Ist Auslastung nötig?

  • Ich betreibe ja nun Hundesport und das täglich. Mein Großer genießt diese intensive Zeit die wir so mehrmals täglich kurz miteinander verbringen genauso wie seine Kuscheleinheiten. Ich denke nur mit Latschrunden 2 Stunden in der Wildnis wäre er gar nicht mehr mein Hund. Dieser Sport verbindet uns enorm, wir sind auf einander angewiesen. Latsche ich jetzt einfach so durch die Wildnis macht mir selbst das schon mal keinen Spaß, Andiamo würde irgendwann anfangen sein Ding zu machen da ich ja in keinster Weise aktiv bin.

    Natürlich gehen wir auch einfach mal so ne Stunde schnüffeln aber dass da nicht ein paar kleinere Übungseinheiten drinne sind ist doch eher total ungewöhnlich, selbst jetzt wo ich immer noch einen Pflegi mit dabei habe.

    Zusammengefasst ist es sicher möglich einen unausgelasteten Hund zu haben aber ich weiß nicht ob dies wirklich erstrebenswert ist da über gemeinsame Arbeit ja auch eine enge Bindung entsteht die im Alltag sehr nützlich sein kann und ganz nebenbei auch einfach nur schön ist. Mir macht die Arbeit mit meinem Buben Freude und wenn er einfach so zu mir kommt und mit mir spielen will und mir sämtliche Tricks die er drauf hat anbietet dann weiß ich dass es ihm ebenso geht.

  • Ich denke das kommt auf den Hund an.

    Nele war früher als Junghündin schnell zufrieden zu stellen, wir haben ihr einfach nichts anderes angeboten, als die täglichen Spaziergänge. Da gab es nicht mal Leckerli verstecken oder sowas.
    Sie war drinnen immer brav, hat nichts kaputt gemacht und war auch sonst nicht auffällig. Und das als BC-Schäfer-Mix, die ja eigentlich schon anspruchsvoller sein sollten.
    Mit 6 Jahren fingen dann die ersten Beschäftigungsversuche an. Ihr hat es Spaß gemacht, aber sie hat es nie eingefordert und ohne wär sie wahrscheinlich auch gut ausgekommen.

    Bei Janosch hab ich das Gefühl, dass er das wirklich braucht, sonst fängt er irgendwelche Dummheiten an. Allein wenn man sieht wieviel Ausdauer er hat und einfach nicht tot zu kriegen ist, merkt man schon, dass er irgendwas sinnvolles für Kopf und Körper braucht.
    In einem Verein sind wir leider nicht, aber ich bin mir sicher, dass er in einer Sportart total aufgehen würde.

    Auslastung muss einfach hundangepasst sein. Manche brauchen es und andere nicht. Bei manchen kann man so Verhaltensproblemen vorbeugen, bei anderen Hunden ist das unnötig.

  • Zitat

    Ist die Aussage "der Hund braucht Auslastung" eine Lüge?


    Ich denke nicht. Aber "Auslastung" ist auch schon wieder so ein Begriff, den man irgendwie dehnen kann und der immer eine nährere Definition braucht. Hunde wurden für spezielle Aufgaben gezüchtet, also haben sie auch die Motivation Aufgaben im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu erfüllen.

    Zitat

    Was macht einen Hund wirklich glücklich?


    Der innere Drang eines Hundes, so hab ich kürzlich gelesen, ist eine körperliche und geistige Ausgeglichenheit, um sich entspannt (glücklich) zu fühlen.

    Zitat

    Woran macht ihr fest, dass ihr einen ausgelasteten Hund habt?


    Dass die Töle einen Großteil des Tages schläft oder döst, im wachen Zustand immer ansprechbar ist, aufmerksam durch die Welt geht und nicht aus seinem bekannten "Rahmen" schlägt. Wenn Bokey unausgelastet ist, reagiert er über, rennt viel länger umher, läuft nachts durch die Wohnung, ist aber nicht aufdringlich, aber doch schon unleidlich und in ganz schlechten Zeiten richtig pissig. Allerdings halte ich die "Arbeit" auf einem konstant niedrigen aber qualitativ hohen Level. Bokey ist (leider) zu sensibel, dreht zu schnell hoch, verzeiht keine Fehler und verfällt in starke Unsicherheiten, wenn Erfolge ausbleiben.

    Zitat

    Führt "Auslastung" zu Problemen?


    Sicher. Wenn man nicht weiß wo Anfang und Ende ist :D

    Zitat

    Was ist für Euch eine "Anlagen gerechte" Auslastung?


    Alle Sinne des Hundes anzusprechen. Herauszufinden worin der Hund besonders gut ist und diese Motivation zu fordern, zu fördern und/oder in "umweltgerechte" Bahnen zu lenken. Ich hab z.B. nen Mischling mit hohem Terrier-, Schäferhund-, Spaniel-Anteil. Bokey arbeitet SEHR gern, ist robust und ausdauernd und ein wahres Suchmonster. Interessante Suchspiele und Dummytraining in unwirtlichem Gelände sind ein großer Spaß für ihn :D

    Zitat

    Was für Aufgaben bekommen Eure Hunde im Alltag


    Ich fördere den Apport hier und da. Unterwegs lasse ich Bokey verschiedene Dinge aufnehmen und mir bringen. Meist eigenes Spielzeug, mal ne Taschentuchpackung, mal auch Plastemüll (den ich dann wegschmeisse) und den er gefahrlos ins Maul nehmen kann. Ansonsten muss er mir auch seinen Kong bringen, damit ich ihn befüllen kann :hust:

  • Ich würde sagen,es ist von Hund zu Hund unterschiedlich.

    Meine "alte" Hündin (Münsterländermix) war vollkommen mit spazierengehen,Tricks lernen und Artgenossen zum Spielen zufrieden.


    Mein kleiner (JRT) ist ein ausgeglichenes Exemplar seiner Rasse ^^
    dennoch mach ich mit ihm etwas Dummyarbeit...und Agility (und UO)....Hobbymäßig...also ich bin nicht darauf fixiert an festgelegten Tagen was mit ihm zu machen...wenn er will,dann machne wir was,wenn nicht,dann nicht :D

    Aber auch nur,weil es ihm scheinbar Spaß macht...und weil es mir sehr gut gefällt...

  • Meine Hündin braucht definitiv Beschäftigung, sonst würde sie jagen gehen.
    Daher kommen beim Spaziergang immer Leckerlies mit, wir machen täglich Leckerliesuche und UO, so jeden zweiten Tag kommt der Dummy mit.
    Mal trainieren wir ernsthafter und intensiver, mal ist mit dem Dummy nur Spiel und Spaß angesagt.

    Sie fordert es nicht ein, aber ohne etwas, würde sie sich halt einfach selber eine Beschäftigung suchen...

    Der Rüde von meinem Freund wäre auch ohne eine Auslastung glücklich, einfach nebenher laufen, mit Herrchen neue Gegenden erkunden usw.
    Aber ich muss sagen, mir ist das zu langweilig :D

    Ich finds einfach toll mit beiden was zu machen und auch der Rüde ist mit eifer dabei, wenn ich mit ihm "übe". Gerade die Dummy Arbeit hat mich überzeugt, der Hund lernt dabei sich unter Kontrolle zu halten und darf seinem Beutetrieb nachgehen, körperlich kann er sich auspowern. Somit, schonmal einen apportierenden Bullterrier gesehen :D

    Aber das ist auch einer der Gründe, weshalb ich einen Hund habe...einfach nur immer so nebenher laufen wäre mir zu langweilig ;)

  • Ich denke, dass kommt
    A auf den Hund an und
    B auch auf die Lebensumstände des Halters.

    Es ist ja auch was anderes, ob der Hund jetzt z.B. in einer Familie mitläuft, in der ständig Action ist, einer geht immer mit ihm raus, man hat was zu erkunden, z.B, großer Hof usw. oder z.B. Singlehaushalt und Herrchen geht viel arbeiten. Vielleicht braucht der Hund in Familie A eher als Ausgleich Ruhe, in Familie B ab und zu mal richtig Action über eine gezielte Auslastungseinheit.

  • Mit Lucy einfach nur so spazieren zu gehen ist definitiv nicht drin, es sei denn sie bleibt an der Leine. :D
    Wir machen unterwegs UO, Suchspiele und manchmal so ganz laienhaft Dummytraining. Aber wenn ich sie nicht beschäftige, verselbständigt sie sich und geht jagen.

    Ansonsten machen wir 1x die Woche ein wenig Fun-Agility, das heißt ohne Wettkampfambitionen und es macht uns beiden Spaß.
    Ansonsten clickern wir jeden abend 10 Minuten oder machen ZOS.
    Das clickern fordert Lucy auch schon mal ein, wenn es ein paar Abende ausgefallen ist.
    Ansonsten ist sie sehr genügsam und froh, wenn sie dabei sein darf, egal was wir tun.

    Ich finde, es ist auch eine Erziehungssache, ob ein Hund zufrieden mit wenig ist. Wird von ihm schon als Welpe viel verlangt, wird er schwerer mit wenig zufrieden sein, als wenn man ihn einfach nur Hund sein lässt.

  • Zitat

    Ich starte mal einen Fred mit der Frage, ob Hunde "Auslastung" (im sportlichen Bereich), wie sie uns geläufig ist (Dummytraining, ZHS, VPG und was es da nicht alles gibt) unbedingt brauchen.
    Manchmal habe ich das Gefühl, dass der Mensch die "Auslastung" braucht um mit seinem Hund glücklich zusammenleben zu können.
    Ist die Aussage "der Hund braucht Auslastung" eine Lüge?


    ich denke auch, dass es auf den Hund ankommt



    Was mein Hund empfindet, kann ich dir nicht sagen ;-)

    Kira braucht so etwas nicht. Sie ist rund um zufrieden, wenn sie leinenlos laufen darf, rumwuselt und mit ihrem Menschen zusammen ist.
    Mehr ist für sie unwichtig.

    Sie kommt mit zum Joggen, lernt Tricks und apportiert auch mit Spaß, weil ich es möchte.
    Aber sie selbst bräuchte es nicht. Sofern ich sie allerdings zu nichts zwingen muss, möchte ich bitte auch etwas Egoist sein.


    Luna dagegen ist ein anderes Kaliber Hund.
    Bekommt sie zu wenig Bewegung, reagiert sie draußen auf jeden Sichtreiz, ist nicht ansprechbar draußen. Da hilft aber auch keine geistige Auslastung.

    Die hilft allerdings gegen dumme Ideen wegen dem allein sein.
    Hat sie kopfmäßig etwas getan, macht sie in der Wohnung weniger Unsinn und zerstört nichts.

    Allerdings braucht sie einen Mittelweg, denn zuviel ist auch verkehrt und führt dazu, dass sie nervös wird und unausgeglichen.
    Ein gesundes Mittelmaß ist für sie das richtige.

    Sie darf am Rad/Roller mitlaufen bzw. ziehen und Nasenarbeit (Trailen, Geruchsunterscheidung auf dem Platz) machen.


    Zitat

    Was für Aufgaben bekommen Eure Hunde im Alltag, neben Eurer sportlichen Aktivität- solltet Ihr im Hundesport aktiv sein? Damit meine ich keine erlernten Tricks, sondern Situationen, bei denen sich die Hunde selbst mit einbringen dürfen?
    Oder dürfen sie sich- ihrer Persönlichkeit entsprechend nicht einbringen, da es mit dem Hund evtl Probleme gibt oder Ihr als Halter einen Kontrollverlust erleidet?


    muss ich die Frage verstehen? bitte erklär mal :ops:

  • Ich habe ein Exemplar, dass ohne sportliche Auslastung glücklich ist (wegen PL fallen eh viele Sachen schon weg).

    Er bekommt zwar lange Spaziergänge und ein wenig Bespaßung unterwegs, aber ansonsten reicht es ihm voll und ganz, wenn er immer und überall mit dabei sein darf.

    Mein nächster Hund dürfte ruhig ein wenig agiler sein :hust: .

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