An welchem Punkt aufhören? Wie entscheidet ihr?
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Wäre vielleicht ein guter Zeitpunkt für eine Pause voller Schei*-egal-Haltung :/
Man kann es bestimmt nicht verallgemeinern, aber manchmal bringt das wirklich was. Oft ist es so, dass man innerlich schon damit abgeschlossen hat, dass sich etwas ändern wird und dann passiert es doch
Manchmal habe ich so die leise Vermutung, dass unsere Hunde uns besser lesen können als wir denken... - Vor einem Moment
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Hi,
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Ich hatte auch eine Zeit die Sch-egal-Haltung (Gott, wie viele Haltungsformen es beim Hund so gibt ;-) )
Aber gebracht hätte das Training da eh nichtsAnschließend bin ich motivierter wieder das „Jagdproblemchen“ angegangen
Und es ging nach der „Auszeit“ wesentlich besser -
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Wäre vielleicht ein guter Zeitpunkt für eine Pause voller Schei*-egal-Haltung :/
Glaub ich auch
Umso frustrierter du bist, um so frustrierter ist auch dein Hund. Ich hab das auch mal bemerkt, bei Emma, wir haben solche Sch*** egal Tage eingelegt und es läuft ;-) -
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Ich bin gegenwärtig auch am Überlegen, einfach mal ein, zwei Monate keinen Deut mehr auf Training zu geben, den Hund an die Schleppe zu packen und unangenehmen Situationen so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen, weil ich mich an einem Punkt fühle, wo ich mit den Enttäuschungen immer schwerer umgehen kann.
Mensch, das klingt ja nicht so gut. Zwei Monate habe ich nie davon gehabt, aber beim Antijagdtraining habe ich mal für 2-3 Tage nur stumpfes Gassigehen gemacht an einer 3m-Leine, weil ich auch so entmutigt war. Kein Kommando, kein Üben. Nicht unfreundlich oder entnervt, sondern einfach nur durch den Wald gestapft. Vorher war ich ja ständig am Üben und es klappte auch irgendwie nichts.
Und man glaubt gar nicht, wie arbeitseifrig mein Hund auf einmal war. "Guck mal Frauchen, ich kann so toll Sitz machen wenn du mal stehenbleibst. Und hast du gesehen, wie super ich die Wildspur da ignoriert habe? Soll ich's nochmal machen, guck mal. Wie sieht's aus mit Fusslaufen? Ich kann Fusslaufen, dass dir Hören und Sehen vergeht, mitten im Wald, achte drauf..." Danach lief es irgendwie besser, ich habe weniger Training in die Spaziergänge gepackt, und er hat besser mitgemacht bei den Dingen, die wir geübt haben. Er hat viel Zeit für die "Hundesachen", wir haben trotzdem genug Zeit zum Trainieren.Das ist natürlich kein Allheilmittel, aber bei uns hat es echt was gebracht...
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Bei meiner Dauerbaustelle stellt sich diese Frage für mich nicht !
Ich bin nicht bereit ein Hundeleben lang mit nem Leinenpöbler der übelsten Sorte durch die Landschaft zu laufen. Ausweichen kann ich teilweise einfach nicht und blöde Situationen kommen immer wieder.
Ich war schon oft sehr verzweifelt, gerade im ersten halben Jahr der mittlerweile fast 1,5 Jahre Training (und mein Hund ist grade mal 2,25 Jahre alt) hat sich praktisch nix getan. Aber dran bleiben hat sich gelohnt, jetzt nach der ganzen Zeit kann ich zumindest teilweise ohne Gepöbel an anderen Hunde vorbei. Aber das wird definitiv noch lange dauern das er entspannt an anderen Hunde vorbei geht... und Rückschläge gibts definitiv auch massenhaft.
Selbst wenns nicht besser werden würde als es jetzt ist, würd ich weiter trainieren.
Ich kann aber auch gut verstehen das man ab und an ne Auszeit braucht ... ich nehm mir hin und wieder auch raus, Hundebegegnungen weiträumig auszuweichen, oder Balin mit nem Spieli abzulenken (vor allem seit das geht, zu Anfangs war das unmöglich).
Manchmal liegen einfach die Nerven blank und dann ists besser ne entsprechend lange Pause einzulegen bis man weiter machen kann.Wie es ist wenn man an ne "endgültige" Grenze kommt, wie z.B. beim Jagdtrieb, wo einfach nicht mehr geht und man ein gutes Mangament der Situation hinbekommt, z.B. mit langer Schleppleine weiß ich einfach nicht ...
vielleicht ist ab nem gewissen Punkt das Training mehr Stress für beide Parteien als das es hilft. In so einem Fall muss man eben individuell entscheiden was das Beste ist. -
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Ich bin gegenwärtig auch am Überlegen, einfach mal ein, zwei Monate keinen Deut mehr auf Training zu geben, den Hund an die Schleppe zu packen und unangenehmen Situationen so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen, weil ich mich an einem Punkt fühle, wo ich mit den Enttäuschungen immer schwerer umgehen kann.
Bei uns ist der große Knackpunkt der Rückruf. Im Prinzip ist es seit Fietes Welpentagen Dauerthema, mit Hundeschule und Trainer haben wir daran gearbeitet.
Für den letzten Aufbau habe ich mich sehr, sehr viel Zeit gelassen, nur geübt, wenn er voll auf der Höhe und ich sicher war, dass er kommt, mit variierenden Superbelohnungen, mit Helfern, mit ganz sachte steigenden Umweltreizen. Über Monate hinweg hunderte und hunderte Wiederholungen gehabt, ihn dabei nie überfordert.
Eines Tages sind wir auf einer Wiese, er schnuppert, ich rufe. Er guckt, ich rufe nochmal, er schnuppert weiter. Ich renne weg, rufe nochmals, keine Regung. Schließlich habe ich ihn innerlich fast explodierend abgeholt.
Bis heute weiß ich nicht, warum er da keine Lust hatte, zu kommen, doch seitdem ist alles für die Katz, die Chance, dass er kommt, äußerst variabel. Wie ein Schalter.
Sowieso habe ich das Gefühl, gegen Windmühlen zu kämpfen - für jede Macke kommt eine neue dazu.
Ist er mal abrufbar, läuft er mistig an der Leine, kaum läuft er ordentlich an der Leine, will er am liebsten jeden Hund kalt machen, kaum lässt er Hunde in Ruhe, konzentriert er sich auf Menschen, kaum lässt er die in Ruhe, ist er nicht mehr abrufbar... ich bin langsam einfach richtig müde und fühle mich wie der Jahrhundertversager.Wäre vielleicht ein guter Zeitpunkt für eine Pause voller Schei*-egal-Haltung :/
Liebe Grüße

Och Lisa, lass Dich mal knuddeln! :hug:
Ich glaub, Du hast da n richtiges Gefühl mit dem sch...egal. Die Herren und auch Fräulein Hunde folgen manchmal viel besser, wenn sie sich nicht mehr dauernd als Mittelpunkt der Welt sehen, sondern wie viele tausend andere Hunde auch, einfach "nebenher mitlaufen". Bei meiner - die natürlich kein JRT ist - ist es zumindest so. Darüber war ich sehr erstaunt, ehrlich gesagt. Durch das DF wird man als Halter ja auch oft infiziert und überengagiert.
Ich wünsch Dir auf jeden Fall, dass er Dir nicht mehr auf der Nase rumtanzt!
Lieben Gruss!
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Interessantes Thema
An sich mag ich es sehr entspannt, möglichst ohne „Kommandos“ und ohne Leine, verlässlich und möglichst Baustellenfrei. Ich steck meine Energie mit den Hunden da lieber in Spiel und Sport und Wanderungen. Bin auch eher schnell gestresst und am grübeln, wenn etwas „blöd“ läuft, im Alltag, nicht bei „Auslastung“. Bei allem, was unter „Auslastung“ fällt, ist es nur die Spaß an der Freude und der Weg das Ziel. Da bin ich auch nicht sonderlich ehrgeizig. Was uns gemeinsam Spaß macht, verfolgen wir weiter, wobei ich Herausforderungen dabei auch mag.
Ich habe beide Hunde ja nun von Welpe an und sie haben die für meine Vorstellungen passenden Rassen. Natürlich gibt es bei Welpen und Junghunden viel an Entwicklung und neuen Herausforderungen, das ist auch in Ordnung so. Wenn sich was in die falsche Richtung entwickelt hat, habe ich in der Regel direkt gegen gelenkt. Gerade die für mich wichtigen Sachen, wie generelle Freude an der Zusammenarbeit, hohe Ansprechbarkeit, sehr gut kontrollierbarer Jagdtrieb, angemessenes Verhalten Menschen gegenüber, von Alltagsreizen möglichst nicht aus der Ruhe zu bringen, allgemein selbstbewusst (und bei Grisu Frustrationstoleranz, warten können… ist mir auch wichtig, war schwer bei ihm)
Also, ich denke, im Alltag ist mir schon vieles sehr wichtig, zu wichtig, um es nur halbherzig anzugehen.
Ich bin da auch sehr konsequent, nicht so der Ausreden-such-aus-den-Gründen-heute-mal-was-lockerer-Typ… Aber wenn ich merke (bei Grisu damals z.B.), der ist einfach hinüber für heute, das war zu viel… da könnte ich mir nur selbst in den Hintern beißen… Bin auch eher der Typ, der erst mal bei sich schaut, ob ich es denn überhaupt so rüber bringe, wie Hund es verstehen kann.Ich weiß nicht so recht, ob ich damit klar käme, wenn ich nun einen erwachsenen Tierschutzhund übernehme und merke, gewisse Dinge gehen einfach nicht, da kann ich machen und wollen und muss trotzdem mit so einigen Dingen einfach leben… Ich glaube, das würde mir schwer fallen, zu akzeptieren…
aber gibt schon was dazu:
ZitatDass ihr z.B lieber die Situation ändert, als weiter mit eurem Hund an einem bestimmten Verhalten zu trainieren?
Ich habe vor etwa 2 Jahren akzeptiert, dass Lucy nie wieder mit freudig leuchtenden Augen einem fremden Hund Guten Tag sagen wird. Seitdem ist es kein Problem mehr. Wir gehen weiter, sie kann entscheiden, wie sie auf „Aufdringliches“ reagiert und ich habe festgestellt, sie tut das überzeugend und ohne „raufen“. Grisu findet unkastrierte, „machohafte“ Rüden doof, Lucy den Rest. Bleibt nicht viel übrig bei einem gemeinsamen Spaziergang...
Mir geht es nur noch darum, dass sie keinen Streit anfangen, nicht pöbeln, auf Kommandos wie Abruf, Absitzen lassen oder neben mir bleiben hören. Würde ich anders wohnen, würde ich vielleicht mehr probieren? Hier reicht es so… wobei es lange gedauert hat, bis es mir von meiner Einstellung/Akzeptanz her gerreicht hat 
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Mensch, das klingt ja nicht so gut. Zwei Monate habe ich nie davon gehabt, aber beim Antijagdtraining habe ich mal für 2-3 Tage nur stumpfes Gassigehen gemacht an einer 3m-Leine, weil ich auch so entmutigt war. Kein Kommando, kein Üben. Nicht unfreundlich oder entnervt, sondern einfach nur durch den Wald gestapft. Vorher war ich ja ständig am Üben und es klappte auch irgendwie nichts.
Und man glaubt gar nicht, wie arbeitseifrig mein Hund auf einmal war. "Guck mal Frauchen, ich kann so toll Sitz machen wenn du mal stehenbleibst. Und hast du gesehen, wie super ich die Wildspur da ignoriert habe? Soll ich's nochmal machen, guck mal. Wie sieht's aus mit Fusslaufen? Ich kann Fusslaufen, dass dir Hören und Sehen vergeht, mitten im Wald, achte drauf..." Danach lief es irgendwie besser, ich habe weniger Training in die Spaziergänge gepackt, und er hat besser mitgemacht bei den Dingen, die wir geübt haben. Er hat viel Zeit für die "Hundesachen", wir haben trotzdem genug Zeit zum Trainieren.Das ist natürlich kein Allheilmittel, aber bei uns hat es echt was gebracht...
Ich mußte jetzt so schmunzeln als ich das gelesen habe. Kopfkino pur ...

Genau deine Worte haben meine Situation mit Lizzy beschrieben. Ich habe sie total motiviert übernommen und hatte dann irgendwann einen absoluten Tiefpunkt. Viele Leute hier im Forum haben mir zu einer "Pause" geraten. Und ja, ich hab die dann auch gemacht.
Und - oh Wunder - die oben beschriebene Situation ist ganz von allein, ganz schnell eingetreten.
Irgendwie hatte meine Hündin dann auch die Sachen drauf die wir vorher ewig geübt haben! Keine Ahnung, manchmal sind Pausen echt gut um gelerntes zu verarbeiten und entsprechend umzusetzen... -
Zitat
Was sind eure Kriterien in solchen Situationen? Setzt ihr Prioritäten und lasst weniger wichtige Ziele sausen? Arrangiert ihr euch generell eher mit der gegebenen Lage oder arbeitet ihr auf eure Ideale hin? Mich würden verschiedene Denkansätze dazu interessieren.
Gruss, jente
Es gibt sonne und solche Ziele bei mir, aber prinzipiell schau ich, was für Satoo möglich ist und was nicht.
Ein Ziel hab ich über den Jordan gehen lassen. Anfangs dachte ich noch, irgendwann wird er sich von Fremden ausgiebig streicheln lassen und das toll finden. Nö muss er jetzt nicht mehr, ich blocke inzwischen alle Leute ab (hab allerdings auch den Vorteil, dass hier fremde Hunde akzeptiert wird und nicht jeder alles antatschen muss) und gut ist.
Dann dann unterteile ich auch in Nah- und Fernziel und achte auf die kleinsten Fortschritte, dabei hilft/half mir ein Trainingstagebuch, in dem ich jedes Detail geschildert habe bzw noch tue. So konnte ich dann feststellen, dass er zwar pöbelt aber nicht mehr so heftig in die Leine springt oder dass es bei Hund x überhaupt kein pöbeln mehr gab. Oft übersieht man die kleinen Schritte und nimmt nur noch das große Endziel wahr, das frustet auf Dauer unheimlich. Auch das bewußte Schmökern im Tagebuch hilft, sich die Fortschritte bewußt zu machen, zu schauen was war vor einem Monat/Jahr noch überhaupt nicht drin und was ist jetzt schon selbstverständlich. Das übersieht man sehr häufig im täglichen Leben. Und das Positive bestärkt einen dann in den Phasen, in denen es überhaupt nicht läuft, es zeigt, dass man auf dem richtigen Weg ist.
Wichtig ist mir bei den Zielen, dass ich Fortschritte sehe, sehe ich die nicht über einen längeren Zeitraum, wird der Trainingsansatz geändert. So zum Beispiel beim Thema Freilauf und Hetztrieb. Da haben wir nach einem Jahr festgestellt, dass wir zwar Fortschritte gemacht haben aber die nicht ausreichen werden, um das Endziel zu erreichen. Also haben wir von Rückruftraining umgestellt auf: Anzeigen wird belohnt aber der Spur darf nicht nachgegangen werden. Das hat viel Druck rausgenommen bei uns Menschen, denn jetzt ist die Spur nicht mehr der Feind sondern was Tolles. Und Satoo darf seine Nase einsetzen, was ihm natürlich sehr gelegen kommt. Wir sind zwar noch lange nicht am Ziel, aber werden es so weitest gehend erreichen. Allerdings wird Satoo nie ein Hund sein, den man immer und überall freilaufen lassen kann, aber das muss auch nicht sein.
Kurz und gut:
Sich der erreichten Teilziele bewußt werden, Fortschritte wahrnehmen, Rückblicke machen und ggf nen anderen Trainingsansatz austesten hilft uns in schlechten Phasen. Sollte dann für den Hund was überhaupt nicht möglich sein, wird das Ziel über den Jordan geworfen. -
Danke für die aufmunternden Worte

Irgendwie ist vorhin eine Menge Frust aus mir herausgeblubbert.
Was mich wurmt ist... wäre er jetzt wegen einer Katze abgezischt, oder wegen eines anderen Hundes, hätte ich mich zwar geärgert, aber ich hätte sagen können: "Jut, er ist noch nicht so weit", in die Hände geklatscht und weiter gemacht.
Aber er fällt ja gleich immer auf ein Nullniveau, als wäre nie was gewesen. Er arbeitet äußerst motiviert mit, doch da ist kein Deut Verlässlichkeit hinter
Ebenso ist es nicht so, dass wir total verkrampft unterwegs sind, aber ich sehe gegenwärtig kaum Sinn darin, irgendwie am Grundgehorsam zu arbeiten. - Vor einem Moment
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