Leinenziehen: Weitere Ideen gesucht

  • Ich habe bei meinem notorischen Leinenzieher die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, nicht immer stur nach dem gleichen Schema vorzugehen. Und es gibt kein Schema, was für alle Hunde/Halter passt.

    Für uns war entscheidend, dem Hund getrennt vom Gassigehen beizubringen, was er tun soll, wenn die Leine straff wird: nämlich selbständig so nachgeben, dass sich der Zug löst. Das habe ich mit Clickertraining gemacht. Dann war es auch wichtig, das nur in sehr kurzen Sequenzen anzuwenden, ohne irgendwo hinzugehen. Die übrige Zeit habe ich die Leine ans Geschirr geklinkt und gegengehalten, ohne den Hund mit ständigen Ansagen, Richtungswechseln oder Bodyblocks zu nerven. Denn diese konsequente Exerzierei und den Frust hat mein Hund überhaupt nicht vertragen, er wurde immer gestresster und hektischer, und zog daher immer mehr - ein Teufelskreis!

    Die Übungssequenzen habe ich dann langsam ausgedehnt, aber nur, wenn ich gut drauf war und Zeit hatte. Manchmal bin ich nur stehen geblieben, manchmal habe ich Richtung gewechselt oder einfach enge Kreise gelaufen. Mit dem schon fortgeschrittenen Hund passe ich auch das Tempo an: zieht er, gehe ich immer langsamer, läuft er an lockerer Leine, geht es flott voran. Bodyblocks habe ich aufgegeben, bzw. mache sie nur noch, wenn der Hund hinter mir gehen soll (das ist aber eine andere Übung). Beim normalen Leinenlaufen konnte mein Hund diese Attacken überhaupt nicht einordnen, ging ins Meiden, ohne weniger an der Leine zu ziehen. Es hat gedauert, aber inzwischen sind wir deutlich vorangekommen!

    Dies nur als Erfahrungsbeispiel - mit meinen anderen Hunden haben die von dir beschriebenen Methoden durchaus ausgereicht. Aber die Kombination von passioniert, sensibel und stur war und ist eine echte Herausforderung. Inzwischen bin ich völlig immun gegen Bemerkungen, dass ein Hund in dem Alter dasunddas können müsse, oder dass ich bloss mal Klartext reden müsse, oder dass Methode X unfehlbar in 30 Minuten bei jedem Hund klappen würde.....

  • Zitat


    Es fängt schon an, dass ich noch nicht ganz die Türe auf habe er mich schon halbt die Treppen runterzieht, halte ich ihn kurz ist er nur am keuchen, wegen des Halsbandes, draußen geht es genauso weiter, immer dieses keuchen. Bleibe ich mal 2 Minuten stehen wird er nervös, springt sogar in die Leine und merkt dann dass es nichts bringt und legt sich meistens hin.

    ich würde vorm verlassen der wohung damit anfangen, ruhe in den hund zu bringen und dann erst ins treppenhaus gehen.

    es ist viel einfacher, wenn der hund hinter dir die treppe runter geht.
    dein hund passt sich deiner geschwindigkeit an und muß sich zurücknehmen.
    außerdem prescht er dann nicht beim verlassen des treppenhauses durch den Eingangsbereich.

  • Hallo,

    wir haben eine gute Methode für uns gefunden, vielleicht ist sie auch etwas für dich:

    Wenn Joschi (Labrador, fast 1 Jahr) zieht, geht es einfach nicht weiter, d.h. ich bleibe stehen.

    Es geht erst weiter, wenn er wieder in der Position links neben mir ist. Dies muss Joschi selbst hinbekommen. Anfangs habe ich "Round" gesagt, d.h. er musste rechts um mich herum gehen und sobald er wieder neben mir ist, ging es weiter.

    Das hat er nach ein paar Wochen verstanden.

    Jetzt muss ich - nach dem Stehenbleiben - nicht mehr "Round" sagen, er macht es von sich aus (und dann nur 1 x so nach dem Motto "Ach ja stimmt, es geht nur weiter, wenn ich links neben dir laufe"). Oder er geht ein paar Schritte rückwärts zurück wieder auf Position. Dann geht es natürlich weiter.

    Finde das ganz schön, da der Hund hier mitdenkt. Und es läuft mittlerweile echt prima.

    Liebe Grüße,

    Ingo

  • Hallo Alexxx,

    es klang für mich fast so, als würdest Du meine Geschichte erzählen. Ich hab auch so ein Exemplar,
    das so an der Leine gezogen hat, dass er gekeucht und geröchelt hat. Es war einfach unerträglich und ich war oft verzweifelt.
    Er hat damit schon mit ca. 5 Monaten angefangen, ganz besonders schlimm war es auf dem Weg zum Welpenkurs im Hundeverein. Durch falsche und ungenügende Beratung (Leinenruck und Richtungswechsel) und ohne Erklärung und weitere Hilfe konnte sich natürlich keine Besserung einstellen.

    Im Endeffekt bin ich dazu übergegangen bei jedem Ziehen stehenzubleiben, so wie Ingo35 es beschrieben hat. Denn wie Du schon meintest, ist Richtungswechsel an einer Straße schlecht möglich. Also auf dem Bürgersteig, wo es meistens recht eng werden kann, stehenbleiben und warten, bis der Hund zurückkommt und wieder neben mir in Ausgangsstellung ist.
    Aufgebaut hab ich das, indem ich ein oder zwei Schritte rückwärts gegangen bin und ihn zu mir gelockt habe. Das Leckerchen gab es dann, als er neben mir war. Dann ging es im Normaltempo weiter, bis zum nächsten "Sprung" in die Leine. Da hab ich für ca. 100 Meter manchmal eine gefühlte Ewigkeit gebraucht.

    Wenn dann im Park oder auf einer Wiese mehr Platz und weniger Ablenkung ist, dann kann man auch den Richtungswechsel gut ausführen, wie Herr Rütter es gezeigt hat.

    Inzwischen ist mir klar, dass dieses Training, gerade bei einem dickköpfigen Hund nicht in 2 bis 3 Wochen abgehakt ist. Aber wenn man konsequent ist, wird man bald Erfolge sehen und auch wieder motivierter da rangehen.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall, dass Du für Dich und Deinen Hund die richtige Methode findest!

    LG
    Petra

  • Hallo Alex!
    Ich glaube auch nicht das das Geschirr eine erleichterung bringt! Ich habe die eigene Leine vom Halsband zum Rücken unter den Bauch und wieder zum Rücken so das er um den Bauchraum die Leine hat. Sobald er Zieht geht es an seinen Bauch und siehe Da er zieht nicht mehr. Das habe ich die ersten Spaziergänge jedesmal gemacht und nun hab ich keine langgezogene Arme :-)

  • Zitat

    Ich habe die eigene Leine vom Halsband zum Rücken unter den Bauch und wieder zum Rücken so das er um den Bauchraum die Leine hat. Sobald er Zieht geht es an seinen Bauch und siehe Da er zieht nicht mehr. Das habe ich die ersten Spaziergänge jedesmal gemacht und nun hab ich keine langgezogene Arme :-)


    Nicht jeder möchte dem Hund diese Schmerzen zufügen - da würde ich zum Management eher ein Halti (nur unter kundiger Anleitung) oder Halti-Harness empfehlen.... :/

  • @Najira: Wie lange hast du mit deiner Methode gebraucht, bis es wirklich und fest drin war?
    Hast du verschiedene Halsbänder bzw. Geschirre verwendet oder nen Kommando eingeführt?

  • Ich würde wahrscheinlich im Moment gar nicht mein Hauptaugenmerk auf die Leinenführigkeit legen, sondern darauf im kleinen Rahmen Ruhe in den Hund zu bringen. Drastisch ausgedrückt: Ich halte es für ein schweres Unterfangen, größere Strecken gesittet an lockerer Leine zurückzulegen, wenn ich nicht mal gesittet die Treppe runterkomme.

    Ich würde mir also erst mal die ganzen kleinen Stellen nehmen, in denen Unruhe aufkommt, bei denen man dann aber doch irgendwie beide Augen zudrückt und erst einmal versuchen diese zu lösen. Ich glaube, dass danach das Thema Leinenführigkeit um ein Vielfaches leichter von der Hand geht. Zumal dein Hund es ja anscheinend schon kann, wie sich zeigt, wenn die erste Unruhe mal verflogen ist.

    Viele Grüße
    Frank

  • Zitat

    Drastisch ausgedrückt: Ich halte es für ein schweres Unterfangen, größere Strecken gesittet an lockerer Leine zurückzulegen, wenn ich nicht mal gesittet die Treppe runterkomme.

    Viele Grüße
    Frank

    Das habe ich bei meinem auch gemerkt, also wurde erstmal das wir gehen raus Ritual komplett
    neu aufgebaut. Inzwischen hüpft Rocky zwar die Stufen noch freudig runter aber er wartet
    an jedem Absatz und versucht mich nicht mehr anderthalb Stockwerke abwärts zu ziehen :D

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