Mit Hund zu den Vorbesitzern ?

  • Hallo alle,

    ich würde mal gern eure Meinung zu einem Thema hören, zu dem ich mir seit einiger Zeit Gedanken mache:
    Ich habe vor einem Vierteljahr von einer befreundeten Familie (3 kleine Kinder und eine Rottweilerin) einen Hund übernommen, er war damals anderthalb. Sie haben den Hütehund (Picardmischling) geliebt, aber hatten viele Probleme weil sie ihn nicht auslasten konnten und er arbeitswütig und auch sehr selbstbewusst ist. Der etwas phlegmatische und enorm zutrauliche Rotti hingegen fügte sich perfekt ein, ist auch mit den Kindern viel geduldiger. Die Übergabe hat auch gut geklappt und wir beide kommen super miteinander aus.
    Nun sind die Leute Freunde von mir, und ich besuche sie regelmäßig. Ich würde ja gern den Hund zu ihnen mitnehmen, aber ich weiß eben nicht ob das ein Problem ist. Ich befürchte dass der Hund dann den ganzen Trennungsschmerz noch einmal durchleben muss.
    Für mich hat das ganze drei Komponenten:
    - die menschlichen Vorbesitzer
    - die Rottweilerhündin, die ja seine "Braut" war
    - die vertraute Umgebung, in der er sein ganzes bisheriges Leben verbracht hat (von 10 Wochen bis zu 18 Monaten)

    Ich bezweifle dass die Vorbesitzer selber das Problem wären, mache mir eher um den andren Hund und die Umgebung Sorgen.

    Was sagt ihr dazu ? Leiden die Hunde, wenn sie sich wiedersehen, gibt es ein Problem wenn ich da dann wieder gehe, kommt der Hund in ein emotionales Chaos?

    Freue mich auf eure Antworten!

  • Also, ich habe die Erfahrung gemacht, dass Hunde das nicht sonderlich schert (nach ner gewissen Zeit). Mensch sollte natürlich auch so normal wie möglich sein und nicht zu angespannt/aufgeregt.

  • Ich würde mich ohne den Rotti auf neutralen Gebiet treffen wollen. Und die ehemaligen HH bitten meinen Hund zu ignorieren. So habe ich das zumindest gemacht ;)

  • Ich denke das kannst du ohne weiteres machen. Kann Grenouille da nur zu stimmen, habe ebenfalls die Erfahrung gemacht das es die Hunde nicht mehr kümmert.

    Er wird sich freuen seine ehemaligen Leute und die Hündin zu sehen und wenn ihr wieder geht, geht ihr wieder. Er ist ja nun nicht erst drei Wochen bei dir. ;)

    Mach das ruhig.

  • Das denke ich auch.
    Tucker habe ich ja erst mit einem Jahr übernommen und er war in der Zwischenzeit bereits zweimal für ein paar Tage dort untergebracht weil es einfach nicht anders ging. Er hat sich mit den anderen Hunden mit denen er da aufwuchs gut verstanden, war von den Leuten gut zu händeln und alles...aber als ich ihn wieder abholte hat er sich trotzdem ein Loch in den Bauch gefreut und ist auch sofort wieder ohne zögern mit mir mit.
    So nach dem Motto: "War ja nett euch alle mal wieder zu treffen und so aber nu geh ich mit MEINEM Frauli wieder heim!"

    Und Tuckers Übergabe gestaltete sich damals nicht ganz so einfach. Ich habe mich für einen Hund entschieden den ich zum Übergabzeitpunkt nicht anfassen konnte, der lediglich das Hühnchenfleisch aus meiner Hand abgeholt hat und sich dann schnellstens auf den Rückzug begab. Er wollte damals defintiv nicht mit... erst ein paar Stunden später bei mir Zuhause gings dann langsam- war ja kein anderer mehr da :roll: .
    Trotzdem hat er sich dann so gut an uns angebunden, dass die Vorbesitzer und deren Hunde zwar noch ganz nett waren aber mehr auch nicht...

    Von daher würd ich locker bleiben und einfach mal ausprobieren. Hunde sind Opportunisten.

  • In eurem Fall geht es ja nicht um eine "Herausnahme aus schlechten Verhältnissen", sondern um eine freundschaftliche Abgabe. Der Hund hat in der "Exfamilie" vermutlich keine wirklich schlechten Erfahrungen gemacht.
    Daher würde ich da auch keine Probleme sehen, wenn ihr euch trefft. Das ist dann so ähnlich wie ein Geschwistertreffen beim Züchter....

    Bei uns war das anders. Leika hatte es definitiv nicht gut bei ihren Vorbesitzern. Deshalb haben wir uns auch gegen ein Treffen bzw. einen Besuch dort ausgesprochen. Wer sich vier Jahre lang nicht ordentlich um seinen Hund kümmert, hat nach der Abgabe jedes Recht auf Wiedersehen verwirkt. Nachdem wir ein Treffen einmal abgelehnt hatten, erfolgte auch keine weitere Anfrage, was für mich bedeutet, dass man sowieso kein Interesse hat.

    Aber die beiden Fälle haben ja nichts miteinander zu tun..... zum Glück.

    Gruss
    Gudrun

  • Wir haben das auch schon hinter uns. Lilly hat sich dolle gefreut wieder dort zu sein, hat uns aber keine Sekunde aus den Augen gelassen. Kaum sind wir aufgestanden ist sie mit. Dableiben wollte sie nicht mehr, geschweige denn dass da irgendwas von Trauer war.

    Wenn die Bindung zwischen euch stimmt, dann denke ich, ist ein Besuch nicht so problematisch, wie du vielleicht denkst.

  • Wir haben einen Tierschutzhund und haben immer mal wieder die Vorbesitzer (Pflegeherrchen auch mit Hund) getroffen und zusammen an Hunderalleys teilgenommen. Er hat sich immer gefreut, aber damit war er fertig. Er hat immer deutlich signalisiert wohin er - auch seiner Meinung nach - gehört. Ich habe nie weiteren Streß für ihn wahrgenommen.

  • Wenn der Hund bei den Vorbesitzern zwar gut gelebt hat, inzwischen aber "deiner" geworden ist, würde ich da nicht das geringste Problem sehen. Meine erste Hündin stammte von guten Freunden, und so sind wir jahrelang regelmäßig zu Besuch in ihr altes Rudel gefahren. Sie hat sich dann jedes Mal unglaublich gefreut, alle wiederzusehen, ist dann aber auch ganz selbstverständlich wieder mit mir gegangen - von "Trennungsschmerz durchleben" wirklich keine Spur.
    Ich würd's also tun und wünsche euch allen viel Sapß!

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