HILFE! Demente Hündin - gibt es noch eine Chance?
-
-
Hallo ihr Lieben!
Wir haben vorhin Nachricht von der Besitzerin unserer Pflegehündin Kira bekommen.
Die Situation bei ihr zuhause ist wohl absolut nicht mehr tragbar...
Kira ist 12 Jahre alt, ein Labradormix und anscheinend hochgradig dement.
Nachts (NUR nachts) ist sie permanent unruhig, läuft herum, teilweise sogar mit dem Kopf gegen Türen, ihr Herz rast und sie ist nicht zu beruhigen (außer mit starken Medikamenten).
Die Besitzerin ist fix und fertig, kann nachts nicht schlafen und beschloß, Kira zu ihrer Pflegestelle zurückzugeben.
Die können sie allerdings nicht nehmen.Es waren bis jetzt drei Hundeverhaltenstherapeuten da - keiner konnte etwas ausrichten...
Kira ist unverträglich mit nahezu allen anderen Hunden, die Chancen auf Vermittlung stehen schlecht...
ABER: Bei uns war es noch vor zwei Wochen nicht so schlimm mit Kira. Sie war zwar unruhig aber bei weitem nicht so heftig wie oben beschrieben.
Auf Spaziergängen ist sie ein lebensfroher Hund, etwas tüddelig, aber immer interessiert und wach.
Es steht jetzt im Raum, Kira einzuschläfern.
Meine Bitte an euch:
Hat irgendjemand eine Idee, was man eventuell tun könnte?
Kennt jemand im Bereich Hameln/Hannover Pflege- oder Endstellen, die sich eventuell speziell alten Hunden annehmen?
Oder bin ich total verblendet und man sollte Kira gehen lassen....?
LG
Kathi
- Vor einem Moment
- Neu
Hallo,
hast du hier HILFE! Demente Hündin - gibt es noch eine Chance? schon mal geschaut ?*
Dort wird jeder fündig!-
-
Moin,
also ehrlich, wenn die Hündin derartige Probleme bereits hatte als sie bei Euch war, und Demenz im Raum stand.... warum tut man einem solchen Tier den Wechsel von einem bekannten Ort zu einem unbekannten Ort an? Grade bei Demenz weiß man doch, das so etwas die Symptome erst einmal verstärkt?
Ansonsten, für Demenzkranke bedeutet ein Umzug puren Stress, sie fühlen sich eingesperrt und wollen nur nach Hause, wo immer das auch ist. Ich glaube, das ist bei einem Hund nicht anders..... wenn sie nicht zurück kann, ist es vielleicht am friedlichsten, für den Hund, gehen zu dürfen?
Therapeuten können bei Demenz nichts ausrichten - schön wäre es ja, aber leider nutzt das alles nichts. Das arme Ding hat Angst und will einfach nur an einen Ort, den sie kennt. Meine Vermutung.
Liebe Grüße
Sundri -
Zitat
also ehrlich, wenn die Hündin derartige Probleme bereits hatte als sie bei Euch war, und Demenz im Raum stand.... warum tut man einem solchen Tier den Wechsel von einem bekannten Ort zu einem unbekannten Ort an? Grade bei Demenz weiß man doch, das so etwas die Symptome erst einmal verstärkt?i
Hä?
Wir sind die Pflegestelle der Hündin, wenn die Besitzerin im Ausland ist. Die Hündin kennt unsere Wohnung seit etwa einem halben Jahr, sie war insgesamt 6 Wochen bei uns...Der akute Demenzverdacht kam erst jetzt auf, nachdem sich die Situation so gravierend verschlechtert hat und wurde von Kiras TA geäußert.
Zitat.... wenn sie nicht zurück kann, ist es vielleicht am friedlichsten, für den Hund, gehen zu dürfen?
Wohin zurück?

Vielleicht habe ich mich irgendwo unverständlich ausgedrückt:

Die Hündin wurde Anfang des Jahres von ihrer jetzigen Besitzerin von einer TS-Orga übernommen.
Die Besitzerin lebt alleine in einem Forsthaus mit riesigem Grundstück. Es ist noch eine andere, ebenfalls 12jährige Hündin vorhanden (HSH-Mix) mit der sich Kira auch versteht.Da Kiras Besitzerin öfters ins Ausland muss, trat sie an mich heran und fragte, ob es möglich wäre dass wir Kira in diesen Zeiträumen betreuen.
-
Welche Medikamente bekommt Kira derzeit und wie ist ihr Verhalten danach?
Ich habe sehr gute Erfahrungen mit ABTEI NACHTRUHE-Kapseln gemacht.
Einen Hund wegen der Demenz, die nur nachts auftritt, wieder zurückgeben oder gar töten zu wollen, finde ich unter aller Sau, sorry.
Wenn ich einen Hund, einen alten noch dazu, bei mir aufnehme, MUSS ich einfach mit bestimmten Alterszipperlein rechnen.
Ich hoffe, für Kira findet sich eine gute Lösung, damit sie ihren Lebensabend in Würde genießen kann.
-
Also erstmal kann ein Verhaltenstherapeut hier tatsächlich nichts ausrichten!
Hier im thread der Altenpfleger/-innen haben wir einige demente Hunde und mein Westie ist mit fast 16 Jahren auch sehr dement. Ich weiß es ist nicht einfach mit so nem Hund, Dusty läuft auch immer wieder gg. Schränke oder Wände, was aber nicht nur mit der Demenz sondern auch mit seinem kaum noch vorhanden Sehvermögen zu tun hat. Vielleicht sollte das hier auch mal überprüft werden.
Die Demenz kann man nat. nicht heilen oder stoppen, aber mit der Gabe von Karsivan haben wir Erleichterung erfahren, wie einige andere hier auch. Gg. die nächtl. Unruhe hilft beim Einen oder Anderen auch der gute Baldrian-Tee (liebevoll Schlaf- und Nerv-nicht-Tee genannt).
Also wie gesagt es ist nicht einfach mit so nem Hund, aber wenn er sogar an Spaziergängen noch interessiert toll - toll!! Unser Dusty will seinen bekannten Garten nicht mehr verlassen, der gibt ihm Schutz und Sicherheit, aber dort geht die Nase noch und das Futter schmeckt noch hervorragend, so daß eine Einschläferung z. Zt. nicht in Frage kommt.
Wir und auch einige andere hier, haben einfach mit der Zeit gelernt mit diesem Umstand zu leben! -
-
Und was ist wenn man sie an eine Box gewöhnt und dort schlafen lässt (nachts)? Vielleicht würde ihr dass die Sicherheit geben und die räumliche Eingrenzung würde verhindern, dass sie gegen Wände läuft?!
Wurde sie schon zurückgegeben oder steht das im Raum?
-
Zitat
Welche Medikamente bekommt Kira derzeit und wie ist ihr Verhalten danach?
Ich weiß nicht genau, welche Medis sie momentan bekommt.
Auf jeden Fall hat sie zeitweise Diazepam bekommen...wohl das einzige, was half - aber das kann ja keine Dauerlösung sein!Dann bekommt sie ein Schmerzmittel, da sie anscheinend eine Zerrung hat und schlimm humpelt.
Desweiteren....keine Ahnung.
Die Nachtruhe-Kapslen werden besorgt, habe ich gerade telefonisch durchgegeben, ebenso das Karsivan.
Habe mit der Besitzerin gerade einen Termin für Morgen bei meiner TÄ ausgemacht. Da gehen wir dann zusammen hin - vielleicht hat sie ja noch eine Idee.
ZitatUnd was ist wenn man sie an eine Box gewöhnt und dort schlafen lässt (nachts)?
Da habe ich noch garnicht dran gedacht...muss ich mal besprechen!
ZitatWurde sie schon zurückgegeben oder steht das im Raum?
Die Orga will/kann Kira nicht zurücknehmen. Und TH kommt nicht infrage.
-
wir haben auch eine alte und völlig demente Hündin. Diese verpennt den halben Tag, ist nur wach zum Gassi gehen aber nimmt mit Einbruch der Dunkelheit ihre nächtliche Wanderung auf. Dann ist sie die ganze Nacht unterwegs. Wenn es hell wird legt sie sich wieder hin. Einsperren bringt nichts, weils sie dann hyperventiliert. Ich lasse sie halt rennen. Sie ist noch so fit. Freut sich über Spaziergänge und fordert auch ihr Fressen noch ein. Von längeren Schlafzeiten musste ich mich halt verabschieden.
Sie bekommt Karsivan, Fortekor, Vitamin B 12 und Kokosöl. Mir ist aufgefallen dass es zu Voll- oder Neumond wesentlich schlimmer wird. Ich hatte da nicht darauf geachtet. Aber da man im 14 Tage Turnus eine Verschlechterung feststellen konnte hab ich festgestellt, dass da Voll- oder Neumond war.
Ins Haus kommt sie überhaupt nicht mehr. Außer um mich anzutreiben, wenn ich nicht schnell genug in die Stiefel komme. Sie ist schon sehr anstrengend - aber wie heißt es in einer Ehe: in guten und in schlechten Zeiten. Das gilt für mich auch für ein Tier.LG
Elke -
Elke, ich fürchte, Kira wird eine solch tolerante Behandlung nicht zuteil werden...
Es gibt Menschen, die setzen ihre Prioritäten anders...

-
Karsivan und Schlaf- und Nerv-Nicht-Tee (
) wurden schon genannt. Das ist hier bei den hauseigenen Oldies immer erst mal "Mittel der Wahl".Vielen "durchgeknallten" Oldies (und das mein ich absolut liebevoll, bitte nicht falsch verstehen) helfen individuell auszuprobierende Maßnahmen - manchen Hunden hilft kurz vorm Schlafen-Gehen ein moderater Spaziergang, der schonend für eine bessere Durchblutung auch im Hirn sorgt, vielen Hunden hilft eine sehr ausgeprägte Routine, einige profitieren von einem kleinen Nachtlicht. Bei manchen hilft ein nur leicht gefülltes Bäuchlein am Abend, die anderen profitieren vom "Boah, pappsatt-Gefühl".
Da kann und muss man Verschiedenes ausprobieren - sich auf "Menschen-Seiten" zum Thema Demenz/cerebrale Durchblutungsstörungen/Alzheimer/Altenpflege zu informieren, kann auch sehr gut helfen, zum Verständnis beitragen und neue Therapie-Wege eröffnen.
Auch die Homöopathie kann beim alten Hund noch viel erreichen - es gibt z. B. Mittel, die haben die "Unruhe NACH Mitternacht" oder "Unruhe VOR Mitternacht" im Arzneimittelbild, da gibt es einige "klassische", sanft wirkende Oldie-Mittel, ein guter THP kann da weiterhelfen.
Nach Absprache mit dem TA sind auch tryptophanhaltige Futterergänzungen einen Versuch wert.
Ebenfalls nach Absprache mit dem TA ist auch ein "umgekehrter Schmerzmittel-Versuch" manchmal sinnvoll - besteht auch nur der geringste Verdacht auf das ein oder andere Alterszipperlein, kann man über einen Zeitraum von etwa 14 Tagen ein Schmerzmittel geben und einfach schauen, ob sich etwas im Verhalten des Hundes bessert. "Klein" anfangen kann man z. B. mit Dexboron Forte, wie immer in Absprache mit dem TA sind aber auch die klassischen Schmerzmedis wie Metacam und Co angezeigt. Dazu muss man wissen, dass das Schmerzempfinden abends deutlich ansteigt und deshalb z. B. leichte Arthroseschmerzen viel stärker wahrgenommen werden als tagsüber und so ihren Teil zur Unruhe und zum hirndurchblutungsminderndem Stress beitragen können. Sind Knochenschmerzen eher ausgeschlossen, hilft oft auch ein Versuch mit Schmerzmitteln weiter, die eher einen Bezug zu Organschmerz haben - Metamizol/Novalgin z. B. oder auch als homöopathisches Komplexmittel Spascupreel - grad abends machen sich nämlich auch Verdauungsbeschwerden sehr gern bemerkbar, auch diese können zur Unruhe beitragen.
Hilft eine der beiden Schmerzmittelvarianten deutlich, kann man sich im nächsten Schritt überlegen, inwieweit eine weiterführende Diagnostik nun Sinn macht, oder ob man es einfach dabei beläßt, die für den Hund wirksame passende Schmerzmitteldosis herausfindet (die liegt oft leicht unterhalb der üblichen Dosierung) und das Mittel den Rest der Zeit weiter gibt.Das sind auf normale Hunde-Verhältnisse auf den ersten Blick gern merkwürdig anmutende Vorgehensweisen, die sind aber nicht von mir "erfunden"
, sondern haben sich bei TÄ, die viel mit sehr alten Hunden arbeiten, sehr bewährt. Bei den Oldies ist es nun mal so, dass man diagnostisch nicht mehr alles herausfinden kann (und es auch nicht immer will, wenn es um die Frage der Zumutbarkeit geht) und da gelangt man oft auf eher unübliche, aber dennoch tragbare Wege.Ein interessantes Buch dazu ist "Geriatrie in der naturheilkundlichen Tiermedizin", es kann ggf. mal etwas andere Betrachtungsweisen und Vorgehensweisen ins Spiel bringen.
Meine bisherigen Oldies, bei denen demenzähnliche Alterungsprozesse im Hirn vermutet wurden, hatten trotz allem noch recht lange Zeit eine akzeptable Lebensqualität - Spaß und Freude fanden auf anderen Ebenen statt, als beim fitten Hund, waren aber allemal gegeben. Als Halter muss man schon sehr umdenken, besonders in der ersten Zeit, bis sich alles ein wenig eingespielt hat. Aber dann wird man die ganz besonderen Momente der alten Hunde wahrnehmen können.
LG, Chris
Edit - da hat sich jetzt einiges überschnitten, aber ich mochte auch nix löschen.
- Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!