An welchem Punkt aufhören? Wie entscheidet ihr?
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Ich hatte anfangs eine Riesenliste, was Rocky alles lernen muss- typisch übereifriger Hundeanfänger
Der Schuss ging ja mal so was von hinten los und mein Hund hat mir mehrfach die Mittelkralle gezeigt.
Nach vier Wochen war ich mit den Nerven am Ende und dann wurde neu strukturiert.
Die Dinge, die mir am meisten Angst gemacht haben- Menschen und Kinder stellen, Schutztrieb,
und leinenpöbelei wurden konsequent und gelegentlich auch sehr streng abtrainiert.
Die kleinen Dinge wie Sitz, Down, bleib wurden mit viel Spaß in die Spaziergänge eingebaut.
Mein Hund fällt immer mal wieder in die "Chefphase", da gebe ich keinen Zentimeter nach, egal wie
nervig es ist und das werde ich wohl auch noch Monate tun müssen
Dass er aber gelegentlich länger braucht um ins sitz zu gehen weil der andere
Hund doch sooo interessant ist- so what? Das stresst mich nicht.
Ich freu mich wie ein Honigkuchenpferd, dass ich inzwischen an jedem Mensch oder Kind vorbeigehen
kann ohne das mein Hund aus Angst steigt, dass er auch von sich aus auf andere Menschen zugeht,
neugierg ist und seine Umwelt nicht mehr als Bedrohung auffasst. Wichtig war beim dem Training schon lange
vorher aufzuhören, bevor er sich wieder reinsteigern kann. Für einen ungeduldigen Menschen wie mich
eine reine Tortour, aber es hat sich gelohnt. - Vor einem Moment
- Neu
Hallo,
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Hei,
ich stecke mir für uns Ziele. Versuche sie zu erreichen. mal klappt es, mal nicht.

ich denke, dass es dazu gehört zu reflektieren. wenn ich merke, dass es nicht läuft, dann versuche ich einen anderen weg zu finden. läuft es dann immer noch nicht, überlege ich mir, ob es mir das ziel wert ist, es weiter zu verfolgen. pepper hat zb sehr lange für den abruf gebraucht und ist im ersten jahr meist ihre wege gegangen. dann gab es eben 3 monate mit schleppleine. danach wurde es immer besser, aber es hat lange gedauert. so what? ein hundeleben ist lang und da braucht man sich keinen stress machen :)
ist es im hundesport-bereich kann es dann auch mal passieren, dass ich eine trainingspause mache, welche dann über mehrere Wochen gehen kann. dann klappen die meisten dinge. ich habe festgestellt, dass es manchmal einfach eine frage der zeit ist bis wir es zusammen auf die reihe kriegen. in der zeit mache ich dann einfach andere dinge. wechsel zum beispiel mit dem hauptfokus von dummy auf tricks oder unterordnung. die dummies verschwinden dann einfach irgendwo im schrank und werden wieder rausgeholt, wenn die zeit reif ist :)
für mich habe ich letztes jahr gelernt, dass der schlüssel zum ziel wirklich geduld ist. gerade bei jungen hunden gibt es mal hochphasen in der aufnahmefähigkeit und auch mal ganz tiefe tiefs. und als zweites sollte man sich nicht mit anderen versuchen zu messen. jeder hund ist anders und hat auch verdient dementsprechend behandelt zu werden.
lg Sarah
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Danke euch allen für die Antworten. Ihr scheint ja auch oft die "Pflicht/Kür"- wie bei Falbala oder die "Arbeit/anderes"-Einteilung wie bei Maanu zu nutzen. Oder auch Prioritäten wie das Menschenstellen bei schleppleine.
Bei mir ist es seit einigen Monaten so, dass ich zum ersten Mal nicht unbedingt das Trainingsziel erreichen muss. Bisher ging es um Ziele wie "Nichtjagen", Abruf etc, die für mich einfach absolute Priorität haben. Mein Hund soll (in gewissem Rahmen) freilaufen können, da gibt es für mich persönlich einfach keine Abstriche. Und dafür muss der Rückruf klappen und der Jagdtrieb zumindest kontrollierbar sein. Natürlich sind das Baustellen, die auch immer mal wieder mehr oder weniger akut werden können, aber im Moment sind sie im Griff, nach langem Training. Wenn es dabei mal nicht gut lief, habe ich mir manchmal gedacht, dass wir es wohl doch nie schaffen werden, bin aber drangeblieben, und es hat geklappt.
Und jetzt geht es auf einmal um Dinge, bei denen es halt schön wäre, wenn sie klappen, aber auch keine absolute Katastrophe, wenn nicht. Da frage ich mich dann schon etwas öfter, müssen wir uns durch diese "schlechten Zeiten" durchackern wie bei den anderen Sachen? Wenn ich weiss, dass es uns beiden hinterher Spass machen wird, ist es dann die manchmal zähen Trainingszeiten wert? Das sind Dinge, die ich für mich bewerten muss, und dabei hilft es mir, mal anderer Leute Ansichten zu hören.
Das mit der Unbeschwertheit von Nera und Dir klang übringens toll, Steffi, aus solchen Zeiten zieht man ja auch eine Menge Energie und gute Laune für Trainingstage, an denen es mal nicht so läuft.
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Zitat
Und jetzt geht es auf einmal um Dinge, bei denen es halt schön wäre, wenn sie klappen, aber auch keine absolute Katastrophe, wenn nicht. Da frage ich mich dann schon etwas öfter, müssen wir uns durch diese "schlechten Zeiten" durchackern wie bei den anderen Sachen? Wenn ich weiss, dass es uns beiden hinterher Spass machen wird, ist es dann die manchmal zähen Trainingszeiten wert? Das sind Dinge, die ich für mich bewerten muss, und dabei hilft es mir, mal anderer Leute Ansichten zu hören.
kommt bei mir immer drauf an, welchen Nutzen zu welchem Preis ;-)hast du nen konkretes Beispiel?
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Nehmen wir mal meinen gegenüber fremden Menschen oft unsicherheitsaggressiven Hund. Mein Ziel ist es, irgendwann relativ entspannt durchs normale Wohngebiet laufen und Fremde auf dem Weg passieren zu können, ohne dass sie ausrastet.
Niemals wird sie sich von Fremden anfassen lassen müssen oder mit mir in die Innenstadt gehen müssen. Das akzeptiere ich als Grenzen ihres Verhaltens.
Sollte sich ihr Verhalten so weit verbessern, dass letzteres trotzdem in die Nähe rückt, werde ich's bestimmt weiter trainieren. Aber wenn nicht werde ich auch gut damit leben können.
LG Lily und Happy
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Zitat
kommt bei mir immer drauf an, welchen Nutzen zu welchem Preis ;-)
hast du nen konkretes Beispiel?
Also, mal ein Beispiel (vielleicht kein sehr gutes): bei vielen Sport/Beschäftigungsarten ist es ja notwendig, dass der Hund irgendwo (Auto oder Box) wartet, bis er dran ist. Zwerg Nase mag das so überhaupt nicht, er jault und jammert. Wenn ich mich dann auch noch aus seinem Umkreis entferne, wird er lauter und fängt an, sich an Dingen auszulassen. Neulich musste mal meine Rücksitz-Kopfstütze dran glauben. Kann man trainieren, ist mir klar. Und er liebt dann die eigentliche Arbeit, also wenn er dran mit der Beschäftigung. Aber, ist es das wert, wenn er erst durch die andere Phase durch muss? Im täglichen Leben muss er nicht ausserhalb der Wohnung allein auf mich warten, zum Einkaufen nehme ich ihn z.B. nicht mit. Also stecken wir letztendlich eine Menge Arbeit in ein Training, dass nur in einer bestimmten Situation hilft, die strenggenommen nicht lebenswichtig/alltagsrelevant ist.Wie gesagt, vielleicht kein gutes Beispiel aber so ungefähr das, worum es mir geht.
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Für mich ist es wichtig, dass die Hunde warten können, auch außerhalb der Wohnung.
Was mach ich, wenn ich Samstags 21.45 Uhr (22 Uhr Ladenschluss), von ner Freundin heim kommt, mit der wir Gassi waren, und ich noch dringend was einkaufen muss?
Hungern, weil mir die Hunde sonst das Auto zerpflücken? ;-)Ok, aber davon abgesehen?
Wenn der Sport mir und dem Hund Spaß macht, würde ich es üben … es ist ja nicht schlimm mit dem Üben, da der Hund es ja positiv verküpfen soll, da zu bleiben/warten -
Zitat
Hast du dabei schon mal ein Ziel revidiert oder ganz aufgegeben? Und was hat dich dann jeweils dazu bewogen?
Ich wunder mich bei mir selber dann immer, ob das jeweilige Ziel sich noch jemals auf der Prioritätenliste wieder nach oben kämpfen wird...
Also mir hilft es da immer einen Plan zu machen, ich habe mir eben vorgenommen wenn es wieder wärmer ist an dem Problem intensiv zu arbeiten, weil ich weiß, das ich es dann auch durchziehe und so hat man dann motivation und wird nicht grantig auf sich selber, weil man es nicht schafft. Und ganz ehrlich, bei der Kälte kann ich meine Finger kaum bewegen wie soll an da eine Schleppleine halten.^^
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@LittleFinja
Ich höre immer dann auf, wenn ich merke, dass ich meinen Hund mit etwas überfordere oder selber überfordert bin. Bei uns war das z.B. "Platz".
Irgendwie hat es einfach nicht funktioniert. Entweder weil ich ihm das Kommando falsch vermittelt habe oder weil er nun gar keinen Bock drauf hatte kann ich schlecht sagen. Vermutlich von beidem ein wenig. Da ich bei meinem Hund die Erfahrung gemacht habe, dass mit Hektik und Stress alles nur schlimmer wird, breche ich in so einem Fall komplett ab. Nach einiger Zeit (Tage) fange ich ganz von vorne an. Neues Wort, neue Ausgangssituation, andere Verknüpfung und dann funktioniert es.LG Andrea
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Ich bin gegenwärtig auch am Überlegen, einfach mal ein, zwei Monate keinen Deut mehr auf Training zu geben, den Hund an die Schleppe zu packen und unangenehmen Situationen so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen, weil ich mich an einem Punkt fühle, wo ich mit den Enttäuschungen immer schwerer umgehen kann.
Bei uns ist der große Knackpunkt der Rückruf. Im Prinzip ist es seit Fietes Welpentagen Dauerthema, mit Hundeschule und Trainer haben wir daran gearbeitet.
Für den letzten Aufbau habe ich mich sehr, sehr viel Zeit gelassen, nur geübt, wenn er voll auf der Höhe und ich sicher war, dass er kommt, mit variierenden Superbelohnungen, mit Helfern, mit ganz sachte steigenden Umweltreizen. Über Monate hinweg hunderte und hunderte Wiederholungen gehabt, ihn dabei nie überfordert.
Eines Tages sind wir auf einer Wiese, er schnuppert, ich rufe. Er guckt, ich rufe nochmal, er schnuppert weiter. Ich renne weg, rufe nochmals, keine Regung. Schließlich habe ich ihn innerlich fast explodierend abgeholt.
Bis heute weiß ich nicht, warum er da keine Lust hatte, zu kommen, doch seitdem ist alles für die Katz, die Chance, dass er kommt, äußerst variabel. Wie ein Schalter.
Sowieso habe ich das Gefühl, gegen Windmühlen zu kämpfen - für jede Macke kommt eine neue dazu.
Ist er mal abrufbar, läuft er mistig an der Leine, kaum läuft er ordentlich an der Leine, will er am liebsten jeden Hund kalt machen, kaum lässt er Hunde in Ruhe, konzentriert er sich auf Menschen, kaum lässt er die in Ruhe, ist er nicht mehr abrufbar... ich bin langsam einfach richtig müde und fühle mich wie der Jahrhundertversager.Wäre vielleicht ein guter Zeitpunkt für eine Pause voller Schei*-egal-Haltung :/
Liebe Grüße
- Vor einem Moment
- Neu
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