Wo sind die Gefühlsleute?

  • Bei uns war es auch so. Meine Mutter wollte eigentlich gar keinen Hund und ich wollte einen Hund mit mittelllangem Fell, mein "Favorit" damals war ein Golden Retriever. Meine Mutter, wollte wenn überhaupt einen kleinen Hund, so in richtung Chihuahua.
    Dann, als ich mal wieder im Internet recherchiert habe, mit dem wissen, dass es vermutlich eh noch dauern würde, bis ich einen Hund bekomme, sah ich sie, meine Luna.
    Ja was soll ich sagen, 2 wochen später zog ein kleiner Mischlingswelpe mit kurzem Fell bei uns ein (war eine Hündin obwohl ich ja eigentlich einen Rüden wollte).
    Jetzt ist sie 55cm groß und hat immer noch kurzes Fell. Und charakterlich wusten wir auch nicht, wie sie wird, das ie vom Tierschutz komt und die Eltern nicht bekannt waren.

  • Huhu,

    ich habe fast 1 Jahr nach dem richtigen Hund gesucht. Für mich kam nur ein erwachsener Hund aus dem Tierschutz in Frage. Ob ein Hund aus einem deutschen Tierheim oder aus dem Auslandstierschutz, war mit wurscht. Nur der Import via Bild aus dem Internet kam nicht in Betracht, es musste möglich sein, den Hund live zu sehen. Regional war ich nicht festgelegt.

    Ich hatte bestimmte charakterliche Vorstellungen von meinem "Idealhund", die auch mit meiner beruflichen Situation zu tun hatten. Daher sollte es ein erwachener Hund sein, denn so konnte man mir auf der Pflegestelle oder im Tierheim gute Auskünfte über den Charakter geben.

    Optisch war nur kurzes Fell Bedingung.

    Ich habe fast 1 Jahr Hunde in ganz D angeschaut, die hätten passen können (Internet-Recherche, Telefonate). Und nie stimmte das Gefühl. Es waren einfach nicht "meine" Hunde, so wunderbar sie waren. Es brach mir echt das Herz, ohne Hund wieder wegzufahren...Aber ich wusste, dass irgendwo "mein" Hund wartet.

    Meine Hündin habe ich eines Freitagsnachts im Internet gesehen. Ich hatte richtig Herzklopfen und gleich eine Email an die Orga geschickt. Sie passte eigentlich nicht ins Schema, weil sie erst 5 Monate alt war. Am nächsten morgen hab ich sofort die PS angerufen, die meine Email schon gelesen hatte und mich noch für den gleichen Tag einlud. Fahrzeit war nur ne Stunde.

    Ich habe mein Hundi gesehen und wusste sofort: Die oder keine! Das ist mein perfekter Hund! Warum ich das gesehen habe? Keine Ahnung, mein Herz sagte es mir. Sie ist dann von allein in mein Auto gehüpft, hat sich auf dem Sitz eingeringelt und ist sofort eingeschlafen.

    Sie ist perfekt - nein, besser als perfekt für mich! Sie hat mich irgendwie komplett gemacht, ich kann das gar nicht erklären.

    Ich kann Dir leider keine Anleitung geben, wie Du Deinen Seelenhund (den es glaub ich nur 1x im Leben eines Hundehalters gibt) findest, geben. Es war so, wie es halt war.

    Hör auf Dein Herz und schau genau hin. Ist es nur die Optik des süßen Welpen, die Dich umhaut, oder ist es der Hund selbst, das ist irgendwie wichtig...

    LG

  • ich gehöre auch zu den Leuten die zu einem Hund kamen wie die Jungfrau zum Kind.
    Ich habe seit 25 Jahren nur Neufundländer und wollte eigentlich auch nie eine andere Rasse. Mein erster Hund war ein Schäferhund und danach nur noch Neufis.
    Wir waren mit unseren Rüden zum Blut spenden und im Aufwachraum saß eine kleine hellbraune Hündin mit völlig verkrüppeltem Hinterbein in der Box. Es war Liebe auf den ersten Blick. Und als man uns dann noch sagte, dass sie am nächsten Tag operiert werden soll, aus dem Tierschutz kommt und danach vermittelt werden soll, da war für mich klar, der Hund kommt zu uns. Und so kam es dann auch. Sie ist jetzt fast 3 Jahre bei uns. Fühlt sich in ihrem Rudel richtig wohl und wir würden sie nie mehr hergeben. Trotzdem wird mein nächster Hund wieder eine Neufi-Hündin (oder vielleicht auch nicht?)

    LG
    Elke

  • *handheb*

    Mogli ist ja ein Senfhund .Ich wusste nicht ,was auf mich zukommt und es war mir auch wurscht.

    Als der Wurf 4 Wochen alt war , suchte ich mir "meinen " Hund aus . Einen Monat später war WWA - Welt-Welpen-Abholtag :D .
    Und irgendwie passte gar nichts mehr: Mein Hund gefiel mir nicht mehr ,er hatte sich komplett anders entwickelt als erwartet. ich nahm ihn auf den Arm und es fühlte sich einfach nicht richtig an.

    Und immer wieder fiel mein Blick auf IHN:

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    Ich nahm ihn auf den Schoß und es war um mich geschehen. Es war MEIN Hund . Und so zog nun der RICHTIGE Mogli hier ein.... der andere hieß nun mittlerweile auch so :ops:
    Und es war das Beste ,was mir passieren konnte. Mogli ist mein Traumhund. ich liebe ihn über alles .Auch ,wenn wir oft aneinander rauschen . Ich würde immer wieder nach Gefühl entscheiden.

  • *aufzeig*

    Ich weiß genau was du meinst....

    Ich las in der Zeitung "Bernermischlingswelpen 8 Wochen alt" und zeigte das sofort meinem Mann. Nach dem Motto anschauen kostet nichts fuhren wir hin - haben dann unsere Senta gesehen und es war sofort Liebe auf den 1. Blick - von wegen Berner...... sie ist eine wunderschöne Mischung aus Labrador/schwarzer Schäfer/Husky - mittlerweilen 11 Monate alt und wir würden sie um nichts in der Welt eintauschen.
    Also wie du siehst - es gibt sie - die Gefühlsleute ;)

    LG Vallerie

  • Oh man, sind das tolle Geschichten.

    Danke euch dafür.

    Und um es noch mal deutlich zu sagen. Iich finde das Forum hier prima, bin auch niemandem wirklich böse, der mich in den Schwitzkasten nimmt. ;-)
    Denn letzten Endes tun das glaube ich alle nur zu einem Zweck: Damit es den Hunden (und in diesem Fall meinem zukünftigen) möglichst gut geht. Deshalb schlucke ich mein ungutes Gefühl dann auch meist runter. Und wenn's mir gar zu bunt wird, antworte ich einfach nicht!

    Ich werde euch also noch lange mit irgendwelchen Fragen auf Trab halten!

    Granita

  • Hier - und ich muss zu meiner Schande gestehen - gleich zweimal.
    Vor 9 Jahren ist unser damaliger schwarzer Labrador Camillo gestorben, es war klar, wir wollten schnell wieder einen Hund, und zwar einen Hund aus dem TS, aus Spanien. Ich habe viel telefoniert, mir Hunde im Netz angeschaut, aber der Welpe, der versprach, ein bisschen größer zu werden, war nicht dabei. Dafür kam ein Anruf von einer Dame, die ich aus dem Elternbeirat der Schule meiner Tochter kannte: Sie habe einen Wurf Labrador-Welpen, und ein Rüde wäre übrig, wenn der bis Wochenende nicht vermittelt wäre, müsste sie ihn auf Betreiben ihres Mannes ins TH bringen. Ob ich jemanden wüsste? Ohne nachzudenken sagte ich: "Ja, ich." Wir hin zum Welpen, ihn gesehen und ein paar Tage später abgeholt. Jetzt haben wir Anton seit 9 Jahren, ein Labbi aus Hobbyzucht ohne Papiere, aber mein Seelenhund schlechthin. Wir beide verstehen uns ohne Worte, er weiß, was ich von ihm will, ich weiß, was er denkt oder sich überlegt, ein super Hund. Er ist gesund, vielleicht ein bisschen empfindlich im Magen-Darm-Bereich, habe ich aber im Griff.
    Vor 3 Jahren war klar, dass wir einen Zweithund wollten. Für alle war klar, er sollte aus dem TS kommen und schwarz sein, da schwarze Hunde am schwierigsten zu vermitteln sind. Ach ja, und es war klar, es sollte eine Hündin sein - die erste Hündin für mich, schon von Kind auf hatten wir immer Rüden (mein Vater hat heute noch einen Rüden). Wir also wieder im Netz gesucht, mein Sohn wollte eine Bulldogge, meine Tochter was mittelgroßes Wuscheliges und ich was großes Glatthaariges. Wir haben gesucht, schließlich wurden wir bei einem schwarzen Welpen mit weißer Blesse fündig, meine Tochter sagte nur: "Schau dir die da an, die hat so lange Wimpern, die ist es." Mit der Vermittlerin gesprochen, die erzählte uns, sie habe die Hündin schon selbst in Ungarin gesehen, sie vermute, sie wäre ein Neufundländer-Mix. Wir uns also beworben, VK wurde gemacht, nach dem okay haben wir eingekauft (alles natürlich für einen Neufundländer), und schon 2 Wochen später kam der Transport aus Ungarn. Da allerdings waren wir sprachlos: Uns wurde ein 2 kg-Bündel in den Arm gelegt. Ich konnte dann nur stammeln, dass wir da wären, um Brunhilde (so hieß unsere Babett bei der Orga) abzuholen, als Antwort meinten die netten Damen, das wäre Brunhilde. Meine Tochter hielt sie im Arm und heulte und sagte, die gebe ich nie wieder her.
    Jetzt ist Babett ca. 3 Jahre, sie scheint ein Cocker-Mix zu sein, hat 13 kg, hat uns viele Nerven gekostet und kostet sie noch, hat leider ziemliche gesundheitliche Probleme (sie hat am Dienstag ihre 3. Tumoroperation), ist teilweise schwierig im Umgang, aber wird unendlich geliebt und gibt uns so viel zurück. Dieser Hund hat sich die ersten Wochen und Monate praktisch nicht anfassen oder streicheln lassen, man konnte sie nicht hochnehmen, sie hat dann sofort geschnappt. Sie hat ein Jahr gebraucht, um einigermaßen stubenrein zu werden, ein Jahr lang konnte sie keine Sekunde allein bleiben, auch nicht mit unserem Anton. Sie war die erste Zeit absolut erziehungsresistent. Heute hat sie noch Defizite, mit denen wir aber umgehen können - vielleicht wird sie auf Grund ihrer gesundheitlichen Probleme auch zu sehr verwöhnt...
    Und vor einer Woche habe ich im Netz eine gelbe Labbi-Hündin gefunden, 7 Jahre alt, aus einem polnischen Tierheim, in einem ganz erbärmlichen Zustand. Dieser Hund war 4 Jahre eingesperrt, weil sich ihre Menschen schämten, dass sie einen Hausausschlag hat. Dieser Hund hat aber schon eine PS in Deutschland mit der Option auf Übernahme, also werde ich immer mal wieder weiterschauen, ob ich einen Not-Hund finde, bei dem mein Herz sagt, der ist es - und dann kann er oder sie kommen... Auch das wird wahrscheinlich wieder ein reiner Gefühlshund werden, vielleicht ein Welpe, vielleicht ein älterer Hund.
    Gruß
    sab

  • Hi Granita,

    ich verstehe auch total gut, was du meinst, wenn du schreibst, du fühlst dich, als müsstest du dich rechtfertigen. Mir als stille Mitleserin solcher Threads stößt es auch manchmal sauer auf, was einige schreiben.
    Andererseits ist es so, dass hier pro Tag gefühlte 347 Threads zum Thema "welcher HUnd für mich" aufgemacht werden. Besonders, wenn die Themenersteller dann an "Moderassen" wie zum Beispiel BCs, Aussies, Labbis und Co. interessiert sind, hagelt es Nachfragen! Bei den BCs und Aussies wird häufig geschrieben, dass diese eine besonders anspruchsvolle Auslastung benötigen, die BCs möglichst am Vieh arbeiten sollten etc. Das stimmt alles, keine Frage. Der Punkt ist einfach, dass hier hin und wieder Threads gestartet werden, wo dir bei den Vorstellungen der Leute die Ohren schlackern. Noch dazu kennt ja jeder einen Hans Hempel aus Hintertupfingen, der seinen Hund mit "Dreck" füttert, ihn im Zwinger hält, der Hund total überfettet ist, pro Tag nur 5 Minuten spazieren geführt wird und dabei alles angeht, was 2 oder 4 Beine hat. Und der ist - naaaa? - ein BC-Labbi-irgendwas-Mix =) Das war jetzt natürlich übertrieben, aber der Grundgedanke, den die meisten User verfolgen, ist wohl wirklich der, dass sie durch Fragen an den/die TS möglichst gut beraten wollen bzgl. Rasseauswahl und die Leute auch zum Reflektieren bringen wollen, ob sie sich die Sache mit dem Hund gut überlegt haben (sowohl, was Rasse, als auch Zeit, als auch Geld, als auch .... angeht). Das wiederum hat was damit zu tun, dass hier oft Threads eröffnet werden in der Rubrik "Probleme mit euren Hunden", die vor Blauäugigkeit in genau diesen Punkten nur so strotzen....

    Also, insgesamt hast du recht: Die Fragen könnten vielleicht auch manchmal etwas netter gestellt sein und dazu kommt, dass man sich als neuer User in einem Forum (und übrigens auch in der Welt der Hundehalter!) erstmal an Slang, Schlagworte, die immer wieder auftauchen, etc. gewöhnen muss... ist halt eine kleine (virtuelle) Welt mit bestimmten Verhaltensmustern... ;)

    Ich wünsch dir alles Gute und hoffe, dass du deinen Traumhund findest!

    LG, Anni

  • Jup, wir haben den Welpen als Labbi-Mix gekauft, was er ganz offensichtlich nicht war, hatten keinen Plan von Hunden. Ich fand ihn suess hab ihn eingepackt, jetzt ist er 2,5 Jahre alt und er passt perfekt zu uns. :) Ist mir auch latte was die Leute hier rumschreiben.

  • *hier auch*

    stand kurz vor Anschluss meiner Ausbildung und hatte gute drei Monate quasi frei.Mir kam in den Sinn "wenn nicht jetzt einen Hund wann dann?" und bin ins hiesige Tierheim gefahren.die einzigste Vorstellung die ich hatte war,das es ne Hündin sein sollte (hatte vorher einen Rüden und meine Eltern auch,wollte halt mal ne Tusse haben)

    Tja, ICH hab mir eine cremefarbene Bolonkamix Hündin ausgesucht aber dann schlich sich da ein Terrierrist in mein Herz. Unterernährt,entzündete Augen,vor Hässlichkeit schon wieder schön,schwarz-weiß ,40cm SH,temperamentvoll bis nach dort hinaus,setzte sich Madame selbstverständlich auf meinen Schoss,kuschelte sich in meine Jacke und blieb da.Als ich aufstand lief sie mir hinter her und blieb an mich geschmiegt neben mir sitzen.

    Tammy lebt nun seit 9 Jahren bei mir,es hat 4 Jahre gedauert den Hund angst-und stressfrei durch die Welt zu führen.Ihre Nervosität hat sich nach längerer Zeit gelegt,Jagdtrieb haben wir auch in den Griff bekommen und das Müllfressen auch.Trotzdem wird sie niemals unbeschwert durchs Leben gehen können wie es mein Jungspund (vom seriösen und kompetenten Züchter) tut.

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