Sinnigkeit / Unsinnigkeit Kastration / Sterilisation

  • Magpie:

    Ich will nicht missionieren und nicht bekeheren...

    Aber hälst du Gansloßers Untersuchungen für ausreichend seriös?
    Wenn ja, dann würde ich dir oben genanntes Buch "Kastration und Verhalten beim Hund" sehr ans Herz legen.

  • Da werd ich auf jeden Fall mal reinschauen, danke!

    ich will ja auch nicht stur bei meiner Meinung bleiben :) Lasse mich gerne eines Besseren belehren, nur möchte ich da auch handfeste "Beweise" :D Heutzutage geistert ja doch viel zu viel Halbwissen durch's Internet.

  • Zur Pro-Contra-Liste von Tagakm:

    Ich bin ja sehr oft einig mit Tagakm, aber in diesem Falle zweifel ich diese Liste an.

    - Weil ich daran zweifle, dass ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Tumoren und Kastration (vor allem ausserorganisch) besteht bzw. sich dieser so direkt beweisen lässt.

    - Weil da nicht steht, was für eine Kastration gemeint ist. Nur die Eierstöcke? Komplett?

    - Weil eine ganzheitliche Betrachtung fehlt. Damit meine ich, dass andere Krankheiten - vor allem die psychosomatischen wie Gastroenteritis, Augen-, Haut-, Ohrenprobleme, die durch Scheinträchtigkeit bei intakten Hündinnen oft entstehen, komplett auf der Vorteilsseite (PRO-Kastration) fehlen.

    - Weil z.B. die Möglichkeit, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, vom Alter der Kastra abhängt. Die Kastra im Junghundalter hat darauf positiven Einfluss, die Kastra im Erwachsenenalter nicht mehr.

    undundund... die Liste ist mir zu plakativ und zu wenig differenziert (z.B. auch nach dem Zeitpunkt der Kastra).

    Es ist nicht so einfach, nach Liste abzuwägen, ob die Kastra angesagt ist.

  • Zitat

    @ angel 21:
    Forschungen von Bloch, Radinger etc. sagen ganz klar, dass auch in wildlebenden Wolfs- bzw. Hunderudeln nur ein Bruchteil der potenten Rüden jemals zum Zug kommen. In der Mehrzahl der Fälle wird das von ranghöheren Tieren unterbunden.
    Welchen Stress, der NICHT erzieherisch beeinflussbar ist, hat jetzt der 08/15-Haushund-Rüde???

    Also nochmal.
    1. kann man nicht alles was das Verhalten eines Wolfrudels betrifft auf Hunde übertragen...dafür ist der Haushund vom Ursprung nach so langer Zeit viel zu weit entfernt.
    2. Wenn mein Rüde tagelang nix frisst, mir die Bude auseinander nimmt (gut das lässt sich bedingt durch Erziehung beeinflussen obwohl das bei einem kopflos handelden Hund sehr schwer ist) oder tagelang hechelnd und Ruhelos durch die Wohnung streift
    soll ich da zu gucken? Klar kann ich meinen Hund immer wieder zwanghaft auf seinen Platz schicken und somit zur Ruhe zwingen abert den Stress bzw die Ursache bekämpfe ich keinesfalls.
    Auf Verdacht kastrieren würde ich natürlich nicht aber sobald solch sexuell motivierte Probleme auftauchen finde ich es im Sinne des Hundes zu kastrieren.
    Einiges kann man durch Erziehung schaffen das will ich niemals bestreiten aber es hat seine Grenzen. Genauso hat eine Kastra ihre Grenzen wenn danach noch Probleme da sind

    Aber nochmal: Ich vertrete hier meine Meinung aber jeder muss das tun was er für richtig hält..ich will niemanden überzeugen oder verurteilen weil er sich für oder gegen einen Eingriff entschieden hat bzw entscheiden will. Schließlich muss man auch den einzelnen Hund dafür betrachten

  • Zitat

    kann man nicht alles was das Verhalten eines Wolfrudels betrifft auf Hunde übertragen.

    Es gibt da auch Untersuchungen bei Haushunden! "Die Pizzahunde" von Bloch!

    Zitat

    Wenn mein Rüde tagelang nix frisst, mir die Bude auseinander nimmt (gut das lässt sich bedingt durch Erziehung beeinflussen obwohl das bei einem kopflos handelden Hund sehr schwer ist) oder tagelang hechelnd und Ruhelos durch die Wohnung streift
    soll ich da zu gucken?


    Nein! Aber das ist ein hypersexuelles Verhalten und liegt NICHT im Normalbereich eines intakten Rüden! Bei so einem Kandidaten würde ich auch über eine Kastration nachdenken!

  • Zitat

    Welchen Stress, der NICHT erzieherisch beeinflussbar ist, hat jetzt der 08/15-Haushund-Rüde???

    Hm, ich halte es für nicht erzieherisch beeinflussbar welche Wirkung gechipte und teils auch kastrierte Rüden auf meinen intakten Rüden haben (dass ihn läufige Hündinnen aus dem Konzept bringen könnte ich ja noch nachvollziehen). Der läuft (und das können ein paar Forenuser bestätigen) auch über Stunden hinweg im perfekten Gleichschritt neben seinen Flirts her. Er würde auch besteigen, DAS kann ich allerdings erzieherisch beeinflussen. Aber ich kann nichts dagegen machen dass er total gestresst neben anderen Rüden herhimmelt und tagelang total durch den Wind ist. Und das bei jeder einzelnen Begegnung. Es wirkt sich außerdem auch auf seine Gesundheit aus. Vergrößerte Prostata, Probleme beim Urinieren und Koten, Entzündungen der Harnwege weil er sich nur tröpfchenweise entleert - ja, das extreme Markierverhalten konnte ich bisher nicht unter Kontrolle bringen. Ich kann ihn jederzeit vom Markieren abhalten mit Kommando. Aber das Kommando muss ich dann jede halbe Minute geben, denn so oft würde er mindestens markieren/markiert er mindestens. Und das seit fast drei Jahren, angefangen hat er damit nämlich im zarten Alter von drei Monaten... Wenn ich ihn beim Markieren konsequent blocke/ abbreche/was auch immer hab ich beim Gassi nach ner halben Stunde einen Hund der mit hängenden Ohren nebenher trabt, aber trotzdem weiterhin versucht zu markieren.

    Wenn eine läufige Hündin in der Nähe ist (und wir haben hier viele intakte Hündinnen) schürft er sich regelmäßig die Schnauze am Asphalt blutig weil er so geil ist (kann man gar nicht anders sagen, so ist es einfach).

    Mein Hund lebt seit einem Monat fast nur noch im Garten, weil sämtliche Hündinnen gerade menstruieren und ihm die Birne durchknallt sobald er den Garten verlässt. Und nein, er läuft mir nicht weg wenn er eine Spur von läufigen Hündinnen oder gechipten Rüden in der Nase habe. Auch das kann ich erzieherisch beeinflußen. Aber ich kann nicht beeinflußen dass er Stress hat und unglücklich ist weil er so gern würde was ich definitiv nicht zulassen werde ;-)

    Wenn er keine körperlichen Beschwerden hätte würde ich ihn vermutlich trotzdem intakt lassen. Aber ich gebe zu: ich hoffe sehr dass er nach der Kastration diesbezüglich entspannter wird - weil es für ihn definitiv schöner wäre.

  • hast du vllt eine ähnliche Liste zur Hand? Studien, sonstwas zur Meinungsbildung? Wie siehst du das Thema Kastra? (alles rein aus Interesse)

  • Zitat


    hast du vllt eine ähnliche Liste zur Hand? Studien, sonstwas zur Meinungsbildung? Wie siehst du das Thema Kastra? (alles rein aus Interesse)

    Nein, habe ich leider nicht. Ich hab' s mir so zusammen gesammelt, weil meine Kleine abartig unter Scheinträchtigkeit gelitten hat. Vor 4 Wochen ist sie kastriert worden - Ovarektomie.

    Ich hatte vorher gar keine Meinung zur Kastra, jetzt, nach ausführlicher Info und Erfahrung mit Pimpfi sehe ich, dass sich die Auswirkungen der Hormone dermassen schädlich gegen eine Hündin wenden können, dass ich - hätte ich noch mal die Wahl - früher kastrieren würde. Die Schädigung auf das Immunsystem, den Verdauungstrakt, auch auf die Psyche und das allgemeine, ganz normale Hundeleben waren bei meiner Hündin sehr stark beeinträchtigt.

    Wenn's Dich interessiert :smile: :

    https://www.dogforum.de/psychosomatisc…ei-t146537.html

  • Hallo!
    Unser erster Rüde war unkastriert.
    Mit ihm gab's auch keine Probleme. Der Neue soll nach Aussage des TA dringend kastriert werden, da er Alles besteigt, was nicht bei 3 auf dem Baum sitzt.
    Mein Mann ist dagegen, will es erst einmal mit einem Hormonchip ausprobieren :headbash:

  • Zitat

    Magpie:

    Ich will nicht missionieren und nicht bekeheren...

    Aber hälst du Gansloßers Untersuchungen für ausreichend seriös?
    Wenn ja, dann würde ich dir oben genanntes Buch "Kastration und Verhalten beim Hund" sehr ans Herz legen.


    Das Buch hätte ich auch empfohlen. Dort gibt es übrigens auch ausführliche Beiträge zu den bereits aufgelisteten PRO und CONTRAS einer Kastration und/oder Sterilisation.
    Bislang habe ich jedem Hundebesitzer, den ich kenne, empfohlen das Buch zu lesen, bevor der TA mit dem Skalpell dran darf. Wenn man sich danach immer noch für eine Kastration und/oder Sterilisation entscheidet, finde ich das absolut legitim. Schlimm finde ich es, wenn man einfach pauschal sagt, dass man einen Eingriff zulassen will, ohne davor auch Bücher gewälzt u.ä. zu haben.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!