Hund knurrt Halter an - ein NO-GO??

  • Zitat

    Wir reden vom Droh-Knurren, es spielt nicht die geringste Rolle, welcher Hund knurrt, wir sprechen vom eigenen Hund, unabhängig vom Alter (ja, mit Welpen kann man ja noch alles machen :roll: , mit schüchternen Hunden auch - ist ja einfach, so einen Kandidaten zu beeindrucken)

    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es auf den Grund des Knurrens ankommt. Knurren um eine Ressource zu verteidigen, die ihm zusteht: kein Problem (Muss nicht sein, aber es zeigt mir, dass noch etwas im Argen liegt, an dem man arbeiten sollte). Knurren als Unmutsäußerung (was für mich aber nichts mit einem Drohknurren zu tun hat): kein Problem. Knurren, weil ich meinem Hund weh getan habe: kein Problem.

    Knurrt der Hund jedoch, um mich aktiv einzuschränken (weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken soll), sitze ich sicherlich nicht da und wedle mit nem Keks oder ziehe mich zurück, um nachzudenken. In dieser Situation handle ich und nehme auch in Kauf, dass es ernst werden kann. Unabhängig von Alter und Wesen des Hundes.

    Viele Grüße
    Frank

  • Ein Hund, der knurrt, kommuniziert und warnt.

    Stelle ich dieses ab, dann wird das Nächste sein, dass er in ähnlicher Situation beißt.

    Knurren und warnen darf er ja auf ein Einwirken hin nicht.

    Will ich das?

  • "Hund knurrt, was macht ihr?"

    In unseren Fall: Hund trösten

    Wir sind hintereinander eine alte Steintreppe hochgegangen, Hund an Fünfmeterleine vor mir, als plötzlich ein Stück aus einer Stufe brach, ich mit einem Krach vorwärts fiel - und der entsetzte Hund mit einem wirklich bedrohlichen Aufknurren nicht weg (ging ja nicht) sondern direkt auf mich zusprang, in dieser Terrier-Vorwärtsverteidigung, bloß noch Zähne. In diesem ekligen Zeitraffer-Fallmoment war ich mir sicher, daß ich die gleich auch noch im Gesicht haben würde.

    Ging dann alles gut: der Hund erkannte, daß kein monströser Beutegreifer ihn attackierte, brach den Angriff ab und sprang blitzartig zur Seite, und ich konnte mich noch halbwegs mit den Händen auffangen. Und dann saßen wir ewig auf dieser ***Treppe und mußten uns ausgiebig gegenseitig trösten, bevor wir halbwegs geordnet weitergehen konnten.

    Das war mit Abstand das bedrohlichste Knurren, das mir je einer meiner Hunde geboten hat (und auch noch der weichste von allen) - aber ihn für so eine Schreckreaktion noch zu strafen, wäre dann wirklich Wahnsinn gewesen.

  • Zitat

    Solche Sachen macht euer Hund nicht weil er Vertrauen hat? WARUM knurrt er dann? Warum muss er knurren um sich verständlich zu machen?

    Macht er doch gar nicht. Meine beiden haben mich noch nie angeknurrt. Würden sie es machen, würde ich zurück knurren, auf meine Weise.

    Wenn man dem Hund gegenüber Stärke und Souveränität ausstrahlt, werden sie das NEIN des HH auch akzeptieren.

    Ist doch Quatsch, dass der Hund sein Futter etc. verteidigen darf. Was macht Ihr, wenn er einen Giftköder frisst, Ihr diesen eurem Hund abnehmen wollt, und er dann knurrt und seine Ressource verteidigt?

    Meine Hunde wissen einfach, wenn mir etwas ernst ist, und respektieren das.

    Außerdem vertrauen mir meine Hunde. Sie wissen, dass ich ihnen noch nie das Futter weggefressen habe, und dass mich auch ihre Knochen nicht interessieren. Das spüren Hunde doch. Selbst wenn ich am Napf vorbei laufe oder ihnen einen Knochen abnehme, wissen sie, dass ich das nicht tu, um ihnen ihre Ressource streitig zu machen.
    Im Gegenteil, ich halte manchmal beim Fressen den Napf meiner Großen fest, damit er nicht auf dem Boden hin und her rutscht, und damit sie besser fressen kann. Hat sie keine Probleme mit.

    Es gibt z.B. auch Knochen, die sind so groß, dass meine Große sie auf zweimal fressen muss, da sie sonst schlimmen Durchfall oder Verstopfung bekommt. Den muss ich ihr einfach abnehmen und am nächsten Tag wieder hinlegen können.

  • Zitat


    Knurrt der Hund jedoch, um mich aktiv einzuschränken (weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken soll), sitze ich sicherlich nicht da und wedle mit nem Keks oder ziehe mich zurück, um nachzudenken. In dieser Situation handle ich und nehme auch in Kauf, dass es ernst werden kann. Unabhängig von Alter und Wesen des Hundes.

    Ich verstehe, was du meinst...

    Das heißt, du würdest dich auf einen Kampf einlassen?

    (unabhängig davon, dass selbstverständlich das Verhalten eine tieferliegende Ursache haben muss, wir reden ja gerade von dem Augenlick des unerwünschten Drohknurrens)

  • Zitat

    Ein Hund, der knurrt, kommuniziert und warnt.

    Warum muss ein Grund überhaupt seinen Besitzer warnen = maßregeln?

    Ich finde nicht, dass ihm das zusteht.


    Und wie gesagt, wenn ein Hund Vertrauen hat, braucht er doch gar nicht warnen/knurren ... :???: Es gibt doch gar keinen Grund dafür im täglichen Miteinander.

  • Also für mich okay: Knurren weil ich dem hund wehgetan habe oder er aus irgendeinem Grund zu arg bedrängt wurde.
    Knurren zum verteidigen von Futter: Ist kein Weltuntergang werde ich aber bestimmt nicht durch tauschgeschäfte belohnen sondern schon klar machen das das unerwünscht ist.
    Knurren weil der hund mich zB vom Sofa jagen also mich einzuschränken oder zu maßregeln möchte ist ein absolutes NOGO!

    Grundsätzlich finde ich ein knurren okay in manchen Situationen aber schnappen oder beiße ist hier tabu

  • Zitat

    Warum muss ein Grund überhaupt seinen Besitzer warnen = maßregeln?

    Ich finde nicht, dass ihm das zusteht.


    Und wie gesagt, wenn ein Hund Vertrauen hat, braucht er doch gar nicht warnen/knurren ... :???: Es gibt doch gar keinen Grund dafür im täglichen Miteinander.

    Bei meinen Hunden mit denen ich zusammenlebe müsst ich schauen wieso
    Isset der Opa der mcih nicht sieht im Dunkel... Ignorier ich es
    Sinds die "Jüngeren" im Spiel isset ok
    Droht mir einer meiner Hunde, rappelts in der Kiste ( gabs aber noch nie)

    Bei Fremden Hunden empfinde ich es wiederum als ok wenn die mich an knurren da haben meine Flutschflossen ja auhc nix verloren

  • Zitat

    Ein Hund, der knurrt, kommuniziert und warnt.

    Stelle ich dieses ab, dann wird das Nächste sein, dass er in ähnlicher Situation beißt.

    Ich finde man kann das genauso wenig pauschal sagen, wie man pauschal sagen kann »Knurren. Niemals. Nie. Hat ein Hund nicht zu machen.«

    Ich finde Knurren und Warnen im angemessenen Rahmen durchaus ok und korrekt. Aber genau so wichtig finde ich es auch, dass ein Halter Stellung bezieht, wenn die Kommunikation unangemessen wird. Auch das gehört für mich zur Erziehung dazu.

    Viele Grüße
    Frank

  • Es ist doch total egal ob man solche Methoden (Nacken- und Schnauzgriff) bei einem Aggrohund oder bei klein Welpi anwendet - nur die Reaktion des Hundes ist anders!
    Aber in beiden Fälle sind es keine Maßnahmen die dem Hund Vertrauen bzw Berechbarkeit in deine Handlungen geben, sondern schlichtweg Machtdemonstrationen... Für mich nicht gerade souverän :ka:

    Und man darf nicht vergessen dass es viele Hunde gibt, die es sich sowas vom Hundeführer gefallen lassen, aber beim nächst besten sofort zubeißen.

    Hatte erst vor kurzen so ein Fall kennen gelernt: dem Hund wurde während dem Fressen ständig der Napf (von der Besitzerin) weggezogen. Ganz getreu dem Motto "der muss sich alles wegnehmen lassen". Wenn er geknurrt hat wurde man noch körperlich tätig. Hat bei ihr auch geklappt, aber ihr kleiner Sohn der dann mal nichts ahnende am fressenden Hund vorbei gelaufen ist, musste ihre "Erziehung" ausbaden :sad2:

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