Lauftraining (mit und ohne Hund)

  • Der Workshop war toll!

    Ich hatte vorher etwas Sorge, weil mir von "einige unverträgliche Hunde" erzählt wurde. Bei 9 Teilnehmern. Und von komplizierten Besitzern.

    Aber die Leute waren toll, beweglich, sportlich und aufnahmebereit. Die Hunde waren nicht alle beste Freunde, haben aber das Canicross alle dankbar umgesetzt.

    Wir haben viel Zeit auf Theorie verwendet, später Spiele gemacht, wo jeweils ein Teilnehmer Hund, der andere Läufer ist (spannend!), und locker gemacht in unwegsamen Gelände, indem wir über wackelnde Baumstämme gejoggt sind und Fangen gespielt haben.

    Dann ging es mit den Hunden zum See, auf eine 600 Meter Rundstrecke.

    Goofy und ich waren zweimal Hase, haben also alles gegeben um die Verfolger zum Laufen zu motivieren.

    Goofy hat mich zwischendurch verrecken lassen, aber da ich gerade von einem Ridgeback gejagt wurde habe ich trotzdem versucht voran zu kommen.

    Nachher durfte Goofy noch einmal Vio mit Grindel verfolgen und ich bin noch eine Runde mit einem anderen Hund hinter Vio her gerannt.

    Der Hund, Simba, war spannend.

    Sein Frauchen hatte befürchtet nicht fit genug für das Seminar zu sein und hat deshalb dafür trainiert und sich verletzt. Deshalb ist jemand anderes mit ihrem Hund gelaufen.

    Simba war einer der Granaten, hat sich aufgeführt wie der letzte Dorfproll nach Schützenfest.

    Beim Laufen hat er 100 Meter lang neben mir groooße Fragezeichen gemacht, ob er das so toll macht (ich hab ihn erstmal neben mir gelassen und nicht vor geschickt), dann ist er vor gelaufen ohne Zug und hat ganz viele weitere Fragezeichen zu mir geschickt. Als das so offenbar auch gut war ist er in einen angenehm leichten Zug gegangen und den restlichen Weg schön gelaufen.

    Man hat schön sehen können, wie unsicher er ist. Und wie ihm eine gut erklärte, leicht um zu setzende Aufgabe richtig gut tut.

    Er kann das was mich glücklich macht umsetzen und macht das richtig gut. Was gibt es schöneres, wenn man eigentlich unsicher ist?

    Wir hatten einen super schönen und intensiven Tag, ich hatte 4 600 Meter Sprints und eine Menge Bewegung. :)

    Was so ein paar grundlegende Ideen sind:

    Laufen ist Spaß und Spiel, als Mensch locker sein und sich auf den Partner Hund einlassen ist einfach schön.

    Vertrauen! Es geht nicht darum den Hund mehr als absolut nötig zu lenken, sondern darum ein Team zu bilden. Wenn der Hund durch die Pfütze rennt, dann rennt ich da auch durch :D

    Wir haben das Ziehen über Jagdspiele aufgebaut, was den meisten (allen?) Hunden sehr entgegen kommt. Deshalb ist es Gold wert, wenn man einen Hasen hat oder zumindest jemanden, mit dem man zusammen läuft, weil die Hunde sich dann gegenseitig pushen können.

    Ganz spannend war es als "Hund" zu erleben wie es sich anfühlt hoch und runter im Zug zu laufen.

    Hoch echt anstrengend, runter total geil! Mein "Frauchen" hat mich leider gebremst, wie alle Läufer ihre Hunde gebremst haben :)

    Du hast durch den Zug Halt und kannst deshalb den Berg runter brettern, wirst ja gehalten!

    Doof, weil man als Läufer gar nicht will, daß der Hund bergab so sehr brettert :D

  • Das hört sich absolut klasse an.

    Leider hab ich im Moment keinen Hasen da mein Mann kränkelt, Murphy schnuppert leider sehr viel wie würdest du das lösen?

    Henry hat geholfen das zu ignorieren bzw "weiter" zu sagen und kräftig loben wenn er ohne schnuppern läuft.

    Oder kann es auch daran liegen dass ich mit Murphy noch nicht im Zug gelaufen bin sollte ich ihn zu Hause lassen und warten bis mein Mann wieder fit ist?

    Auf Seite 697 kannst du das Video von Henry sehen,wenn du magst. :ops:

  • Aus dem Bauch heraus und in der Hoffnung, daß dein Mann schnell wieder gesund ist:

    Ich würde warten bis es ihm besser geht und ihr einen Hasen habt. Also lieber ein paar Tage Geduld und es dem Hund im Aufbau so leicht wie möglich machen.

    Simba hat es glaube ich auch geholfen, daß ich das Tempo so hoch wie möglich gehalten habe als er neben mir gelaufen ist (und danach natürlich auch). Damit war der Fokus automatisch bei mir.

    Bei euch ist die Voraussetzung einfach so perfekt -zwei Läufer, zwei Jagdhunde-, da würde ich am Anfang nicht drauf verzichten. Solange dein Mann krank ist kannst du einfach joggen. Oder über Renn-Spiele mit den Hunden an der Team-werdung "arbeiten".

  • Und wenn man keinen Hasen auftreiben kann? :winken:

    Gestern hat es den ganzen Tag geschüttet, also geh ich nachher. Aber kurze Runde heute und daher mit Lola. Ziehen macht sie eigentlich von selber gut. Wie lange lasst ihr ziehen anfangs und dann Kommando auflösen oder auflösen, wenn sie selber im Zug nachlässt?

    Spannend. Ihr habt natürlich recht, den Hund über den Winter anzutrainieren macht mehr Sinn.

    Ich hoffe, Lola kann ihr Erregungslevel irgendwann im Zaune halten. Wenn sie nämlich mit mir läuft und wir treffen dann Jogger, Hund oder ganz schlimm Reh, kann sie nicht einfach weiterlaufen. Und gerade Jogger sind eigentlich ja kein Thema. Hunde gehen auch immer besser - aber wenn der eigene Hund selber so hochgefahren ist.... waren eure da ähnlich oder ist Lola komisch? :hust:

  • Und wenn man keinen Hasen auftreiben kann? :winken:

    Gestern hat es den ganzen Tag geschüttet, also geh ich nachher. Aber kurze Runde heute und daher mit Lola. Ziehen macht sie eigentlich von selber gut. Wie lange lasst ihr ziehen anfangs und dann Kommando auflösen oder auflösen, wenn sie selber im Zug nachlässt?

    Spannend. Ihr habt natürlich recht, den Hund über den Winter anzutrainieren macht mehr Sinn.

    Ich hoffe, Lola kann ihr Erregungslevel irgendwann im Zaune halten. Wenn sie nämlich mit mir läuft und wir treffen dann Jogger, Hund oder ganz schlimm Reh, kann sie nicht einfach weiterlaufen. Und gerade Jogger sind eigentlich ja kein Thema. Hunde gehen auch immer besser - aber wenn der eigene Hund selber so hochgefahren ist.... waren eure da ähnlich oder ist Lola komisch? :hust:

    Ich habe jetzt wieder mit 4x100m angefangen. Das klingt wenig, aber er war jetzt jahrelang nicht im Zug und da mach ich dann lieber zu wenig als zu viel. Außerdem hat es gut geklappt, sodass wir mit einem Erfolg aufhören konnten.

    Ich persönlich bestätige nicht (oder löse auf), wenn er selber aus dem Zug geht sondern optimalerweise kurz davor.

    Weil ich auch keinen Hasen habe, habe ich die ersten beiden Abschnitte sein Futterdummy ausgelegt (er hat das gesehen) und bin dann 100m weggetrabt, dann umgedreht und dann hin. Beim dritten Mal hat er nicht gesehen, dass ich es ausgelegt habe und beim vierten Mal habe ich es in der Tasche behalten und über ihn weg bestätigt.

    Ob ich das alles so richtig mache, weiß ich nicht, allerdings trainieren wir auf nichts spezielles hin.

  • Samita im zweiten Teil läuft er fein, finde ich ;)

    Haarklein Trainingsoptimierung funktioniert vielleicht online, aber ich hab das nicht drauf :D
    Ich laufe mit Goofy vermutlich viel zu viel und schaue bei Hunden Allgemein, was mir mein Bauch sagt wenn ich sie sehe. Ich muß aber wirklich sehen und anfassen können um eine Meinung zu haben. Plus trainiere ich selbst völlig chaotisch und nicht zielgerichtet.

    Zum Glück ist Goofy ziemlich talentiert und liebt Canicross, sonst hätte ich mir den vermutlich auch schon lange versaut...

    Wenn du den Eindruck hast, daß du mit Henry positive Erlebnisse generierst würde ich vermutlich nicht pausieren.

    Pueppi.Schlappohr wenn man keinen Hasen hat (so wie ich auch keinen habe) und der Hund nicht auf Zug geht, dann kann das so viele Gründe wie Lösungsansätze haben. Wenn jemand behauptet das Patentrezept zu haben wie man "mein Hund zieht nicht" löst, dann sollte man seinen Hund packen und ganz schnell ganz weit weg laufen. Vielleicht findet der Hund das schnelle Rennen dann so witzig, daß er zieht. ;)

    Prinzipiell wird erstmal alles positiv wahrgenommen (was nicht stehenbleiben und Grashalme begutachten ist), bewegt der Hund sich vor mich, dann wird das noch positiver war genommen, etc.

    ICH muß dem Hund zeigen, daß ich alles gebe um mit ihm zusammen zu arbeiten. Der Hund wird NICHT nach vorne gedrückt oder getrieben. Es werden möglichst wenig bis gar keine Kommandos ausgesprochen.
    Am Anfang ist es GUT, wenn der Hund in einer gewissen Erregnungslage und Vorfreude ist, gleich mit mir zu laufen. Ihn da als Anfänger gleich wieder zu deckeln und ein ruhiges Lineout zu verlangen ist kontraproduktiv -ganz besonders für einen Anfänger, der noch gar nicht verstanden hat um was es geht!


    Der Hund soll vorne möglichst frei arbeiten. Da scheint Mantrailing ähnlich zu funktionieren insofern, als ich dem Hund wenig Kommandos geben kann bei der Suche, außer eben zu suchen.

    Im Canicross bestimme ich, daß wir jetzt laufen, und die grobe Richtung. Wenn ich technisch an meine Grenzen komme nehme ich den Hund auch aus dem Zug. Ansonsten bestimmt der Hund die feine Linie auf der wir laufen, das Tempo (ich versuche selbst so fit zu werden, daß ich ihm gerecht werde) und eigentlich alles, was in meinem Rahmen passt.
    Oft brauche ich wirklich nichtmal Richtungskommandos oder ein Kommando um Goofy aus dem Zug zu nehmen weil er auch so weiß, was ich will. Und oft so fein dosiert Zug nimmt oder gibt wie ich es eh nie befehlen könnte.

  • Also heute war ich mit Henry nochmal laufen, ich denke ich werde jetzt wohl doch warten bis ich meinen Mann als Hasen habe.

    Wir sind heute ein recht langes Stück im Zug gelaufen für unsere Verhältnisse. Er hatte fast durchgehend die Nase am Boden hat aber auf den Punkt auf die Kommandos rechts und links reagiert. Er ist allerdings die ganze Zeit nur getrabt. Am Ende hat er noch ein Stück schön im Galopp gemacht und dann habe ich es auch beendet.

    Um mir aber nichts zu versauen warte ich.

    Nicht das er sich laufen mit Nase unten angewöhnt.

    Pueppi.Schlappohr hast du denn nicht irgendwen der dir ein paar Meter mit dem Fahrrad voraus fahren kann? Ich denke den "Hasen" braucht man nicht lang oder rinski ?

    Ach und wie baut man den wieder ab?

  • Ich hab ja auch keinen Hasen und okay, jetzt zwar wieder einen erfahrenen Hund zur Hilfe aber ich löse es zum Anfang immer so..

    Spazieren an Flexi und Bauchgurt. Geht der Hund vor, zieht die Flexi aus, trab ich kurz an und freu mich (nicht quiekend, dass Hund sich umdreht, sondern so tieferes "suuuuuuper" "klaaaasssee", "feeeeiiiiiinn") . Trabt der Hund weiter vorweg freu ich mich noch mehr und werde irgendwann ruhig, traben einfach nur hinterher. Fragt der Hund mit Blick zurück was er tun soll, obs okay ist, gibt's ein neutrales, freundliches "weiter" und orientiert er sich wieder voran, wird wieder gelobt..

    Pariert Hund verwirrt durch beim antraben, geht beiseite, geh ich wieder Schritt und beachte den Hund gar nicht. Geht er wieder vor, zieht die Flexi aus, freu ich mich und trab wieder an usw.. Die Hunde lernen vorweg gibt Tempo und freuendes Mensch.

    Klappt dass, gehen wir mit Flexi und Bauchgurt Joggen. Ziel "Joggen ist toll.. Weil Tempo und Spaß und so.." Und sie lernen nebenbei schon Richtungskommandos etc. Canicross ohne ziehen im Prinzip. =)

    Sitzt dass, beide haben etwas Kondition, kommt das erste Mal das Zuggeschirr. Da ist es oft so, dass der Hund begeistert los läuft und durch den ungewohnten Wiederstand der Zugleine erstmal ausbremst. Bleibt er trotzdem vorn, jogg ich gaaaanz langsam hinterher, nehm die Leine unauffällig etwas kürzer, halte ganz dezent Spannung. Irgendwann kommt was spannendes und Hund baut Zug auf, da geb ich Leine wieder länger und freu mich und werde schneller. Das dauert in aller Regel nicht lang, bis klar ist, dass Zug aufbauen erwünscht und Speed gibt. Wie bei anderen Sportarten auch, geh ich am Anfang nicht in Park wo zigtausend Ablenkungen sind, sondern wähle fürs Canicross abgeschiedene aber spannende, wildreiche Ecken. Die meisten Hunde lieben schmale, geschlängelte Pfade. Feldweg ist eher öde - außer die Rehe tanzen da grad Samba.

    Hasen abbauen funktioniert, indem man ihn irgendwann überholt, Party, Ende. Später, überholen, überholen lassen, überholen, vorne bleiben und Ende, Party. Und irgendwann startet der Hase nur noch mit einem, man überholt ihn fix und er lässt sich zurück fallen.

  • Wobei ich jede Gelegenheit nutze mit anderen Teams zu laufen. Dabei natürlich auch überhole und überholt werde, aber den Motivationsschub durch andere Hunde sehr zu schätzen weiß.

    Und gestern, nachdem Goofy zwei Runden den Hasen gemacht hat explizit darum geben habe nochmal eine Runde Vio mit Grindel jagen zu dürfen, damit Goofy noch einen fetzigen Abschluss hat.

    Die zwei Runden als Hase waren für ihn nicht brutal, aber vom Kopf her schon hart...

    Zuletzt sind Goofy und ich dann noch allen seinen neuen und alten Freunden über die Wiese hinterher gerannt und ich hatte einen strahlenden Jagdhund im Geschirr :herzen1:

    Irgendwann macht es eigentlich Klick und die Hunde haben verstanden was wir wollen. Die Umsetzung ist dann wieder individuell.

    Cati hat fast immer getrabt und leichten Zug gehalten, den aber auch über Stunden und konstant.

    Goofy ist derzeit ein Intervall-Sprinter und lässt mich gern mal verrecken nachdem er meinen Puls irgendwo in die Nähe von 200 gebracht hat. Bis dahin zieht er dafür wie irre.

    Laufen wir länger halte ich alle Hunde auf einem Tempo, in dem hauptsächlich getrabt wird. Dann gibt's trotzdem immer auch Speed, wenn jemand das will, aber grundsätzlich eher ruhiges Tempo.

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