• Die Grundidee mit dem Klick & Belohnen ist vermutlich richtig... Allerdings hast Du einen massiven Fehler im System. Du willst den Click ausschleichen, indem Du beim sekundären Verstärker den primären weglässt. Du lässt Deinen Hund also ins Leere laufen... sehr ungünstig.

    Wenn Du Verhaltensketten aufbauen willst - was es hier ja ist, dann musst Du K+B immer weiter nach hinten schieben, wenn der Hund den vorigen Schritt sicher zeigt. Dafür musst Du Dir allerdings sicher sein welche Kette Du sehen willst.

    Das Herumdrehen nach dem Klick zum Lecker ist ein günstiger Nebeneffekt, aber nicht das eigentliche Training an sich. Du erwartest, dass Dein Hund das mitverknüpft, aber die Lerntheorie ist ganz klar darauf ausgelegt, dass man beim Arbeiten mit sekundärem Verstärker nur das Verknüpft, was kurz vor diesem bzw. direkt zu dem Zeitpunkt passiert.

    Ich denke schon, dass das ganz wesentlich ist bei Deinem Training - auch zum Rückruf - weil da mit Sicherheit der Hase im Pfeffer liegt.

    Man trainiert beim Hund eine Verhaltenskette beim Rückruf, daher sollte man sich schon bewusst sein wie das genau funktioniert ;)

    Viele Grüße
    Corinna

  • Zusätzlich zum Zeigen & Benennen (was keine Bestätigung fürs Pöbeln ist!) würde ich noch den angekündigten Geschirrgriff einführen, so hat dein Hund auch nochmal deine Sicherheit, dass ihr nix passieren kann.
    Anfangs klappt das nicht so schnell, aber das wird schon.
    Du musst deine Erwartungen halt runterschrauben. Wenn bei Hund A schon nen Umdrehen möglich ist, um das Leckerlie zu nehmen, kann das bei Hund B anders sein. Da sollte dir dann ein leichtes Nasedrehen ausreichen.
    Und reinclicken, wenn sie weiter fixiert ist auch gut.

    Man belohnt nicht das Fixieren, sondern man macht den Hund wieder ansprechbar. Das geht mit nem Click und danach Leckerchen durchs "Bild" werfen (ist wie wenn man selber gebannt auf den TV starrt) oder nen Anstupsen am Ohr oder auch ne Rappeldose (wobei letztere negativ belegt ist).
    Denn bevor ein Hund nicht ansprechbar (oder hier genannt in nem Tunnel) ist, kann er auch nicht lernen, dass er den Hund nicht fressen soll.
    Ich würde einfach noch Geduld haben und evtl. wirklich den angekündigten Geschirrgriff benutzen. Den kannst du festigen und meistens setzt sich ein Hund dann automatisch hin. Das kann dazu führen, dass du den Geschirrgriff in 10m Entfernung ankündigst und Hund setzt sich gleich hin. Somit haste dein Sitz auf Entfernung.
    Und wie man ganz schnell Platz reinkriegt?
    Hund platz machen lassen und sobald er liegt schnell nen Spieli in die andere Richtung schmeißen. Wenn das Spieli gut genug ist, dann wird sie schneller Platz machen als du gucken kannst ;)

  • Zitat


    Ich würde einfach noch Geduld haben und evtl. wirklich den angekündigten Geschirrgriff benutzen. Den kannst du festigen und meistens setzt sich ein Hund dann automatisch hin. Das kann dazu führen, dass du den Geschirrgriff in 10m Entfernung ankündigst und Hund setzt sich gleich hin. Somit haste dein Sitz auf Entfernung.
    Und wie man ganz schnell Platz reinkriegt?
    Hund platz machen lassen und sobald er liegt schnell nen Spieli in die andere Richtung schmeißen. Wenn das Spieli gut genug ist, dann wird sie schneller Platz machen als du gucken kannst ;)

    Wir reden hier von einem 6 Jahre alten Hund, der über mehrer Jahre gelernt hat, dass er im "Schweinsgalopp" auf andere Hunde lospreschen und diese anpöbeln, verjagen etc kann. Auch, wenn es nur Scheinattacken sind, ich würde mir vor Angst in die Hose machen, wenn ein fremder Hund so auf mich und meinen Hund losstürmen würde!

    Geduld haben, Geschirrgriff... da würd sich selbst mein Schnösel kaputt lachen...
    Marion hat schon viel Geduld und viel erreicht, aber Lola ist 6, das Verhalten hat sich gefestigt. Dazu kommt noch dies:

    Zitat

    dass mir einfach das Vertrauen in den Hund fehlt und ich ständig die Angst habe, es könnte was passieren.


    Meine Meinung dazu: Wenn man da mit sowas wie dem Geschirrgriff anfängt, dann kann Lola so in ca 6-7 Jahren ohne Leine laufen, wenn sie langsam altersschwach wird!

    Dann ist mir noch das hier aufgefallen:

    Zitat

    Abbruchsignal haben wir nicht. Ungewünschte Aktionen kann ich nur schwer abbrechen, ich muss verhindern, dass sie die Aktionen ausführt. Ist sie erst mal dabei, dringe ich nur schwer zu ihr durch (sie ist dann wie in einem Tunnel).


    Und da muss man ansetzen, der Hund soll sich orientieren und ansprechbar bleiben! Auch unter Ablenkung ohne Leckerlie!

    Zitat

    Wichtig ist, dass du sie nicht rufst, wenn du weißt, dass sie eh nicht kommen würde, weil sie zu abgelenkt ist anfangs. (Dafür gibts das Abbruchkommando, um den Hund aufmerksam zu machen, um rufen zu können ;) )
    Na, das ist klar. Mache ich auch nicht, ich versuchs zumindest. Ich weiß ja nicht immer, ob sie jetzt kommt wenn ich pfeife oder nicht. Hat sie ihre Nase in einem Mauseloch oder an einem lecker riechenden Grashalm brauche ich nicht pfeifen, wäre sinnlos. Genauso wenn sie einen Hund sieht .... Aber das werde ich jetzt noch mal neu aufbauen, ich glaube ich verlange immer zu viel auf einmal.


    Solange ein Hund sich nicht mal von einem gut duftenden Grashalm abrufen lässt oder einem Mäuseloch, wie will man da erwarten, dass er sich von dem so viel höheren Reiz "fremder Hund" (=Feind=Attacke) abrufen lässt?

    Meine Meinung (Marion, du kennst sie ;-)): Orientierung an der Leine, bis sich der Hund am Halter (und nicht am Keks) orientiert, etablieren eines vernünftigen Abbruchkommandos, welches beim Hund auch ankommt und dann den Rückruf in sicherer Umgebung mit gestellter Ablenkung so lange üben, bis es klappt. Das dauert nicht lang! Allerdings sehe ich hier auch das (verständliche) Problem, dass das Vetrauen zum Hund fehlt und genau dieses kann man langsam mit dem oben von mir beschriebenen Vorgehen auch wieder aufbauen!
    Allerdings muss man sich vllt auch von dem Gedanken verabschieden, jeden Hund immer und überall ableinen zu können ohne großartig aufpassen zu müssen. Gibt Hunde bei denen funktioniert das hervorragend, bei anderen eben nicht!

    LG Kerstin

  • Habe ich was davon gesagt den Hund hinrennen zu lassen? Nein, das macht man natürlich auch an der SL...
    Und jaa, nehmen wir nen Abbruchsignal, war ja bisher auch soooo erfolgreich :roll:
    Ich hab nix gegen andere Ansätze, aber wenn man keine Ahnung hat wie etwas funktioniert kann man auch aufhören, es ins Lächerliche zu ziehen...

  • Darf ich dieses Faden bitte mal für eine OT-Frage missbrauchen? Möchte nicht extra einen Faden aufmachen.
    Kann mir mal bitte jemand sagen, was Schleppleine auf Englisch heißt? Kennen die Engländer und Amis das überhaupt?

  • Hallo Ihr Lieben, ich will mich mal melden (auch wenn's schon spät ist, hatte heute noch keine Zeit):
    Night: Vielen Dank, Du weißt, wie ich's meine.

    War heute (nur kurz, weil Termine) mit meinem Hund unterwegs und habe den Rückruf ein bissl trainiert, mit der Methode (ich weiß nicht mehr von wem der Vorschlag/Tipp kam): Hund vor mich gesetzt, ein paar Meter zurückgegangen, Hund gerufen und Ball hinter mich (also in Laufrichtung) geschmissen: hat super funktioniert. NUR: Lola hatte nach dem zweiten Mal gewartet mit dem kommen bis der Ball flog.

    Zu dem doppelten Rückruf: Nachdem ich mir den Thread durchgelesen habe, ist mir aufgefallen, dass ich das auch praktiziere: ich rufe z.B. "zu mir" Hund kommt und ich clicker. Genauso mit der Pfeife. Ich konnte sie sogar von einem Hund, den sie gesehen hat, abpfeifen :gut:
    Werde jetzt den doppelten Rückruf noch mehr etablieren.

    @SlyJeanny: Schön, dass Du dich meldest! Ich habe mich längst davon verabschiedet Lola überall und bei jeder Gelegenheit laufen zu lassen, so ein Hund wird sie nie werden. Aber so ab und an kann (wenn's übersichtlich ist) ich sie schon laufen lassen. Und sie lässt sich von Mauselöchern und lecker riechenden Gräsern abrufen, wenn ich sie nicht festschnuffeln lasse. "Pfui" als Abbruch funktioniert schon ganz gut, muss nur noch deutlicher weren!

    Gruß Marion

  • Zitat


    War heute (nur kurz, weil Termine) mit meinem Hund unterwegs und habe den Rückruf ein bissl trainiert, mit der Methode (ich weiß nicht mehr von wem der Vorschlag/Tipp kam): Hund vor mich gesetzt, ein paar Meter zurückgegangen, Hund gerufen und Ball hinter mich (also in Laufrichtung) geschmissen: hat super funktioniert. NUR: Lola hatte nach dem zweiten Mal gewartet mit dem kommen bis der Ball flog.

    Warum wirfst Du den Ball, wenn Hund nicht kommt? Es soll doch eine Belohnung fürs Kommen sein, oder hab ich da was falsch verstanden?

    Ich bau auch gerade den Rückruf wieder neu auf, weil wir wieder einen großen Schritt nach hinten gemacht haben. :sad2: Dafür gibts bei uns nur die allerbesten Leckerlies, aber auch nur dann, wenn es richtig gut funktioniert. Sprich, wenn Hund nicht erst noch in die Gegend guckt, warum ich wohl gerade das Zurückkommen verlange. Wenn getrödelt wird gibts nur ein verbales Lob und Hund wird wieder vorgeschickt (alles an der SL). Sollst mal sehen, wie schnell Madame beim nächsten Rückruf kommt.

  • Zitat


    Zu dem doppelten Rückruf: Nachdem ich mir den Thread durchgelesen habe, ist mir aufgefallen, dass ich das auch praktiziere: ich rufe z.B. "zu mir" Hund kommt und ich clicker. Genauso mit der Pfeife. Ich konnte sie sogar von einem Hund, den sie gesehen hat, abpfeifen :gut:
    Werde jetzt den doppelten Rückruf noch mehr etablieren.


    Clickern bedeutet noch keinen doppelten Rückruf. Oder benutzt du den Clicker als Ankersignal? :???: Dann hat er aber keine Bedeutung mehr als Marker....

  • Der Knackpunkt beim doppelten Rückruf ist ja, dass er korrekt ausgeführt wird, sonst ist es langfristig auch nicht besser als jeder andere schlechte Rückruf. D.h. erst muss die Umorientierung erfolgen und dann muss dem Hund über das Brückensignal geholfen werden die Orientierung zu halten.

    Erzähl doch mal, wie du es genau machst.

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