wenn Hunde bei Trainern perfekt mitmachen...

  • Zitat

    Ich habe noch keinen einzigen Hundehalter erlebt, den es motiviert hätte, wenn der Hund sich beim Trainer achso führig, brav oder gehorsam gezeigt hatte. Alle waren immer voll frustriert, genervt, deprimiert gewesen.


    echt?

    ich kenne viele, die es motiviert hat, an sich zu arbeiten (wie z.b. ich auch)
    ich weiß doch, dass ich Fehler mache

    wieso brauchte ich sonst nen Hundetrainer?

  • Zitat


    echt?

    ich kenne viele, die es motiviert hat, an sich zu arbeiten (wie z.b. ich auch)
    ich weiß doch, dass ich Fehler mache

    wieso brauchte ich sonst nen Hundetrainer?


    Naja, vielleicht haben wir unterschiedliche Vorstellungen...

    Ich denke da bei meinem Post an dieses richtige Vorführen. :roll:

    Wenn ich einen richtig guten Trainer habe, zu dem ich ein vertrauensvolles freundschaftliches Verhältnis habe, mit dem ich eher zusammenarbeite, als daß ich "tue, was er befiehlt", dann lasse ich mir gerne etwas zeigen, einen Tipp geben. Der darf auch gerne mit meinem Hund (der ihm dann vertraut!!!) etwas probieren, ob etwas klappt, was er nicht so recht in Worte fassen kann.

    Aber in der Regel erwarte ich schon von einem Trainer, daß er mir den Sinn begreiflich machen kann. Daß er mir vermitteln kann, um was es geht und daß er mir dann die Möglichkeit gibt und den Freiraum läßt, dies mit meinem Hund selbst zu erarbeiten, auf unsere eigene Weise, die wir nunmal als Team finden müssen....

  • Zitat

    Ich habe noch keinen einzigen Hundehalter erlebt, den es motiviert hätte, wenn der Hund sich beim Trainer achso führig, brav oder gehorsam gezeigt hatte. Alle waren immer voll frustriert, genervt, deprimiert gewesen. Viele fühlten sich in der Tat total vorgeführt, bloß gestellt oder diffamiert. Manche anderen ließen dann nur die Schultern hängen:"ohje, der macht das schon 30 Jahre.... wie soll ich das in diesem Hundeleben nur je so hinkriegen?..."

    Ein richtig guter Trainer führt in meinen Augen mit dem fremden Hund nur das vor, was dann augenblicklich ähnlich gut mit den Besitzern selbst klappen wird und was man durch erklären nur schwer verständlich machen kann oder was der Besitzer fordert/verlangt. Ein richtig guter Trainer schafft es meiner Meinung nach, das meiste so zu erklären und verständlich zu machen, daß es mit dem Besitzer klappt. Ein richtig guter Trainer kann auch vermitteln, daß Training Zeit braucht und Geduld und Arbeit ist und man dadurch zusammen wächst.

    Dieses "Vorführen" dient in den meisten Fällen (meiner Erfahrung nach) nur dazu, daß der achso tolle Trainer sich vor dem versammelten Publikum am Zaun profilieren kann. Hab ich viel zu oft gesehen und vorallem viel zu oft auf Kosten des Hundes.... :/

    Ich verstehe dich überhaupt nicht.
    Aber vielleicht hast du auch nur seltsame Trainer erlebt...
    Bei uns auf dem Platz macht das der ein oder andere auch.
    Ich find das nicht nur o.k., sondern cool meine Hunde auch 'mal mit/bei anderen zu erleben.
    Und natürlich foppen wir uns dann auch 'mal. "Siehst du, geht doch..." "Du machst das ja auch schon 20 Jahre...."
    Bei uns geht es total freundschaftlich zu, und ich habe das Gefühl, das die mir wirklich helfen wollen.
    Aber das ist natürlich ein sehr subjektives Empfinden.

  • naja,
    wenn ich denke, mein Hund kann es nicht
    wenn ich denke, ich kann es eh nicht
    wenn ich etwas nicht verstehe
    oder auch wenn ich einfach mit Abstand gucken möchte, wie mein Hund reagiert, dann lasse ich mir gerne etwas zeigen

  • Außerdem...wie lernen Menschen am besten?

    1. Man lässt sich einen Sachverhalt erklären
    2. Man schaut sich diesen Sachverhalt bei anderen an. Lässt es sich vorführen.
    3. Man probiert es selber.

    Überträgt man das auf die Lernsituation "Einzelstunde beim Hundetrainer" muss der mir das eigentlich zeigen, weil sonst ein ganz wichtiger Lernaspekt fehlt.

  • Es gibt Menschen, die können etwas nach einer Erklärung umsetzen. Es gibt manche, die können es durch "Abschauen" lernen. Manche brauchen beides. Manche muss man in kleinen Schritten zum Ziel führen durch "Versuch und Irrtum" mit ihrem eigenen Hund, damit sie es sich selber erarbeitet haben.

    Wie schon gesagt: Ich versuche es auf den Mensch (und evtl. auch den Hund) anzupassen. Wenn ich mir unsicher bin, dann frage ich auch wie es derjenige gerne hätte.

    Mit meinen eigenen Hunden zeige ich auch - wie schon gesagt. Das Problem bzw. der Haken an der Sache: Meine Hunde zeigen das Fehlverhalten oft nicht mehr, so dass ich an denen gar nix zeigen kann...

  • Nun, wie lernt "man" (egal ob Hund oder Mensch) am besten/nachhaltigsten?....

    weder indem man etwas gezeigt bekommt, noch indem man etwas erklärt bekommt. Am allerbesten lernt man, wenn man es durch nachdenken/ausprobieren ganz alleine herausfinden durfte.... Das ist am effektivsten und nachhaltigsten... (Hilfen dürfen ja dennoch sein, aber ganz abnehmen wird nicht so gut funktionieren)

    Und ich bin einfach kein großer Freund von diesem "Zeigen/Vormachen".... Die einzelnen Teams müssen ihre eigene "Sprache" finden. Die sollen nicht mich einfach nur nachmachen, die sollen ihre eigene Art finden.

    Jaja, ich weiß.... :roll:

    Als Trainer MUSS man öfter mal was vorführen... Aber ich persönlich mache dann auch am liebsten mit meinem eigenen Hund was vor und zeige dann gleich für die mögliche Ausführung mehrere unterschiedliche Möglichkeiten.

    Ich merke es gerade mal wieder super extrem: Bluey ist perfekt ausgebildet. Nun versuche ich meiner Mutter zu zeigen, wie sie mit Bluey umgehen kann, wie sie ihn dazu bringt, daß er bei ihr etwas bestimmtes tut. Sie versucht dann mich nachzuahmen. Das funktioniert aber nicht, weil sie nicht versteht, was sie tun will, weil sie es oft selbst nicht weiß. Sie versucht etwas von mir nachzumachen, versteht aber die Bedeutung nicht und kriegt vorallem auch nicht meine "innere Haltung/Spannung" mit. Ist sie jedoch "klar" (auf ihre eigene Art), reagiert Bluey auf sie, auch wenn sie von mir abweichende Hilfen gibt, weil sie eben nunmal nicht ich ist und die beiden ihre eigene Wellenlänge finden müssen.
    Wenn ich mich mit meinem "Trainer" (mehr Freund) treffe und wir mit Jabba üben, dann hat er ganz andere Hilfen als ich, dennoch versteht Jabba ihn prompt und direkt, weil er "klar" ist...

    Die Leute müssen verstehen, was sie tun. Zeigen/Vormachen kann immer nur ein letztes Verdeutlichen sein, kann meiner Meinung nach NIEMALS das Verstehen und Begreifen ersetzen. Aus dem Verstehen muß die "Team-Sprache" entstehen.

  • kurzer Link, der erklärt, dass nicht alle Menschen gleich lernen ;)
    http://www.philognosie.net/index.php/article/articleview/163/

  • hihihi... das war doch auch nur grob... ich schrieb ja auch: "nachhaltigsten"...

    Es ist, wie auch Corinna schreibt: Man muß sich auf das Team einstellen. Aber gewisse "Richtlinien" hat man halt dennoch für sich selbst. Seine eigene Art eben, wie man halt mit Kunden und ihren Hunden umgeht, wie man ihnen etwas vermitteln möchte, welche Ansprüche man an sich selber hat.

    Ich habe ja auch nur meine persönlichen Meinungen und bisherigen Erfahrungen beschrieben und begründet.

    Was ich als "Kunde" vom Trainer erwarte und wünsche, und was ich von mir als Trainer erwarte und wünsche.

  • Ich finde das "Vorführen" nicht unbedingt schlecht, solange es eben solch ein Vorführen ist, was die Übung einmal beschreibt und den Ablauf zeigt und der Hundehalter es danach selbst probieren kann. Unser Trainer hat heute im Gruppentraining beispielsweise eingegriffen, als sich ein Hund nicht beruhigen konnte, weil er sich von einem anderen bedroht fühlte und seine HH ihn nicht zur Ruhe und zum Sitzen bringen konnte. Da hat unser Trainer kurz um ein Ausleihen gebeten und noch vor dem "vorführen" die Schritte erklärt, die er dann im folgenden gezeigt hat. Besonders hat er dabei erklärt, wie seine Körperhaltung ist und wie wichtig diese ist, um dem Hund eindeutig zu demonstrieren, was man erwartet. Nach den Erklärungen hat er den Hund einmal um den anderen Hund herumgeführt, ohne dass er gebellt oder sich fixiert hat. Anschließend gab er den Hund zurück und ließ es die HH probieren und erinnerte sie vorher an die Einhaltung der richtigen Körpersprache. Und es klappte danach auch wunderbar. Sogar mehrmals.
    Ich denke, bei richtigen Erklärungen und Verinnerlichungen sind solche Vorführungen durch den Trainer schon ziemlich hilfreich! Ist halt oft abhängig von der tatsächlichen Kompetenz des Trainers und nicht von dem, was auf seinen Prüfungspapieren steht...

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!