Erziehung eines tauben Hundes
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Liam war krankheitsbedingt taub und ist nun, im Verhältnis zu seinen Kollegen, sehr schwerhörig. Ich kann deinen Schock also sehr gut verstehen, aber ich finde es toll, dass du dich schon etwas erholt hast und so positiv ran gehst!
In der Phase, in der Liam komplett taub war (und auch ab und an jetzt noch) trug er beim Gassi ein Vibrationshalsband. Das habe ich ähnlich wie einen Stopp Pfiff konditioniert. Vibration heißt stehen bleiben und an mir orientieren und auf mein Sichtzeichen achten. Das hatte er sehr schnell raus.
Man könnte es natürlich auch mit der Vibration auf Abruf konditionieren.
Wichtig war nur am Anfang ihn ganz langsam ranzuführen. Er ist ein totales Sensibelchen und wenn ich ihm das Ding sofort um den Hals rumgelegt hätte mit der Vibration hätte er wahrscheinlich nen Herzinfarkt bekommen
er war ohnehin in der Anfangszeit megaschreckhaft, schließlich kam er hörend zur Welt.
Deshalb hab ich ihn langsam rangeführt, erst in meiner Hand und er durfte dran schnuppern, dann bei ihm an der Pfote, am Bein, am Bauch und letztlich am Hals als er es schon völlig normal fand.Ich wünsche dir viel Erfolg und du wirst sehen, er hat sich ja, wie du schreibst, bereits darauf eingestellt (bzw kennt es nicht anders) und wenn du jetzt Bescheid weißt, dann wirds nochmal ein ganzes Stück einfacher für euch!

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Hallo,
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Mit dem Teletact ist das so eine Sache. Wir haben uns dagegen entschieden aus folgenden Gründen:
- die Vibration kann den Hund auch erschrecken
- ich möchte nicht immer dieses Halsband ummachen müssen, bzw. vergesse es ev. mal
- Wasser, Regen, Schnee ist ein Problem mit dem Teil
- ich möchte nicht Hunz und Kunz erklären müssen, dass mein Hund keinen Stromschlag erhält
- ich möchte Schara nicht als tauben Hund kennzeichnen und dann Mitleid erwecken
- ein gutes Vibrationshalsband ist sehr teuer und wer weiss ob es funktioniert, wenn Hund nicht will, will Hund nicht
- ich muss unter Anleitung trainieren und da muss ich erstmal nen guten Trainer finden. Viele sagen Ja sie haben das schon gemacht, aber wie und mit welchem Erfolg ist nicht nachvollziehbar.
- ich möchte ganz einfach mit so wenig Hilfsmittel auskommen als möglichIch habe ehrlich gesagt auf keiner anderen Seite so viel Information bekommen wie hier im DF. Die anderen Foren sind nicht sehr gut besucht.
Man kann auch mit einem Laserpointer bei tauben Hunden arbeiten. Das kam für mich aber gar nicht in Frage. Sonneneinstrahlung ist da ein Problem und man muss sehr aufpassen, dass der Strahl nicht in die Augen des Hundes gelangt.
Ich schick mal ab, weil mein PC grad spinnt und nicht, dass alles im Nirvana verschwindet................
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Also ich habe keinen tauben Hund, aber da meine Bibu nicht mehr so gut hört, habe ich das Vibrationshalsband (KEIN Tele!!!!)
Vorallem auf Entfernung, war es mir wichtig da Sie aber sonst super kontrollierbar ist, hab ich nach einer Möglichkeit gesucht, dass Sie trotzdem ohne Leine laufen darf.
Manchmal muss Sie ja abgerufen werden oder mal zurückschauen, vorallem wenn man mit 2 Unterwegs ist.
Habs immer Vibriren lassen und den Blick geclickert. Dann in unmittelbarer Nähe einfach geübt, drin und draussen.
Später beim weiteren Enfernen hab ich Ihr dann für den Blick das Balli entgegengeworfen oder Sie per Handzeichen abgerufen und dann gelobt.
Wir haben es nicht immer dabei, weil Sie jetzt ein wenig datterig wird und manchmal einfach besser ist Sie ist an der Leine
Aber für uns ist es eine gute Alternative.
Viel Glück bei der weiteren Ausbildung!
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Zitat
Habs immer Vibriren lassen und den Blick geclickert. Dann in unmittelbarer Nähe einfach geübt, drin und draussen.na clickern macht bei einem vollständig tauben hund aber keinen sinn

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Wenn ich jetzt hier so schreibe, dann sind das immer nur meine eigenen Erfahrungen. Für jemand anders mag etwas anderes besser funktionieren. Man muss das wirklich selber rausfinden. So wie man sich halt auf jeden Hund einstellen muss.
Für mich war im Umgang mit Schara der Blickkontakt das A und O. Wir sind lange an der Schleppleine gelaufen, dann mitschleifende Schlepp, jetzt auf dem Land komplett ohne.
Ich belohne immer noch jeden Blickkontakt. Schara schaut mich jetzt spätestens alle 10 sek. an. Am besten gaaaanz kleine Leckerlies besorgen. Irgendwelche Minihund Brocken, oder teilbare Leckerlies. Zur Zeit haben wir die kleinen Knöchelchen von Fre**napf. Die kann man gut nochmal teilen.
Durch die Schleppleine haben wir einen Radius von maximal 20m eingeführt, indem sich Schara aufhalten muss. Da kommt sie auch immer wieder zu mir, holt sich ein Leckerlie ab, bzw. ich kann schnell hinsprinten falls ein Radler oder was anderes kommt.
Sie darf selbstverständlich auch mal freudig durch die Wiesen rennen, kommt dann aber auch immer wieder her.
Ist sie mal weiter weg bin ich darauf angewiesen dass sie herschaut. Dann kann ich winken und mittlerweile kommt sie dann zu 99%. Dann gibts natürlich besonderen Freudestanz.
Schara macht gerne Nasenspiele. Ich versteck ihr mal ein Leckerlie oder werfe es in die hohe Wiese und sie sucht es. Somit ist immer Kontakt zwischen uns. Das finde ich wichtig.
Früher habe ich mich auch manchmal versteckt um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Das mache ich nicht mehr, weils erstens nicht nötig ist und zweitens Schara da immer furchtbar panisch angerannt kam und Angst hatte, dass ich weg wäre.

Gut finde ich auch so nen Schaumstoffball in der Größe von nem Tennisball. Den kann man schnell zum Hund oder sogar auf den Hund schmeissen um die Aufmerksamkeit zu bekommen.
Ist Eliot laut Audiometrie komplett taub? Kommt gar nichts an?
Bei Schara wurde uns gesagt es könne sein, dass mal was durchkommt, das muss man selber rausfinden. Bei ihr sind nicht die Ohren geschädigt, sondern das Gehirn verarbeitet das Gehör nicht.
Ich bin der Meinung sie kann auf eine gewisse Distanz hohe klirrende Geräusche hören. Meinen Pfiff hört sie ev. bis zu einem Abstand von 5m. Allerdings kann sie es nicht orten. Sie schaut dann immer wo ganz anders hin. Die Gehirnströme verarbeiten das bei ihr nicht richtig.
Ich kann auch in der Küche das Besteck in den Besteckkasten "schmeissen", Schara liegt daneben und schaut in die entgegengesetzte Riochtung, weil sie meint von da kam was.
Ich kann mich also da auf nichts verlassen.Hast du das Gefühl Eliot ist in anderen Sachen auch anders als andere Hunde? Ist dir da schon mal was aufgefallen?
Schara starrt manchmal minutenlang wohin, wo nix ist. Als sehe sie Geister. Ich sage immer sie hat was autistisches an sich.
Oder sie steht einfach mit gesenktem Kopf da und beobachtet mich. Wie ein Wolf der gleich angreift.Ach ja, und bitte nicht lachen, mir hat es für das Verständnis für den Hund auch geholfen mal selber mit geschlossenen Ohren dazusitzen, oder durch den Wald zu laufen. Das ist ohne Laute ganz anders. Ich kann jetzt schon verstehen, dass mich mein Hund manchmal einfach so fixiert.
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Könnte man nicht auch ein sichtzeichen zum lob entwickeln? Z.b daumen hoch und dabei wild grinsen...

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Oh so viele Beiträge super. Danke.
Also laut Tierarzt ist Eliot komplett taub, da kommt absolut nichts an. Kein Pfiff, kein klirren, absolut nichts.
Wir hatten ja gehofft, dass er wenigstens bestimmte Pfifftöne hört.
Pustekuchen ;-)Mit so einem Vibrationshalsband hab ich auch überlegt und auch der Arzt meinte heute, dass sei eine Möglichkeit. Allerdings dann auch nur mit erfahrenen Trainern und so.
Ich hab mir das heute mal angeschaut und muss sagen, wow, die Teile sind teuer.
Gut, das wäre ja nicht das Thema, das kauft man ja normal nicht monatlich, dennoch bleibt ein seltsames Gefühl, denn in dem Moment mach ich mich abhängig davon.Einige von deinen Argumenten, Gaby, gegen das Halsband kann ich gut verstehen
Gut bei Eliot würde das Halsband kaum auffallen auf Grund seines langen Fells, aber genau das könnte ja dann auch wieder ein Problem sein.Wobei ich mir eben überlegt habe, wenn so ein Halsband, dann das ganze wie ein Art Clicker zu prägen.
Also Vib heißt gut gemacht und dafür gibt es ein Leckerchen. In wie fern das Sinn machen würde... keine Ahnung.
Als Mittel um seine Aufmerksamkeit zu bekommen oder ihn zu "rufen" wäre es mir glaub ich zu unsicher.Da bestimmte Befehle schon sehr gut sitzen, ist für mich das wichtigste das El jetzt ständiger Blickkontakt lernt.
Schleppleine hat er eh immer dran und ich denke das bekommen wir jetzt auch eher hin...Wenn Schara dich aus 5m Entfernung angeschaut hat, wie hast du das belohnt?
Hast du ihr das Leckerlie zugeworfen?
Weil in dem Moment wo El kommt belohn ich ihn ja wieder fürs Kommen und nicht fürs schaueNasenspiele machen wir auch viel und das liebt Eliot.
Spiele mit Spielsachen werfen/suchen musste ich streichen, da dreht er zu sehr hoch und ist total fixiert. Leckerlie suche macht er hingegen ruhig und konzentriertZitatHast du das Gefühl Eliot ist in anderen Sachen auch anders als andere Hunde? Ist dir da schon mal was aufgefallen?
Schara starrt manchmal minutenlang wohin, wo nix ist. Als sehe sie Geister. Ich sage immer sie hat was autistisches an sich.
Oder sie steht einfach mit gesenktem Kopf da und beobachtet mich. Wie ein Wolf der gleich angreift.Ja, das kenne ich nur zu gut von Eliot. Dieses Geister anstarren. Da bin ich im Moment am überlegen, wie er das am ehsten wieder sein lässt... aber das ist ja augenblicklich unser kleinstes Problem
Aber das macht der auch relativ oft -
Zitat
Könnte man nicht auch ein sichtzeichen zum lob entwickeln? Z.b daumen hoch und dabei wild grinsen...

Ja das haben wir, Daumen hoch ist immer alles okay, alles super.
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Zitat
Wobei ich mir eben überlegt habe, wenn so ein Halsband, dann das ganze wie ein Art Clicker zu prägen.
Also Vib heißt gut gemacht und dafür gibt es ein Leckerchen. In wie fern das Sinn machen würde... keine Ahnung.
Als Mittel um seine Aufmerksamkeit zu bekommen oder ihn zu "rufen" wäre es mir glaub ich zu unsicher.Das sollte dann aber schon so funktionieren 1 mal vibrieren stehen bleiben, 2 mal vibrieren herkommen usw. So hab ichs zumindest mal wo gelesen.
ZitatWenn Schara dich aus 5m Entfernung angeschaut hat, wie hast du das belohnt?
Hast du ihr das Leckerlie zugeworfen?Unterschiedlich. Mal hab ich Daumen nach oben, mal hergewunken und Leckerlie, mal Leckerlie ins Gras geworfen um das Suchspiel zu starten. So ganz konsequent war ich da nicht bei einer Sache.
Auf jeden Fall immer Freude bei Blickkontakt. Meistens kam sie dann vor Freude auch her.ZitatHast du das Gefühl Eliot ist in anderen Sachen auch anders als andere Hunde? Ist dir da schon mal was aufgefallen?
Schara starrt manchmal minutenlang wohin, wo nix ist. Als sehe sie Geister. Ich sage immer sie hat was autistisches an sich.
Oder sie steht einfach mit gesenktem Kopf da und beobachtet mich. Wie ein Wolf der gleich angreift.ZitatJa, das kenne ich nur zu gut von Eliot. Dieses Geister anstarren. Da bin ich im Moment am überlegen, wie er das am ehsten wieder sein lässt... aber das ist ja augenblicklich unser kleinstes Problem
Aber das macht der auch relativ oftDas finde ich ja witzig, dass Eliot das auch macht.
Ob da ein Zusammenhang zwischen dem fehlenden Gehör und diesem Starren ist? -
Zitat
.....Das finde ich ja witzig, dass Eliot das auch macht.
Ob da ein Zusammenhang zwischen dem fehlenden Gehör und diesem Starren ist?Ne, glaub ich net - das macht nämlich mein Bossl auch ab und an, und der ist terriertypisch nur dann taub, wenn er grad net hören will. Steht da wie ein dösendes Pferd, den Kopf etwas gesenkt, rührt sich net und glotzt vor sich hin. Hab schon oft gewitzelt, was für´n Film jetzt wieder in dem kleinen Hirn abläuft *gg
Aber kann natürlich auch sein, daß Eure Hunde dann irgendetwas wahrgenommen haben, eben nicht über Audio, sondern ne Vibration oder ein Windhauch oder sowas, und versuchen einfach, konzentriert zu orten, wo´s herkam/was es ist, oder warten drauf, was jetzt kommt aus dieser Richtung?
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