Schwanger und mein Hund ist nicht 100%iger Kinderfreund.

  • Ich frage mich, welcher Hund wirklich 100 % kinderlieb ist?
    Ein Hund ist ein Lebewesen und da wird es meiner Meinung nach nie 100 % geben und auch ein noch so lieber Hund kann beißen.

    Wir hatten z.B. damals einen Wurf Boxer selber gezogen, einen Welpen behalten, ich (da war ich ungefähr 8 Jahre alt) konnte immer alles mit ihm machen. Mit ca. 1 Jahr hat er mich dann wirklich schwer gebissen, das war eine wirkliche Beißattacke und ich hatte Glück zu überleben, aber vermutet hätte man es bei dem Hund sicher nicht.

    Meine Hunde dürfen übrigens auch bei Kindern zeigen, dass ihn etwas nicht passt und wenn sie das tun, ist es meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sie nicht mehr belästigt werden.

    Mein Großer hat schonmal nach meiner Nichte geschnappt, nachdem sie ihn die ganze Zeit verfolgt hat, er versucht hat auszuweichen und das zuletzt nicht mehr konnte. Da hat er halt einen Warnschnapper gemacht, was in meinen Augen vollkommen legitim war. Weder der Hund noch das Kind haben sich falsch verhalten, sondern ich, weil ich nicht aufgepasst hatte.
    Hätte ich selber ein Kind hätte ich übrigens wegen diesem Vorfall keine Angst um meine Kinder, denn auch Kinder können lernen, Hunde nicht dauernd zu nerven.


    Die Threadstellerin muss abwägen, ob sie in der Lage ist, auf Kind und Hund aufzupassen, diese eventuell zu trennen und ob sie bereit ist, Arbeit in den Hund zu stecken.
    Wenn dies nicht der Fall ist, wäre eine Abgabe vielleicht die bessere Möglichkeit, auch wenn der Hund für mich nicht nach einem großartigen Problemhund klingt.

  • Sehe ich auch so. Das der Hund nach dem Kind schnappte, dass ihm permanent auf die Pelle rückte kann ich nachvollziehen. Hier hätte eine eindeutige Ansage das Kind unterbinden müssen, dann wäre der Vorfall nicht passiert.
    Dazu bin ich auch nicht der Meinung, dass sich Hunde von jedem ob Erwachsenen oder Kinder streicheln lassen müssen.
    Unser Pole schnappt auch wenn er sich bedrängt fühlt. Mein Tochter ist jetzt drei und er hat sich völlig akzeptiert und lässt so einiges über sich ergehen, was wir nie für möglich gehalten hätten.
    Naja, zuletzt war er der Meinung das Würstchen in ihrer Hand wäre für ihn und da war eben kurz der Finger im Weg. Was war die Konsequenz ? Kind sitzt ab sofort wieder am Tisch zum Essen.
    Trotzdem würde ich niemals ein fremdes Kind an diesen Hund lassen. Nie!
    Wir kennen unsere Hunde wir wissen es einzuschätzen. Unsere Hunde haben gelernt zu gehen wenn es ihnen zu viel wird und wenn mal der Pole meint liegen bleiben zu müssen wenn die Kinder unter den Tisch krichen wird das von mir durchaus auch geahndet.
    Trotz einem Schnapper in der Familie kann ich sagen, dass wir ein völlig entspanntes miteinander haben wo jeder seine Grenzen und Pflichten kennt und das funktioniert alles wunderbar.
    Es muss sich eben einspielen und ein frischgeborenes Baby schmeißt eben nicht nur bei den Eltern alles durcheinander.
    Ich bin ein recht strenges Frauchen und meine Hunde haben auch ihren job zu machen und sich anzupassen, aber sie sollen klar kommunizieren, den nur dann habe ich auch die Möglichkeit Gefahren rechtzeitig zu erkennen und zu entspannen.

  • Zitat

    :gut: :gut: :gut: Ganz genau so!

    Nur mal so ne Frage zum Verständnis meinerseits: Was bitte ist ein 100% kinderfreundlicher Hund und wo gibts den mit entsprechender Garantie zu kaufen??

    Meint Ihr damit die armen Socken, denen man ins Auge langen, an den Ohren ziehen und auf den Schwanz treten darf und die gucken nur doof dabei??

    Und alle anderen Hunde sind charakterlicher Schrott???????

    Ich frage das deshalb, weil meine Hündin z.B. keinen Zugang zu kleinen Kindern hat. Ich hab keine, meine Bekannten haben keine und Oma bin ich auch noch nicht.....

    So, bleiben noch fremde Kinder übrig - und die halte ich von meinem Hund fern und umgekehrt, ganz einfach weil ich mir den Ärger, der daraus entstehen kann, dass ich keine 100%ige Garantie geben kann, mir mit Sicherheit nicht antun werde....

    Bis dato findet mein Hund kleine Kinder also nur merkwürdig. Gestern ist so ein kleiner Zwerg auf der Badewiese auf uns zugelaufen. Ich hab meinen Hund festgehalten und gesagt, dass er keine kleinen Kinder kennt. Das ist die Wahrheit: sie kennt sie nicht, ob sie sie mögen würde weiß ich nicht mal. Die Mama hat Zwergi abgeholt und das wiederholt, was ich gesagt habe.

    Habe keine Gelegenheit es auszuprobieren. So ist das.

    Die Beispiele mit Duschen, den Müll raustragen etc. find ich absoluten Quatsch. Ob mit oder ohne Hund im Raum. Wer bitteschön lässt ein Krabbelkind fünf Minuten unbeaufsichtigt in der Wohnung?? Kindersicher gut und schön, aber die Finger kann man sich auch in der Türe einklemmen etc... Also kommt das Kind kurz in den Laufstall oder auf dem Arm mit, später vielleicht kurz in sein Zimmer.

    Ihr konstruiert da eine Gefahr in das Dasein eines Hundes rein, die mir ehrlich gesagt überhaupt nicht gefällt. Klar ist es mehr Aufwand, aber auch nicht so, dass es nicht machbar wäre.

  • Also wir haben auch keine Kinder, aber wir ermöglichen den Hunden mit vielen Kindern zusammen zu kommen. Aus dem einfachen Grund, weil wir hier in der näheren Umgebung Kindergärten und Schulen haben, ein Spielplatz ist direkt hinter dem Haus, eine Familie mit Kindern wohnt im Haus und generell rennen hier einige Kids herum.

    Das Kinder bewusst unseren Hunden an den Ohren ziehen oder auf den Schwanz treten ist noch nie vorgekommen, weil ich immer dabei bin wenn Kinder und Hunde aufeinander treffen. Hier ist der Halter gefragt, er muss verhindern, dass der Hund bedrängt wird.

    Des Weiteren könnten Kinder unseren Hunden Knochen, Spielzeug ect aus dem Maul nehmen, das verhindere ich aber. Bzw. Kinder ab einen gewissen Alter dürfen mit den Hunden mit Spielzeug spielen. Wohlgemerkt, immer unter Aufsicht.

  • Zitat

    Sehe ich auch so. Das der Hund nach dem Kind schnappte, dass ihm permanent auf die Pelle rückte kann ich nachvollziehen. Hier hätte eine eindeutige Ansage das Kind unterbinden müssen, dann wäre der Vorfall nicht passiert.

    Hast du den Thread von Anfang an verfolgt? Im Fall der TS war es nicht so, dass das Kind dem Hund extrem auf die Pelle rückte. Zumindest einmal hat er nur deshalb nach dem Kind geschnappt, weil dieses am eigenen Ball (also am Ball des Kindes!) vorbei lief.

    Und das läuft bei mir unter "grundlos". Klar mag der Hund noch nicht gelernt haben, dass dieser Ball nicht seine Ressource ist. Aber sowas lässt sich einem Hund meiner Meinung nach auch nie zu 100% beibringen.

    Natürlich bringt man Kindern bei, wie man sich Hunden gegenüber zu verhalten hat. Trotzdem kann es einfach mal passieren, dass ein Kind im Eifer des Gefechts einem Hund versehentlich mal auf den Schwanz tritt o.ä. Und JA, da ist es imr absolut wichtig, dass ein Hund in so einem Moment NICHT schnappt oder gar beißt.

    @lotusliese: Warum sollen solche Hunde arme Socken sein???? :???: Weil sie extrem verträglich sind und spüren, dass es ein Versehen war, und entsprechend eben NICHT aggressiv reagieren und nach vorne gehen?

    Ich bin froh, dass meine Hunde so sind, wie sie sind.

    Und es gibt ja nicht nur Kleinkinder, die man schnell mal in den Laufstall packt, wenn man auf die Toilette geht. Es gibt ja auch ältere Kinder, die zu groß für einen Laufstall sind, aber eben zu klein, um perfekt mit einem Hund zu kommunizieren.
    Und es gibt Hunde, die aus Nichtigkeiten zubeißen. Klar mag der Hund immer einen Grund haben. Ich für mich kann aber nicht jeden Grund als Rechtfertigung für Beißereien akzeptieren.

    Und sorry, die Unversehrtheit von Kindern geht eindeutig vor. Ich muss mich drauf verlassen können, dass ein Hund auch dann nicht beißt, wenn ein Kind es mal ungeschickt anfasst, versehentlich. Für mich ist das eine Charakterfrage. Und ja, es gibt den 100% kinderlieben Hund. Mein Mops ist es in jedem Fall. Bei ihr weiß ich, dass sie einen Menschen niemals beißen wird. Bei meiner Großen kann ich nicht von 100% sprechen, aber ich vertraue ihr zu 99%. ;) Eben weil es all diese Fälle schon gab: Kind nimmt ihren Knochen, Kind tritt ihr versehentlich auf den Schwanz, Kind nimmt das Spielzeug vom Hund, Kind kriecht mit Hund zusammen in dessen Box, um dort mit Hundi zu kuscheln usw. Und in allen Fällen hat meine Große entspannt reagiert. Sie geht mit Kindern seehr vorsichtig um, freut sich über jedes Kind, das ihn streicheln möchte, sucht von sich aus sogar die Nähe von Kindern/ Menschen, um sich streicheln zu lassen ... Sie ist also geradezu perfekt für Kinder, und ihr wurde das Streicheln auch noch nie zuviel - ganz im Gegenteil.

    Ich bleibe bei meiner Meinung: Bei mir käme nie ein nicht-kinderfreundlicher Hund ins Haus, nie ein Angstschnapper, nie einer, der nicht nervenstarkt ist und der Kinder nicht wirklich liebt. Und der Hund, der ein Kind beißt, fliegt raus, vorausgesetzt, er wurde vom Kind nicht aktiv bedrängt, geärgert oder gequält.

  • Zitat


    Ich bleibe bei meiner Meinung: Bei mir käme nie ein nicht-kinderfreundlicher Hund ins Haus, nie ein Angstschnapper, nie einer, der nicht nervenstarkt ist und der Kinder nicht wirklich liebt.

    Dann wiederhole ich meine Frage noch ein Mal.
    Was hättest du getan, wenn einer deiner Hunde Kinder nicht wirklich geliebt hätte?
    Weggeben?

  • Zitat

    Dann wiederhole ich meine Frage noch ein Mal.
    Was hättest du getan, wenn einer deiner Hunde Kinder nicht wirklich geliebt hätte?
    Weggeben?

    Wenn er aggressives Verhalten mit Schnappen gezeigt hätte ohne Grund, dann ja. Bei Beißen mit Verletzungsabsicht sowieso.
    Hätte es einen Grund fürs Schnappen gegeben (z.B. Kind hat Hund extrem bedrängt) hätte ich eventuell daran gearbeitet ... Aber es käme für mich auf das Wesen des Hundes an, ob ich das Gefühl habe, ob ich diesem Hund prinzipiell vertrauen kann.

    Würde ein Hund ein Kind beißen, weil es an seinem Spielzeug vorbei läuft, wie die TS das hier beschrieben hat, ja, dann käme er weg. Gar keine Frage.

  • Zitat

    Hast du den Thread von Anfang an verfolgt? Im Fall der TS war es nicht so, dass das Kind dem Hund extrem auf die Pelle rückte. Zumindest einmal hat er nur deshalb nach dem Kind geschnappt, weil dieses am eigenen Ball (also am Ball des Kindes!) vorbei lief.


    Die Frage gebe ich zurück, denn ;)

    Zitat

    Beim anderen mal, eigentlich beim ersten mal war mein Hund etwas überfordert weil wir bei einer Party waren und zu viele Menschen rings rum, laute Musik und die Kleine hat den Hund immer wieder versucht zu streicheln.


    Das Schnappen nach dem Ball kam nach dieser (für den Hund) negativen Erfahrung.

  • Ich wollte noch los werden, dass man sich auch nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen sollte.
    Anjou hat den Knirps bei Babysitten kennengelernt, als der eine Woche alt war. Der Zwerg bewegte sich nicht, schlief tief und fest. Anjou schnupperte intensiv am Maxi Cosi, knurrte dann, wich zurück und hat sich nicht mehr eingekriegt und nur noch durchgebellt. Der Geruch muss ihn total überfordert haben.

    Beim nächsten Mal war das dann schon völlig in Ordnung. Der Zwerg durfte ihm schon an der Nase kratzen und alles.
    Trotzdem muss ich bei den Beiden extrem vorsichtig sein. Ein mal weil Anjou das helle Kreischen nicht einordnen kann und gerne an dem hochspringt, der den Kleinen dann auf dem Arm hat, sitzt man dabei auf dem Boden kommt er und schnuppert, was die Geräusche macht. Und dann muss ich vorsichtig sein, weil Anjou den Kleinen meist gar nicht wahrnimmt, nicht so wie die beiden Großen. Da muss ich dann schon mal aufpassen, dass er nicht den kürzesten Weg über den Maxi Cosi drüber nimmt oder so. Aber das lernt er gerade (den Kleinen sieht er ja nicht so oft wie die beiden Größeren) und man merkt, dass der Wicht immer normaler für ihn wird.

    Also kurz gesagt, braucht das natürlich seine Zeit. Man kann denke ich nicht verlangen, dass er vom ersten Tag einschätzen kann, was er darf und was nicht, was das überhaupt ist und wie man damit umgeht.

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