Jagdtrieb, böser Jagdtrieb....
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Hallo!
Kurz vor Karneval dieses Jahres haben wir "Familienzuwachs" bekommen. Somit bin ich also seit einigen Monaten nicht nur Rudelführer eines 36jährigen Mannes und einer 9 Tochter, sondern auch noch von einer kleinen Halbstarken.
Rifka ist geschätzte 2 Jahre alt und kommt aus Griechenland. Neben Ihrerm Status als griechischer Göttin darf man sie auch ruhigen Gewissens ein durchtriebenes Luder nennen - zumindest wenn es ums Jagen geht.
In ihr stecken 2 Jagdhunde - ein großer Münsterländer und ein Pointer. Ein Freund kommentierte das ungefähr so: "Hunde mit Jagdtrieb sind eindeutig was für Masochisten..."
Rifka ist wirklich ein sehr "netter" Hund! Sehr respektvoll und vorsichtig im Umgang mit Kindern. Also wir sie das erste Mal im Internet auf der HP des hiesigen Tierheims sahen, waren wir schon fast verliebt. Und als wir sie am nächsten Tag persönlich kennen gelernt haben, waren wir alle hin und weg.
Sie ist sehr gelehrig und macht auch fast jeden Blödsinn mit. Vor allem wenn unsere Hundetrainerin mal wieder auf die Idee kommt, Vertrauensübungen zu machen und Rifka sich unter einer Tonne verstecken soll....
Sie hat in sehr kurzer Zeit, sehr viel Vertrauen zu uns gewonnen. Wir können ihr auch fast alles beibringen.AAAAABER......wenn diese Hundedame mal Witterung aufgenommen hat - sei es Vogel, Hase, Maus, Eichhörnchen, Schulbus..... - dann bekommt man sie nicht mehr zurück. Da wir sie noch nicht sooo lange haben und sie eben diesen Jagdtrieb hat, lassen wir sie nicht von der Leine. Und selbst an der kurzen Leine reagiert sie in diesen Momenten überhaupt nicht auf Rufen oder "Zauberwort".
Das zweite Problem(chen - im Vergleich zum ersten Problem) haben wir mit dem futtern. Rifka mag alles (ausser Oliven und Rhabarber) und Rifka frisst auch alles. Alles was ihr eine vertrauenswürdige Hand gibt (und mit Futter in der Hand ist für sie JEDER vertrauenswürdig) und alles was so auf der Straße herum liegt....Da muss man wirklich schnell sein.
Alles Training mit Ablenkung durch Futter aus der Hand usw. hat ihr bisher wenig gefruchtet.Hat einer Tipps für mich?
Oder womöglich ähnliche Erfahrungen gemacht? 
Freue mich über Anregungen und Übungsvorschläge!

- Vor einem Moment
- Neu
Hi,
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Wofür habt ihr denn die Hundetrainerin ?
Gruß, staffy
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na, ich sag mal so...in der Hundeschule können wir im moment auch "nur" Basics lernen - da sie keine Kommandos kannte, sind wir froh, dass sie Sitz, Platz und bei Fuss einigermassen hinbekommt.
Aber die Hundeschule ist ja auch - entgegen vieler Leuts Meinung - nicht dazu da, dass der Hund dahin geht, zurück kommt und alles kann. Dort wird im Grunde uns beigebracht, was wir dem Hund beibrigen können/sollen/müssen und wie wir das am besten erreichen.
Allerdings bin ich hoffnungslos aufgeschmissen, wenn es in den besagten Jagdtrieb geht. Wir haben das Zauberwort Millionen Mal geübt. Jeden Tag. Wir haben Kommando "Hier" geübt, ein super Ergebnis bei der Reaktion auf ihren Namen erreicht, aber nichts hilft, wenn sie ein Tier fixiert hat.
Bekommt man DAS aus einem Jagdhund jemals raus?
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Nein, natürlich bekommt man es nicht "raus", schon mal gar nicht aus einem zweijährigen Münsterländerpointer. - dafür ist der Hund schließlich da!
Man kann nur versuchen, es in geregelte Bahnen zu lenken - aber das werdet ihr ohne qualifizierten Trainer wohl kaum schaffen.
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Naja, Sitz, Platz, Bei Fuß wär mir erstmal ziemlich egal ;-)
Was du erreichen willst ist doch ein Hund, der sich an dir orientiert, der gedanklich immer soweit bei dir ist, daß er jederzeit ansprechbar und abrufbar ist.
Sicher funktioniert das nicht von heut auf morgen, aber besser als mit Trainer vor Ort, der euch live sieht, dir erklären und Tipps geben kann, gehts doch nicht ! Glaubst du denn nicht, daß du das mit der jetzigen Trainerin erreichen kannst ?
Wenn du einen Jagdhund hast, sieht dein Training ein wenig anders aus, als der Rückruf bei einem Mops. Machbar ists aber, macht aber ein wenig mehr Arbeit.
Gruß, staffy
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Warum einen JAGDhund um ihm das das JAGEN abzugewöhnen?? Das widerspricht sich ja schon vom Namen! Das geht niemals raus, dafür lebt der Hund, dafür ist der Hund geboren! Kannst nur versuchen das in Bahnen zu lenken und es zu kontrollieren! Aber kommt drauf an was für einen Hund du zu Hause hast gewöhne dich schon mal dran ihn niemals überall ohne Leine laufen lassen zu können! Das du bei jedem Spaziergang genau auf deinen Hund achten musst und genau lernen musst seine Zeichen zu verstehen! Aber nur Mut es ist eine riesen Arbeit und du musst immer dran arbeiten, aber es macht verdammt viel Spaß und es ist machbar!
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nicht falsch verstehen - ich möchte ihr nicht das Jagen abgewöhnen. Aber es wäre eine große Erleichterung, wenn sie einfach auf mein Rufen reagiert, auch wenn sie Witterung aufgenommen hat. Oder wenn sie im Garten rumtobt (das ist der einzige Ort, ausser dem Hundeplatz, wo das OHNE Leine geht) einfach zu mir kommt, wenn ich es sage und nicht der Amsel weiter hinterher jagd.
Sie soll natürlich auch ein Jagdhund bleiben. Dass es Arbeit wird, wussten wir vorher. Und zumindest mir ist klar, dass das meiste einfach an uns liegt und an der Art, wie wir mit ihr umgehen.Ein Beispiel - aber nicht zum jagen, sondern zum fressen:
Meine Schwiegermutter lässt sie am Tisch zwischendruch "mitessen" - gibt ihr also von ihrem Teller. Ob das für einen "Straßenhund", der sie früher wohl war, so gut ist? Natürlich nicht. Aber dann darf Schwiegermuttern sich auch nicht beschweren, wenn Rifka bettelt.
Kommt sie zu mir, während ich esse, dann ignoriere ich sie. Bettelt sie (Pfote aufs Bein legen oder so), dann zeige ich ihr NUR mit meiner Körpersprache, dass sie mir versucht, mein Futter streitig zu machen. Und sollte sie das nicht lassen, werde ich zur "Kampfbestie"
- kleiner Scherz. Ich zeige ganz klar, bis wo sie herankommen darf und ab wann ich es belästigend finde. Das mache ich pro Mahlzeit einmal, dann legt sie sich in ihr Bett und bleibt auch dort.Wie gesagt, soweit klappt alles super - nur das "voll-in-die-leine-rennen-und-frauchen-hinterherziehen-bis-sie-im-dreck-liegt-und-ich-freie-bahn-habe"....dass möchte ich ändern...
Mit unserer Hundetrainerin bin ich zufrieden. Vll. reicht die Hundeschule nicht und wir sollten sie mal zu uns nach Hause kommen lassen....
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Hallo zusammen,
ich kann JeanneChristal gut verstehen, denn ehrlich gesagt, das ist auch meine größte Sorge, dass meine künftigen Hunde zuviel Jagdtrieb an den Tag legen werden! Ich habe nämlich noch keine Hunde, wie Ihr es meiner Vorstellung von soeben entnehmen könnt (ich habe mich gerade erst im Forum registriert, bin also neu hier). Nach langer Zeit der "Enthaltsamkeit", möchte ich unbedingt 2 Hunde adoptieren. Möglichst aus dem Tierheim. Mir wären die Rasse, das Alter und das Geschlecht egal, Hauptsache ich habe etwas Gutes getan, sowohl für die Tiere selbst, als auch für meine Familie. Aber leider ist das nicht so einfach, denn: wir haben lange in der Stadt gelebt, wo wir keine Haustiere halten durften. Vor Kurzem sind wir aufs Land gezogen und nun bestimmen wir selbst ob wir Tiere halten sollten oder nicht. Zumindest dachte ich das....
Das Grundstück was wir erworben haben, war ziemlich verwildert, ein Fleckchen Erde wo sich noch Hase und Igel "Gute Nacht" sagten. Ich brauche es Euch nicht zu erzählen welche Schuldgefühle wir hatten, diese kleine Welt wo alles für die wilden Tierchen perfekt zu sein schien, auch wenn nur teilweise, zu zerstören. Diverse Vogelarten nisteten dort, Eichhörnchen spielten sorgenfrei auf der Wiese, Igel hatten deren "Unterkünfte" hinter dem Gehölz.....kleine Spitzmäuse liefen uns über den Weg und, und, und.....Wir hatten uns also entschieden, nur das Nötigste zu verändern, die Bäume haben wir natürlich stehen gelassen bis auf einen einzigen der schon zu kippen drohte, weil er von irgendetwas befallen war. Die Tiere waren anfangs ziemlich verwirrt, bis wir es denen zu verstehen gegeben haben dass wir es nicht vorhaben, ihnen deren Lebensraum wegzunehmen und dass wir vielmehr eine friedliche Koexistenz anstreben. Wir fingen an, Eichhörnchen-, Igel- und Vogelfutter rauszulegen, um es den Tieren zu übermitteln dass sie weiterhin erwünscht sind. Vor allem Trinkwasser war im vergangenen Frühling bei den hohen Temperaturen ein Problem, also haben wir dafür gesorgt, dass alle durstigen Tiere ausreichend davon bekommen. Da inzwischen auch ein paar sehr scheue Katzen aufgetaucht sind (verwilderte, ohne Herrchen, vermutlich im Wald aufgewachsen oder solche die vom Herrchen ganz oder vorübergehend verlassen wurden, da viele nur Wochenendhäuser in diesem Gebiet beziehen und nur ab und zu vorbeikommen), haben wir es uns angewöhnt, auch die hungernden Katzen mit Futter und Katzenmilch zu unterstützen.
Seither haben wir dort das Paradies auf Erden: sobald sich die ersten Sonnenstrahlen über dem Grundstück verbreiten, sieht man den letzten Igel müde in Richtung Schlafplatz taumeln und gleichzeitig tauchen Bunt- und Grünspecht, Kernbeißer und Stieglitz, Dohle und Kleiber, Gimpel und Heckenbraunelle auf! Eichhörnchen spielen unter den Bäumen, bunte Schmetterlinge und Hummel landen auf den Wiesenblumen, idyllischer geht es kaum noch. Und das Gefühl, von den "Ureinwohnern" dieses Gartens Eden akzeptiert zu werden, macht uns auch stolz, da wir das Gefühl haben, etwas richtig gemacht zu haben: die Tiere kennen uns, haben keine Angst vor uns und leben weiterhin dort wo sie auch vorher gelebt haben!
Entschuldigt dass ich so ausführlich wurde, aber erst jetzt könnt Ihr es vermutlich nachvollziehen, warum ich diese Idylle nicht zerstören möchte: trotz meiner Hundeliebe, oder sagen wir mal so, zusätzlich dazu, habe ich meinen Respekt Tieren gegenüber entdeckt, deren Existenz, deren Bedürfnisse für mich noch vor nicht allzu langer Zeit völlig unbekanntes Gebiet waren. Versteht mich bitte nicht falsch: ich versuche die wilden Tiere keinesfalls zu zähmen! Soweit werde ich auch niemals gehen, diese zu Kuscheltieren machen zu wollen, ich möchte lediglich dass sie in uns nicht die zerstörerischen Eindringlinge sehen, sondern einfach nur ihre "Mitbewohner", ihre Nachbaren, und dass sie sich mit uns genauso vertragen, wie sie sich unter einander alle vertragen seit etlichen Jahren des Zusammenlebens auf diesem Grundstück (das Grundstück war jahrelang nicht bewohnt).
Nun kommen wir zu meiner Frage: kann mir irgendjemand sagen, ob es für mich/meine Familie machbar wäre, uns Hunde anzuschaffen, ohne die Vertrauensbasis zwischen den wilden Tierchen und uns, zerstören zu müssen? Wasfür Hunde eignen sich dafür? Müssen es unbedingt Welpen sein, wie mir jemand der sich angeblich mit Hunden auskennt, sagte (damit sie vom Klein auf so erzogen werden können, dass sie alle Tiere die sich auf dem Grundstück bewegen, als "Familienmitglieder" ansehen und nicht angreifen)? Oder gibt es eine gewisse Hunderasse, die von Natur aus sehr wenig Jagdtrieb besitzt, der es also nicht besonders schwer fällt anderen Tierchen nicht hinterher zu jagen, selbst wenn der Hund nicht schon als Welpe zu uns kommt? Was ist mit Herdenschutzhunden? Ich habe mal gelesen, solche wurden auch mal zur Bewachung einer Kolonie von Zwerpinguinen eingesetzt, wobei die Hunde die Pinguine als zu beschützende Familienmitglieder angesehen haben, anstatt diese aufzuscheuchen und zu jagen? Ich bedanke mich im Voraus für Euere Antworten!!
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Zitat
nicht falsch verstehen - ich möchte ihr nicht das Jagen abgewöhnen. Aber es wäre eine große Erleichterung, wenn sie einfach auf mein Rufen reagiert, auch wenn sie Witterung aufgenommen hat. Oder wenn sie im Garten rumtobt (das ist der einzige Ort, ausser dem Hundeplatz, wo das OHNE Leine geht) einfach zu mir kommt, wenn ich es sage und nicht der Amsel weiter hinterher jagd.
Sie soll natürlich auch ein Jagdhund bleiben. Dass es Arbeit wird, wussten wir vorher. Und zumindest mir ist klar, dass das meiste einfach an uns liegt und an der Art, wie wir mit ihr umgehen.Du möchtest also, dass Dein Hund das Jagen abbricht.
Aber wann und wo "jagst" Du mit ihm zusammen?
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Ähm ja, aus meiner Sicht ist es die Daseinsberechtigung des Trainers, dass er/sie mir genau da hilft wo ich es brauche und mir da genau erklärt und zeigt wie ich das erreiche. Sicher ist es dann meine Arbeit das umzusetzen und dran zu arbeiten.
Aber was nützen mir Sitz und Platz wenn mein Hund mich ausgerechnet dann ausblendet wenn es am wichtigsten wäre das er sich an mir orientiert?
Ich sag ja immer gern: Was nützt es wenn der Hund die dollsten Sachen kann, wenn er nicht kommt? Da kann ich mir das alles in die Haare schmieren wenn er wech ist!Es gibt hier viele Threads zum Thema Antijagdtraining. Jagdhunde können auch sehr verschieden sein, was funktioniert muss man dann gucken. Schlußendlich wäre aber ein Trainer nicht schlecht, der Ahnung von Antijagdtraining hat bzw. speziell was in Richtung Antijagdtraining anbietet.
Dazu gehört mehr als der Rückruf, nämlich auch spezifische Auslastung in diesem Bereich und das dauerhaft.Ich würde ja mal hier gucken, ich fürchte nur es könnte ein wenig spät für das Jagdseminar sein, grundsätzlich könnte das aber ne Adresse sein, wo man euch kompetent und problembezogen helfen kann statt irgendwelche Standarddressurübungen zu machen.
http://www.hunde-weise.de/ - Vor einem Moment
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