Ist mein Hund ausländerfeindlich?

  • Menschen aus anderen Kulturen, mit anderem Metabolismus oder anderen Ernährungsgewohnheiten riechen anders. Insofern können Hunde durchaus Zugehörige verschiedener kultureller Kreise zuordnen.

    Wie sie drauf reagieren, hängt sicherlich zu einem Großteil von der Sozialisierung ab. Habe ich in meinem Umfeld z.B. viele Menschen aus dem indischen Raum, wird der Geruch für meinen Hund vollkommen normal sein. Kenne ich keinen einzigen Menschen aus dieser Gegend und mein Hund wird beim ersten Zusammentreffen auch noch versehentlich getreten weil übersehen, kann das sicherlich eine Fehlverknüpfung auslösen - je nach Hund.

    Aber mit Ausländerfeindlichkeit hat das gar nichts zu tun, sondern mit Sozialisation und Konditionierung.

  • Hallo :)

    Aus vielen Gesprächen über dieses Thema habe ich folgendes für mich mitgenommen:

    Für einige andere Kulturen gilt der Hund an sich als unrein. Ein Mensch moslemischen Glaubens hat mir mal erzählt, dass sein streng religiöser Vater sich nach einer Hundebegegnung (es musste zu keiner Berührung gekommen sein, schon der Atem des Hundes ist unrein) 7 rituellen Waschungen unterzog, um sich wieder rein zu waschen. Das Ritual dauerte fast eine Stunde... also kein Wunder, dass man Hunden gerne weiträumig auswich...

    Doch es ist nicht nur die religiöse Seite... In vielen Ländern werden Hunde als Wachhunde gehalten und ganz anders, als wir uns das vorstellen. Da läuft der Hund frei auf einem riesigen Gelände mitten im Nirgendwo und lässt nichts und niemanden in die Nähe des Grundstücks... Hunde sind dort wirklich gefährlich und das wird den Kindern sehr früh beigebracht. So beobachte ich hier (Ruhrgebiet) immer wieder, dass z.B. türkische Mütter sich sehr erschrecken, wenn sie einen Hund sehen und ihre Kinder nahezu panisch wegreißen... Ich finde es naheliegend, dass "größere" Kinder dann "Hunde reizen hinterm Zaun" für ne tolle Mutprobe halten.... das und ähnliches habe ich eben besonders häufig beobachtet.

    Ich denke, dass manche Menschen aus anderen Kulturen sozialisationsbedingt eine völlig andere "Haltung" zu Hunden haben. Ich persönlich glaube, dass der Hund diese Haltung wahrnimmt, vielleicht eine Mischung aus Angst und Abscheu oder so... und darauf unsicher reagiert. Zumindest ist das meine Interpretation.

    Früher hab ich auch mal versucht, mit ein paar "Freiwilligen" Migranten, Jugendlichen, Frauen mit Kopftuch, Männern mit dunklen Bärten etc., meinem Hund zu erklären, dass diese Leute nicht "gefährlich" sind... aber das hat er nie generalisiert. Der nächste, der nach "Furcht oder Abscheu" roch, wurde wieder verbellt... Ich glaube, es sind nicht immer die Äußerlichkeiten, sondern es ist die innere Haltung des Gegenübers, die den Hund verunsichert.

    Ich weiche aus, so gut ich kann. Scheint für alle Seiten die beste Lösung zu sein.

    Lieben Gruß

    Kirsten

    PS) "Ausländerfeindlich" ist vielleicht ein schlecht gewählter Begriff, aber man muss doch irgendwie drüber reden können. Mir jedenfalls ist dieses Verhalten von mehreren Hunden hier sehr gut bekannt. Ich nenne es eben "Verunsicherung bei Menschen, die anders auf Hunde sozialisiert sind"....

  • Worauf der Hund reagiert hat ja aber nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun, sondern mit Eigenschaften, die besonders bei solchen Menschen vorkommt, wie zum Beispiel wildes Gestikulieren.
    Vielleicht hat die TS recht und der Hund wurde von ausländischen Jugendlichen getriezt, von Menschen des eher "hellen" Erscheinungstyps noch nicht. Ich denke, es geht dann um das Erscheinungsbild, also dunkle Haare, eher dunklere Haut, dass er sich eingeprägt hat.
    Unser Hund fing bei Nylonjogginganzügen an zu knurren, in der ersten Zeit, nachdem wir ihn aus dem TH geholt haben und wir wussten auch, dass es Schwierigkeiten mit den Vorbesitzern gegeben hat.

    Ich würde mir also abgewöhnen, das Verhalten des Hundes als Ausländerfeindlichkeit zu bezeichnen, das könnte in der Tat mehr als falsch verstanden werden, mal abgesehen davon, dass Hunde so nicht sind.
    Und ich schließe mich den anderen an, der Hund hat unbeaufsichtigt nichts im Garten zu suchen, vor allem dann nicht, wenn man schon weiß, dass er von Fremden geärgert wurde. Der nächste, nette, blonde Mensch steckt ihm einen Giftköder zu und dann ist das - Tschuldigung- Geheule wieder groß...

  • Wenn ihr glaubt, dass ca. 10 Jährige Jungen freiwillig mit einem Hund arbeiten, gegen den sie kp was haben ?
    Kann auch sein, dass sie was gegen mich haben ,weil ich letztes Jahr versucht habe Einradfahren zu lernen als wir uns das erste Mal begegnet sich (oder bin ich Waceboard gefahren). Da war ich aber nur auf unserem Privatgrundstück (wir haben vor beginn des Rasens einen Streifen mit Pflastersteinen, wo ich geübt habe. dabei lief der Hund frei rum, das Tor war aber zu.

    Das mit der Aufsicht ist wahrscheinlich das beste, aber wenn ich in der Schule bin und dann meine Ma meint "Oh der Hund will/muss raus, dann lass ich ihn halt" ist es auch wieder unnötig.

    Hab bisher nur beobachten können, dass sie von der anderen Straßenseite rüberrennen und sich dabei iwi nach vorne beugen. (Stellt euch das so vor , wie wenn sie 10.Klässler wie "Affen" (also so ähnlich nach vorne gebeugt ) sich über einen 5er stellen wollen).
    kann sein, dass sie bellen immitieren oder sonst welche Begleitgeräusche von sich geben.

    Ausserdem springt er ab und zu von meinem Bett aus auf die Fensterbank (also Boden-Bett-Fensterbank) und beobachtet was auf der Straße passiert, wobei er die Jungen dabei auch anbellt und mir tw (bin jetzt aber nicht sicher ob sie es sind) was gegen die Scheibe fliegt (Eicheln o.ä.).

    Leider habe ich solche Personen nicht in meinem (wirklich winzigen) Bekanntenkreis und die Jungen würde ich auch nicht so gerne auf so etwas ansprechen, da ist mir unser Haus wichtiger.

    Zum Verhalten: Hatte mal einen Klassenkameraden mit ADHS wegen einem Projekt zu besuch. Dackel lag zwar die längste Zeit neben mir, aber hat ihn durchgehend beobachtet und als er sich bewegt hatte, sofort angefangen zu bellen (ich denke aber eher, dass es die Unsicherheit vor einem hibbeligen Menschen war oder er ihn nicht richtig einschätzen konnte)

    Zu den Giftköder: Das kann passieren, wobei er z.B. in Zooläden wenn es mal ein Gratis-Leckerlie gibt es grundsätzlich nicht annimmt oder sofort fallen lässt. Gebe ich (oder jemand aus der Familie) das Leckerlie wieder nimmt er es und frisst es auf.

  • Schara hat anfangs auf osteuropäisch aussehende Männer komisch reagiert. Vor allem wenn sie einen Jogginganzug anhatten und Fahrrad fuhren. :roll: Das hat sich allerdings gegeben.
    Ich denke schon dass ein Hund etwas mit dem Aussehen, Geruch oder der Gestik einer Person verbinden kann.

  • Mein Pflegehund reagiert auf Menschen aus der Türkei (und alle die, die ähnlich aussehen) auch oft sehr ablehnend bis aggressiv.

    Grund ist, dass sie mal von einem türkischen Jungen böse getreten worden ist. Seitdem "hasst" sie türkische Leute. Wobei sich mir nicht ganz erschließt, warum sie diese Erfahrung nun mit "Türken" und nicht mit "Kindern allgemein" verbunden hat. :???:

  • Bei uns ist es vor allem die Sprache, die meine Hündin aggro werden lässt... Verknüpfung ist da sogar nachvollziehbar. An unserem letzten Wohnort lagen wir direkt auf dem Weg zum örtlichen Jugendzentrum... jeden Freitag und Samstag wurde es dann so zwischen Mitternacht und 2 Uhr laut, entweder Ghettoslang oder eben direkt in türkisch, arabisch, whatever... wir sind dann IMMER sofort an die Fenster gestürzt, weil das nämlich meist auch bedeutete, dass grade dein Autotür zerkratzt wird, die Mülltonne umgetreten, Bierflaschen in deinem Hof landen oder die Blumenkästen von der Fensterbank gerissen werden.

    Dass unsere Kröte nun bei solch harten Sprachen, am besten noch laut gröhlend, sofort auf 180 geht... wer kann es ihr verübeln?

    Wir wohnen nun schon längere Zeit in Spanien, auch eine teilweise recht laute und temperamentvolle Sprache - tagsüber ist es okay, wenn sie die Menschen sieht, ist es auch okay - aber wenn Nachts einer an unserem Fenster vorbeiläuft... dann geht sie immer noch hoch wie ein HB-Männchen.
    Gröhlende Frauen, Briten oder Deutsche sind aber in aller Regel okay - es sei denn, sie stören ganz massiv den Schönheitsschlaf :lol:

  • Meine reagiert total aggressiv auf Männer mit Hut oder auf russisch/polnisch sprechende Männer.

    Den einen hatte sie nicht mal gesehen, sondern hat nur gehört, wie der seine Frau im Hof unten mit K***a und was weiß ich was beschimpft hat, da wäre sie mir fast bellend und knurrend durchs Küchenfenster.

    Wenn sie dann meinen Nachbarn (wohne in einer Siedlung mit überwiegend Leuten aus Russland, Kasachstan) auf der Straße begegnet, ist sie freundlich, solang sie keinen Hut tragen... Aber auch solche mit Hut brauchen sie nur freundlich ansprechen, dann freut sie sich gleich ganz schüchtern nen Keks *g*

    Denke einfach, das liegt an blöden Erfahrungen und Hunde verknüpfen ja oft ganz anders als wir...

  • Ich hatte auch in das Verhalten eines meiner Hunde (selbst ein Migrant) anfangs eine Ausländerfeindlichkeit interpretiert. Wenn uns spät abends jemand begegnete, knurrte sie immer. Aber inzwischen weiss ich, dass es nicht speziell gegen Migranten gerichtet ist, sondern eher Zufall - hier rennen nachts eben mehr Menschen mit diesem Hintergrund rum. Gestern kam mir unser Taxifahrer zu Fuss entgegen - ein richtiger Ur-Wetterauer - der wurde genauso angeknurrt. Und die Wetterau - man kann sie sehen oder net - ist kein Ausland *g*, sondern schon fast umme Ecke.

    Wobei ich es wirklich schon auffällig finde, was manchmal nachts für Völkerwanderungen bei uns im Viertel statt finden. Mit Kind und Kegel - bepackt mit unzähligen Tüten. Da sind nicht nur meine Hunde desöfteren irritiert.

  • Der Hund eines bekannten, wurde von misshandelt von Ausländern, hatte auch eine "Abneigung" dagegen, von daher denke ich auch das es möglich sein könnte, evtl. würde ich mit den Kids mal sprechen und sie bitten dem Hund ein Leckerlie zu geben oder ähnliches, dem Hund einfach zeigen das es keinen Grund hat so wütend zu sein.:)

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