Meine Erwartungen vs. Realität

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    Mittlerweile sind wir übrigens so weit, dass einmal NICHT hören beim Gassi gehen 1m-Leine bedeutet und zwar für den Rest des Weges, ohne Futter. Dann gehts halt hungrig ins Bett. Die Phase kommt so alle 2 Wochen wieder auf für einen Tag - danach läuft es wieder astrein :)

    Du MUSST einfach noch einen Ticken sturer sein als dein Beagle^^

    DAS handhaben wir auch so.
    Ein ignorierter Rückruf wird nicht toleriert und wir mit Leinenpflicht bestraft.

  • Danke für die vielen Antworten, das motiviert mich, auch wenn ich die meisten Tipps schon kenne ^^

    Zitat

    Ich würde den Rückruf ebenfalls neu aufbauen, denn das "erstmal in Ruhe fertig machen, wenn die Alte ruft" kann bedueten a) er pinkelt Dir wortwörtlich ans Bein oder b) er ist arg gestresst und "traut" sich nicht wirklich.

    Rufst Du oder pfeifst Du?

    Belohnung Futter, verbal oder Beute?

    Ist er beute- oder futtergeil?

    Hast Du den Rückruf aufgebaut über a) rein positive Motibation, b) positiv gelehrt und über Zwang abgesichert oder c) reinen Zwang?


    Also ich rufe oder pfeife, aber auf Rückruf bestehen tu ich nur bei einem Wort, alles andere ist "du kannst dir Zeit lassen" Falsch? Wollte halt eine Art "wichtigen" Abruf, den er ernst nimmt (haha). Ich belohne verbal, er wird kurz gekrault, er kriegt IMMER Futter. Wenn Ewok dabei ist darf Pluto das Futter aus meiner Hand fressen ("ätsch doofer Schäferhund, sie hat mich lieber" - Effekt), wenn wir alleine sind werfe ich das Futter z.B. ins Gras nebenan und lass ihn suchen. Mit Beute bestätige ich selten, weil ihn Stöcke und Tannenzapfen nicht interessieren und Dummy hab ich selten dabei. Ball mag er nicht. Er steht auf Futter, Dummy und Beisswurst, aber nur wenns grad nichts Besseres zu tun gibt. Ich habe den Abruf anfangs rein positiv aufgebaut und später versucht über Zwang abzusichern. Dabei vielleicht den klassischen Anfängerfehler gemacht und zu wenig Zwang ausgeübt. Der Hund hats nicht ernst genommen und ich musste mich steigern und mittlerweile sind wir soweit dass ich mich wie ein Sadist fühle. In der Regel fliegt ihm ein Tannenzapfen um die Ohren wenn er net sofort andampft (die liegen praktischerweise überall rum).

    Zitat

    Ansonsten hat das Beagletier quasi seit 2 Jahren nichts mehr im Napf. Trockenfutter NUR bei mir und NUR im Freilauf und NUR bei perfektem Gehorsam. Und guck mal an, das Beaglechen läuft Fuss - wenns sein muss stundenlang :D


    Ausschliessliche Handfütterung macht aus meinem Beagle ein Monster. Der scheißt auf mich und geht sich selber was organisieren. Haben wir schon hinter uns.

    Zitat

    Mittlerweile sind wir übrigens so weit, dass einmal NICHT hören beim Gassi gehen 1m-Leine bedeutet und zwar für den Rest des Weges, ohne Futter. Dann gehts halt hungrig ins Bett. Die Phase kommt so alle 2 Wochen wieder auf für einen Tag - danach läuft es wieder astrein :)


    Diese Maßnahme versteht er leider gar nicht. Er steigert sich dann rein, rennt immer wieder in die Leine und fiept verzweifelt, er kann da keinen Bezug herstellen. Ich glaube nicht einmal dass er sich eines Vergehens bewußt ist wenn er nicht sofort kommt. Man müsste das gesehen haben. Ich rufe, er schnüffelt weiter, ich fixiere und stampfe drohend auf ihn zu, er beschwichtigt sofort, ich bleibe stehen, er schleicht im Bogen an, setzt sich neben mich und rührt sich mit Seitenblick auf mich nicht mehr bis ich ihn freigebe. Ich glaube nicht dass er "nicht gehorcht". Ich glaube er verstehts einfach nicht.

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    Du MUSST einfach noch einen Ticken sturer sein als dein Beagle^^


    Unmöglich. :dead:

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    Dazu gibts nen super ausführlichen Thread von Shoppy: Der doppelte Rückruf...


    Danke, den schau ich mir gleich nochmal an.

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    Leila's Radius ist auch riesig und bisher haben wir auch keinen Weg gefunden diesen zu verkleinern. Sie hört zwar auf den Abruf und kommt dann meist auch recht freudig mit fliegenden Beagleohren angerannt aber ich will sie ja auch nicht immer abrufen müssen, nur weil sie zu weit weg läuft (hab ein bisschen Angst, das "hier" zu verschwenden und irgendwann kommt sie eben nimmer so freudig zurück, bzw kommt nicht mehr zurück obwohl es wirklich wichtig wäre, Straße, andere Hunde etc.)
    Aber wie du schon schreibst: man kann dem Beaglehirn irgendwie nicht begreiflich machen was man von ihm will, wenn man versucht den Radius zu verkleinern. Ich hab wirklich das Gefühl sie kapiert es einfach nicht, bzw. kommt es in ihrem Beaglehorizont wohl einfach nicht vor.


    Das könnte ich geschrieben haben ^^ Ich wünschte nur ich könnte es so hinnehmen wie du.

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    Ausschliessliche Handfütterung macht aus meinem Beagle ein Monster. Der scheißt auf mich und geht sich selber was organisieren. Haben wir schon hinter uns.

    Wenn ich Dir jetzt sage, dass es so nach 1-2 Wochen besser wird, ist das dann Hoffnung oder der endgültige Genickbruch für Dich?
    Ich hab da auch mehrmals angesetzt, mehrmals abgebrochen, wg. oben beschriebenem - und dann habe ich halt RICHTIG aufgeräumt, so dass NICHTS mehr zu fressen da war - bin nur dort gegangen, wo ebenfalls nichts zu essen rumliegen konnte (auch aus Beaglesicht nicht) und hatte sie an der Schleppleine...


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    Er steigert sich dann rein, rennt immer wieder in die Leine und fiept verzweifelt, er kann da keinen Bezug herstellen. Ich glaube nicht einmal dass er sich eines Vergehens bewußt ist wenn er nicht sofort kommt. Man müsste das gesehen haben. Ich rufe, er schnüffelt weiter, ich fixiere und stampfe drohend auf ihn zu, er beschwichtigt sofort, ich bleibe stehen, er schleicht im Bogen an, setzt sich neben mich und rührt sich mit Seitenblick auf mich nicht mehr bis ich ihn freigebe. Ich glaube nicht dass er "nicht gehorcht". Ich glaube er verstehts einfach nicht.

    Dann nimm dir das nächste Mal ein gutes Buch mit. Beagle samt Leine an den nächsten Baum, du daneben und dann lass es Dir gut gehen. Immer und immer wieder wenns sein muss.

    Ansonsten würde ich aber glaube ich aufhören mit fixieren und Co. Oftmals arbeiten die Beagles ohne den bösen Druck deutlich besser mit - und du hast noch eine Steigerung wenn es mal wirklich wichtig ist, weil Hund sonst ins Auto rennt oder so.
    Also bei uns ist es schon so... Beagle schnüffelt, ich rufe, Beagle guckt hoch und sagt "alles klar, zur Kenntnis genommen, bin gleich soweit" und schnüffelt noch weiter. Für mich ist das okay. Was anderes ist es, wenn z.B. andere Hunde ankommen. Ich rufe, Beagle kommt sofort an und zur Belohnung darf sie dann so ca. 20 Meter von dem anderen Hund entfernt lospeesen, wenn der andere auch frei ist.
    Geübt habe ich das mit Schlepp und inflationärem Leckerliegebrauch. Ja, jedes Kommen wird belohnt - aber bei fremden Hunden gabs halt gleich 3-4 in der Hand, und zwar kein TroFu, sondern Wienerle. Dadurch dass sie ja dann dennoch ganz oft zu den anderen Hunden darf, hat sie auch ihr Erfolgserlebnis und das zu mir kommen ist einfach ritualisiert worden. Sehe ich, der andere Hund will keinen Kontakt, dann mach ich schnell die Leine dran und gut ist. Böser Blick des Beagles, Leckerchen von mir - wir sind wieder Freunde :lol:
    Mittlerweile ist sie soweit, dass selbst, wenn sie weit voraus läuft - einen anderen Hund sieht, zu mir kommt um sich die Leckerchen abzuholen.

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    Wenn ich Dir jetzt sage, dass es so nach 1-2 Wochen besser wird, ist das dann Hoffnung oder der endgültige Genickbruch für Dich?
    Ich hab da auch mehrmals angesetzt, mehrmals abgebrochen, wg. oben beschriebenem - und dann habe ich halt RICHTIG aufgeräumt, so dass NICHTS mehr zu fressen da war - bin nur dort gegangen, wo ebenfalls nichts zu essen rumliegen konnte (auch aus Beaglesicht nicht) und hatte sie an der Schleppleine...


    Wir haben zweimal Handfütterung praktiziert, einmal vier Monate lang im Junghundalter, das war okay. Und einmal sechs Wochen lang als Flegel und das war Katastrophe. Der Hund kann sich durchaus selbst Essen verschaffen, außerdem geht er dann ständig auf meinen anderen Hund und die Katzen los und den Kindern kann man dann auch nichts mehr zu essen in die Hand geben. Desweiteren kann ich ihn dann selbst im Garten nicht laufen lassen weil er sich durch den Zaun beißt um zum Komposthaufen zu kommen oder im Garten jagen geht...

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    Dann nimm dir das nächste Mal ein gutes Buch mit. Beagle samt Leine an den nächsten Baum, du daneben und dann lass es Dir gut gehen. Immer und immer wieder wenns sein muss.


    Aber was soll es bringen wenn er gar nicht versteht warum er warten muss? Entspannungsübung okay, aber einen Zusammenhang zum Nichtkommen wird er nicht herstellen können.

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    Also bei uns ist es schon so... Beagle schnüffelt, ich rufe, Beagle guckt hoch und sagt "alles klar, zur Kenntnis genommen, bin gleich soweit" und schnüffelt noch weiter. Für mich ist das okay. Was anderes ist es, wenn z.B. andere Hunde ankommen. Ich rufe, Beagle kommt sofort an und zur Belohnung darf sie dann so ca. 20 Meter von dem anderen Hund entfernt lospeesen, wenn der andere auch frei ist.


    Genau das - mal darfst du zögern aber wenn ein anderer Hund kommt musst du sofort kommen würde mein Hund null verstehen - wie auch. Und für mich persönlich ist es einfach extrem unangenehm wenn mein Hund woanders hinläuft.

    Zitat

    Geübt habe ich das mit Schlepp und inflationärem Leckerliegebrauch. Ja, jedes Kommen wird belohnt - aber bei fremden Hunden gabs halt gleich 3-4 in der Hand, und zwar kein TroFu, sondern Wienerle.


    Ich belohne auch jedes Kommen. Beim Beagle ist man halt froh wenn er überhaupt kommt ^^ Aber auch noch Wiener mitschleppen? Spaziergang soll doch auch Spaß machen und net nur noch ein Kampf um Kontrolle sein :/

    Aber danke für deinen Beitrag auch wenn ich alle Vorschläge abzuschmettern scheine. Er ist halt schon fast drei, wir haben schon viel viel geübt und das Meiste hat uns leider nicht so geholfen wie ich das gern hätte.

    Wobei er eh keine Katastrophe ist. Er hört mindestens genauso gut/schlecht wie der Durchschnitt der anderen Familienhunde hier. Aber eben nicht so wie ich das möchte.

  • Ich habe zwar einen Pointermix und keinen Beagle, wir haben aber ein ähnliches Problem. Ihr Radius beträgt gut und gerne bis zu 200m und beim Rückruf lässt die Dame sich Zeit.. wenn sie gerade Wichtigeres zu tun hat wird auch gerne (zwar selten, aber immerhin) komplett ignoriert :roll: Will ich sie in meiner Nähe halten, muss ich sie gefühlt alle 10sek verbal einbremsen. Das klappt für eine gewisse Zeit auch, dann zeigt sie aber massive Stresssymptome und wenn ich nicht rechtzeitlig anleine, knallen alle Sicherungen durch, sie ist nicht mehr ansprechbar und verfällt in wilde Raserei, um den Stress loszuwerden. Handfütterung klappt auch nicht immer unbedingt. Es ist bei ihr einfach genetisch nicht vorgesehen, dass sie in meiner Nähe bleibt.. sie versteht es auch nicht..

    Ich denke, man muss einen Mittelweg finden, mit dem sowohl Hund als auch Halter gut leben können. Ich gehe bewusst in übersichtlichere Gebiete mit ihr, wo ich sie auch einfach mal laufen lasse wie sie lustig ist. Ineressanterweise ist sie dabei besser ansprechbar (vermutlich da entspannter) als wenn ich sie nah bei mir halte. Nachdem sie sich "ausrennen" konnte erwarte ich auf anderen Strecken im Gegenzug aber, dass sie in der Nähe bleibt und auch zackig hört. Klappt auch weitgehend gut.
    Wir haben übrigens verschiedene Rückrufkommandos. Das "sofort und ohne wenn und aber zu mir"-Kommando benutze ich extrem selten und belohne es auch sehr hochwertig, um im Nofall wenigstens ein absolut sicheres Signal nutzen zu können. Sind wir in Situationen, in denen es eigentlich egal ist, wie schnell sie kommt, mache ich es eher spielerisch.. z.B. reagiert sie darauf, wenn ich geräuschvoll die Beine auseinanderstelle und ein Leckerchen nach hinten durchrollen lasse. Das macht ihr scheinbar Spaß und sie macht auch auf 100m Entfernung auf dem Absatz kehrt, wenn sie das Geräusch hört. Danach darf sie weiterlaufen und es dient mehr oder weniger nur dazu, sie wieder in meine Nähe zu holen. Insgesamt haben wir 4 solcher "Rückrufspielchen" und ich komme besser damit klar, sie wechselweise zu benutzen, als immer inflationär das eigentliche Rückrufkommando zu geben, das sich dann irgendwann abnutzt.
    Also kurz gesagt heißt bei uns die Devise: sie darf wohldosiert frei in ihrem eigenen Radius laufen und ansonsten wird sie eher spielerisch in der Nähe gehalten mit Aktivitäten, auf die sie recht fix und ohne Verzögerung anspringt. Ich "kriege" sie halt nur über Dinge, die ihr wirklich Spaß machen, da sie alles andere grundätzlich zumindest kurz noch überdenkt und überlegen muss, ob sie das Kommando wirklich gerade ausführen will :D

    Wenn deine Erwartungshaltung aber ist, dass er grundsätzlich lernt in der Nähe zu bleiben und deine Kommandos nicht kurz noch selbst kurz in Frage zu stellen, wird es mit einer so selbstständig agierenden Rasse sicher schwierig :)

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    Ich habe zwar einen Pointermix und keinen Beagle, wir haben aber ein ähnliches Problem. Ihr Radius beträgt gut und gerne bis zu 200m und beim Rückruf lässt die Dame sich Zeit.. wenn sie gerade Wichtigeres zu tun hat wird auch gerne (zwar selten, aber immerhin) komplett ignoriert :roll: Will ich sie in meiner Nähe halten, muss ich sie gefühlt alle 10sek verbal einbremsen. Das klappt für eine gewisse Zeit auch, dann zeigt sie aber massive Stresssymptome und wenn ich nicht rechtzeitlig anleine, knallen alle Sicherungen durch, sie ist nicht mehr ansprechbar und verfällt in wilde Raserei, um den Stress loszuwerden. Handfütterung klappt auch nicht immer unbedingt. Es ist bei ihr einfach genetisch nicht vorgesehen, dass sie in meiner Nähe bleibt.. sie versteht es auch nicht..


    Genau so ist es bei uns auch.

    Zitat

    Wenn deine Erwartungshaltung aber ist, dass er grundsätzlich lernt in der Nähe zu bleiben und deine Kommandos nicht kurz noch selbst kurz in Frage zu stellen, wird es mit einer so selbstständig agierenden Rasse sicher schwierig


    Okay, also ist konfliktvermeidendes Verhalten angesagt. Ich habe keine Lust mich und den Hund zu stressen, gemeinsame Aktivität soll Spaß machen. Eigentlich hatte ich "unseren" Weg auch schon gefunden, aber dieser Weg wird häufig kritisiert von meiner Umwelt, was dazu führt dass ich wieder davon abweiche.

    Ich hab schon gestern Abend damit angefangen. Pluto kriegt abends seinen Spaziergang alleine. Ein bis eineinhalb Stunden an der fünf Meter Schlepp durch verschiedene Siedlungen/ an der Wiese lang. Er darf schnüffeln wie er lustig ist und ich clicker wenn ich was toll finde. Ewok darf dann morgens allein mit mir in den Wald. Das macht uns beiden Spaß und Ewok hat mit eineinhalb Jahren auch ne Extraportion Aufmerksamkeit verdient. Danach lass ich die Hunde noch mit dem Nachbarshund im Garten toben, da darf Pluto natürlich auch raus. Dann Frühstück und chillen. Nachmittags wieder Garten oder wir gehen auf die Wiese hinterm Haus, dort kann ich Pluto im Wechsel Dummy suchen lassen oder mit der Reizangel üben. Und dann fahr ich halt noch einmal die Woche mit ihm zur Hundewiese wo er einfach laufen kann ohne dass ich ihn ständig einschränken muss.

    Ich muss nur noch einen Weg finden mit meinem schlechten Gewissen fertig zu werden, besonders wenn mir meine Umwelt vorwirft dass der arme Pluto schon wieder nicht mit darf (dass ich lieber abends mit ihm laufe interessiert keinen...) :roll: Wenn wir getrennt gehen tun mir die Kilometer so leid, die der zuhause bleibende Hund verpasst. Und noch mehr Gassi kann ich zeitlich einfach nicht in meinen Tagesablauf integrieren. Ich hab heute nur die Kinder weggebracht und war mit Ewok im Wald, danach hab ich mit den Hunden im Garten gespielt und es ist schon 13 Uhr. Ich frag mich manchmal wie Berufstätige das machen...

    Danke für eure Antworten.

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    Aber danke für deinen Beitrag auch wenn ich alle Vorschläge abzuschmettern scheine. Er ist halt schon fast drei, wir haben schon viel viel geübt und das Meiste hat uns leider nicht so geholfen wie ich das gern hätte.

    Schon fast drei? Naja, dann ist er schon fast kurz vor vernünftig werden :p
    Ich finde es okay, wenn du erstmal meine Vorschläge abschmetterst, tlw. hab ich mich auch nicht ganz klar ausgedrückt... und... ich kenne halt mittlerweile ganz arg viele Beagles, viele kenne ich schon 2-3 Jahre und ich bekomme demnach halt auch hautnah mit, wie die Hunde erwachsen und ruhig werden. Unsere ist nun vier, sie ist nicht fehlerfrei, aber sie wird jeden Tag ein bisschen besser :D
    Und ich bekomme halt auch mit, wie andere Beagles sich bessern... die haben mit 2 ihren ersten Freilauf gekriegt und der Besitzer hat sich gefreut, wenn er im Rudel zurückgekommen ist und die sind nun mit 5 soweit, dass sie überall frei laufen dürfen UND hören.
    Auch Dinge die vor ein paar Monaten (z.B. Handfütterung) noch gar nicht klappten, können nun ganz hervorragend funktionieren.
    Was ich im letzten Beitrag beschrieben habe... also ich bin alles so nach und nach angegangen... Thema: Terror nach anleinen.... Hund hört nicht, kommt an die Leine - und wenn sie dann Terror gemacht hat (ziehen, nicht hören, etc.) dann habe ich sie auch mal angebunden, mich zu ihr gesetzt und gewartet, bis Madame kapituliert hat. Die Abstände wurden von Tag zu Tag kürzer und irgendwann war das Thema mehr oder weniger durch.
    Dann bin ich halt das mit den anderen Hunden angegangen, habe ich mich über ein paar Wochen mit Wienerle bewaffnet und so das zurückkommen bei Hundebegnungen geübt... Ja, es ist viel Arbeit und ja, es ist frustrierend, aber es lohnt sich halt wirklich. In der schlimmsten Phase hatte ich übrigens eine Trainerin, die Jagdhunde für die Rettungshundearbeit ausbildet, sie hat mir gezeigt, wie ich den Beagle richtig motiviere. Weil _eigentlich_ wollen die schon arbeiten - aber halt nur das, was ihnen Spass macht - wenn man das, was ich für wichtig halte kombiniert mit dem, was ihnen Spass macht, dann schafft man es irgendwann hin zum richtigen Streberbeagle.

    Ich bin zum Beispiel wahnsinnig ungeschickt und verliere dauernd was... Leckerchen, Futterbeutel, naja... Chaot halt. Wenn ich also sehe, dass sie am Schnüffeln ist und ich sie trotzdem gerne hier hätte, dann rufe ich eben nicht "Hier", sondern "boah Mausi, SUCH!" - sie kommt sofort, mit Nase am Boden und sucht, was die Beaglenase hergibt. Ausserdem kennt sie das Wort "Tschüss"... hat sich eher mehr zufällig aufgebaut und heisst soviel wie "ich bin weg, ohne wenn und aber" - hinter dem nächsten Baum, an der nächsten Kreuzung, in die andere Richtung, hinter der Hecke - halt einfach weg. Am Anfang war es eher so spielerisch, also "such mich doch" mit Belohnung und irgendwann wurde es halt zum kompromisslosen "ich bin ohne wenn und aber weg, ist dein Problem, wenn du hier im Wald pennen willst" - auch das funktioniert... irgendwann.

    Ich bin immer spannend, kommuniziere mit ihr, fordere sie und bin letztlich wohl lohnender geworden als alles andere... keine Frage, wenn ich mit Nicht-Hundemenschen "spazieren" gehe, sind die auch ganz schnell weg, weil sie das alles als sehr ulkig/sonderbar empfinden, aber für uns ist es perfekt - und was Anfangs für mich harte Arbeit war, mir immer was neues einfallen zu lassen, Dinge auszuprobieren und aufzukonditionieren, macht uns allen nun gemeinsam Spass.

    Auch sehe ich natürlich, wie andere mit ihren Beaglechen umgehen... wir waren letztes Jahr bei einem grossen Beagletreffen in NRW, fast 200 Beagles auf 33.000qm eingezäuntem Gelände. Bei vielen war es so... sie kamen an, haben ihren Hund losgemacht und konnten ihn dann beim weggehen nach 8h mühsam auf dem Gelände suchen, einfangen und quasi ins Auto tragen, so müde war er. Und natürlich gab es da neidvolle Blicke, weil da eben ein paar Beagles rumgelaufen sind, die haben sogar vor dem Toilettenhäuschen auf Frauchen gewartet und sind kaum aus deren Blickfeld entschwunden. ABER: Was viele vergessen haben: Diese Hunde waren meist älter, schon lange in den Familien und da steckte einfach viel, viel Arbeit drin.
    Meinen 2. jungen Beagle habe ich auch übrigens nach mehreren Stunden wieder einsammeln müssen, soviel also dazu :hust: Aber seitdem ich auch für ihn das passende Programm gefunden habe (völlig anders als bei unserer Hündin übrigens) wird auch er ruhiger, entspannter und die Gassigänge fangen an Freude zu machen - für beide Seiten.

    Keine Frage, wenn ich unseren Labbimix dagegen vergleiche, dann liegen da Lichtjahre zwischen... aber auch ein Beagle hat seinen Reiz, man muss sich nur die Mühe machen (und den wirklich unerschütterlichen Optimismus haben) ihn zu finden.

    Das grosse Beagletreffen fand übrigens ganz in deiner Nähe statt... wenn du willst, geb ich Dir mal die entsprechenden Eckdaten :) Beaglemenschen machen nämlich nicht nur hervorragenden Kuchen, da kann man sich, quasi in der anonymen-hilfe-mein-Hund-verarscht-mich-Gruppe, auch ganz hervorragende Tipps abholen :)

  • Hey,

    danke für deine ausführliche Antwort :-) Wieviele Beagle/Hunde hast du denn, welches Geschlecht und wie alt?

    Also Pluto ist verglichen mit den anderen Familienhunden hier gar nicht so schlecht erzogen. Für nen Beagle wahrscheinlich sogar eher gut. Aber eben noch nicht so wie ich ihn gerne haben würde. Die Frage ist ob er so wie ich ihn gern haben würde überhaupt werden kann ;-) Und ich weiß nicht woher ich momentan die Motivation nehmen kann ihm Kommandos als eigene Ideen und spaßig zu verkaufen weil wir (Hund UND ich) im Moment hauptsächlich gestresst sind wenn wir in freier Wildbahn agieren. Er nervt mich, ich nerv ihn ^^ Darum werde ich vorübergehend das Programm runterschrauben und ihn erstmal mehr sichern, bis ich ihm wieder geduldiger vermitteln kann was ich möchte.

    In Hundegruppen ist Pluto übrigens total lieb und unauffällig. Er war auch schon auf Forentreffen dabei und da hab ich zu Pluto eigentlich nur positives Feedback bekommen (okay er hat dem Mann einer Userin den Burger weggefressen, aber das muss beim Beagle so sein :D )

    Mein Hauptproblem ist wie Deliara schon schreibt der enorm große Bewegungsradius und dass der Hund einfach nicht versteht dass 500 Meter Entfernung im Wald nicht akzeptabel sind. Wir haben hier aber leider nur Wald zur Verfügung :| Auf Wiesen und Feldern lass ich ihn halt flitzen. Ich sehe weit genug, wenn jemand kommt hab ich Zeit ihn abzurufen und Wild macht uns keine Probleme.

    Zitat

    Keine Frage, wenn ich unseren Labbimix dagegen vergleiche, dann liegen da Lichtjahre zwischen... aber auch ein Beagle hat seinen Reiz, man muss sich nur die Mühe machen (und den wirklich unerschütterlichen Optimismus haben) ihn zu finden.


    Für mich ist ein Beagle definitiv der falsche Hund, aber was haben wir für Alternativen? Mal angenommen ich würde ihn "zur Adoption freigeben" - wo findet man denn Menschen die sich diesen Aufwand freiwillig antun? Die tagein tagaus irgendeinen Bullshit trainieren der bei anderen Rassen innerhalb von fünf Minuten lebenslang verankert werden kann nur um ihm bisschen Freiheit zu ermöglichen? Davon abgesehen hab ich die Töle auch viel zu lieb um sie einfach irgendwem zu geben. Wie ist das nochmal? "Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast." Der Hund kann nichts dafür dass ich mir die falsche Rasse andrehen lassen hab. Und klar werde ich nicht aufgeben, aber gelegentlich brauch ich ne Trainingspause und die gönne ich mir jetzt. Dank 3000 qm Garten, Wiese hinterm Haus und Hundefreilaufgebiet kann er ja trotzdem freilaufen, aber in den Wald nehm ich ihn erstmal nicht mehr mit bis er sich wesentlich entspannter zeigt. Vielleicht sind im Moment auch nur ein paar Hündinnen heiß/Rüden gechipt und er ist deswegen weniger aufmerksam als sonst und der Spuk ist bald wieder vorbei.

    Beagletreffen fänd ich schon mal ganz spaßig :smile:

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    Für mich ist ein Beagle definitiv der falsche Hund, aber was haben wir für Alternativen? Mal angenommen ich würde ihn "zur Adoption freigeben" - wo findet man denn Menschen die sich diesen Aufwand freiwillig antun?

    Och, ich kenn da eine, die hat sich extra einen Spitz zugelegt, weil die Border Collies zu einfach zu trainieren sind im Alltag :D

    Zitat

    Ich habe den Abruf anfangs rein positiv aufgebaut und später versucht über Zwang abzusichern.

    Mal eine Frage zum Aufbau: Du hast es über Belohnung trainiert. Und es war so trainiert, dass er bei dem Rückrufsignal sofort umgedreht hat, im Galopp zu Dir lief...?

  • Ich kann dich sehr gut verstehen :)

    Meine Situation ist nämlich fast die Selbe:
    Einmal das Beagle-Tierchen (gemixt mit Cocker, aber das tut dem Jagdtrieb ja nicht wirklich was...) und dazu ein (vermutlich) Border-Mix. Es läuft genauso ab wie bei dir. Béla kommt sofort, ist immer motiviert und dabei. Chipsy, naja, der kommt auch, aber erst dann, wenn er meint, jetzt passts.
    DAS Patentrezept kann ich dir nur leider auch nicht anbieten, Chipsy ist mittlerweile 4, aber ich bilde mir ein, dass es immer besser wird mit den Jahren. Also es besteht Hoffnung :)

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