Hund knurrt Halter an - ein NO-GO??
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Das Knurren mit körperlichen Einsatz zu unterbinden kann nur gelingen wenn der Hund weichführig ist und das klaglos hinnimmt.
Wie wollt ihr ansonsten vorgehen wenn der Hund knurrt weil ihr an sein Futter wollt?
Mit energischem "nix da mein Freund" und rangehen und Futter wegnehmen? Dumm gelaufen wenn Hund sagt: trotzdem nein ....und lauter knurrt?
Vom Sofa runterschubsen .........hmmmmmmmm..da gibt es genug Kandidaten die ein Loch in der Hand hinterlassen bevor der Schubs fertig ist.Solche Sachen macht euer Hund nicht weil er Vertrauen hat? WARUM knurrt er dann? Warum muss er knurren um sich verständlich zu machen?
Birgit
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Normalerweise langt ein strenges Ruhe! und dann hört er auf. Würde er nicht aufhören würde ich wohl mal kurz im Fell zupfen (Nacken). Und das ganze mit Na! kommentieren. Bzw nen Schnauzgriff machen und mir das gewünschte Objekt eben angeln.
Wo hast du denn das her?
Würdest du dich das auch bei einem, bereits erwachsenen, großen Hund trauen, der gerade mal drei Tage bei dir lebt?
Wenn ja, viel Spaß dabei, so riskierst du einen Biss und wer hätte wieder Schuld?
Der Hund? -
Knurren als erschrockene Abwehr, wenn ich z.B. gegen den Hund stolpere, wie es die TS schildert, finde ich total angemessen - was soll der Hund denn sonst tun, stumm saftig zulangen?
Richtig ANknurren, also sozusagen bewußt bedrohen, würde ich mich von meinen Hunden allerdings auch nicht lassen. Das schlösse auch das Ressorcenverteidigen ein, da ist ein unwilliges In den Bart-Brummen noch ok, wenn ich den Knochen wegnehme, aber eine aggressive Drohung in meine Richtung ließe ich mir ganz sicher nicht gefallen. Da hat der Hund schließlich von Anfang an auf die freundliche Tour gelernt, daß Sachen-Rausgeben lohnend und einfach selbstverständlich ist - wenn er da plötzlich die Konfrontation suchen würde, würde ich das nicht ignorieren.
ABER: Ich spreche hier nur von netten, "normalen", kooperativen Hunden, die bei mir groß geworden sind, die ich ebensogut kenne wie sie mich, und von denen mich komischerweise noch nie einer ernsthaft angedroht hat, obwohl ich schon einiges mit ihnen anstellen mußte. Bei einem erwachsenen, fremden Hund mit unbekannter Vorgeschichte wäre ich sicher sehr viel vorsichtiger und würde ein "Bis hierher und nicht weiter!" des Hundes erstmal grundsätzlich respektieren, bis ich ihn besser beurteilen kann.
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Wo hast du denn das her?
Würdest du dich das auch bei einem, bereits erwachsenen, großen Hund trauen, der gerade mal drei Tage bei dir lebt?
Wenn ja, viel Spaß dabei, so riskierst du einen Biss und wer hätte wieder Schuld?
Der Hund?Das hab ich von meinem Hund. :) Ich hab mir keinen erwachsenen Hund geholt weil ich nen Welpen wollte wo ich die Grundsteine legen kann.
Bedrohen lassen würde ich mich vom Hund jedenfalls nicht. Von was für Agro Hunden geht ihr denn hier aus? Beißen...
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Bedrohen lassen würde ich mich vom Hund jedenfalls nicht. Von was für Agro Hunden geht ihr denn hier aus?
Wir reden vom Droh-Knurren, es spielt nicht die geringste Rolle, welcher Hund knurrt, wir sprechen vom eigenen Hund, unabhängig vom Alter (ja, mit Welpen kann man ja noch alles machen
, mit schüchternen Hunden auch - ist ja einfach, so einen Kandidaten zu beeindrucken) und unabhängig von der Herkunft:Hund ist Hund oder nicht?
Hund knurrt, was macht ihr?
Die Frage hast du mit Schnauzgriff und Nackenzuppeln beantwortet.
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Situationsgebunden darf mich ein Hund auch anknurren, klar.
Mich oefter mal anknurren aus "nichtigen" Gruenden waere ein No-Go, da wuerde ich aber nicht das Knurren im Moment verbieten sondern wuerde an der Wurzel des Uebels arbeiten um den Grund seines Knurrens abzuschalten.
So sehe ich es auch. Meine Hunde haben mich auch schon angeknurrt, Lucky hat mich auch mal geschnappt, aber aus nachvollziehbaren Gründen. Da ist es ok, weil ich ja weiß das es einen Grund hatte.
Der Shar Pei meiner Freundin knurrt und schnappt ohne ersichtlichen Grund. Dem paßt es z.B. nicht, daß sie sich mit jemanden unterhält und dann knurrt und schnappt er nach ihr. Das ist für mich ein absolutes NoGo
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Der Hund hat keine Ressourcen!
Was Du ihm ueberlaesst ist nicht seine Ressource??

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Hund ist Hund oder nicht?
Hund knurrt, was macht ihr?
Die Frage hast du mit Schnauzgriff und Nackenzuppeln beantwortet.
Viele, viele meiner ehemaligen Pflegehunde kamen mit Futteraggression hier bei mir an.....wenn Hund mich dann von unten an fixiert hat und mir die Zaehne zeigte und breitbeinig ueber der Fresschuessel stand wenn ich zu Nahe dran kam war ein Schnauzgriff und anderes koerperliches Anfassen nicht wirklich eine Option

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Normalerweise langt ein strenges Ruhe! und dann hört er auf. Würde er nicht aufhören würde ich wohl mal kurz im Fell zupfen (Nacken). Und das ganze mit Na! kommentieren. Bzw nen Schnauzgriff machen und mir das gewünschte Objekt eben angeln.
mach das mit dem falschen Hund und er hängt dir ganz schnell in Gesicht

Meine Hunde dürfen mich anknurren. Hat Harvey auch schon gemacht, als ich versehendlich seine wunde Pfote blutig gerubbelt hatte. Ich hab nach geschaut, mir innerlich eins drauf gegeben und mich entschuldigt. Kurz über die Schulter gestrichen "Sorry, hast ja Recht" und weiter gemacht.
Nach dem Abtrocknen hat er mir noch einen Knutscher aufs Ohr gedrückt.

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Meiner knurrt irgendwie ständig, in allen Ton- und Gemütslagen. Ich seh´s als situationsgebundene Kommunikation und reagiere entsprechend differenziert drauf:
1. Draussen vor der Tür bellt ein Hund. M knurrt leise, warnend ("Du, das is´wer, und ich mag ihn nicht"). Ich:"Ist okay, sei stad." M brummt nochmal, schaut mich an, und ist stad.
2. Wir spielen wild, ich pack ihn immer wieder an seine Pfoten, wo er kitzelig ist. M knurrt laut wie ein Bekloppter ("AAAAAAARGH, HÖR AUF!!!"), ich kitzel ihn nochmal, lass ihn los, er kommt wieder an, grinst übers ganze Gesicht, Spiel geht von Vorne los, bis einer von uns keine Lust mehr hat.
3. M ist voll mit Kletten, leider auch am Allerheiligsten. Ich tu mein Bestes, aber es ziept. M ist geduldig, aber irgendwann fährt er rum, knurrt genervt und irgendwie pfienzig ("Menno, lass doch endlich..."). Ich sag: "Nix, das musst jetzt aushalten." Er seufzt bodentief und hält es aus, mit Leidensmiene und Ohren bis zum Boden.
4. M steht mal wieder direkt hinter/unter mir, ich mach nen Schritt zurück und tret ihm aus Versehen auf den Schwanz. Er gibt panisch knurrend Gummi ("HEEEEY, SPINNSTE?!!"). Kommt aber gleich wieder an, ich sag "Entschuuuuldigung!", streichel ihm kurz die Gusch, und er überschlägt sich fast vor Erleichterung, weil ihn der Schreck so erschüttert hat
.5. Es ist spät abends, der Herr hat schon geschlafen, es ist längst über seine normale Gassizeit. Mein Freund will nochmal mit ihm raus und zieht ihm das Geschirr an. M brummelt leise ("Lass mich, will net, will meine Ruhe..."). Reaktion vom Freund: "Du, Kerle, aber so redst du net mit mir, gell". Bzw, im Klartext: "NEIN". M weiss, dass dann Ernst ist und fügt sich.
Will sagen, es kommt auf den Kontext an. Manche Hunde kommunizieren viel, haben auch viel zu sagen. Wenn ein Hund viel knurrt, dabei aber gelernt hat, dass man ihn wahrnimmt, und von Herrchen/Frauchen je nach deren Einschätzung eine Reaktion kommt, nach der er sein weiteres Verhalten orientieren kann, dann ist das etwas ganz anderes als ein Hund, der nur einmal im Leben knurrt, weil er sich wirklich nicht mehr zu helfen weiss und wo die Halter dann aus allen Wolken fallen und aus lauter Panik, ihr Hund würde sie damit zum Macht-Showdown herausfordern wollen, total überzogen reagieren. Oder noch schlimmer, ein Hund, der gelernt hat, dass auf sein Unwohlsein (=der Auslöser fürs Knurren) immer dieselbe Reaktion (=Strafe) folgt, weil seine Menschen offensichtlich nicht kapieren, was er sagen will.
Davon mal abgesehen kenn ich auch Hunde, die nie knurren und es vermutlich auch nicht tun werden, weil´s einfach gutmütige, gelassene oder total treudoofe Gesellen sind, die meilenweit von nem emotionalen HB-Männchen entfernt sind. Aber Hunde und Menschen sind verschieden. Und wer schon mal ein Kind erlebt hat, das bei Stress und Unwohlsein aggressiv statt weinerlich reagiert, der kann sich vielleicht denken, dass man einen solchen emotionalen Zustand mit nem Anpfiff auch nicht unbedingt verbessern und in Zukunft verhindern kann. Was Anderes ist´s, wenn das Kind wegen fehlender Grenzen oder aus Übermut gern mal testet, wie weit es aggressionstechnisch gehen kann. Um den Bogen wieder zurück zum emotional nicht unähnlichen Hund zu schlagen: In dem Fall würd ich nen ganz deutlichen Schlusspfiff kommunizieren.
Das setzt aber voraus, dass ich als HH in den allermeisten Fällen auch verstehe, was der Kontext ist. Diese Bereitschaft, zu verstehen, was der Hund überhaupt kommunizieren will (und um dann angemessen reagieren zu können), erkenne ich in der Aussage "der Hund hat nicht zu Knurren" allerdings nicht.
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