Ein paar Erziehungsfragen

  • Hallo,

    ich hab da mal wieder ein paar Fragen bzw. Prblemchen ...

    Carla (Schweizer Sennenhund) ist 10 Wochen alt und seit 2 Wochen bei uns.

    Also:

    1. Ruhe halten fällt ihr oft schwer. Wir sitzen Abends auf dem Sofa, sie war draussen, ist satt und ein bisschen bespielt worden und dann fordert sie ohne Ende, bellt uns an und knurrt (!!) richtig und wird rüpelig, zwickt uns in die Beine, Welpenprogramm eben ..., wobei ich es echt heftig finde, denn sie ist schon ein ziemliches Kaliber ...
    Rausgehen ? Sie in die Box schicken für eine Auszeit ?

    2. Das Nein-Üben haben wir seit ein paar Tagen begonnen. Unsere Trainerin hats uns in Ruhe erklärt, ich halte also ein Superleckerchen hin und sage " No " und schliesse die Hand (ich werde nicht laut sondern mache das in Ruhe) und Carla hüpft zurück, wird biestig und knurrt und bellt mich an !
    Auch wenn ich ihr für ihr Abwenden sofort das Alternativleckerchen anbiete nimmt sie es nicht sondern ist richtig sauer und bellt mich eben an ... ich denke sie ist verunsichert ... aber wie mach ich da weiter ?

    3. Leinelaufen läuft auch nicht gut gerade.
    Ich trage sie immer ein Stück weit weg, dann gehts ne Weile ganz gut, ich bleib stehen wenn sie zieht und es geht erst weiter wenn sie herschaut, aber auf dem Rückweg, ist es dann ein einziges Geziehe und Gejammer, sie will dann einfach nur noch heim. Wir sind immer höchstens 10 Minuten unterwegs, also wirklich nur um einen ganz kleinen Block.
    Soll ichs erstmal ganz lassen ?
    Wie mache ich da weiter ?

    Merci,

    LG

  • Also ich sehe da keine Probleme beim Hund, nur ganz ungeduldige Halter.
    Ein Welpe von 10 Wochen, der gerade mal 2 Wochen da ist braucht noch ganz viel Zeit, bis er sich so verhält wie ein 5 jähriger.
    Einfach mal die Erwartungen zurückschrauben und etwas mehr Geduld und einfach mal den längeren Atem haben als der Hund, ohne diesen dabei zu gängeln dann klappt das schon.

  • Klingt für mich nach überfordertem Hund mit (fast) rassetypisch schlechter Frustrationsgrenze.

    Wie lange gehst Du raus, was machst Du mit ihr - Tagesablauf?

    Die Übung mit der geschlossenen Hand ist eine hochgradige Frustrationsübung. Vielleicht solltest Du die zunächst weglassen, wenn Dein Hund dabei in eine so hohe Frustlage gerät, dass er noch nicht mal ein Belohnungsleckerchen nehmen kann.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Hallo,

    daß sie sich welpentypisch verhält habe ich oben ja selbst geschrieben.

    Dennoch wäre es nett gerade zu Punkt 1 eine konkrete Antwort zu bekommen, denn ein großer Welpe der uns wenn wir auf dem Sofa sitzen anrüpelt, anknurrt und nachschnappt stellt für uns schon ein Problem da, auf das wir doch in irgendeine Art reagieren wollen.

    Zu der Nein-Übung:
    Mir ist neu daß GSS eine niedrige Frustrationsgrenze haben. Sicher liegst Du richtig damit, daß sie sensibel reagiert und ihr das so wohl zu viel ist. Mir selbst war diese Übung für den Anfang eine der Wichtigsten, noch vor Sitz und Platz und Co., denn bei uns liegt zur Zeit viel Mist draussen rum und es wäre schön nach und nach an einem Abbruchkommando für ein Aufnehmen zu üben.

    Insgesamt machen wir nicht viel, sind fast nur im Haus und Garten und sie hat auch viele Ruhephasen.
    Ich gehe 1-2 Mal am Tag für 10 Minuten "Gassi", übe ein paar Mal "Hier-Her" mit Ziegenkäse im Garten und Wohnzimmer - wenn sie wach und fit ist - und bis dato eben auch ein paar Mal "No", was aber wohl schon zuviel ist, also werd ichs erstmal lassen.

    LG

  • Nun das sind die so genannten Welpenspinnen, da ist es völlig egal welche Rasse das ist und ob es ein großer Hund ist oder ein kleiner.
    Was man da macht, tja das hängt vom Hund ab und mein Mittel der Wahl war immer zurückkaspern und wenn es nur 30 sek waren. Danach haben ich mich mit meinen Hunden zusammengekuschelt und haben via sozialem Kontaktliegen die Ruhe eingeleutet.
    Ruhe, Impulskontrolle und Frustrationsgrenze habe ich immer ganz nebenbei mit eingestreut.

    Ich bekomme hier eher das Gefühl, das hier Angst vor eurem Pubs habt. Aber gerade die GSS haben manchmal eine etwas längere Leitung und gerade bei denen braucht man ganz viel Geduld.

  • Zitat

    Zu der Nein-Übung:
    Mir ist neu daß GSS eine niedrige Frustrationsgrenze haben. Sicher liegst Du richtig damit, daß sie sensibel reagiert und ihr das so wohl zu viel ist. Mir selbst war diese Übung für den Anfang eine der Wichtigsten, noch vor Sitz und Platz und Co., denn bei uns liegt zur Zeit viel Mist draussen rum und es wäre schön nach und nach an einem Abbruchkommando für ein Aufnehmen zu üben.

    Fang doch erstmal etwas einfacher an. Die meisten Hundekinder verlieren ja schon bei weit weniger Dingen die Beherrschung bzw. sind nicht mehr ansprechbar. Ich würde zunächst jedes ruhige Verhalten belohnen, wenn Ablenkungen auftauchen, die für den Zwerg zwar wahrnehmbar, aber nicht so spannend sind, dass man hin möchte ;)

    In der Wohnung würde ich über den Einsatz einer Box oder einer Leine nachdenken um Ruhe zu üben.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Hallo,

    ich habe bei meinem (jetzt 6 monate) von Anfang an ein striktes Nein eingeführt. Das hat auch gut geklappt. Wenn er dennoch nicht aufgehört hat zu fordern, habe ich ihn kommentarlos in meiner Nähe an die Leine gelegt. Ohne Hektik, ohne stress, ohne meckern. Er konnte uns dann sehen und war da, aber er hatte keine Möglichkeit uns zu fordern. Wir sind dann auf das Theater nicht mehr eingegangen. Wenn er ruhig war, bin ich wieder hin und habe die Leine abgemacht und erstmal ausgiebig mit ihm gekuschelt und geschmust. Das hat gut funktioniert. Er hat schnell gemerkt das ich bestimme wann gespielt oder gekuschelt wird. Mittlerweile reicht ein "Nein" und er hört sofort auf. Dadurch gehe ich auch öfter wieder auf ihn ein wenn er seine Streicheleinheiten fordert. Das hat er sich verdient.
    Wir kommen damit gut klar.
    Bei dem anderen Problem habe ich leider keinen Tipp für dich, denn damit hatten wir nie Probleme. Balu ist immer gut mitgelaufen und hat sich super mit Spielen am Wegesrand (LEckerchen verstecken usw.) motivieren lassen.
    Ich wünsche dir viel Glück.

    LG Andrea

  • Zum Nein-üben :
    Wir haben das in der Hundeschule anders gelernt.

    Ich hatte kein Ersatzleckerchen, sondern habe unserm Hund das Leckerchen auf der offenen Hand 10 cm vor die Nase gehalten und Nein gesagt. Hat er versucht, es sich zu nehmen - schnell Hand zumachen.
    Sobald er den Kopf zur Seite gedreht hat - Hand auf und Kommando : Nimms.

    Das hat er eigentlich ganz schnell kapiert.
    Ich weiß, viele arbeiten mit einem zweiten Leckerli - schließlich soll er ja auch nicht draußen zuerst von den Pferdeäpfeln wegbleiben und darf sie dann nachher trotzdem fressen. Ich kann nur sagen - bei uns hats so geklappt.

    Allerdings sinds dann ja im Grunde schon zwei Kommandos : Nein und Nimms.

    Das Kommando Nimms haben wir auch von anfang an eingeführt, wenn er seinen Futternapf bekommen hat.

    Ich schlage das hier nur vor, weil euer Hund vielleicht nicht so frustriert wird, wenn er das "eine" Leckerchen dann doch noch haben darf.

  • Ich frage mich gerade, was ein 10 Wochen alter Hund davon lernen soll, wenn er in einen Box kommt - besonders wenn er dieses nicht gewöhnt ist - oder in der Wohnung an die Leine gelegt wird.

    Ich mag Boxen als Rückzugsort für Hunde, aber nicht als "Strafe" weil er sich altersgerecht verhält und etwas rumspinnt. Ebenso mit der Leine, die soll positiv verknüpft werden und nicht mit Spiel beendet oder sonstigen Dingen. Bei solchen Behandlungen wundert es mich nicht, das immer mehr Hunde beim Anblick einer Leine nicht mehr zu ihren Leuten gehen und dann die lustigsten Fangespielchen beginnen.

    Lasst den Welpen doch erst mal spinnen und freut euch, das ihr einen gesunden Spring ins Feld habt und macht aus der Erziehung ein Spiel und Spielen bedeutet es hat Regeln, aber auch mal gewinnt man und mal verliert man. Es soll beiden Seiten Spaß machen und gerade das Hundekind nicht überfordern.

    Das Hundekind hat halt Energie und überdreht schneller. Energie kann man am besten über Bewegung abbauen und damit auch Streß und entsprechend lass den Pubs spinnen und genieße die Zeit.

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