Clicker im Hundesport einbringen?

  • Hallo liebe leutz

    also wie schon im meinem profils steht ist meine Hündin 7 Jahre alt. Und ich hab mit ihr von Anfang im Hundeverein gearbeitet. Und nun kommt bei uns das clickern in mode, ich finde die idee nicht schlecht und würde es auch gern versuchen.


    Nun weiß ich aber nicht, wie man ab besten den Klicker in die unterordnung einbau, da ja mein hund schon ein halber profi ist. eigentlich brauch ich das clickern mehr für meine Jugendlichen die ich trainiere, aber auch da ist es so das sie schon einiges können ich sie aber umstellen will auf clicker.


    Bitte um Ideen oder Erfahrungswerte


    gruß die Sandra

  • Hauptsächlich kannst du eben mit dem Clicker deinem Hund neue Sachen beibringen, aber genausogut auch alte Sachen üben. Dazu musst du den Clicker erstmal konditionieren, damit dein Hund versteht: Klick=Leckerchen.


    Und anschließend clickst du einfach immer während dem Training wenn dein Hund etwas richtig gemacht hat, dann bekommt er den Keks. Ich finde den Clicker klasse, vor allem auch zum Arbeiten auf Entfernung sehr nützlich.


    Wie hast du dir das Training mit Clicker denn vorgestellt?

  • Erstmal danke für deine Antwort vroni86


    Vorranging soll es einfach darum gehen kleine Fehler, die ich so schlecht ausmerzen kann, zu beheben. Zum Beispiel korrektes Fußlaufen. Da meine Hündin teilweise, wenn Sie nicht weis, was genau ich von ihr will, in streß verfällt. :( :


    In Bezug auf meine Jugendlichen, ist es so, dass ich denke positive Verstärkung ist besser aus negativ auf den Hund und sein Verhalten zu reagieren. Da doch einige Reaktionen zu übertrieben sind, weil sich die Kiddies teilweise zu sehr in Emotionen verfallen und evtl. den Hund unangepasst behandeln. Denke das Clickern ist da eine gute Alternative. :gut:


    Aber bevor ich es den Jugendlichen lernen kann muss ich selber wissen wie ich es so langsam in die Unterordnung einführen kann. :smile:

  • Na passt doch hervorragend. Du markierst mit dem Klicker ganz einfach das Verhalten was dir besonders gefallen hat.
    Fürs Fusslaufen ist die Intermediare Brücke meiner Meinung nach noch besser aber ggf für einen Einsteiger nicht so das Mittel zur Wahl.
    Läuft einfach deine Hündin in ähnlicher Position wie der Perfekten dann Markieren und Belohnung. Wenn du denkst "jetzt hat sie geschnallt um was es geht" und sie zeigt das Verhalten zuverlässig (kannst also 10 Euro drauf verwetten) dann erhöhe die Kriterien und markiere nur noch die Momente wo sie noch besser ist und so weiter und so fort.
    Ein Tipp wären die Videos von Imke Niehwöhner (mal googlen) - die hat einige Obediance Videos (und macht alles mit dem Clicker soweit ich weiß). Bei Youtube gibts da auch einige "Vorschauen" auf die Videos.
    Olli

  • Weißt du schon was über Clicker? Ja?


    Dann stell dir ne Schüssel Gummibärchen, alternativ Schokobons oder was anderes eingepacktes hin und clicker die Jugendlichen, bzw. lass die Jugendlichen untereinander clickern.


    Jeder soll sich ne Aufgabe ausdenken die einer aus der Gruppe lösen muss. Das macht Spaß und es hilft den Jugendlichen den Clicker zu verstehen, weil sie dann erkennen, wie wichtig es ist richtig zu clickern.


    Bei den Jugendlichen ist es in dem Sinne einfacher, dass du ihnen das Prinzip Clicker erklären kannst. Also jeder Click ist ein Leckerchen und jeder Click bedeutet "Hey das was du gerade machst bzw. getan ist, ist richtig".


    Ich empfehle immer wieder gerne diese Seite http://www.spass-mit-hund.de/ - Unter Clickerwelten findest du eigentlich erstmal alles Wichtige.


    WEnn du irgendwas "Falsches" abtrainieren, bzw. richtiger trainieren willst denk dran, ganz kleine Schritte zu machen. Das korrekte Fußlaufen bsp. fängt ja schon mit Blickkontakt an. Wir haben ewig lange den Blickkontakt und den ersten Schritt geclickert, bis die Hunde das endlich gerafft haben.

  • Hi Sandra,


    ich habe mit meinen Hunden vor 11 Jahren mit clickern angefangen - richtig clickern, also Shaping, Verhaltensformung. Nicht einfach nur als zusätzlicher Marker "das hast Du gut gemacht".


    Im Laufe dieser Jahre habe ich sowohl mit meinen eigenen Hunden als auch mit den Teams, die bei mir trainieren so einiges an Erfahrungen gemacht. Deshalb mal ein paar Gedanken meinerseits zu deiner Fragestellung.


    Zitat

    Vorranging soll es einfach darum gehen kleine Fehler, die ich so schlecht ausmerzen kann, zu beheben. Zum Beispiel korrektes Fußlaufen. Da meine Hündin teilweise, wenn Sie nicht weis, was genau ich von ihr will, in streß verfällt. :( :


    ME wird Dir der Clicker in dem Fall nur helfen können, wenn Du ihn rein als sekundären Bestärker anwendest - echtes Shaping im Sinne von "Hund bietet Verhalten aktiv an von wegen Verhaltensformung usw." wirst Du bei Übungen, die Du nur etwas verbessern möchtest, nicht wirklich anbringen können.
    Mal davon abgesehen muss Hund auch lernen, selbständig Verhalten anzubieten, so dass man über Verhaltensformung arbeiten könnte. Das ist bei sogenannten "Crossover"-Hunden, also Hunden, die bisher konventionell ausgebildet wurden, sehr schwierig und dauert teilweise Monate, bis sie wirklich "sicher" sind.


    Wenn Du den Clicker "nur" als zusätzlichen Marker für "DAS gerade eben war wirklich gut und genau das, was ich haben wollte" einführen willst, wird deine Hündin nach wie vor in Stress verfallen, da sie nicht wirklich weiss, was Du von ihr willst. Zumindest am Anfang. Letztendlich ist der Clicker in dem Fall auch nur ein weiteres "fein". Kürzer zwar, aber nicht wirklich was anderes.
    Deine Hündin wird dadurch nicht automatisch sofort wissen, wofür sie nun den Click erhalten hat. Das ist bei echten Clickerhunden teilweise schon schwierig, v.a. wenn sie Crossover-Hunde sind. Bei einem Hund, bei dem der Clicker nur als zusätzlicher Bestärker eingesetzt wird, ist es nicht wirklich viel anders als wenn man ein kurzes "Gut gemacht"-Markersignal verwendet.


    Zitat

    In Bezug auf meine Jugendlichen, ist es so, dass ich denke positive Verstärkung ist besser aus negativ auf den Hund und sein Verhalten zu reagieren. Da doch einige Reaktionen zu übertrieben sind, weil sich die Kiddies teilweise zu sehr in Emotionen verfallen und evtl. den Hund unangepasst behandeln. Denke das Clickern ist da eine gute Alternative. :gut:


    Auch hier kommt es darauf an, wie Du den Clicker verwenden willst - einfach als zusätzliches Marker-Signal oder willst Du "echtes Clickertraining" anfangen.


    Dir muss dabei eines klar sein - bei letzterem kommen Emotionen und unangepasstes Handeln gegenüber dem Hund gar nicht gut (sonst auch nicht, aber da ist es absolutes Gift).
    Zum echten Clickertraining muss man sagen, dass es u.U. einen ganz gewaltigen Nachteil gegenüber der konventionellen Ausbildung hat. Man sieht zu Anfang vordergründig nicht wirklich viele Fortschritte. Das ging mir bsp. zu Anfang so mit meiner ersten Clickergruppe im Verein. Die hatten gleichzeitig mit einer anderen Gruppe, die konventionell arbeitete, angefangen. Und nach ein paar Wochen ging es los so von wegen "deren Hunde können ja alle schon sooooooo lange Fuß laufen, die sind ja alle schon soooooo weit, ..... " - ja klar, die Hunde konnten "folge dem Leckerlie in der Hand (alternativ Spielzeug)", begriffen, was sie da tun, hattenen die Hunde deswegen noch lange nicht - nur, erkläre das mal einer Gruppe Anfänger, die nur sahen, dass die andere Gruppe schon so weit war, dass ihre Hunde schon fast ne BH-Länge lang Fuß laufen konnten .... halt mit Leckerlie vor der Nase. Damals habe ich dann auch ein paar Teams an die andere Gruppe "verloren".


    Der Unterschied wurde erst deutlich, als alle zusammen dann den Probelauf für die BH-Prüfung absolvieren sollten - meine Clickerhunde liefen das Ganze problemlos ohne Leckerlies oder Spieli vor der Nase. Die anderen Hunde brachen schlicht und ergreifend ein, da ihre Bestätigung auf Dauer fehlte.


    ABER - bis dahin gab es einiges an Diskussionen so von wegen "die sind schon so weit, das schaffen wir doch nie, deren Vorsprung aufzuholen". Erst als sie sahen, was es für die andere Gruppe bedeutete, Leckerlie/Spieli abzubauen, bzw. dass diese Gruppe das eben nicht so einfach schaffte und dass die Hunde tatsächlich ohne Leckerlie/Spieli alles andere als soweit waren, ne BH-Prüfung zu laufen, waren sie restlos überzeugt, dass das mit der Clickerei doch der richtige Weg gewesen war.


    Ja, ich hatte auch Jugendliche in der Gruppe. Aber gerade bei Jugendlichen gibt es solche und solche - die einen wollen sofort Fortschritte sehen, die anderen sind da viel ungeduldiger.


    Was ich immer wieder erlebe ist die Vorstellung, dass mit dem Clicker alles irgendwie besser, schneller, einfacher, ..... geht.
    Dem ist nicht so - der Clicker ist keine Wunderwaffe, die alles ganz schnell richtet. Der Clicker ist ein HILFSMITTEL - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und er ist wie alle Hilfsmittel nur so gut oder schlecht wie die Person, die ihn anwendet.


  • DAS kann ich auch nur empfehlen.
    Wir haben das in unserer Clickergruppe zu Beginn auch gemacht.
    Erstens hat das total viel Spaß gemacht und zweitens lernt man selbst sich in den Hund hineinzuversetzen, wie er sich beim Clickern fühlt. Für den hund ist das nämlich nicht so einfach, man fühlt sich am Anfang etwas komisch und vor allem eine hohe Clickerrate hilft zu Beginn sehr, damit man sich sicherer fühlt. Und so gehts dem Hund eben auch. Sicher für die Jugendlichen auch eine gute Lernerfahrung.


    Und zum restlichen Training kamen ja auch schon gute Antworten.
    Viel Spaß beim Clickern!

  • Zitat

    Weißt du schon was über Clicker? Ja?


    Dann stell dir ne Schüssel Gummibärchen, alternativ Schokobons oder was anderes eingepacktes hin und clicker die Jugendlichen, bzw. lass die Jugendlichen untereinander clickern.


    Jeder soll sich ne Aufgabe ausdenken die einer aus der Gruppe lösen muss. Das macht Spaß und es hilft den Jugendlichen den Clicker zu verstehen, weil sie dann erkennen, wie wichtig es ist richtig zu clickern.


    Das kann ich persönlich nur dann empfehlen, wenn derjenige, der das Ganze beaufsichtigt, auch wirklich weiss, was er/sie tut. Ansonsten endet das nämlich ganz schnell in Frust für alle Beteiligten. Ein typischer Anfängerfehler ist nämlich nach wie vor, die Anforderungen nicht weit genug "runterzubrechen". Und dann hat der Geclickerte nicht wirklich eine Chance.

  • Na aber gerade das ist ja der Lerneffekt bei der Geschichte.
    Dass man beim Ausprobieren mit anderen Leuten merkt, dass man die Anforderungen eben seeeeehr weit herunterbrechen MUSS. Schlimmer ist es doch, wenn man Clickern einfach beim Hund ausprobiert, und dieser wird total gefrustet und man selbst weiß nicht wieso, weil man es nicht versteht.
    Und mit anderen Personen kann mans eben einfach mal ausprobieren ohne was "kaputt" zu machen.

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