wenn Hunde bei Trainern perfekt mitmachen...

  • Ich als Trainer versuche meist möglichst neutral zu den Hunden zu sein. Ich schmuse und spiele also normal nicht mit ihnen aber es gibt Situationen da nehm ich die Hunde.

    1. um bei zappeligen unkonzentrierten Hunden selbst ein gefühl für den Hund zu bekommen. Man kann den HF total viel erklären aber wenn sie es nicht umsetzen können guck ich gerne selber obs nun am Hund liegt oder am HF. Danach kann man dann entsprechend weiter machen.

    2. um den HF mal zu zeigen wie gut ihre Hunde eigentlich schon das geforderte können und der Rest an ihnen liegt und wir daran arbeiten müssen. Man trainiert ja eh eigentlich nur die Menschen

    3. um um den Stress der so mancher HF bei seinem Hund verursacht mal raus zu nehmen und dabei auch zu zeigen was es heißt ruhig zu bleiben auch wenn ein Hund gerade andere Pläne hat.

    Ich will den Leuten eigentlich beibringen ihre Hunde selber auszubilden und da muss man das Team manchmal auch auseinander nehmen. Das heißt auch dass ich den Hund mal irgendwo anbinde und nur mit dem HF arbeite, er in der Position des Hundes und um ein Alternativverhalten zu erlernen dann ich als Hund.

  • Bei meiner Fibi ist eine Trainerin und ihre Assistentin vorerst an der Leinenführigkeit gescheitert.
    Eigentlich sollte ich darüber nicht erfreut sein.
    Ich bin es aber trotzdem :ops: .
    Irgendwie fühlte ich mich dadurch bestätigt.
    Ist doof, ich weiss, aber ich bin doch auch nur ein Mensch. :pfeif:

  • Hier in der Gegend gibts eine Frau mit einem winzigen putzigen Yorki und NULL Hundeerfahrung. Sie beschwert sich immer, dass nachdem sie bei einer Hundepsychologin war der Hund auf jeden anderen hört nur nicht auf sie und das schiebt sie natürlich auf die "Behandlung" von der Hundeexpertin.
    Dabei hört sie nicht auf den Hund vollzuquatschen: "komm schon Maxi, hör doch auf, was ist denn mit dir, schau mal wie brav sie ist, so solltes du auch machen..." Nach 5min höre ich selbst nur noch: "bla bla bla...blabla"

    Ich wollte ihr schon sagen: "Na klar hört der Hund nicht mehr auf dich, er ist resistent gegen deine Stimme geworden bei dem ganzen Gequatsche..." :lol:

  • Zitat

    .........
    Was haltet ihr im Allgemeinen davon? Wo seht ihr den Sinn dahinter?

    Oder glaubt ihr es ist keine Angeberei, sondern es soll nur gezeigt werden, dass man an seinen Problemen arbeiten kann?

    Genau das denke ich: es ist eine Möglichkeit, dem HF zu zeigen, daß der Hund etwas grundsätzlich schon kann. Und dann kann man gemeinsam überlegen, was der Trainer beim Führen des Hundes anders macht als der HF selbst. Als Basis für die weitere Arbeit.

    Ich hab das manchmal in meinen Welpenstunden gemacht - wenn einer mir erzählen wollte, der Welpe ließe sich nicht anlocken. Ich also den Hund an der Leine genommen, mich klein gemacht, in freundlichem Ton gerufen etc., was man halt dann so alles treibt, und der Welpe kam. Meist lag es daran, daß die Halter einfach Angst hatten, sich mit nem quietsch-freundlichen Ton lächerlich zu machen, und daher eher Kommandoton drauf hatten. Und so haben sie dann gesehen, daß mit freundlichem Ton der Welpe reagiert, und das hat sie ermutigt, weiterhin an ihrem Tonfall zu arbeiten. Das wirkt manchmal mehr als tausend erkärungen, wenn man das so sieht, wenns bei nem Anderen klappt.

    Und manchmal kann es auch eine Möglichkeit sein, dem Hund zu zeigen, was erwartet wird, weil z.B. der Trainer klarer/deutlicher führt, oder im richtigen Moment ein Kommando gibt/bestätigt. Aber ebenfalls nciht zu dem Zweck, zu zeigen, daß man besser ist, als der HF, sondern um zu helfen.

    Ich finde nämlich, ein guter Trainer ist einer, der einen Hund lesen kann und einem dann zeigt, wie man mit diesem eigenen Hund umgehen kann - nicht einer, der selbst den Hund des HF "beherrscht", oder nach Schema X Dinge beibringen will.

    LG,
    BieBoss

  • Zitat

    Kennt ihr das auch, dass man zu einem Trainer kommt, der eigene Hund irgendetwas nicht so gut kann und dann kommt der super Trainer, nimmt den Hund, und plötzlich hört der wie eine 1.

    Ich kenne das von meinem Hund eigentlich nur anders rum. Die benahm sich bisher bei jedem Trainer - man verzeihe mir, aber dafür gibt es keine anderes Wort - wie der letzte Arsch :ops:

    Neben der Welpenschule hatte ich bisher zwei Einzelstunden bei unterschiedlichen Trainern und ich bitte sogar darum, das mir der Trainer bestimmte Dinge an meinem Hund zeigt. Ich kapiere es so einfach schneller, kann mir von »Außen« in aller Ruhe Hund und Mensch anschauen und kann damit dann auch die Stunde effektiver nutzen.

    Viele Grüße
    Frank


  • Nein das kenne ich nicht.


    Beide Hunde gehen bei "Fremden" gar nicht. Die schauen immer nur wo ich bin und wollen wieder zu mir zurück.

    Der Border legt dabei sogar die Haltung eines geschlagenen Hundes ein. :roll:


    Beim Sport sieht das bei dem Großen anders aus. Da ist Ihm egal wer Ihn führt da macht er seinen "Job".

  • Zitat

    Vielleicht könnte man es statt Angeberei als Spiegel bezeichnen, um dem HH zu zeigen, dass das Problem nicht beim Hund zu suchen ist???
    Ich Schätze, so ist es doch sehr eindrücklich, wenn man sieht, wie klare Kommunikation funktioniert.
    Wenn du dich dadurch gekränkt und auf den Schlips getreten fühlst, liegt es eher an deiner Empfindlichkeit...ich würd eher darüber nachdenken, warum mich das so ärgerlich macht :roll:

    Das ist super geschrieben :gut: . Das erwarte ich doch eigentlich auch vom Trainer - gezeigt bekommen, was besser geht. oder?


    Das Problem welches ich eher kenne ist, dass Herr Hund bei einer Stunde mit neuem Trainer sich selbst bei mir vorbildlich benommen hat, ich nenn das mal frech "Vorführeffekt". Bei den Übungen wegen Leinengeprolle - nix! Auf dem Platz: Ablage, Abruf, kein Leckerchen vom Boden aufnehmen etc. - alles super! Ganz toll, wenn die Trainerin dann sagt "Was willste da noch machen? Den Hund hätt ich gerne als Vorzeigehund!" - dann stehste da :lol: . Da "freuste" dich dann schon fast, wenn er bei den "Freiland"-Übungen mal wieder die Ohren dicht macht..... :hust:

    LG
    Bine mit Puschkin

  • Naja, ich verstehe beide Seiten. Vielleicht kommt es auf den Hund an.
    Wenn ich Anjou jemandem in die Hand drücke kann derjenige null Ahnung haben. Anjou ist von der Situation erstmal schwer beeindruckt und macht mit.
    In Frage stellen, testen, so was... Das kommt erst nach ner Weile, wenn er einen ein wenig kennen lernt. Und dann wird es lustig, wenn derjenige keinen Hundeverstand hat :pfeif:

  • Ich kann mich grad gar nicht erinnern, ob meine Trainerin mir mal irgendwas mit meinem Hund vorgemacht hat. Ich glaub das Einzigste, wo Sie mal mit Bokey abgerauscht ist, war beim Rückruftraining :D

    Ansonsten macht unsere Trainerin es mit ihrem Hund vor - was auch noch nicht perfekt ist, mit nem einjährigen Aussirüden, der erst mitten in der Ausbildung steckt :hust: Aber ich glaub in Sachen BE- und ERziehung gibt's da viele Zusgeständnisse von den Haltern her, die Trainerin schlägt die "Bandbreite" vor und der Halter sagt, okay, ich bin aber mit dem sehr zufrieden und es erscheint MIR persönlich sympathischer, zu sagen, das reicht mir für unser Zusammenleben als darauf zu zielen, etwas genauso zu machen wie jemand anders es vorschreibt und dafür Zeit und Geld und Nerven (über)zuinvestieren.
    Also bei uns gilt eh - mehrere Wege führen nach Rom.
    Bei Bokey isses eh so, dass er durch schlechte Sozialisierung eben nicht viel Verhalten anbietet, da arbeitet man in Miniminischritten vom "Grundstock" alles heraus und da kann der Trainer noch so gut sein, watt der Hund nit kennt ditt macht der nit :D
    Es ist auch nicht so, dass Bokey alle Trainer automatisch anhimmelt, MÖGEN tut er unsere Trainerin sicher, doch in der HuSchu selbst wird darauf Wert gelegt, dass der Halter den Weg findet, um gut und sinnvoll mit seinem Hund zu arbeiten. Die Trainerin beobachtet, gibt Hinweise und Anregungen, am Ende Feedback und entlockt so den Haltern Aha-Erlebnisse und fragt auch in der Runde, wie andere Halter dieses oder jenes machen würden und regt halt einen Austausch an, was ich besser find, als statisches "Prinzip"-Training :smile:

  • Zitat

    Das heißt auch dass ich den Hund mal irgendwo anbinde und nur mit dem HF arbeite, er in der Position des Hundes und um ein Alternativverhalten zu erlernen dann ich als Hund.

    Ihr wollt nicht wissen, was mir gerade durch den Kopf gegangen ist :headbash: :D

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