sie nicht in Watte gepackt (was nicht heisst, dass ich sie nicht verwöhnt habe
, das geht ja gar nicht anders bei meinem süssen Wölkchen
).Aber ich hab ihr viel zugetraut und so traut auch sie sich viel zu jetzt. Ich glaube, dass so ein Hund, wenn er vertraut, mehr "Schatten seines Besitzers" werden kann, als ein selbstständigerer Hund, was ja nicht unbedingt ein Nachteil ist - im Gegenteil
. Der Nachteil ist allerdings - Pudelart - dass sie schon auch heftig manipulieren kann - auf zuckersüsse Art, wo man sich oft das Lachen verbeissen muss und konsequent bleiben muss.Ich glaube auch, wie hier schon gesagt wurde, dass es sein könnte, dass das Wort "sensibel" manchmal gebraucht wird, um das Wort "ängstlich" zu vermeiden - dass es also vielleicht eine rhetorische Umschreibung dafür sein könnte? Ich würde auch nachfragen.
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